Mittwoch, 17. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 43: Flucht des Militärhundes

Scieszka, die mit Winry am Bahnhof Rizenbuls stand, sah sich mit großen Augen um. ,,Dieser Ort ist... Rizenbul?", fragte sie ungläubig und zugleich entsetzt. ,,Das ist wirklich..." ,,Tut mir ja sooo Leid, dass dies hier nur ein kleines, unbedeutendes Dorf ist!", fauchte Winry und sah von Scieszka weg. Ihr Blick fiel auf einen großgewachsenen Mann mit gold-blonden Haaren, die in einen Zopf endeten, und goldenen Augen mit blondem Bart, der eine Brille trug. Der Mann sah zu ihr herüber. ,,Er sieht schon wieder zu mir herüber...", flüsterte Winry beunruhigt Scieszka zu. ,,Was ist denn los?", fragte Scieszka verdutzt. ,,Er hat mich schon im Zug die ganze Zeit angesehen!", flüsterte Winry ihr zu. Scizeska erschrak. ,,Ich hätte es wissen müssen...", hauchte Winry verlegen. ,,So schön zu sein wie ich ist wirklich eine Sünde!" Scieszka starrte sie ungläubig an. ,,Ähm... Entschuldige mich...", sagte der Mann zu Winry und kam auf sie zu. ,,Bist du das, Sarah? Du bist ziemlich groß geworden." ,,Bin ich nicht!", rief Winry, packte Scieszka und rannte mit ihr davon. Verwundert sah der Mann ihr nach.
Auf der Mitte des Weges blieben die beiden Mädchen schnaufend stehend. ,,Hat der Nerven...", hechelte Winry, vollkommen außer Atem. ,,Tut so, als ob wir uns kennen!" Sie stutzte und sah zurück zum Bahnhof. ,,Sarah war... der Name meiner Mutter..."


Der seltsame Mann war an dem Ort angekommen, an dem früher das Haus der Familie Elric gestanden hatte, und starrte auf die Überreste des Hauses.

,,Was?", sagte Winry Großmutter Pinako verdutzt, als Winry zu Ende erzählt hatte. ,,Die ganze Zeit hast du gesagt, du wärst in Rush Valley für irgend so eine Art Training, und dann warst du in Wirklichkeit in Central City?" ,,Nein, so war das nicht.", sagte Winry, die mit ihrem Hund Den spielte. ,,Ich habe ein Auge auf Leon und Fayt geworfen. ,,Ich frage mich...", begann Pinako. ,,Wann kommen die beiden eigentlich endlich zurück?" ,,Äh, ähm...", stammelte Winry traurig, dann sagte sie jedoch: ,,Oh, stimmt ja! Wir haben in Rush Valley jemanden getroffen, der dich kennt." Just in diesem Moment klopfte es an der Haustür. Schnell versteckten sich Winry und Scieszka aus Angst vor dem Militär hinter der Couch. ,,Großmutter, wir sind nicht hier, in Ordnung?", sagte Winry zu Pinako. ,,Also wirklich...", seufzte Pinako genervt und öffnete die Tür. Sie erschrak, als sie den Besucher sah, und ging rückwärts ins Haus zurück: Der Mann, der Winry am Bahnhof beobachtet hatte, trat ein. ,,Wow! Die Macht der Liebe!", rief Scieszka begeistert. ,,Du bist also zurück.", sagte Pinako zu dem Mann. Die beiden Mädchen stutzten. ,,Pinako, es scheint, ich kann mein Haus nicht finden.", sagte der Mann zu Pinako. ,,Dein Haus? Aber es ist doch da, wo es immer war.", antwortete Pinako. ,,Großmutter, du kennst diesen Kerl?", fragte Winry und kam mit Scieszka hinter der Couch hervor. ,,Oh, ich verstehe. Du warst wohl damals noch zu jung, um dich zu erinnern.", sagte Pinako belustigt. ,,Dieser Mann hier ist der Vater von Leon und Fayt." ,,Hä?!?", machte Winry und bekam riesengroße Augen. ,,Tsss... Da komme ich nach einer Weile mal wieder zurück, und mein Haus ist fort.", seufzte der Mann, Hohenheim Elric, betrübt.

,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade in Alchemy,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."

Leon und Fayt rannten durch die Wüste, Leon aus der Puste, Fayt mit voller Kraft. ,,Warum zum Teufel bist du so schnell?!?", hechelte Leon, blieb stehen und wischte sich den Schweiß von der Stirn. ,,Nun, irgendwie fühlt sich mein Körper richtig leicht an!", rief Fayt und blieb ebenfalls stehen. ,,Sollen wir eine Pause machen, damit du dich ausruhen kannst?" ,,Das können wir nicht.", sagte Leon. ,,Was du gesagt hast... ist wahrscheinlich wahr." ,,Du meinst, Führer King Bradley?", fragte Fayt.
Martel war voller Angst in Fayt gesprungen. ,,Lior City wird genauso enden wie Ishbal!", hatte sie Fayt zitternd erklärt. ,,Was meinst du damit?!?", hatte Fayt verwirrt gefragt. ,,Dieser Mann... Der Führer... ist ein Homunculus!", hatte Martel panisch gerufen. Erschrocken war Fayt herumgewirbelt, als er jemanden hinter sich gespürt hatte, und hatte in das Ultimative Auge Prides gesehen, der im nächsten Moment kaltblütig zugestochen hatte...
,,Diesmal ist es der echte Führer.", sagte Leon. ,,Ich glaube nicht, dass Envy sich als er ausgibt. Und die Sekretärin von ihm ist ebenfalls ein Homunculus. Wenn wir zum Militär zurückkehren würden, würden du und ich..." ,,Großer Bruder, dann haben wir wirklich diese Frau damals...", begann Fayt. ,,Sprich es nicht aus.", fauchte Leon. ,,Aber... Sensei sagte, dass Homunculi durch fehlgeschlagene Menschliche Mutationen geboren werden!", rief Fayt protestierend. ,,Ich hab dir doch gesagt, du sollst aufhören!", schrie Leon, wirbelte herum und stieß mit seinem Ellenbogen gegen Fayts Hand. In diesem Moment gab es einen roten Lichtblitz, und eine Sekunde später standen die beiden Brüder vor dem "Tor", das sich öffnete und sie durch den gelben Lichttunnel beförderte, an dessen Ende der verschwommene Umriss eines zehnjährigen Jungens zu sehen war: Fayts wahrer Körper. Es gab einen Knall und schon standen die beiden wieder in der Wüste, sich erschrocken anstarrend. ,,Fayt...", begann Leon mit zittriger Stimme und machte mehrere Schritte von Fayt weg. ,,Was war das?", fragte Fayt, vollkommen verwirrt. ,,Dieses große Tor... Ich hab es schon einmal gesehen..." Er sah zu Leon. ,,Großer Bruder... War dies die "Wahrheit"?" ,,Sensei sagte, dass es das nicht sei...", erinnerte Leon ihn. ,,Ich hab dich nur kurz berührt...", murmelte Fayt. ,,Warum?" ,,Ich bin ein Alchemist, also muss ich unbewusst auf... auf den Ring der Alchemisten reagiert haben.", sagte Leon und sah betrübt von Fayt weg. ,,Großer Bruder, glaubst du wirklich, dass ich zum Ring der Alchemisten geworden bin?", fragte Fayt. ,,Das kann einfach nicht sein! Und der Ring der Alchemisten kann doch überhaupt nicht..." ,,Niemand hat ihn je zuvor gesehen. Er könnte jegliche Form haben.", unterbrach Leon ihn. ,,Wichtiger ist jedoch, dass du mir schön fern bleibst." ,,Großer Bruder...", begann Fayt protestierend. ,,Wenn du mich erneut berührst, wirst du nur noch eine alchemistische Reaktion auslösen.", sagte Leon. ,,Wenn du verschwindest, bevor wir deinen Körper zurückbekommen, wäre all dies bedeutungslos gewesen." ,,In Ordnung.", sagte Fayt nickend. Leon und er gingen weiter. ,,Großer Bruder, wohin sollen wir jetzt gehen?", fragte Fayt. ,,Nach Rizenbul.", antwortete Leon. ,,Das ist der erste Ort, an dem das Militär suchen wird...", meinte Fayt. ,,Die Homunculi werden zweifelsohne hinter dir her sein.", sagte Leon. ,,Wenn wir sie besiegen wollen, gibt es da vorher etwas, was ich unbedingt vorher besorgen muss..."
Züge fuhren verbliebene Ausrüstungen und verletzte Soldaten zurück nach Central City. Unter den Soldaten befand sich eine äußerst entstellte Gestalt, der unglaublich viele Körperteile fehlten.
Roy ließ die verbleibenden Soldaten die Stelle umgraben, an der noch vor knapp einer Stunde Lior City gestanden hatte. ,,Es scheint, dass Kimbley Tod vor dem Erscheinen des roten Lichts bestätigt wurde.", erstattete Fury ihm Bericht. ,,Aber zu diesem Zeitpunkt war Scar noch am Leben." ,,Es scheint auch, dass die Bewohner Lior Citys die Stadt verlassen hatten, bevor das Militär eingefallen ist.", teilte Breda mit. ,,Wir haben einen unterirdischen Geheimgang gefunden und folgen ihm nun." ,,Das bedeutet, sie hatten nie vor, sich zu widersetzen.", sagte Hawkeye. ,,Ob sie wirklich vorhatten, die Soldaten als Zutaten für den Mutations-Zirkel zu benutzen?", wunderte sich Roy. ,,Leon und Fayt scheint es gut zu gehen. Mehrere Soldaten haben sie gesehen.", sagte Havoc. ,,Vor ungefähr einer Stunde haben die beiden Brüder diesen Ort verlassen." ,,Sind sie etwa auf eine weitere Reise aufgebrochen?", fragte sich Hawkeye. ,,Aber..." ,,Ich glaube nicht, dass sie Scar dabei geholfen haben, den Ring der Alchemisten herzustellen.", meinte Roy. ,,Oberst!", rief Farman. Roy wandte sich um und sah zu Farman, der mit dem Kopf in Richtung des Führers nickte, der soeben eingetroffen war. ,,Es wurden 28 Soldaten als tot gemeldet, 67 schwer verletzt. Der Rest gilt noch immer als vermisst.", fasste Roy ihm sofort zusammen. ,,Es gibt da jemanden, der über die Sache hier ganz genau Bescheid wissen müsste.", sagte der Führer - Pride. ,,Meinen Sie Scar?", fragte Roy. ,,Der Metallalchemist.", korrigierte Pride ihn. ,,Und sein kleiner Bruder gleich mit." Roy und die anderen sahen erschrocken auf. ,,Warum waren die beiden in Lior City?", fragte Pride. ,,Wir glauben, dass sie Scar verfolgt haben.", antwortete Roy. ,,Und warum das?", fragte Pride. ,,Sind sie auf eine Mission geschickt worden, ihn zu fangen?" ,,Nein.", antwortete Roy. ,,Sie waren damit beschäftigt, eine weltweite Forschung zu betreiben, und zwar über Alchemie." ,,Die beiden sind nach Lior City gegangen, und sind in Kontakt mit Scar gekommen.", sagte Pride. ,,Es gab mehrere tausend Tote, Offiziere und Soldaten, als Ergebnis." ,,Das bedeutet nicht gleichzeitig, dass die Elric-Brüder ein Verbrechen begangen haben!", wandte Hawkeye energisch ein. Roy hob eine Hand, um sie zum Schweigen zu bringen, und sagte: ,,Ich denke, wir sollten ihnen eine Chance geben, ihre Handlungen zu erklären." ,,Sie planen, sich persönlich um die Sache zu kümmern?", fragte Bradley. ,,In Ordnung. Aber wenn Sie sie entkommen lassen, werden Sie es sein, der sich zu verantworten hat." Er sah zu mehreren Soldaten und befahl: ,,Sie begleiten Oberst Mustang und seine Truppe." Armstrong gesellte sich zu den Soldaten, die Roy begleiten würden. ,,Laut meinen Informationen besteht die Möglichkeit, dass die Elric-Brüder zusammen mit den Personen, die sich selbst "Homunculi" nennen, unter einer Decke stecken.", sagte Pride zu Roy. ,,Schnappen Sie sie und bringen Sie sie zurück. Wenn sie Ihnen in die Hände fallen, gebe ich Ihnen die Erlaubnis, mit ihnen zu tun, was Sie wollen." Pride schritt mit den restlichen Soldaten davon. ,,Oberst...", begann Havoc beunruhigt. ,,Es ist, wie Sie gehört haben.", sagte Roy. ,,Gehen wir zuerst die Informationen durch, die wir über die möglichen Aufenthaltsorte der Elric-Brüder haben." Er schritt los. ,,Werden wir also wirklich Leon und Fayt verfolgen?", fragte Fury traurig. ,,So lautet der Befehl.", seufzte Hawkeye. ,,Aber das hier hat Scar getan!", protestierte Breda. ,,Nicht zu vergessen der Vorfall mit Archer... Ich weiss zwar nicht, was genau hier vorgefallen ist, aber diese beiden Brüder haben nichts damit zu tun!" ,,Aber wenn wir sie entkommen lassen, wird der Oberst bestraft.", meinte Farman voll Unbehagen. ,,Sollen wir gehen, Oberst?", fragte Armstrong Roy. ,,Ja.", antwortete dieser, in Gedanken versunken.


Am Abend stieg auch der Rest des Militärs in einen Zug nach Central City ein. Pride saß eine Weile in seinem Abteil, dann stieg er nach hinten ins letzte Abteil, das vollkommen im Dunklen lag, und sah zu Gluttony, der ebenfalls im Raum sah und schniefend zu einer Wand des Abteils aufsah. Wasser tropfte von der Decke, verformte sich und wurde zu Sloth, die ebenfalls zur Wand sah. Pride nahm seine Augenklappe ab und richtete sein Ultimatives Auge auf Lust, die bewusstlos an der Wand hing, mit mehreren Schwertern festgenagelt.


Hohenheim Elric saß beim Grab seiner Frau Trisha Elric, gegen einen großen Baum gelehnt, als Winry zu ihm kam. ,,Sie haben die Nacht erneu hier verbracht, richtig?", fragte sie ihn. ,,Ohje...", seufzte Hohenheim und lachte. ,,Danke für die Erinnerung. Meine Einschätzung der Zeit scheint ein wenig falsch zu sein, scheint es." Er stand auf. ,,Wieviele Jahre sind jetzt seit Trishas Tod vergangen?" ,,Es ist sechs Jahre her.", antwortete Winry, traurig lächelnd. ,,Ist das so?", sagte Hohenheim. ,,Die Jungs müssen richtig traurg gewesen sein..." Er stutzte, als er das Grab sah, vor dem Winry stand: Sarah Rockbell stand darauf geschrieben. ,,Sarah Rockbell?", las er verwundert. ,,Bist das denn nicht du?" ,,Hab ich Ihnen das nicht schon erzählt? Ich bin Winry. Sarah war meine Mutter.", erklärte Winry.
,,Ich verstehe. Während des Krieges...", murmelte Hohenheim, nachdem Winry ihm vom Tod ihrer Mutter und ihres Vaters erzählt hatte, und beugte sich vor das Grab nieder. ,,Nicht nur einfach "während des Krieges". Sie sind ermordet worden.", sagte Winry anklagend. ,,Es war ein Soldat unserer Seite gewesen. Es geschah, weil sie nicht nur Verbündete, sondern auch Feinde behandelt hatten." ,,Wie traurig...", seufzte Hohenheim. ,,Bitte sagen Sie das nicht einfach so!", ermahnte Winry ihn. ,,Es ist nicht traurig... Es..." Sie sah zu Boden. ,,Ich... Ich kenne die Person, die meine Eltern getötet hat. Ich weiss auch, dass er keine schlechte Person ist. Und deswegen weiss ich nicht, was ich tun soll." ,,Und das der Grund, warum es eben so traurig ist.", sagte Hohenheim.
Pinako beobachtete die beiden aus Ferne her.
Mit knurrendem Magen lag Scieszka, allein im Haus, auf der Couch, als es plötzlich an der Tür klopfte. ,,Winry!", rief sie glücklich, sprang auf und stürmte zur Haustür. ,,Ich war schon kurz vorm Verhungern!" Sie erstarrte. ,,L-Lieutenant Ross!", rief sie entsetzt, als sie Ross an der Tür sah. ,,Und ich ebenfalls.", sagte Brosch, der hinter Ross stand. Scieszka kreischte panisch auf und machte einen Satz rückwärts. ,,Also sind wir wirklich verfolgt worden!", schrie sie hysterisch. ,,Wir haben bestimmt etwas gesehen, was wir nicht sehen durften!" Ross und Brosch seufzten genervt.
Winry war in der Nähe des Hauses, als sie Scieszka panisch aufschreien hörte. Sie rannte los, stürmte durch die Tür und stutzte, als sie das Wohnzimmer sah, das vollkommen verwüstet war, und Brosch, dem Scieszka gerade ins Gesicht getreten hatte.


Winry, Scieszka, Ross und Brosch standen vor dem völlig niedergebrannten Haus der Elrics. ,,Das wusste ich nicht...", sagte Ross bestürzt. ,,Ich wusste nicht, dass diese beiden Jungen kein Zuhause mehr haben." ,,Was meinten Sie damit, als Sie erwähnten, dass das Militär die beiden verfolgt?", fragte Winry. ,,Wir haben einen Anruf vom Osten erhalten. Auf Befehl des Führers, sollen der Metallalchemist und sein kleiner Bruder geschnappt werden.", erklärte Brosch. ,,Man glaubt, dass sie mit dem Untergang Lior Citys zu tun haben." ,,Dies beiden... Was treiben die nur wieder?", fauchte Winry. ,,Uns wurde von der hiesigen Informationsabteilung gesagt, dass eine Informationsgruppe unter Leitung General Peacecrafts gegründet wird.", sagte Ross. ,,Sie müssen bereits Kontakt mit der örtlichen Polizei hier aufgenommen haben." ,,Und dann sagte Lieutenant Ross plötzlich, sie würde sich einen Tag freinehmen.", fuhr Brosch depremiert fort. ,,Mist, ich dachte, wir hätten ´n Date!" ,,Genießen Sie denn nicht die frische Luft hier draußen?", fauchte Ross ihn an. ,,Und dann sind Sie auch noch hierher gekommen, um gesuchten Personen Informationen zuzuspielen...", nörgelte Brosch weiter. ,,Was war das!?!", keifte Ross. Brosch wich ängstlich zurück. ,,Selbst wenn es ein Befehl des Führers ist, ich kann es nicht glauben! Ich glaube nicht, dass diese beiden Verräter sind." ,,Ähm, nun...", begann Brosch, eingeschüchtert. ,,Aber ich frage mich, ob sie wirklich hierhin kommen werden...", meinte Winry nachdenklich. ,,Das werden sie.", sagte Ross und lächelte. ,,Selbst wenn sie kein Zuhause haben, ist dies immer noch ihr Heimatort. Und... du bist auch hier." ,,Vor langer Zeit gab es hier noch keine Eisenbahnstrecke.", mischte sich Hohenheim, der die ganze Zeit über gegen den Baum in der Nähe gelehnt gewesen war,ein. ,,Von diesem Dorf aus gab es noch nicht einmal eine Straße, die zum Osten geführt hatte." Er deutete auf den Fluss, der durch den Wald floss. ,,Früher sind die Einwohner durch diese Wald marschiert, um in den Osten zu kommen." ,,Und wir... haben oft in diesem Wald gespielt.", erinnerte sich Winry. ,,Ich verstehe! Leon und Fayt werden bestimmt den Waldweg nehmen!" Sie rannte los. ,,Danke, Großväterchen!" ,,Groß... väterchen?!?", wiederholte Hohenheim entsetzt. Winry blieb stehen, rannte zurück, packte Scieszka und stürmte erneut los. ,,Ross, Brosch, bitte warten Sie hier!", rief sie. ,,Wenn die Untersuchungsgruppe hierher kommt, lenken wir sie ab!", rief Ross ihnen hinterher. ,,Danke!", rief Winry im Laufen. Ross stutzte auf einmal und sah zu Hohenheim. Er hat gesagt, dass es hier früher keine Eisenbahnstrecke gab, dachte sie verwundert. Aber das war doch vor mehr als hundert Jahren! Was zum...?!?
Leon und Fayt rannten durch den Wald, am steinigen Ufer des Flusses entlang in Richtung Riszenbul. ,,Fayt, versteck dich!", rief Leon plötzlich, als er Schritte hörte, und rannte ins Dickicht, gefolgt von Fayt. ,,Großer Bruder?", fragte Fayt verdutzt. ,,Ist egal, versteck dich einfach!", rief Leon, erschuf mit Alchemie eine Tarnplane und warf sie über Fayt.
Breda und Farman wanderten am steinigen Ufer entlang. ,,Also was? Tut er das nicht einfach nur für eine Beförderung?", grummelte Breda. ,,Ich würde nicht sagen, dass diesder einzige Grund ist.", meinte Farman. ,,Aber er hat es doch selbst gesagt.", erinnerte Breda ihn. ,,Nun, wenn er die Elric-Brüder entkommen lässt, wird der Oberst für das, was in Lior City geschehen ist, verantwortlich gemacht.", sagte Farman.
,,Der Oberst?", wiederholte Leon, der hinter einem Baum stand und sie belauschte. ,,Wenn die Dinge so stehen, kann man wohl nichts machen. Er hörte Schritte hinter sich und wirbelte herum. Havoc zielte mit seinem Revolver auf ihn, neben ihm der unruhig von einem Bein aufs andere tretende Fury. ,,Äh... Leonard...", begann er unsicher. ,,Wie der Oberst dachte: Ihr habt diese alte Abkürzung genutzt, um ihre euren Heimatort zurückzukehren.", sagte Havoc. ,,Nun denn, sollen wir?" ,,Verschwindet.", sagte Leon. ,,Leon?", fragte Fury verdutzt. ,,Ich werde... nicht zum Militär zurückkehren!", schrie Leon, stürmte vor und packte den Revolver mit seiner Auto-Mail-Hand. ,,Los, versuchen Sie doch zu schießen.", sagte er zu Havoc, der die Pistole immer noch in einer Hand hielt. ,,Wir werden ja dann sehen, ob mein Auto-Mail es aushält oder nicht!" ,,Leonard, warum?", fragte Fury zitternd. ,,Versuch doch zu schießen!", brüllte Leon. ,,Stopp!", rief Fayt und sprang unter seiner Tarnung hervor. Vor Schreck schoss Havoc.
Breda und Farman, die den Schuss gehört hatten, blieben verdutzt stehen.
,,Havoc...", begann Fayt und starrte entsetzt von Havocs Hand, die stark blutete, zu Fury, der sich stöhnend ans rechte Auge packte, von dem aus Blut hinabrann. ,,Wir kehren nicht zurück.", sagte Leon erneut und rannte los. ,,Fayt! Komm schon!" ,,Tut mir Leid!", entschuldigte sich Fayt und rannte ebenfalls los. Breda und Farman stellten sich ihnen in den Weg. Leon klatschte in die Hände und stürmte auf die beiden Soldaten zu. Er wich ihren Schlägen aus und berührte sie. Sogleich blähten sich ihre Körper unfassbar weit auf und sie stiegen wie Ballons in die Höhe, unfähig, sich zu wehren oder anzugreifen. ,,Leonard! Wenn du etwas zu sagen hast, hören wir dir zu! Wir sind nicht deine Feinde!", rief Farman ihm nach. ,,Bis wir ein Urteil gefällt haben, wirst du als unschuldig angesehen werden." Leon und Fayt rannten weiter.


Havoc bekam seine verletzte Hand verbunden und in eine Schlinge geleg. ,,Nun, das sollte für den Moment reichen.", sagte Roy, der mit Hawkeye, Armstrong und den restlichen Soldaten dazugekommen war. ,,Diese beiden... Haben sie wirklich vor, unsere Feinde zu werden?", fragte sich Hawkeye mit Blick auf Fury, um den man sich als Nächstes kümmerte. ,,Das wissen wir, sobald wir sie gefasst haben.", sagte Roy. ,,Nächstes Mal will ich, dass Sie alle nicht zögern!" ,,Oberst... ähm... Könnten sie dieses Teil aus meiner Jackentasche für mich herausholen?", bat Havoc ihn. Roy griff in die Jackentasche und holte eine Packung Zigaretten und eine Streichholzschachtel hervor. ,,Ähähähähä...", kicherte Havoc verlegend und setzte einen flehenden Blick auf. ,,Die konfisziere ich lieber mal.", sagte Roy und steckte sie sich ein. Niedergeschlagen ließ Havoc den Kopf hängen. ,,Sie sind noch nicht weit gekommen.", meinte Armstrong. ,,Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie Angst haben, dass Fayton ins Wasser fallen könnte.", sagte Roy. ,,Hmm... Das ist dann wohl wegen dem Blutsiegel so...", sagte Armstrong nachdenklich. Ein lauter Schrei war aus der Ferne her zu hören, der immer lauter und lauter wurde. Und im nächsten Moment krachten die lauthals kreischenden Winry und Scieszka aus dem Gebüsch, auf einem seltsamen Gefährt reitend, das Winry zusammengebastelt hatte. ,,Haltet das Ding an!!!", schrie Winry verzweifelt. Hawkeye zielte und schoss. Mit lautem Krachen fiel das Gefährt auseinander und Winry und Scieszka auf ihren Hintern.


Die Soldatentruppe schritt weiter durch den Wald, mit Winry und Scieszka als Gefangenen. ,,Wer hat euch von der Untersuchung der Elric-Brüder erzählt?", fragte Hawkeye, neben der die beiden Mädchen her gingen. ,,Niemand.", fauchte Winry. ,,Glauben Sie wirklich, dass die beiden Verräter sind?" ,,Das wissen wir, sobald wir sie gefasst und verhört haben.", antwortete Hawkeye. Winry wurde noch wütender, sah zu Roy, der vor ihr ging, und schrie ihn an: ,,Waren Sie es nicht, der Leon und Fayt dazu überredet hatte, dem Militär beizutreten!?! Und trotzdem..." ,,Das ist sinnlos.", sagte Scieszka abwertend. ,,Dieser Mann will einfach nicht wissen, was im Militär vor sich geht." ,,Antworten Sie mir!", schrie Winry weiter Roy an. ,,War es damals genauso, mit meiner Mutter und meinem Vater!?!" Hawkeye hob eine Hand, um sie zum Schweigen zu bringen.

Leon und Fayt rannten weiterhin am Ufer entlang und sprangen von Fels zu Fels. Schließlich landete Fayt dicht neben Leon, und Leon sprang sofort erschrocken zur Seite. ,,Großer Bruder?", fragte Fayt verwundert. ,,Du kannst mich nicht einfach so sorglos berühren!", ermahnte Leon ihn. ,,Wir wissen nicht, was passieren würde, wenn..." Erschrocken sprang er zur Seite, als im nächsten Moment mehrere spitze Felsen, von Elektrizität umgeben, dort einkrachten, wo er noch Sekunden zuvor gestanden hatte. Die beiden rannten weiter, doch Dutzende von bewaffneten Soldaten stürmten aus dem Wald und auf sie zu. ,,Grrrr!", fauchte Leon, klatschte in die Hände und berührte den Boden. Eine gigantische Felskugel schoss aus dem Boden, und Leon und Fayt standen auf ihr und rollten mit Vollgas auf die entsetzt aufschreienden Soldaten zu, die einer nach dem anderen weggekelt wurde. Ein Fingerschnippen Roys, der nun ebenfalls angekommen war, und die Steinkugel explodierte, Leon und Fayt zu Boden reißend. ,,Warum rennt ihr davon?", fragte Roy die beiden. ,,Leon! Fayt! Rennt weg!", rief Winry ihnen zu. ,,Winry!", rief Leon erschrocken und sprang auf. Roy zielte mit einer Hand auf ihn. ,,Sie sind es, der uns verfolgt, oder?", fragte Leon ihn. ,,Hunde können ziemlich schnell rennen, wenn sie gejagt werden." ,,Ein disziplinierter Hund würde sich nicht gegen die Worte seines Herrn richten.", meinte Roy. ,,"Herr"!?!", wiederholte Leon aufgebracht. ,,Beruhige dich bitte, Leonard!", bat Hawkeye ihn. ,,Du hast doch damals akzeptiert, ein Militärhund beschimpft zu werden, um eure Ziele zu verwirklichen, richtig?" Hinter Leon und Fayt positionierten sich Breda und Farman mit gezückten Waffen. ,,Ich will nicht mehr länger ein Militärhund sein!", schrie Leon. ,,Bedeutet das, dass du wieder ein gehorsames, machtloses Kind sein willst?", fragte Roy. ,,Ja... Was auch immer!", brüllte Leon und stürmte los. Roy hatte keine Zeit mehr, mit den Fingern zu schnippen, den binnen Millisekunden hatte Leon mit seiner Wasserfontäne mit seiner Alchemie erschaffen, die sich über Roy ergoss und ihn volkommen durchnässte und es unmöglich für ihn machte, seine Feueralchemie einzusetzen. ,,Da haben Sie wohl nicht aufgepasst, Oberst!", spottete Leon. ,,Fayt! Los!" Die beiden rannten los. ,,Major!", rief Roy. ,,Ja, Sir!", rief Armstrong, sprang vor und schlug gegen einen besonders großen Fels, der sogleich los schoss, von Elektrizität umgeben. Roy zog die Streichholzschachtel hervor, nahm ein Streichholz und zündete es an. Es gab einen grellen Funken, und sogleich zerstörte eine Explosion den auf Leon und Fayt zufliegenden Felsen, die Bruchstücke auf Leon zuschießend. ,,Nein!!!", schrie Winry entsetzt und schloss die Augen. Im letzten Moment sprang Fayt vor und stellte sich vor Leon, um ihn zu beschützen. ,,Ziemlich effektive Attacke, was?", rief Roy. ,,In Ishbal gewesen zu sein, hat Ihnen wohl gut getan...", fauchte Leon. Roy zündete ein weiteres Streichholz, und ein riesiger Fels hinter den beiden Brüdern brach zusammen und begrub Leon und Fayt unter sich. Schnell buddelten sie sich heraus und stellte fest, dass nun hinter ihnen eine riesige Felswand war; es gab kein Entkommen mehr. ,,Großer Bruder...", sagte Fayt besorgt zu Leon, während Roy mit erhobener Hand auf sie zuging. Leon und Fayt gingen in Kampfstellung. ,,HÖRT JETZT ENDLICH AUF!!!", schrie Winry verzweifelt, Tränen in den Augen. Roy blieb stehen, Leon und Fayt stutzten. ,,Bitte... aufhören...", weinte Winry und sank zu Boden. ,,Winry...", begann Leon. Roy ließ die Schultern hängen. ,,Vor ein paar Jahren habe ich zwei Menschen umgebracht.", begann er zu erzählen. ,,Sie waren Ärzte. Jeder war für sie ein Patient, ob Freund oder Feind. Das sagten sie immer und immer wieder. Aber einige der geretteten Patienten wurden später zu unseren Feinden. Immer und immer wieder bat das Militär die beiden, unsere Feinde nicht mehr zu behandeln. Aber sie wollten einfach nicht hören. Und deswegen... bekam ich den Befehl sie umzubringen. Von dem Moment an schwor ich mir... dass ich, selbst wenn es mir befohlen wurde, keinen sinnlosen Befehlen folgen würde. Dass ich eine Position erhalten würde, bei der es keine Rolle spielte, ob ich gehorchte oder nicht. Der Grund, warum ich euch beide verfolgt habe, ist nicht der, dass es mir befohlen wurde. Es ist, weil ihr beide mich wütend gemacht habt! Warum!?! Warum seid ihr einfach davongerannt, ohne mich um Hilfe zu bitten!?!


Vorschau Kapitel 44: Hohenheim des Lichts: ,,Was hast du hier zu suchen, alter Mann!?!"