Samstag, 27. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 51: Start ins Ungewisse

Fröhlich lächelnd sah Envy zu, wie Leon tot zu Boden sackte, eine Blutlache um ihn herum entstehend. ,,G... Großer Bruder...", stammelte Fayt voller Entsetzen. ,,Leo... nard...?", murmelte Rose, deren Blick langsam klarer wurde. ,,LEONAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Das Licht in Leons Augen erlosch vollkommen. Rose wollte zu Leon stürmen, doch Dante hielt sie mit der freien Hand, die nicht das Baby hielt, fest. ,,Das war viel zu einfach.", sagte Envy hämisch und stand vom Boden auf. ,,Menschen sind wirklich richtig erbärmlich." ,,Großer Bruder... nein...", keuchte Fayt hysterisch. ,,Du kannst nicht sterben... Ich sollte es doch..." ,,Er ist... tot?", fragte Wrath zitternd vom Boden her. ,,Stimmt genau.", trällerte Envy. ,,Er gibt schon mal das Tempo vor für alle anderen Menschen dieses Planeten, die bald folgen werden. Schon bald werden sie sich alle gegenseitig umgebracht haben, und nur noch Homunculi werden übrig bleiben!" Er lachte lauthals los. ,,Mein großer Bruder kann nicht sterben!", schrie Fayt panisch. ,,Das ist lächerlich! Das würde er nie zulassen! Das kann nicht sein!" ,,Nun, das ist nun einmal die Realität.", sagte Dante schulterzuckend und vergnügt. ,,All seine Anstrengungen haben ihm am Ende rein gar nichts gebracht. Man kann so viel zahlen, wie man will, es ist nie genug." Mit heraushängender Zunge und gierigen Blick stürmte Gluttony nun weiter auf Fayt zu.
Aufgrund der vielen Explosionen im Weinkeller, wurden die Frau des Führers und dessen Adoptivsohn zusammen mit Hawkeye, die Handschellen trug, in ein Auto verfrachtet, das in Richtung des Hauptquartiers fuhr, wie der Führer es befohlen hatte. Jedoch kam ihnen unterwegs ein anderes Auto entgegen, das mit voller Wucht in sie hineinfuhr. ,,Hey, sind Sie in Ordnung?", rief ein anderer Soldat aus dem Wagen, der folgte, besorgt. Archer stieg aus dem Geisterfahrerauto. ,,O-Oberst Archer?!?", stammelte der Soldat verwirrt. ,,Geben Sie mir Ihr Auto!", befahl Archer dem Soldat. ,,Wohin wollen Sie, Sir?", fragte der Soldat. ,,Zur Villa des Führers.", antwortete Archer, während sich Selim davonschlich. ,,Die Rebellen befinden sich doch dort, richtig?" ,,Das war nur ein falscher Alarm, Oberst.", sagte der Soldat. ,,Es hatte sich nur Lieutenant Hawkeye eingeschlichen." ,,Hawkeye?!?", wiederholte Archer und sah zu Hawkeye, die im demolierten Auto saß. ,,Sie haben Sie leben lassen?!?" Er zog seine Pistole und schoss auf sie. Schnell versteckte sie sich hinter einem Sitz und schnappte sich die Pistole des Soldaten, der neben ihr saß. Sie wollte auf ihn schießen, doch er erwischte sie an der Schulter mit einer Patrone. Er wollte erneut schießen, doch der Soldat neben ihn packte ihn. ,,Der Führer will, dass sie zum Hauptquartier gebracht und dort befragt wird, Sir!", sagte der Soldat. ,,Haben Sie überhaupt das Hauptquartier gesehen?!? Es ist vollkommen zerstört!", schrie Archer zornig. ,,Überall sind Rebellen! Wir haben keine Zeit für Befragungen!"
Keuchend stand Roy, über und über mit tiefen Schnittwunden versehen, im Weinkeller, der vollkommen in Brand steckte. Sein ganzer Körper spannte sich an, als Pride erneut aus dem Flammen auferstand, sein Körper, der gerade noch vollkommen verbrannt war, nun wieder ganz normal. ,,Haben Sie nun verstanden, dass es sinnlos ist, mich in Brand zu stecken oder explodieren zu lassen?", fragte Pride Roy, der gegen eine der Wände zurückwich. ,,Ich hatte bisher noch nie die Chance, meine Homunculi-Fähigkeit, mich regenerieren zu können, auszuprobieren. Deswegen habe ich es auch mehrmals zugelassen, dass Sie mich umbringen." Er stürmte vor und rammte sein Schwert in Roys linke Schulter, so dass er nun an der Wand festgenagelt war. Vor Schmerzen schrie Roy laut auf. ,,Sie sehnen sich wirklich sehr nach meiner Position, nicht wahr, Mustang?", fragte Pride lächelnd. ,,Ich hatte Ihre Ambitionen wirklich gemocht. Aber Sie hätten ein bisschen geduldiger sein müssen. Denn selbst wenn Sie mich irgendwie hätten vernichten können, hätte der Staat herausgefunden, was sie getan haben, und als Assassin hätten Sie nie mehr ins Militär zurückkehren können." ,,Ich habe das hier nicht aus Machtgier oder Gründen der Politik getan.", antwortete Roy keuchend. ,,Ich konnte mir selbst nicht mehr vergeben, dass ich solange blind gewesen war. Das war die einzige Möglichkeit, für die Tode der Freunde zu büßen, die ich nicht retten konnte!" ,,Nun, dann lassen Sie mich Ihnen dabei helfen.", sagte Pride grinsend. ,,Richten Sie Brigadier General Hughes meine besten Wünsche aus." Er begann sein Schwert langsam durch Roys linke Schulter zu ziehen, in Richtung des Herzens. Roy schrie so laut wie noch nie zuvor, während das Schwert seinem Herz näher und näher kam, das Ende nahe. ,,Was ist denn hier los?!?", rief Selim, der soeben den Keller betreten hatte, erschrocken. Pride stoppte und sah mit väterlichem Blick zu Selim hinüber. ,,Hallo, mein Sohn. Gute Neuigkeiten: Ich hab die Ratte gefangen.", sagte Pride zu ihm. Selim lächelte und ging zu Pride. ,,Es tut mir Leid, dass ich dir nicht gehorcht habe, Vater, aber ich musste einfach zurückkommen.", sagte Selim mit Blick auf eine Tasche, die er trug. ,,Ich hatte etwas in der Villa vergessen und ich wollte sichergehen, dass du in Ordnung bist." Fröhlich lächelnd beugte sich Pride zu Selim hinab und legte seine Hände auf dessen Schultern. ,,Und was jetzt?", fauchte Roy. ,,Sie sagten doch, dass alle Menschen törichte Wesen sind! Wie erklären Sie sich dann, dass Sie ihn lieben?!?" Doch er stutzte, als er erkannte, dass Prides Gesicht auf einmal schweißüberströmt war. ,,Vater, was ist los?", fragte Selim besorgt. ,,Du siehst aus, als wärst du verletzt! Was ist los?!?" ,,Was hast du getan, du Idiot!?!", schrie Pride ihn an. ,,Ich habe nur... Ich habe es aus deinem Tresor geholt.", erklärte Selim und holte etwas Rundes aus der Tasche hervor, das in Mullbinden eingewickelt war. ,,Du sagtest, dein Leben hängt davon ab, und ich wollte nicht, dass das Feuer es zerstört." Pride begann ihn zu würgen. ,,Vater...", keuchte Selim, der keine Luft mehr bekam. ,,Bitte... hör auf...!" Verzweifelt riss Roy an dem Schwert und schaffte es schließlich unter größten Schmerzen, es aus seinem Körper herauszuziehen. Pride packte den reglosen Selim und schmiss ihn in eine Ecke. Schnell rannte Roy zu ihm. ,,Ihr Menschen seid nichts weiter als törichte Wesen, ihr alle!", schrie Pride und wandte sich zu Roy um. ,,Selbst mein eigener Adoptivsohn! Nicht zu vergessen der Mann, der hier vor mir steht, und der der Sohn des Mannes ist, der ich eigentlich hätte werden sollen!" Roy erschrak kurz, dann stand er auf, das runde Etwas, das Selim mitgebracht hatte, in seinen Händen: Es war der Schädel des Menschens, der Pride eigentlich hätte werden sollen. ,,Ich weiss nicht, wie lange Sie gelebt haben, Führer...", sprach Roy, sein ganzer Körper vor lauter Anstrengung, aufrecht zu stehen, schwankend, und strich sich mit einem Finger über sein blutverschmiertes Gesicht. Mit diesem Finger malte er nun mit Hilfe des Blutes einen Mutations-Zirkel auf die Hand, die den Schädel hielt. ,,... oder wie oft Sie den Tod betrogen haben... aber nun nicht mehr." Er berührte den Zirkel, und sogleich leuchtete der Schädel auf, während Pride unter lautem Geschrei in Flammen aufging. ,,Das ist das Ende!"
Gierig fraß sich Gluttony Stück für Stück durch Fayts Körper durch. ,,Bitte, hör schon auf.", flehte Rose, als auf einmal ein lautes Klatschen zu hören war. ,,Dieses Geräusch! Was war das?", rief Dante verdutzt. ,,Gluttony!", rief Envy erschrocken mit Blick auf Gluttonys Unterkiefer, der sich aufzulösen begann. ,,Er hat Alchemie benutzt, mit dem Ring!" Langsam stand Fayt, unter Benutzung seiner ganzen Kraft auf, sein ganzer verbleibender Körper mit dem Tattoo verziert, das Scar so lange auf seinem rechten Arm getragen hatte. ,,Du dummer Junge!", rief Dante erzürnt mit Blick auf das Loch, das entstanden war, als Fayt Alchemie benutzt hatte. Sie drückte Rose ihr Baby in die Arme und schritt auf Fayt zu. ,,Schau dir nur an, was du angerichtet hast! Leg dich wieder hin, bevor du den Ring noch vollkommen verschwendest!" ,,Komm mir nicht zunahe!!!", fuhr Fayt sie an. Dante blieb erschrocken stehen. ,,Du kannst mich zu gar nichts zwingen, da du keine Alchemie einsetzen kannst!" Er schritt durch den Raum. ,,Und was, glaubst du, könntest du erreichen?", fragte Dante spöttisch. Fayt blieb vor dem toten Leon stehen. ,,Mein großer Bruder ist noch nicht sehr lange tot.", sagte er und legte eine Hand auf Leons Wange. ,,Er hat immer noch etwas Farbe in seinem Gesicht. Seine Seele ist wahrscheinlich immer noch am "Tor". Ich muss sie einfach wieder hierher zurückholen, genauso so, wie er es damals für mich getan hat." ,,Sei kein Narr! Du weißt, was passieren würde!", schrie Dante hysterisch. ,,Ja, das tue ich!", rief Fayt. ,,Eine Menge Menschen mussten sterben, damit dieser Ring der Alchemisten erschaffen werden konnte. Und ich wäre auch gestorben, wenn sie es nicht mit ihren Leben verhindert hätten. Und nun wird es Zeit, dass ich meinen eigenen Teil beitrage und meine eigene Entscheidung treffe." ,,Fayton...", begann Rose ängstlich. ,,Lebewohl, Rose.", verabschiedete sich Fayt von ihr. ,,NICHTS DAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!", brüllte Envy und sprang in die Höhe, um sich auf Fayt zu stürzen. ,,Das ist für dich, großer Bruder...", murmelte Fayt traurig, klatschte in die Hände und berührte Leon. Ein riesiges, grelles Licht entstand, und überall im Raum tauchten Mutations-Zirkel in Form vom Tattoo auf, das Fayts Körper zierte. ,,Ich vermisse dich jetzt schon...", schluchzte Fayt, während er, Envy und der tote Leon vom Licht verschluckt worden.
Keuchend stand Roy im Weinkeller und sah auf das Rote Wasser am Boden - Überbleibsel von Pride. Erneut berührte er den Mutations-Zirkel auf seiner Hand und brannte mit Hilfe des Schädels auch das Wasser nieder. Anschließend warf er den Schädel seines toten Vaters, den er nie kennengelernt hatte, in eines der Feuer, wo er zerschmolz. Roy sah zu Selim, der reglos am Boden lag.
Minuten später schritt er, mit dem bewusstlosen Selim in seinen Armen, durch die Einganstür der Villa und hinaus in den Hof. Er erschrak, als Archer vor ihm zum Stehen kam und, übers ganze Gesicht breit grinsend, mit einer Pistole auf ihn zielte.
Hawkeye stürmte die Auffahrt zur Villa hinauf und erblickte kurz darauf Archer in der Ferne. Sie schoss immer und immer wieder auf ihn, bis das Magazin ihrer Pistole verbraucht war. Archer wandte sich noch zu ihr um, dann fiel er tot zu Boden. Hawkeye rannte weiter und blieb, ihre Augen starr vor Entsetzen, erneut stehen, als sie Roy und Selim reglos vor der Türschwelle in einer Lache aus Blut liegen sah. Sie warf ihre Pistole zur Seite, stürmte auf Roy zu und kniete sich vor Roy nieder. ,,Brigadier General!", rief sie und begann ihn zu schütteln. ,,Brigadier General?" Keine Reaktion. ,,Verdammt, Roy Mustang, reden Sie mit mir!", fuhr Hawkeye ihn an. Immer noch keine Reaktion. Entsetzt und Tränen ihr Gesicht hinabrinnend sah sie zu Roy hinab, die Nacht erfüllt von ihrem Wehklagen.
Leon stand an einem äußerst hellen Ort, als plötzlich Fayt vor ihm auftauchte und gleich darauf wieder verschwand. ,,Fayt?", sagte er verdutzt, als im nächsten Moment Envy neben ihm auftauchte. ,,Wa... Was ist hier los?!?", rief Envy verwirrt. ,,Wo bin ich hier, du Wurm?!?" ,,Am "Tor".", antwortete Leon und deutete hinter ihn. Envy wirbelte herum und erblickte mit Entsetzen vor ihm das riesige "Tor". ,,Also... Was befindet sich auf der anderen Seite?", fragte Envy. ,,Ich weiss nicht.", antwortete Leon. ,,Für mich war es ein Ort namens London, wenn ich mich recht erinnere. Das hat mein alter Herr jedenfalls gesagt." ,,Alter Herr?!?", wiederholte Envy, sofort hellhörig. ,,Du meinst Hohenheim des Lichts?!? Willst du damit sagen, dass er immer noch am Leben ist?!?" ,,Ja.", antwortete Leon. Fröhlich grinsend schritt Envy auf das "Tor" zu und versuchte es zu öffnen. ,,Ich würde das nicht tun, wenn ich du wäre.", meinte Leon. ,,Du kannst nicht wissen, wohin es dich führen wird." ,,Von wegen!", rief Envy und öffnete die Türen allmählich. ,,Ich werde ihm genau sagen, wo es mich hinbringen soll!" Das "Tor" war nun vollkommen offen, und die Schattenkreaturen, die darin wohnten, sahen ihm neugierig entgegen. ,,Ich bin gekommen, um ihn zu töten! Bringt mich zu Hohenheim des Lichts!", befahl Envy den Kreaturen. Sofort streckten diese ihre Hände nach ihm aus und zogen ihn hinein in das goldene Licht. Er strahlte fröhlich über das ganze Gesicht, freudig, dass er endlich seinen Vater wiedersehen und umbringen durfte, doch diese Freude wich sofort, als er erkannte, dass die Schattenkreaturen, die sich an ihn geklammert hatten, versuchten, seinen Körper auseinanderzunehmen. ,,Hört auf damit!", blaffte Envy die Kreaturen an und schüttelte sie von sich ab. ,,Ihr tut gefälligst, was ich euch sage!" Er verwandelte sich zu Leon. ,,IHR BRINGT MICH JETZT SOFORT ZU HOHENHEIM!!!", brüllte er. ,,ZU DIESEM BASTARD!!!" Er verwandelte sich in sein wahres Ich. ,,ZU MEINEM VATER!!!" Als er bemerkte, dass er allein nicht durch den Strudel vorankam, verwandelte er sich in eine riesige Schlange und schlängelte sich durch das Licht entlang. Langsam schloss sich das "Tor" wieder. Tränen flossen Leons Gesicht hinab. ,,Fayt?", fragte er unsicher, als im nächsten Moment alles vor ihm verschwamm...


Als er wieder zu sich kam, blickte er in das Gesicht von Rose, die über ihn gebeugt war. ,,Leonard? Kannst du mich hören?", fragte Rose ihn behutsam. ,,Ja.", antwortete Leon mit tränenerstickter Stimme. ,,Aber warum weine ich?" Er fuhr sich mit seiner linken Hand übers Gesicht, um die Tränen wegzuwischen und erschrak, als er bemerkte, dass die Hand nicht aus Metall, sondern aus Fleisch und Blut war. Schnell setzte er sich auf und betastete sein linkes Bein und stellte fest, dass es ebenfalls aus Fleisch war. ,,Fayt hat Alchemie benutzt, um dich zurückzuholen, Leon.", erklärte Rose. ,,Der Ring der Alchemisten...", murmelte Leon und sah sich kurz im Ballsaal um, der bis auf Rose, den immer noch am Boden liegenden Wrath und ihm vollkommen leer war. ,,Er hat ihn benutzt, um meinen Körper und meine Seele vom "Tor" zurückzuholen. Aber... was ist dann mit ihm passiert?" Traurig sah Rose zu Boden. ,,Sag mir nicht... Sag mir nicht, dass er...", stammelte Leon, seine Augen vor Entsetzen geweitet, und sprang auf. ,,Fayt! Fayt!! FAYT!!!" Roses Baby schrie laut auf und brachte Leon zum Schweigen.

,,Dieses verdammte Kind!", fluchte Dante, die im Aufzug stand, der hoch zu Prides Büro fuhr, und besah sich ihren verfaulenden Körper unter dem Kleid, das sie trug. ,,Wie konnte er es nur wagen, den Ring einfach so zu verschwenden, während mein Körper in dieser schrecklichen Verfassung ist!?! Ich werde Pride nach unten schicken müssen, um diesen beiden Jungen eine Lektion zu erteilen!" Es gab ein Rumpeln und Dante wich schnell zurück in die Ecke des Aufzuges, als Gluttony, der sich durch den Boden gefressen hatte, seinen Kopf in den Aufzug steckte. ,,Verdammt, Gluttony, was tust du hier!?!", fuhr Dante ihn an. ,,Ich hab keine Zeit dafür!" Gluttony sah sie gierig an. ,,Du verstehst mich nicht, oder?", fragte Dante, ihr Gesicht schweißübersät und ihr Gesicht zum ersten Mal seit mehreren hundert Jahren vor Angst verzehrt, während Gluttony ihr näher und näher kam. ,,Halte bitte durch, Gluttony! Ich werde dir ganz schnell was zu fressen finden, in Ordnung?!?" Gluttony stürzte sich mit laut grummelndem Magen auf sie. Dante klatschte in die Hände.
Ein vollkommen leerer Aufzug, über und über mit Blut verschmiert, kam in Prides Büro an.


Gedankenversunken starrte der oberkörperfreie Leon, auf dessen Oberkörper Dutzende von Mutations-Zirkeln gezeichnet waren, und der auf einem Mutations-Zirkel stand, der die Form des Tattoos hatte, das Scar auf seinem rechten Arm gehabt hatte, zu Boden und erinnerte sich an das Gespräch mit Rose, das er vor wenigen Minuten gehabt hatte.

,,Du gehst jetzt besser.", hatte er zu Rose gesagt. ,,Ich hasse es, dich das fragen zu müssen, aber könntest du ihn auch mitnehmen?" Er hatte auf den am Boden liegenden Wrath gedeutet. ,,Was ist mit dir?", hatte Rose gefragt. ,,Ich werde diesen Ort zerstören, damit niemand erneut auf die Idee kommt, einen Ring der Alchemisten auf diese Art und Weise zu erschaffen.", hatte Leon geantwortet. ,,In Ordnung.", hatte Rose gesagt. ,,Ich bin mir sicher, was immer auch geschieht, du wirst deinen Weg zurück an die Oberfläche finden. Du hast jetzt schließlich zwei gesunde Beine."
Wenn das, was mein Vater über das "Tor" gesagt hat, wahr ist, sollte Fayts alter Körper und sein Bewusstsein immer noch dort sein..., dachte Leon. Und nun ist auch seine Seele dort. Vielleicht hat ein Leben ja keinen gleichwertigen Preis... Vielleicht kann man alles, was man hat, aufgeben und trotzdem nichts dafür bekommen... Aber dennoch... Selbst wenn ich nicht beweisen kann, dass es wahr ist, muss ich es dennoch versuchen... zu deinem Wohl... Fayt... Er klatschte in die Hände und berührte seinen Körper, der sogleich vom Licht, das die vielen Mutations-Zirkel produzierten, verschlungen wurde.


Liebe Winry,
Es war schön, wieder mal von dir etwas zu hören.
In Central City kehrt nun endlich Monate nach der Rebellion einigermaßen Normalität zurück.
Nach dem Tod des letzten Führers, King Bradley, hat die Regierung keine Zeit verloren und sofort die Führung übernommen, und das Militär hat ihnen die Kontrolle freiwillig gegeben. Damit kann endlich Demokratie in unserem Staat beginnen.
Aber das bedeutet noch lange nicht das Ende des Krieges.Mehrere Nachberländer kämpfen immer noch um Macht mit uns.
Es gibt aber auch gute Neuigkeiten: Die Regierung hat sich dazu entschlossen, die Gesetzesregelung, was die Ishbaler betrifft, vollkommen zu ändern und die Ishbaler endlich wieder als normale Menschen anzusehen. Sie wollen ihnen sogar dabei helfen, ihr altes Land neu aufzubauen. Das wird eine sehr schwierige Angelegenheit werden, ich weiss. Aber ich weiss auch, dass es Grund zur Hoffnung gibt.
Es wird immer noch etwas dauern, bis Brigadier General Roy Mustang zurück zur Arbeit kommen kann. Oberst Hawkeye lässt ihn absolut nicht mehr aus den Augen.^^
Ich brauche wohl nicht weiter zu schreiben, wie geschockt ich war, als ich von Fayt hörte. Als ihr ihn gefunden hattet, war er wirklich wieder ein zehnjähriger Junge, ohne Erinnerungen an irgendetwas, das sich in diesen vier Jahren ereignet hatte? Es ist, als wäre all das, was sie nach der Nacht, in der sie versucht hatten, ihre Mutter zurück ins Leben zu holen, nie passiert wäre... Sind vielleicht irgendwelche Erinnerungen zu ihm zurückgekehrt, seit er mir das letzte Mal geschrieben hat?
Und was ist mit Leon? Irgendwelche Neuigkeiten? Ich weiss, wie hart das für dich sein muss.
Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder einmal persönlich.
Scieszka


Grummelnd saß Roy in seinem Haus in seinem Bett, während Hawkeye ihm mit trübseligem Blick einen Apfel schälte. ,,Was soll dieser trübselige Blick?", fragte Roy sie. Sie sah zu ihm auf und zuckte, wie immer, kurz zusammen, als sie die Augenklappe sah, die er nun an seinem linken Auge trug. ,,Der Plan war perfekt. Sie haben ihren Part fehlerlos erfüllt.", seufzte Hawkeye. ,,Aber ich hätte früher da sein müssen, um Sie zu beschützen." ,,Nichts ist perfekt.", sagte Roy. ,,Die Welt ist nicht perfekt. Aber sie ist für uns da, tut, was sie kann." Er fuhr ihr sanft durchs Haar. ,,Das ist es, was sie so verdammt wunderschön macht." ,,Klapp halten und essen.", fauchte sie, ihr Gesicht vollkommen rot, und steckte ihm einen Apfel in den Mund.
Fröhlich lachend spielte der zehnjährige Fayt Elric mit Den am Fluss von Rizenbul, beobachtet von Winry und Rose, die ihren kleinen Sohn in ihren Armen hielt. ,,Sensei!", rief Fayt auf einmal und sah zu Izumi, die mit ihrem Mann Sig, Mason und Pinako ebenfalls ans Flussufer kam. Mason, Winry, Rose, Roses Baby und Den spielten am Fluss, während Izumi, Sig und Pinako in der Nähe saßen. ,,Ich kann das immer noch nicht wirklich glauben.", seufzte Pinako auf einmal. ,,Glauben Sie wirklich, dass Leon für immer von uns gegangen ist?" ,,Man kann nicht genau wissen, was Leonard geopfert hat, um dies hier geschehen zu lassen.", sagte Izumi mit Blick auf den spielenden Fayt. ,,Ein Leben zu geben, um ein anderes zu erschaffen, war noch nie genug. Es ist möglich, dass er auch Erfahrung als Opfer dargeboten hat: Die vier Jahre, die die beiden zusammen reisend verbracht haben, also, wurden zum Opfer, um Fayt so zurückzubekommen, wie er jetzt ist." ,,In letzter Zeit... hängt Fayt stundenlang mit seiner Nase in Alchemie-Büchern.", bemerkte Pinako, was Izumi leicht aufschreckte. ,,Es ist genauso wie früher. Ich glaube, dass gibt ihm Trost, erinnert ihn an Leon." Sie sah zu Boden. ,,Diesem Jungen namens Wrath geht es ebenfalls besser." Izumi erstarrte sichtlich. ,,Winry und ich haben ihm ein brandneues Auo-Mail-Modell verpasst. Sie hatte es eigentlich für Leon angefertigt." ,,Und wo ist er jetzt?", fragte Sig. ,,Er ist vor ein paar Tagen aus Rizenbul verschwunden.", antwortete Pinako. ,,Hört sich nach ihm an...", seufzte Izumi.


,,Du willst wirklich wieder trainieren?", fragte Winry beim Abendessen, bei dem alle im Haus der Rockbells zusammen saßen. ,,Ja.", sagte Fayt und sah zu Izumi. ,,Bei Ihnen, wenn ich darf. Darf ich, Sensei?" Izumi sah ihn unschlüssig an. ,,Bitte!", bat Fayt sie mit entschlossenem Blick. ,,Wir haben bei unserem ersten Aufenthalt so viel von Ihnen gelernt. Ich will mehr über Alchemie und das Prinzip des Gleichwertigen Tausches lernen. Ich möchte so viel lernen, dass ich eines Tages wieder mit meinem großen Bruder zusammen sein kann. Ich habe zwar keine Idee, wie ich das geschehen lassen soll. Aber wenn... wenn ich hart genug studiere, werde ich auf jeden Fall ein Weg finden, ihn zurückzubringen. Ich kann es nicht erklären... ich weiss es einfach." ,,Fayt...", begann Rose traurig. ,,Darf ich?", fragte Fayt Izumi. Sie ließ ihren Blick zu einem Foto schweifen, dass Leon und Fayt zeigte, kurz nachdem sie die Prüfung auf der Insel im Zentrum Dubliths bestanden hatten, dann sah sie wieder zu Fayts entschlossenem Blick. ,,Bei diesem Gesicht kann ich doch nicht "nein" sagen.", seufzte sie schließlich. Fayt strahlte glücklich.


Fayt, Izumi, Sig und Mason stiegen am Morgen in den nächsten Zug nach Dublith. ,,Fayt, ich möchte, dass du mir etwas versprichst...", sagte Winry, die mit Rose und Pinako am Bahnsteig stand. ,,Hmm?", machte Fayt fragend. ,,Ich werde auch studieren, damit ich die beste Mechanikerin der Welt werde, wie auch immer dir das auf deinem Weg helfen kann.", sagte Winry. ,,Also musst du mir im Gegenzug versprechen, dass du sicher zurück nach Hause kommst, damit ich dir helfen kann, in Ordnung?" ,,Deal.", sagte Fayt. ,,Ich finde einen Weg, meinen großen Bruder zurückzubringen, und dann werden wir Drei zusammen ein perfektes Team." Winry nickte lächelnd, während der Zug langsam anfuhr. Als er jedoch außer Sichtweite war, begann sie traurig zu weinen.


Mehrere vermummte Gestalten standen in einem abgedunkelten Raum, der nur von Kerzen erleuchtet wurde, über einem Pentagramm und murmelten lateinische Texte. ,,Brüder, lasst uns für heute aufhören.", sagte ein Mann mit kurzem Schnauzbart und schwarzen Haaren und warf seine Kaputze zurück. Die Männer verließen den Raum und wanderten durch einen Hof. ,,Ich möchte Ihnen danken, dass Sie so viel Zeit für uns haben, Professor Hohenheim.", dankte der Mann Hohenheim, der neben ihm ging und ebenfalls seine Kaputze zurückwarf. ,,Sie studieren also wirklich Magie?", fragte Hohenheim den Mann. ,,In der Mythologie gibt es eine Insel namens Thule.", sagte der Mann ,,Wir, die Thule-Gesellschaft, glauben, dass diese Insel der Ort ist, wo die Götter leben... Und wir suchen nach dem Pfad, der uns dorthin führen wird. Ich hoffe auch in der Zukunft auf Ihre Unterstützung." ,,Ich suche ebenfalls nach einem bestimmten Pfad, Professor Haushofer.", erklärte Hohenheim dem Mann namens Haushofer lächelnd.


Auf dem Weg nach Hause ging Hohenheim am Markt vorbei, um frische Äpfel zu kaufen. ,,15 Reichsmark für einen einzigen Apfel?!?", rief Hohenheim beim Blick auf den Preis erschrocken. ,,Das ist absurd, vollkommen lächerlich! Wie lang wird diese Inflation denn noch dauern?!?" Grummelnd bezahlte er die Äpfel und kehrte nach Hause zurück. Es war das Jahr 1921, und die Stadt, in der Hohenheim lebte hieß München.


Zu Hause angekommen, stutzte Hohenheim erst einmal. ,,Planst du einen Trip, Leonard?", fragte er Leon, der in seinem Zimmer saß und seinen Koffer packte. ,,Sieh dir das hier an.", sagte Leon und reichte Hohenheim einen ziemlich dicken Bericht. ,,Flüssige Treibstoffrakete? Von Robert Hutchins Goddard?", las Hohenheim verdutzt. ,,Nun, er ist Amerikaner, aber es gibt jemanden, der dieselben Forschungen in Transylvanien durchführt.", sagte Leon, während er weiter packte. ,,Du meinst nicht etwa Dracula, oder?", fragte Hohenheim belustigt. ,,Er nennt sich Oberth.", sagte Leon. ,,Scheint, als wenn er immer noch in der Uni wäre, um zu studieren, aber ich werde mich mit ihm treffen." ,,Und was willst du dann tun?", fragte Hohenheim neugierig. ,,Dieser Oberth träut davon, mit einer Rakete ins Weltall zu reisen.", erklärte Leon. ,,Vielleicht kann, ich wenn ich ins Weltall gelange, meiner Welt näher kommen." ,,Hast du denn nicht Einsteins Theorie gelesen?", fragte Hohenheim kopfschüttelnd. ,,Dieser Kerl ist irgendwie komisch.", meinte Leon. ,,Da du keine Alchemie benutzen kannst, wendest du dich eben der Mechanik zu, wie?", seufzte Hohenheim. ,,Meine Absicht war es, Fayt neu anzuordnen, an dem ich seine Seele und seinen Körper aneinander binde.", sagte Leon gedankenversunken. Aber... Als ich wieder zu mir kam, musste ich in diese Welt flüchten." ,,Um deinen Körper und dein Bewusstsein zu behalten, musstest du durch das "Tor" schreiten und hierher flüchten. Das war der einzige Ausweg für dich.", sagte Hohenheim. ,,Aber wieder einmale habe ich verloren, was Fayt mir zurückgegeben hatte.", seufzte Leon mit Blick auf seinen Auto-Mail-Arm und sein Auto-Mail-Bein. ,,Es kann eben nicht alles perfekt sein.", meinte Hohenheim. ,,Denn diese Welt ist nicht perfekt, genau wie unsere."
Leon verließ das Haus, blieb aber wenige Meter davon entfernt. ,,Ich... habe mein eigenes Leben dargeboten, um Fayt zu mutieren.", sagte er. ,,Und dennoch bin ich am Leben. ,,Habe ich am Ende etwas erhalten, ohne dafür etwas zu bezahlen? Oder ist Fayt immer noch..." ,,Ihr beide seid viel gereist.", unterbrach Hohenheim seinen Gedankengang. ,,Die Menschen, die ihr während dieser Zeit getroffen habt, die Dinge, die ihr gesehen habt, die Schmerzen, die harte Arbeit... All eure Erfahrungen... Ist nicht das dein Opfer gewesen?" Leon lächelte, nickte und schritt dann endgültig davon.


Der Zug, in dem Fayt, Izumi und Sig saßen, fuhr weiter in Richtung Dublith, während Fayt aus dem Fenster sah und die Landschaft betrachtete. Humankind cannot gain anything without first giving something in return..., dachte er. To obtain, something of equal value must be lost. That is Alchemy´s first law of Equivalet Trade. Some people believe that it´s the one and only thruth of the world... So steht es in den Büchern geschrieben... Aber die Welt ist nicht perfekt, und das Prinzip des Gleichwertigen Tausches ist unvollständig. Gleichwertiger Tausch gilt nicht für alles, was in der Welt geschieht, aber ich habe mich dazu entschieden, weiterhin an das Prinzip zu glauben, dass alle Dinge einen gewissen Preis haben... dass es ein Ende, einen Fluss, einen Zirkel gibt... dass der Schmerz, den wir durchlebt haben, eine Belohnung mit sich brachte, und das jeder, der entschossen ist, hart zu arbeiten, am Ende auch dafür belohnt wird, selbst wenn es nicht das ist, was man erwartet. Ich betrachte das Prinzip des Gleichwertigen Tausches nicht mehr länger als Gesetz der Welt. Ich betrachte es als Versprechen... zwischen meinem großen Bruder und mir... Ein Versprechen, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden...


No need to stop the flowing-out tears now
Lights should stream into you at the end of the sorrow
Stay... Stay... Stay... Stay...
Right, I cannot see you now
But hiding the distress
I can get stronger
I´m going to confirm this
No need to stop the flowing-out tears now
I´m not gonna forget the pain turning gradually into tenderness either
I´m gonna rebuild the things I´ve destroyed in haste
To walk like myself again
For you...