Montag, 1. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 31: Sünde

Scieszka stand vor dem Bahnhof von Central City und sah wütend drein.
In einem der Züge, die in Richtung Süden fuhren, hatten es sich Roy, seine Gruppe und Dutzende von Soldaten bequem gemacht. ,,Aber diese Ishbaler sind doch nur Flüchtlinge, richtig?", fragte Fury Breda. ,,Nicht wenn sie gleichzeitig Scar verstecken.", sagte Breda. ,,Aber trotzdem...", begann Fury und ließ seinen Blick durch den mit Soldaten beladenen Zug schweifen. ,,Übertreiben wir es nicht ein bisschen?" ,,Kritisieren Sie etwa die Entscheidung eines Vorgesetzten, Fury?", fragte Havoc belustigt. ,,Nein, nein, natürlich nicht...", sagte Fury schnell. ,,Chrm, chrm...", räusperte sich Hawkeye laut, um Roy Gehör zu verschaffen, der sagte: ,,Unser Ziel ist es Scar zu fangen. Wir werden wahrscheinlich keinen Widerstand antreffen." ,,Jedoch... Was passiert, wenn sie sich widersetzen?", fragte Farman. Roy sah ihn an. ,,Nun, bevor wir diesen neuen Posten bekommen haben, gab es Informationen, dass einige Ishbal-Flüchtlinge von Schlägern angegriffen worden sind, die behaupteten, sie gehören zum Militär.", erklärte Farman. ,,Ich glaube nicht, dass sie dem Militär im Moment vertrauen werden.
Lloyd und Rick rannten durch das Slum, auf der Suche nach Scar, konnten ihn aber nirgendwo finden, egal wo sie auch suchten.
Scar stand immer noch in dem Zelt des verbannten Ishbalers und sah von dem Tattoo auf seinem rechten Arm auf das Zeichen an der Wand; die beiden Zeichen waren vollkommen identisch. Das Zelt wurde geöffnet, und der alte verbannte Ishbaler trat ein und erschrak, als er Scar sah. Jedoch erschrak er noch mehr, als er Scars Tattoo sah. ,,Dieses Zeichen...", stammelte er.

,,Humankind cannot gain anything without first giving something in return.
To obtain, something of equal value must be lost.
That is Alchemy´s first law of Equivalent Trade.
Some people believe that it´s the one and only truth of the world." (Auszug: Buch der Alchemie)

Immer noch schrillte der Alarm im Südlichen Hauptquartier, und Izumi stand umzingelt, auf der einen Seite Kimbley und die Eidechse, ein wenig daneben Leon, auf der anderen Seite Armstrong, Kimbley und Führer King Bradley. ,,Sie sind... Jork K. Kimbley.", stammelte Armstrong verdattert beim Anblick Kimbleys. ,,Warum leben Sie noch?" ,,Kimbley?", wiederholte Archer erschrocken. ,,Der Hochrotalchemist?" ,,Ein Nationaler Alchemist?", rief Leon verwundert. ,,Sie hätten vor langer Zeit erschossen worden sein, weil Sie Militärbefehle im Ishbal-Krieg missachtet haben...", sagte Archer. ,,Sag es doch einfach geradeheraus.", sagte Kimbley schulterzuckend. ,,Ich hab dafür gesorgt, dass Frauen und Kinder "BOOM" gemacht haben... Und selbst meine Vorgesetzten, die versucht haben mich aufzuhalten..." ,,"BOOM"!", rief die Eidechse kichernd. ,,Ich hab mich schon so auf eine Exekution gefreut, aber aus irgendeinem Grund hat man mich am Leben erhalten.", sagte Kimbley grinsend. ,,Und warum?", fragte Armstrong. ,,Ich weiss nicht.", sagte Kimbley mit gespielter Ratlosigkeit. ,,Vielleicht weiss die Person da drüben es ja." Er deutete auf Führer King Bradley. Als wenn ich das wüsste!, dachte King Bradley und schrie: ,,Wie lange wollen Sie eigentlich noch dieses Chaos im Hauptquartier fortschreiten lassen!?!" ,,Haben Sie gehört?!? Arrestieren Sie sie alle!", befahl Archer Armstrong. ,,Ja, Sir!", rief Armstrong. ,,Sensei...", begann Leon und rannte auf Izumi zu. Doch die verpasste ihm einen Tritt in den Magen, der ihn zu Boden beförderte. ,,Ich habe Ihnen doch schon bereits gesagt, dass es sinnlos ist.", sagte sie und rannte, mit dem Jungen in ihren Armen, los. Leon rappelte sich auf und wollte ihr folgen, doch Izumi kam nicht weit, da nun auch Fayt den Korridor erreicht hatte und sich ihr in den Weg stellte. ,,Bitte wartet, Sensei.", bat er sie. ,,Gut gemacht, Fayt.", sagte Leon. In diesem Moment stürmte King Bradley blitzschnell an ihm vorbei, riss Izmui den Jungen aus den Armen, und besah sich das Ouroboros-Zeichen auf dessen rechter Fußsohle. ,,Beindruckend!", rief die Eidechse bewundernd. ,,Er ist wirklich ein Homunculus.", sagte King Bradley. ,,Und nun entschuldigen Sie mich." Er stürmte davon. ,,Warten Sie!", brüllte Izumi, klatschte in die Hände und berührte den Boden, aus dem eine Steinhand schoss, die auf King Bradley zuraste. ,,Die ist auch beeindruckend!", rief die Eidechse mit weit offen stehendem Mund. Armstrong riss sich die Kleidung vom Leib, sprang vor die Steinhand und hielt sie mit seiner Faust auf. ,,Eine unglaubliche Mutation...", gestand er ein. ,,Aber diejenigen, die versuchen, dem Führer Schaden zuzufügen..." Er zerschlug die Steinhand. ,,...werden von mir auf äußerst künstlerische Art und Weise besiegt und bestraft!" Er schlug die Bruchstücke der zerschlagenen Steinhand auf Izumi, und zwar mit Hilfe seines Schlagringes, so dass die Geschosse von Blitzen umgeben wurden. Izumi klatschte in die Hände und berührte die Wand. Fäden aus Stein schossen daraus hervor und spießten die Bruchstücke auf. ,,Bitte unterschätzen Sie mich nicht.", sagte Izumi ernst. ,,Ich bin es gewöhnt, Muskeln zu sehen, die sogar noch viel schöner sind als Ihre." Izumi erschuf eine weitere Steinhand, auf die sie sprang und auf Armstrong zuraste. Armstrong schlug dagegen und ließ die Bruchstücke erneut zu mit Blitzen umhüllten Geschossen werden, denen Izumi behände auswich. Immer mehr Stücke bröckelten von der Decke ab, und Archer ging schnellstens in Deckung, um nicht erschlagen zu werden. ,,Großer Bruder, wir müssen die beiden sofort aufhalten, bevor noch das ganze Gebäude einstürzt!", rief Fayt besorgt. ,,Die ganze Stadt könnte zerstört werden, wenn die beiden so weitermachen.", meinte Leon und wollte losrennen. Doch im selben Moment packte die Eidechse in mit ihrem Schwanz am Fuß, schleuderte ihn durch die Gegend und hielt ihn weiterhin gefangen. ,,Großer Bruder!", rief Fayt und rannte zu Leon, stutzte aber, als Kimbley seine Hände auf ihn auflegte. ,,Du hast einen ziemlich interessanten Körper, Junge.", sagte er grinsend. Gerade noch rechtzeitig sprang Fayt zur Seite, bevor Kimbley eine Explosion verursachen konnte. Stattdessen gab es, aufgrund der fehlenden Materialien, nur eine Mini-Explosion. ,,Eine Explosion wie aus dem Nichts?", rief Fayt verdattert. ,,Davon hab ich schon gehört...", sagte Leon. ,,Die Fähigkeit eines Alchemisten, Materialien in einem Körper in eine schießpulverähnliche Substanz zu mutieren, wobei man diese Substanz dann unter Druck stellt, um sie zum Explodieren zu bringen." Er grummelte. ,,Warum geht ihr uns auf die Nerven?" ,,Wir wollen diesen Jungen ebenfalls haben.", erklärte die Eidechse keckernd. ,,Und unser Boss will auch noch irgendwas von euch beiden.", fügte Kimbley hinzu. ,,Oh? Ist das so...", sagte Leon, klatschte in die Hände, berührte seinen Auto-Mail-Arm, der zu einem Dolch wurde, und stach damit in den Schwanz der Eidechse, der ihn immer noch gefangen hielt. Kreischend ließ der Schwanz von ihm ab, nur um von Fayt gepackt zu werden, der die Eidechse gegen eine Wand warf. Kimbley klatschte in die Hände und packte den Schwanz der Eidechse. ,,Warte mal ´ne Sekunde!", kreischte die Eidechse und riss ihren Schwanz los. ,,Wolltest du mich gerade etwa in eine Bombe verwandeln?!?" ,,Schlechte Idee?", fragte Kimbley unschuldig. ,,Ja, sehr schlecht sogar!", schrie die Eidechse. Leon und Fayt rasten auf die beiden zu.
Der Junge, der von King Bradley in einen Abstellraum gebracht worden und am Boden abgesetzt worden war, wich ängstlich vor dem Führer gegen eine Wand zurück. King Bradley grinste boshaft, und im nächsten Moment stand an derselben Stelle Envy, der sich in King Bradley verwandelt hatte, um ins Hauptquartier gelangen zu können. ,,Hat das Metallkind gesagt, dass dein linker Arm und dein linkes Bein ihm gehören?", fragte Envy und kniete sich zu dem Jungen hinab. ,,J-Ja...", antwortete der Junge und wich noch weiter zurück. ,,Dann bist du wirklich durch deine eigene Kraft durch das "Tor" gekommen.", sagte Envy beeindruckt. ,,"Tor"?", wiederholte der Junge erschrocken und erschrak dann. ,,"Tor"!", schrie er entsetzt. Envy legte ihm einen Finger auf den Mund, um ihn zum Schweigen zu bringen, und sagte: ,,Warte eine Sekunde, du bist jetzt nicht mehr allein. Und nun..." Er packte in seine Hosentasche und holte ein ganzes Dutzend Roter Steine hervor, die er dem Jungen hinhielt. ,,Schön aufessen." Der Junge wandte das Gesicht von ihm ab. ,,Komm schon.", sagte Envy und zwang dem Jungen einen Roten Stein ein. Der Junge stutzte aufgrund des leckeren Geschmacks, sah kurz Envy an, schnappte sich die restlichen Roten Steine und schlang sie alle hinunter. ,,Genieße den Geschmack...", sagte Envy, boshaft lächelnd. ,,Denn Tausende von Menschenleben stecken in diesen Roten Steinen." ,,Menschen?", wiederholte der Junge erschrocken und begann vor Ekel zu würgen. ,,Was? Schmeckt es etwa nicht gut?", fragte Envy. ,,Ich verstehe. Ich schätze, da kann man nichts machen." Er holte noch mehr Rote Steine hervor, stand auf und wandte sich zum Gehen. ,,Dann hau ab und lass dir deinen Arm und dein Bein abnehmen." Der Junge begann zu zittern, klatschte in die Hände und berührte sein rechtes Bein, das sich mit dem Boden vereinte. Er riss das Bein wieder heraus, nun ein spitzer Holzdolch, und schlug damit Envy die Roten Steine aus der Hand. Schnell kniete sich der Junge nieder und schlang sie ohne Zögern hinunter. ,,Du beherrschst Alchemie?", fragte Envy erstaunt. ,,Ich verstehe. Das kannst du dank dieses linken Armes und des linken Beines." Er lachte vergnügt. ,,Hör mir zu, mit diesen Roten Steinen des Lebens sind wir großgezogen worden. Wir sind nicht menschlich. Wir sind Homunculi. Und weil du diese Roten Steine essen kannst... bist du ebenfalls nicht menschlich." Der Junge begann zu zucken und ließ sich schreiend zu Boden fallen, Tränen sein Gesicht hinabrinnend, vor seinen Augen ein riesiges Tor, hinter dem Milliarden von Schattenwesen gewesen waren, davor Izumi... er als Baby, der von den Schattenkreaturen ins Tor gezogen worden war... Izumi, die ihm weinend hinterher gesehen und eine Hand nach ihm ausgestreckt hatte... das Tor, das sich wieder geschlossen hatte... schlagartig wurden seine Augen zu Schlitzen.
Kimbley jagte eine Wand in die Luft und flüchtete mit der Eidechse aus dem Hauptquartier. ,,Wir müssen Greed bitten, die Sache zu erledigen... das schaffen wir nicht allein!", schrie die Eidechse und rannte davon, während Kimbley, draußen angekommen, stehen blieb und seufzte. ,,Nun... ich schätze, ich jag das Gebäude besser gleich ganz in die Luft." Doch er stutzte, als er Archer sah, der auf einer Balkonbrüstung über ihm stand und mit einer Pistole auf ihn zielte. ,,Ich bin Lieutenant Oberst Frank Archer, Sir Hochrotalchemist.", sagte Archer. ,,Schön, Sie kennenzulernen.", sagte Kimbley gleichgültig. ,,Da Sie hier sind, lebend... Ist sich der Führer dessen bewusst?", fragte Archer. ,,Oder hat Basque Gran diese Entscheidung selbst getroffen?" ,,Das weiss ich nicht.", antwortete Kimbley. ,,Haben Sie vor, zum Militär zurückzukehren?", fragte Archer Kimbley. ,,Hmpf...", machte Kimbley. ,,Ich kann es geschehen lassen.", versprach Archer.
,,Sensei!", schrien Leon und Fayt, die während des Kampfes gegen Kimbley und den Echsenmann Izumi und Armstrong aus den Augen verloren hatten, und rannten die völlig zerstörten Korridore des Hauptquartiers entlang. ,,Dieser Bastard...", jammerte Leon und rieb sich die Wange. ,,Das hat richtig weh getan." ,,Major!", rief Fayt, der Armstrong in einer Ecke sitzen sah. Armstrong fuhr hoch, als er Fayt rufen hörte, packte sich schnell an die Seite und schrie: ,,Autsch! Das ist schlecht! Sie ist wirklich die Lehrerin der Elric-Brüder! Autsch! Ich bin geschlagen!" ,,Danke, Major.", bedankte sich Leon beim schauspielernden Armstrong. ,,Ich wusste irgendwie, dass das passieren würde." ,,Sie halten sich die falsche Stelle.", bemerkte Fayt, da Armstrong sich nicht die rechte, verletzte Seite hielt, sondern die linke.
Izumi rannte verzweifelt die Korridore entlang, als plötzlich der Junge aus einer Tür kam und ihr in die Arme fiel. Sie schaute ihm kurz in die Augen, dann drückte sie ihn an sich. ,,Bereits nicht mehr derselbe...", murmelte sie, hievte ihn auf ihre Schulter und sah in den Raum, aus dem der Junge gerannt war. Dort lag Führer King Bradley am Boden, sein ganzer Körper aufgeschlitzt und eine Blutlache neben ihm. Sie rannte mit dem Jungen davon. King Bradley - in Wahrheit natürlich Envy - öffnete seine Augen, boshaft grinsend. ,,Und nun geh... und verbreite Angst und Schrecken." Er verwandelte sich in einen Soldaten und schritt fröhlich pfeifend davon.
Leon und Fayt sahen sich in den Räumen gründlich um, konnten Izumi aber nicht finden. ,,Großer Bruder, ich glaube, Sensei ist nicht mehr hier.", sagte Fayt. ,,Verdammt, warum kümmert sie sich so sehr um dieses Kind, wenn sie doch so krank ist?", fluchte Leon. Sie hörten mehrere Soldaten durch die Korridore rennen. ,,Gehen wir. Wir sind hier unbefugt eingedrungen.", sagte Fayt. ,,Der Oberst wird mich wieder auf den Arm nehmen.", stöhnte Leon auf und rannte mit Leon davon.
Archer befand sich in der Funkzentrale des Hauptquartiers, die noch immer intakt war, und starrte auf eine Landkarte von Amestris. ,,Was hast du gesagt?", rief ein Soldat an einem der Funkgeräte verdutzt. ,,Wiederhol das noch einmal." ,,Was ist los?", fragte Archer. ,,Wissen Sie immer noch nicht, ob der Führer nun in Ordnung ist oder nicht?" ,,Nun, wir haben das Hauptquartier in Central City kontaktiert...", begann der Soldat am Funkgerät. ,,Dort wurde uns gesagt, dass der Führer nicht vorhatte, für eine Inspektion in den Süden zu kommen." ,,Das kann nicht sein!", schrie Archer. ,,Wir haben ihn gese..." Doch er brach ab, als Armstrong die Zentrale betrat, diesmal sich die richtige, verletzte Seite haltend. ,,Haben Sie die Elric-Brüder und diese Frau festgenommen?", fragte Archer. ,,Nein.", antwortete Armstrong. ,,Ich dachte, die Sicherheit dieses fast gänzlich zerstörten Gebäudes sei wichtiger, also kam ich zurück." ,,Major!", fuhr Archer ihn an. ,,Nein, ist egal. Sie haben keinen anderen Ort, an den sie zurückkehren können, außer dem Militär." Er wandte sich zum Soldaten am Funkgerät. ,,Fragen Sie noch einmal nach dem Führer."


Es war mit in der Nacht. ,,Sie wissen, wo Sensei ist, richtig?!?", fuhr Leon Izumis Mann, Sig, an, der in aller Ruhe Essen für morgen vorbereitete. ,,Bitte, sagen Sie es uns.", bat Fayt ihn. ,,Wir machen uns Sorgen um ihre Gesundheit." ,,Und dieses Kind ist ein Homunculus.", fügte Leon hinzu. ,,Wer weiss, was er ihr antun wird!" Sig antwortete nicht. Leon wollte gerade losbrüllen, als Winry sagte: ,,Der Ort der Menschlichen Mutation..." Leon wandte sich zu ihr um. ,,Izumi hat ihr Kind verloren, und hat dann den Körper dieses Kindes mutiert und versucht, es wiederzubeleben.", erklärte Winry. ,,Woher weißt du das?!?", fragte Mason erschrocken, hielt sich dann aber die Hand vor den Mund, da er sich verplappert hatte. ,,Wie ich mir dachte...", seufzte Leon traurig. ,,Ich glaube, sie ist an diesem Ort.", sagte Winry. ,,Der Ort, den Sensei wählen würde, ist...", begann Fayt. ,,Sie würde einen Ort aussuchen, an dem sie anderen Leuten keinen Schaden zufügen kann, ein Ort, an den niemand gehen würde..." ,,Die Insel, auf der sie euch ausgesetzt hat.", sagte Winry.
Izumi hatte mit dem Jungen die Insel im Zentrum Dubliths erreicht und stand mit ihr auf der Lichtung vor dem Opferaltar. Erinnerungen kamen in ihm hoch.
Es war in einer verregneten Nacht gewesen, als Izumi ihr totes Baby ein letztes Mal an sich gedrückt und es schließlich auf den Mutations-Zirkel gelegt hatte, den sie auf den Opferaltar gezeichnet hatte. Sie hatte den Mutations-Zirkel berührt und sofort darauf das Bewusstsein verloren.
Als sie wieder zu sich gekommen war, hatte sie auf dem Boden gelegen. Sie hatte sich aufgebäumt und sofort Blut gespuckt, ihre inneren Organe bereits fehlend. Sie hatte zu dem kleinen Baby am Boden geschaut, das sich auf einmal zu bewegen begonnen hatte. Fröhlich hatte sie gelächelt, war dann aber erstarrt, als sie die riesigen Glubschaugen, die Knollnase und die Reißzähne des Wesens erblickt hatte, das einst ihr Baby gewesen war. ,,Mein Junge...", hatte sie aufgekeucht...
Izumi kniete am Boden, ihre Hände um die Kehle des Jungen, bereit ihn zu erwürgen. Sie begann haltlos zu zittern. ,,Was ist los?", fragte der Junge und grinste boshaft. Izumi sah zu ihm auf. ,,Beeil dich und tu es, sonst töte ich dich.", sagte der Junge.
Leon, Fayt und Winry erreichten die Insel. ,,Sensei!", schrie Leon und sprang aus dem Boot, sich nach Izumi umschauend.
Envy saß auf der Spitze eines Berges, das Treiben auf der Insel belustigt beobachtend.
,,Sensei!", schrie Leon und schlug sich mit Winry und Fayt durchs Dickicht. Leon erstarrte, als er eine Lichtung betrat und Izumi sah, die am Boden kniete und von dem Jungen gewürgt wurde. ,,Sensei!", schrie Leon entsetzt, da Izumi bereits blau anlief. ,,Hör auf!", schrie Leon und schmiss einen Stein nach dem Jungen, der zur Seite sprang. ,,Sensei!", rief Fayt besorgt. Izumi lag keuchend am Boden. ,,BASTARD!!!", brüllte Leon vor blankem Zorn, verwandelte seine Auto-Mail-Hand mit Hilfe von Alchemie in einen Dolch und stürmte auf den Jungen zu. ,,Stopp!", schrie Izumi mit erstickter Stimme. Verdutzt gehorchte Leon und blieb sofort stehen. ,,Es ist in Ordnung...", sagte Iumi und setzte sich zitternd auf. ,,Sensei...", begann Fayt. ,,Aber dieses Kind hat gerade versucht, Sie...", begann Winry protestierend. ,,Ich hatte vor ihn zu töten...", seufzte Izumi. ,,Aber dabei bin ich es, die hätte sterben sollen." ,,Was redet Ihr da?", fragte Leon verwirrt. ,,Ich habe ihn erschaffen.", erklärte Izumi mit schwacher Stimme, den Tränen nahe. Leon erstarrte. ,,Ich benutzte damals die Überreste des Babys und mehrere andere Zutaten, und versuchte mich an einer Menschlichen Mutation. Dieses Ding, das dabei erschaffen wurde... Ihr wisst, was es war." ,,Etwas nicht Menschliches...", sagte Leon, dem schlagartig schlecht wurde.
Izumi hatte das Ergebnis ihrer Mutation fest an sich gepresst, haltlos weinend. Schließlich hatte sie es wieder auf den Mutations-Zirkel gelegt, die Augen geschlossen und den Zirkel noch einmal berührt. Als sie ihre Augen wieder geöffnet hatte, war vor ihr auch schon das geöffnete "Tor" gewesen...
,,Als ich die Augen wieder öffnete, befand ich mich wieder vor dem "Tor"...", erzählte Izumi. ,,Leon... Was hast du hinter dem "Tor" gesehen?" ,,Alles, was es über Alchemie zu wissen gibt.", antwortete Leon. ,,Ich fühlte mich, als würde alles Wissen dieser Welt in mich hineinfließen. Dort befand sich die "Wahrheit"." ,,Die "Wahrheit", wie?", seufzte Izumi. ,,Für mich sah es wie die Hölle aus..."
Izumi hatte zu den Schattengestalten, die hinter dem Tor gelauert hatten, aufgesehen, das Ergebnis ihrer Menschlichen Mutation in ihren Armen, Blut ihren Mund hinabrinnend.
,,Und genau dort ließ ich mein Kind..."
Sie hatte das Wesen, das Ergebnis der Mutation, ins Tor gehalten, und sofort hatten die Schattengestalten es gierig geschnappt und zu sich gezogen. Das Wesen hatte ängstlich nach Izumi zu schreien begonnen. Entsetzt hatte Izumi aufgesehen und versucht, das Wesen zurück zu sich zu ziehen, doch die Schattengestalten hatten es unbarmherzig zu sich gezogen und das "Tor" hatte sich gehlossen. Izumis laute Schreie waren in dem endlosen Nichts, in dem sich das "Tor" befunden hatte, untergegangen...
,,Aber es ist umnöglich, dass das Kind von damals dieser Junge sein kann.", sagte Winry und sah mit entsetztem Blick zum Jungen. ,,Ich fand es heraus, als ich ihn mir ansah.", sagte Izumi und stellte sich wieder hin. ,,Wenn er gewachsen wäre, wäre er jetzt im selben Alter wieder dieser Junge hier. Und wenn ein Homunculus aus diesem Ort kam, muss es mein..." ,,Aber er ist ein Homunculus!", protestierte Leon. ,,Ein Mensch, der von jemandem künstlich erschaffen wurde!" ,,Erschaffen?", wiederholte Fayt. ,,Wisst ihr auch, wie ein Homunculus "erschaffen" wird?", fragte Izumi. ,,Nein...", begann Leon. ,,... aber sie werden wahrscheinlich wie Chimären erschaffen, an einem Ort wie Labor 5..." ,,N...", begann Izumi. ,,Nein.", unterbrach der Junge, ein Homunculus, sie. ,,Törichte Menschen wie ihr probieren Menschliche Mutation aus reiner Neugier aus. Als Ergebnis... wird ein Lebewesen mit einem Körper und Verstand, aber keiner Seele, erschaffen. Und ihr nennt diese Lebewesen Homunculi!" Izumi zu Boden. ,,Das kann nicht sein...", begann Fayt entsetzt, und schlagartig kam ihm die Sekretärin des Führers ein, die genauso wie ihre Mutter aussah. ,,Dann ist sie..." ,,Warum weißt du so etwas?", fuhr Leon den Homunculus an. ,,Envy hat mir geholfen mich zu erinnern.", antwortete der Homunculus, boshaft grinsend. ,,Envy?", wiederholte Leon. ,,Du hast ihn gesehen?" ,,Ja.", antwortete der Homunculus, sein Grinsen nfach nicht verschwinden wollend. ,,Envy und seine Kameraden wurden vor langer Zeit geboren, und das alles dank den Idioten, die sich an Menschlicher Mutation versucht hatten." Leon erstarrte. ,,Jeder von uns Homunculi will menschlich werden."
Roy und seine Truppe erreichten das Slum, begeistert begrüßt von Yoki. Lust und Gluttony, die sich als Flüchtlinge verkleidet hatten, sahen sich grinsend an.
Eine unförmige Gestalt aus Wasser raste über den See Dubliths und auf die Insel zu. In der Nähe der Insel nahm die Gestalt langsam Form an: Es war die Sekretärin des Führers, Sloth.
Greed, Kimbley, die Eidechse, die schlangengleiche Frau, der wolfsähnliche Mann und der hundeähnliche Mann erreichten ebenfalls mit einem Boot die Insel an den Klippen. ,,Gehen wir.", sagte Greed grinsend. ,,Na, hallo, Ultimativer Schild.", begrüßte Envy, der auf der Spitze der Klippen stand, vergnügt. ,,Hallo, Ultimativer...", begann Greed, brach dann aber ab und sagte: ,,Oh, warte, du magst es ja lieber, wenn man dich "Monster" nennt." ,,Du wurdest für mehrere Jahrhunderte versiegelt, aber es scheint, als hättest du deine Lektion nicht gelernt.", seufzte Envy. ,,Tja, tut mir Leid.", sagte Greed schulterzuckend. ,,Ist mein Witz mit der Zeit zufälligerweise alt geworden? Ich kenne schließlich keine der moderneren." ,,Was hast du mit dem Schädel getan?", fragte Envy. ,,Ich hab ihn in Stücke geschlagen, natürlich.", antwortete Greed. ,,Ah, ich verstehe.", sagte Envy und grinste breit übers ganze Gesicht. ,,Du lügst mich an. Du hast ihn irgendwo versteckt. Ich werde ihn finden und dich versiegeln." ,,Das lasse ich nicht zu!", schrie Greed und sprang zu ihm hinauf. Er schlug wie wild nach Envy aus, der kichernd den Angriffen auswich. ,,Es muss wohl wahr sein, dass deine neuen Freunde hier sind.", sagte Greed. ,,Das hat nichts mit dir zu tun.", sagte Envy schlich und machte einen Rückwärtssalto, der ihn weit genug von Greed weg brachte. Die beiden belauerten sich. ,,Doch, schließlich möchte ich leben.", korrigierte Greed ihn. ,,Und um zu überleben, brauche ich Verbündete gegen "diese gewisse Person"." ,,Zu spät.", sagte Envy, als plötzlich ein Sturm aus Wasser losbrach, der die Gefolgsleute von Greed erfasste und durch die Gegend schleuderte. Sloth hatte die Insel betreten und war neben Envy gelandet. ,,Hallo, Sloth.", begrüßte Envy sie. ,,Sloth?", wiederholte Greed verdutzt und sah zu Sloth. ,,Eine Person mit diesem Namen ist geboren worden?" ,,Lust ist auch geboren worden...", erzählte Envy grinsend. ,,Was bedeutet, dass alle sieben seit langer Zeit wieder einmal zur selben Zeit auf dieser Erde wandeln." ,,Schön dich kennenzulernen, Greed.", begrüßte Sloth Greed. ,,Ich bin geehrt, dich zu Gesicht zu bekommen." Greed seufzte grummelnd und sagte: ,,Ich bin zwar habgierig, aber ich bin auch klug. Ich habe nicht vor, mich mit zwei Homunculis gleichzeitig anzulegen." Er rannte mit seinen Gefolgsleuten davon. ,,Oh?", machte Sloth verwundert, während Envy laut gackerte. ,,Um die müssen wir uns später kümmern.", meinet Sloth und wandte sich an Envy. ,,Wo ist Wrath?" ,,Oh, der vergnügt sich wahrscheinlich gerade tiefer im Wald mit dem Metalljungen...", antwortete Envy vergnügt. ,,Hast du ihn beeinflusst, damit er gegen Leonard Elric kämpft?", fragte Sloth streng. ,,Der ursprüngliche Plan war, Wrath als Köder zu benutzen, und sie dazu zu bringen, sich wieder auf die Suche nach dem Ring der Alchemisten zu begeben." ,,Ich wollte das Gesicht dieses Metallkindes, des Sohnes dieses Bastards, voll mit Furcht sehen.", fauchte Envy.
,,Ich erinnere mich. Ich sehe es noch alles genau vor mir.", sagte Homunculus mit dem Namen Wrath mit verträumten Blick. ,,Das einzige, was ich tun konnte, war in der vollkommenen Finsternis des "Tors" zu sitzen und zu warten. Ich hab gewartet und gewartet... Und währenddessen wuchs mein Körper langsam heran." Er grinste boshaft. ,,Eines Tages kam ein Idiot vorbei..." Er erinnerte sich, wie Leon verzweifelt gegen das "Tor" getrommelt hatte. ,,Er hatte bereits seinen linkes Bein geopfert, und nun hielt er auch noch seinen linken Arm über die Schwelle. Er hat geschrien und geweint: ,,Gebt mir meinen kleinen Bruder zurück!". Ich beanspruchte seine Glieder für mich selbst. Nach einer langen, langen Zeit gelang es mir schließlich, das "Tor" mit meiner neu errungenen Kraft zu öffnen, und ich kam endlich aus der Dunkelheit heraus!" ,,Das kann nicht sein...", stammelte Leon geschockt. ,,Danke für den Arm und das Bein.", sagte Wrath zu Leon, der erstarrte. Er wandte sich an Izumi. ,,Danke für dieses unvollständige Leben... Nichts kommt meinem Dank gleich... und noch nicht einmal meinem Hass." Er ballte seine Hände zu Fäusten und sah wieder zu Leon. ,,Und jetzt gib mir deinen restlichen Körper! Sobald ich den habe, bin ich ein richtiger Mensch!" Er sprang in die Höhe und setzte zum Sprungkick auf Leon an, der wie gelähmt stehen blieb. Gerade noch rechtzeitig sprang Fayt dazwischen, stieß Leon zur Seite und schlug Wrath von sich weg. ,,Hepp!", rief Wrath und landete behände wieder am Boden, wenige Meter von Fayt entfernt. ,,Aua! Das tut ganz schön weh!", rief er Fayt zu. ,,Hinter deinem Metallkörper bin ich nicht her!" ,,Großer Bruder, wenn du es nicht tust, dann werde ich es tun.", sagte Fayt zu Leon, der nun am Boden lag." ,,Fayt, bitte tu es nicht! Er ist...", begann Winry ängstlich. ,,Ich muss es tun!", unterbrach Fayt sie entschlossen. ,,Diese Glieder gehören meinem Bruder, die Dinge, die er meinetwegen verloren hat! Es ist alles meine Schuld!" ,,Nein... Fayt...", stammelte Leon. ,,All die Zeit über haben wir versucht, unsere alten Körper zurückzubekommen.", sagte Fayt und stürmte mit erhobener Faust auf Wrath zu. ,,Jetzt kann mich nichts mehr aufhalten!"


Vorschau Kapitel 32: Dante aus dem Wald: Eine alte Frau, die tief im Wald lebt... und Greed, der ultimative Schild, ein Homunculus...