Sonntag, 21. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 45: Verrottetes Herz

,,In der Tat, ich bin nahe an meinem Limit.", sagte Hohenheim zu Lyra, die er "Dante" genannt hatte. ,,Aber das gilt auch für dich, Dante! Selbst wenn du deinen dahinsterbenden Körper mit Kleidung versteckst, kann dieser Geruch - dieses Parfüm - mich nicht täuschen." ,,Hohenheim...", sagte Dante traurig, lächelte dann jedoch und sagte: ,,Ja, du hast Recht. Aber warte mal... Es ist jetzt schon... Du meine Güte, es sind jetzt schon Jahrhunderte seit unserem letzten Treffen vergangen. Wir können solange reden wie wir wollen. Und ich muss ja auch noch diesen jungen Körper testen." Sie sah verführerisch zu Hohenheim. ,,Tut mir Leid, aber ich habe eine Frau.", sagte Hohenheim. ,,Oh, ja. Ich hatte auch einen Mann.", sagte sie streckte die Arme in die Höhe und begann sich im Kreis zu drehen. ,,So viele, viele, viele von ihnen hatte ich... Wenn ich keinen gehabt hätte, wäre das Geheimnis meines langsam alternden Körpers ans Licht gekommen." ,,Für mich war Trisha die Erste und Einzige.", sagte Hohenheim. ,,Die erste Frau, die ich je geliebt habe..." ,,Ohjeeeeee...", sagte Dante vergnügt. ,,Vor vierhundert Jahren, als wir uns zum ersten Mal trafen und ich noch unschuldig war, warst es da nicht du, der mir zärtliche Worte der Liebe nachts im Bett zugeflüstert hatte? Oder... täuschen mich meine Erinnerungen da etwa?" ,,Hören wir damit auf.", bat Hohenheim sie. ,,An diesem Tag vor vierhundert Jahren hatten wir endlich unser Ziel erreicht.", sagte Dante. ,,Indem wir die Leben derjeniger genutzt hatten, die der Hexenjagd entkommen waren, und die Leben derer, die eh durch die umgehende Seuche gestorben wären... Indem wir unsere Experimente wieder und wieder wiederholten, schafften wir es endlich, den Ring der Alchemisten zu erschaffen. Jedoch bist du durch den Nacheffekt der Mutation gestorben. So benutzte ich den Ring der Alchemisten, um deine Seele an einen der beim Experiment Anwesenden zu binden. Und dadurch erhielten wir endlich ewiges Leben." ,,Indem ihr also den Ring der Alchemisten benutzt habt, habt ihr eure Seelen immer und immer wieder an neue Körper gebunden?", sagte Lust erschrocken. ,,Ja, das ist richtig.", stimmte Dante zu. ,,Das kann nicht sein!", schrie Lust aufgebracht. ,,Meisterin, Ihr habt uns doch nach jemandem suchen lassen, der den Ring der Alchemisten erschaffen kann..." ,,Nachdem Hohenheim des Lichts mich verlassen hatte, brauchte ich einen neuen Ring der Alchemisten.", erklärte Dante ihr und wandte sich wieder Hohenheim zu. ,,Warum?", fragte sie ihn. ,,Warum hast du mich verlassen und bist einfach so verschwunden?" ,,Dante, so etwas wie ewiges Leben gibt es nicht.", sagte Hohenheim zu ihr.

,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade in Alchemy,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."

,,Whoa! So viel Salz kommt da aber nicht rein!", rief Winry mit entsetztem Blick auf Scieszka, die dabei war, viel zu viel Salz in einen Kuchenteig zu geben. ,,Backen ist wie Wissenschaft.", sagte Winry mit stolzem Blick auf ihren Kuchen. ,,Es ist fast genauso wie einen Auto-Mail herzustellen. Um es richtig zu tun, folgt man einfach der Anleitung." Sie sah zum Ofen in der Ecke. ,,Und dann wird der Kuchen mit dem Ofen, den ich gebaut habe, so richtig perfekt! Jede Hausfrau wird ihn haben wollen. Man kann die Temperatur ganz leicht mit einem Klick festlegen. Und ein programmierbarer Timer ist auch dabei! Und ein Fenster, durch das man gucken kann, um zu sehen, wie die Dinge innen drinnen kochen! Absolut perfekt!" ,,Kochen ist eine Kunst, wie Literatur.", widersprach Scieszka und goss Unmengen von Zucker auf ihren Teig. ,,Es ist ein Abenteuer, das über die Grenzen der Vorstellungskraft hinaus geht." ,,Kochen ist Wissenschaft!", zickte Winry. ,,Ist es nicht, es ist Kunst!", zickte Scieszka zurück. Das Telefon klingelte und ließ die beiden Mädchen erschrocken zusammenfahren. ,,N-Nimm doch ab.", sagte Winry mit gespieltem Lächeln zu ihr. ,,Ich bin doch nur ein Gast, nimm du ab.", sagte Scieszka ängstlich. ,,Nein, nein. Du gehörst doch praktisch schon zur Familie.", sagte Winry. ,,Wird einer mal endlich ans Telefon gehen!?!", schrie Pinako vom Flur her. ,,Ja.", sagte Winry, ging zum Telefon und packte zitternd den Hörer. Es hörte auf zu klingeln. Die beiden Mädchen seufzten erleichtert, sprangen aber in die Höhe, als es erneut zu klingeln begann. ,,Hello?", klang eine Flüsterstimme aus dem Telefon. ,,Sind hier die Elric-Brüder?"
Leon wanderte vom Friedhof zurück zum Haus der Rockbells.
,,Maxi?!?", wiederholte Fayt verdutzt. ,,Ja, er hat in einer ziemlich seltsamen Stimme gesagt, dass dies sein Name sei.", sagte Winry und hielt Fayt den Kuchen hin, auf dem sie sich die Telefonnummer des Mannes aufgeschrieben hatte, der sich selbst "Maxi" nannte. ,,Maxi...", murmelte Fayt nachdenklich. ,,Nun, wie dem auch sei, er hat mir gesagt, ich soll dir sagen, dass er dich treffen will.", erklärte Winry. ,,Er sagte, ihm wäre es egal, wann du kommen würdest, nur solltest du bitte auf jeden Fall kommen. Und er... hat geweint..." ,,Maxi...", murmelte Fayt erneut, sprang dann aber erschrocken auf. ,,Ist es jemand, den du kennst?", fragte Pinako. ,,Nein, nein!", log Fayt. ,,Der Kuchen sieht richtig gut aus, Winry! Mein großer Bruder wird sich bestimmt darüber freuen!" Den bellte. ,,Oh, das wird mein großer Bruder sein!", rief Fayt, merkte sich schnell die Telefonnummer auf den Kuchen und zermatschte ihn schnell, so dass man die Nummer nicht mehr sehen konnte. ,,Hey!", rief Winry und sah Fayt, der nach draußen ging, empört nach. ,,Großer Bruder!", rief Fayt fröhlich Leon zu, der auf das Haus zuging. ,,Großer Bruder, wie kommt es, dass du so dreckig bist?" ,,Oh, ich habe falsche Spuren hinterlassen, so dass man glaubt, wir wären in Richtung Norden gegangen.", log Leon. ,,Ich hab sie mich mit Absicht sehen lassen, und bin unterwegs gefallen." ,,Du hättest mir auch was davon sagen können.", meinte Fayt. ,,Und was machst du, wenn dich die Homunculi finden?", fragte Leon ernst. ,,Hmm...", machte Fayt nur. ,,Und... ist irgendetwas passiert?", fragte Leon, während er ins Haus eintrat. ,,Wir hatten gerade einen sehr seltsamen Telefonanruf.", sagte Pinako. Leon sah fragend zu Fayt. ,,War nur ein Fremder.", log Fayt schnell. ,,Vielleicht war es ja die Polizei, die uns auszuspionieren versucht." ,,Ich verstehe.", sagte Leon und roch den Kuchen. ,,Oh Mann, ich verhungere noch!", rief er und stürmte zum Esstisch. Pinako sah misstrauisch zu Fayt.


Roy stand im Hauptquartier von Central City vor dem obersten Tribunal. ,,Es war ich, der Leonard Elric als Nationalen Alchemist vorgeschlagen hat. Und nun bringt er uns solche Schande!", fauchte General Peacecraft und schlug mit der Faust auf den Tisch. ,,Können wir auch sicher sein, dass dieses Kind für den Vorfall in Lior City verantwortlich ist?", fragte ein anderer General. ,,Nun, laut den Berichten war er vor einem Jahr schon einmal in der Stadt und hat dort einen betrügerischen Hohepriester entlarvt, der Alchemie angewendet und die Bewohner dazu gebracht hatte, den Sonnengott Leto anzubeten.", sprach ein besonders alter General, mit dem Roy damals in East City immer Schach gespielt hatte. ,,Aber in Wirklichkeit zwang uns selbiger Hohepriester wenig später zu einem bewaffneten Angriff gegen die Einwohner." ,,Dieser Konflikt war extrem brutal.", sagte Roy und sah dabei zu dem hohen Podest auf, auf dem die Mitglieder des Tribunals saßen. ,,Es scheint, dass die Einwohner gegen das einfallende Militär rebelliert hatten." ,,Heißt das, Sie kritisieren die Art und Weise, wie ich diese Operation geleitet habe!?!", fuhr General Peacecraft ihn erzürnt an. Lautes Gemurmel hob an. ,,Bitte warten Sie, Gentlemen.", sagte der Führer, Pride, der im Zentrum des Podiums saß. ,,Wenn wir die glorreichen Taten Oberst Mustangs in Betracht ziehen, ist es klar, dass er ein exzellenter Soldat ist, der dem Militär treu ist. Jedoch verstehe ich nicht, wieso Sie die Verfolgung der Elric-Brüder abgebrochen haben." ,,Die Elric-Brüder dachten daran, nach Hause zurückzukehren und brachen in Richtung Osten auf, aber änderten ihre Richtung, bevor sie auf meine Truppe stießen.", erklärte Roy. ,,Es scheint mir, dass sie im Moment in Richtung Norden unterwegs nach Briggs sind." ,,Nach Norden? Briggs, das Eisland, wie?", murmelte ein Feldmarschall. ,,Ich verstehe.", sagte General Peacraft. ,,Also haben sie Beziehungen mit den Drachmen, diesem Barbarenstamm?!?" ,,Major Armstrongs Einheit sucht bereits im Norden nach ihnen.", sagte Roy. ,,Aber mir worden sehr wichtige Informationen mitgeteilt..." Er sah direkt zu Pride. ,,Wichtige Informationen?", wiederholte Pride fragend. ,,Hmm..." Er sah zu den anderen Mitgliedern des Tribunals und sagte: ,,Ich würde Sie gerne bitten, den Raum zu verlassen." ,,Nein, ich spreche von Ihrer Sekretärin, Juliet Douglas.", fuhr Roy ihm dazwischen. ,,Was wollen Sie damit sagen?", schnarrte General Peacecraft aufgebracht. ,,Sie hat heute ihren freien Tag.", erklärte Pride. ,,Stimmt irgendetwas nicht mit ihr?" ,,Es bestehen ernsthafte Zweifel, was ihre Militärdokumente betrifft.", sagte Roy. ,,Und es besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass sie am Mord von Brigadier General Hughes beteiligt war." Erneutes Murmeln stieg im Raum auf. ,,Oh, ist das so?", fragte der alte General neugierig. Pride riss den Vorhang zur Seite, der den Raum verdunkelt hatte, so dass nun grelles Licht einfiel, und taxierte Roy mit stechendem Blick.


Wenig später verließ Roy den Raum wieder, und Hawkeye, die im Flur auf ihn gewartet hatte, sprang sofort auf und wischte ihm mit einem Tuch den Schweiß vom Gesicht.


Lautes Gelächter hob in dem Zimmer des Krankenhauses an, in dem Havoc mit entsetzensstarrem Blick im Bett saß. ,,Du warst wirklich in sie verkneift.", kicherte Breda, während sich Fury und Farman auf dem Boden herumrollten. Wimmernd brachte sich Havoc noch einmal vor Augen, wie die wunderschöne Krankenschwester, die im die ganze Zeit über immer wieder verlegen zugezwinkert hatte, sich sofort an Roy geschmissen hatte, als dieser den Raum betreten hatte. ,,Übrigens, ich habe gehört, Sie hätten wieder etwas... Unvorsichtiges getan.", sagte Farman zu Roy, der gedankenversunken aus dem Fenster schaute. ,,Warum haben Sie absichtlich eine offensive Position eingenommen?", fragte Breda ihn. ,,Es ist mir egal, ob der Führer ein Homunculus ist oder nicht.", sagte Roy. Die anderen sahen ihn verdutzt an. ,,Aber diese Individuen, die sich selbst Homunculi nennen, haben nun schon seit langem immer und immer wieder Menschen geopfert, um den Ring der Alchemisten zu erschaffen.", fuhr Roy fort. ,,Es ist also möglich, dass der Ishbal-Krieg ausgebrochen ist, weil sie den Ring der Alchemisten erschaffen wollten." ,,Sie würden absichtlich einen Krieg starten, um...?", begann Hawkeye fragend. ,,Warum begehren die Menschen den Ring der Alchemisten?", fragte Roy die anderen. ,,Für Gesudheit, Ruhm, und Herrschaft.", antwortete Farman. ,,Für ewiges Leben.", sagte Fury. ,,In Zeiten der Verzweiflung.", sagte Hawkeye bitter. ,,Wenn sie andere um sich herum sterben sehen... Wenn sie von Verzweiflung erfasst werden... Dann suchen sie nach dem Ring der Alchemisten als ihre einzige Hoffnung.", sagte Roy. ,,Unsere Moral, die uns daran hindert, das Leben anderer zu opfern, ist in besonderen Situationen wie Krieg leicht vergessen." ,,In der Tat, seitdem der derzeitige Führer die Macht übernahm, befinden wir uns nur noch im Krieg.", bemerkte Havoc. ,,Und wir haben auch immer gewonnen.", fügte Breda hinzu. ,,Ich habe nichts dagegen, Kriege zu führen. Wir sind schließlich Soldaten.", sagte Roy. ,,Aber wenn man einen Krieg beginnt, um Menschen in Verzweiflung zu stürzen, um sie dazu zu bringen, den Ring der Alchemisten zu erschaffen..."


Der nächste Tag war angebrochen. ,,Leon! Fayt! Wollt ihr den ganzen Tag schlafen?", rief Winry, klopfte ein letztes Mal an und betrat dann das Zimmer, nur um einen halbnackten Leon in Boxer-Shorts vorzufinden, der über einen Bottich voll Wasser gebeugt war. ,,T-Tut mir Leid!", rief sie mit hochrotem Kopf und wollte aus dem Zimmer stürzen. ,,Ist in Ordnung. Mir ist das egal.", sagte Leon, klatschte in die Hände und berührte den Bottich, um schließlich seine Haare hineinzutunken, die sie sofort dunkelgrün verfärbten. Winry klatschte begeistert. ,,So eine chemische Reaktion ist Grundlage in der Alchemie.", erklärte Leon. Winry tat ein, blieb aber stehen, als sie eine riesige Statue neben der Tür stehen sah, die Cäsar darstellen sollte.
Aufgeschreckt durch Winry lauten Schrei, sprang Scieszka in die Höhe.
,,W-Was ist das für ein Teil?", fragte Winry den lauthals lachenden Leon, hinter dem sie sich ängstlich versteckt hatte. ,,Ich bin es doch, Winry!", rief die Statue und begann sich zu bewegen. ,,Fayt?", fragte Winry verwundert. ,,Ich hab Fayt mit der Hilfe von Alchemie mit Bronze umgeben, um ihn zu tarnen.", erklärte Leon. ,,So wird niemand herausfinden, dass er da drin ist, solange die Statue nicht zerstört wird." ,,Ihr geht also wieder weg?", fragte Winry ihn und sah traurig zu Boden. ,,Es gibt da etwas, was ich zu tun habe.", sagte Leon. ,,Ich weiss! Du musst Fayt seinen alten Körper wiedergeben, richtig?", fragte Winry. ,,Warum versteckst du Fayt nicht und führst deine Forschungen hier durch?" ,,Hast du vor, Mr. Hughes zu rächen?", fragte Scieszka, die den Raum betreten hatte. ,,Nein. Ich werde nicht aus Rache handeln.", antwortete Leon. ,,Wenn ich dies tun würde, wäre alles, was Scar gesagt hatte, bedeutungslos." ,,Dann...", begann Scieszka. ,,Aber... es gibt etwas, das ich tun muss, koste es, was es wolle.", unterbrach Leon ihn. ,,Etwas wichtigeres als Rache oder die Sache, nach der ihr beiden so lange gesucht habt...", murmelte Scieszka. Winry packte Leons Haar, das immer noch nicht wie sonst zum Zopf geflochten war. ,,Autsch, autsch, autsch! Was soll das?", fauchte Leon. ,,Ich werde dir dein Haare für dich flechten.", sagte Winry. ,,Ist schon in Ordnung, das mach ich später!", sagte Leon und errötete merklich. ,,Doch, ich möchte es aber tun!", sagte Winry stur, ebenfalls rot im Gesicht. ,,O... Okay...", sagte Leon. ,,Es ist nicht... etwas Gefährliches, oder?", fragte Scieszka besorgt.


Leon und Fayt fuhren mit einem Zug davon. ,,Großer Bruder, was meinst du, wo Vater ist?", fragte Fayt Leon, der ihn ins Gepäckabteil gebracht hatte. ,,Sei jetzt bitte schön ruhig, ja?", bat Leon, ihn einen Umhang gewandt, einen Hut und Sonnenbrille tragen, und verließ das Abteil.
,,Meine Seele verrottet?", wiederholte Dante fragend. ,,Unsere Seelen werden jedes Mal ein wenig mehr ausgehölt, und zwar jedes Mal, wenn wir Körper tauschen.", erklärte Hohenheim. ,,Jetzt haben sie gerade noch die Kraft dazu, eine Seele für eine kurze Zeit aufrechtzuerhalten. Dante, wir werden bald von dieser Welt verchwinden." ,,Nein, nicht solange ich den Ring der Alchemisten habe.", widersprach Dante. ,,Ich werde einfach in einen neuen Körper schlüpfen." ,,Dieser Körper wird aber auch nicht lange halten.", sagte Hohenheim. ,,Und beim nächsten wird die Fäulnis sogar schneller vonstatten gehen." ,,Dann schlüpfe ich eben erneut in einen anderen Körper!", rief Dante aufgebracht. ,,Und wie willst du das ohne den Ring der Alchemisten schaffen?", fragte Hohenheim. ,,Du musst doch bereits alle Fragmente, die ich dir dagelassen hatte, aufgebraucht haben." ,,Aus diesem Grund habe ich die beiden Jungen ja einen neuen Ring der Alchemisten erschaffen lassen.", antwortete Dante. ,,Der benarbte Mann aus Ishbal hat einen deiner Söhne in den Ring der Alchemisten verwandelt." Hohenheim erschrak. ,,Meisterin Dante,dann habt Ihr wirklich...", begann Lust. Dante zuckte lächelnd mit den Schultern. ,,Verstehst du denn noch immer nicht?", fragte Hohenheim und ging auf sie zu. Dante sah zur Treppe, die aus der Eingangshalle hinaus führte, und Hohenheim erstarrte vor Entsetzen, als er Sloth die Treppe hinabsteigen sah, Roses Baby in ihren Armen. Sofort sah er seine Frau Trisha mit Leon als Baby vor sich... wie er und Trisha sich das erste Mal geküsst hatten... Trisha lachend auf einer Schaukel... Trisha und er in einem Boot über einen kristallklaren See fahrend... die beiden Verliebten zusammen in einem Bett schlafend... Trisha und der vor wenigen Minuten geborene Leon im Krankenhaus... der kleine Leon auf dem Schoß seine Vaters, fröhlich lachend... Leon, der begeistert den neugeborenen Fayt, der in den Armen seiner Mutter liegt, betrachtend... Trisha, die Fayt als Baby in den Armen hält, Hohenheim und Leon, die zusammen durch Rizenbul spazieren, wobei Leon auf einer Mauer balanciert, hinunterfällt und gerade noch von seinem Vater aufgefangen wird, der dafür aber zu Boden fällt... Hohenheim über die schlafende Trisha gebeugt und ihr Gesicht an ihrem reibend, sein Blick auf den Spiegel in der Nähe fallend, in dem sich seine langsam verfaulende Schulter widerspiegelt... Trisha, die sich Hohenheims Schulter besieht und ihm sanft übers Gesicht streichelt... Als ich Leonard und Fayton gesehen habe, wäre es das Beste gewesen, wenn ich erkannt hätte... was sie getan haben..., dachte Hohenheim, nicht realisierend, das etwas wässriges mit hoher Geschwindigkeit auf ihn zuschoss. Nein, ich wusste es bereits. Ich wollte es nur nicht wahr haben... ,,Trisha... ich werde dich immer lieben...", murmelte er. ,,Vielen Dank, Hohenheim des Lichts.", sagte Sloth, die sich mit ihrem Wasserkörper um Hohenheims Körper herumgeschlängelt hatte und ihn nun eisern festhält. Hohenheim sah mit traurigem Blick zu ihr auf. ,,Dass ein einfacher Homunculus dich so aus der Bahn werfen kann...", spottete Dante, die nun Roses Baby in ihrem Armen hielt, und schritt auf Hohenheim zu. ,,Seit du fortgegangen bist, habe ich sehr viele Forschungen betrieben. Das "Tor", das die Quelle der Macht der Alchemie ist... Was liegt wohl dahinter? Gibt es einen Weg, es zu öffnen und es herauszufinden?" Das Baby begann lauthals zu weinen, während Dante ihm über den kleinen Körper strich. ,,Ich habe herausgefunden, dass das "Tor" sich in uns befindet.", sprach sie weiter mit Blick auf das Baby. ,,Und wenn die Verbindung zwischen Bewusstsein, Seele und Körper immer noch schwach ist wie bei diesem kleinen Baby hier... kann man das "Tor" ganz einfach heraufbeschwören." Sie legte eine Hand auf Hohenheims Wange. ,,Soll ich es ausprobieren?", fragte sie ihn. ,,Möchtest du herausfinden, was hinter dem "Tor" liegt?" Sie riss dem Baby die Kleidung vom Leib, so dass ein Mutations-Zirkel zu, Vorschein kam, der sich auf dem Bauch des Kleinkindes befand, klatschte in die Hände und schmiss es in die Höhe. Der Mutations-Zirkel begann zu leuchten, und schon im nächsten Moment stand Hohenheim vor dem "Tor", das sich langsam und quietschend öffnete. ,,Tri...", begann er traurig. ,,Leon und Fayt wird es bestimmt gut gehen. Sie sind schließlich deine Kinder." Die Hände der Schattenwesen, die im "Tor" lauerten, packten ihn und zogen ihn zu sich ins "Tor" hinein. ,,Haltet die Klappe! Haltet die Klappe!! Haltet die Klappe!!!", schrie Wrath, aufgeschreckt durch das "Tor", und rannte weinend in Sloths Arme. ,,Es ist in Ordnung, Wrath.", sagte Dante, ließ das "Tor" verschwinden, und nahm das Baby wieder an sich. ,,Du musst nicht mehr ins "Tor" zurück." Wrath sah ängstlich zu Sloth auf, die ihm sanft durchs Haar fuhr. ,,Bringt mir den Ring der Alchemisten, Wrath, Sloth...", sagte Dante, und schlagartig verschwanden die Schwerter, die Lust gefangen hielten. ,,... und auch du, Lust." ,,Ihr habt das alles getan, um von Körper zu Körper springen zu können?", fragte Lust ungläubig und traurig zugleich. ,,Sobald ich den Ring der Alchemisten habe, werde ich mir einen neuen Körper aneignen.", sagte Dante. ,,Dann werde ich euch alle in Menschen verwandeln." Sie grinste. ,,Aber das wird davon abhängen, wie ich mich zu diesem Zeitpunkt fühle." Lachend stieg sie die Treppen hinauf, während Lust niedergeschlagen ihren Kopf hängen ließ. Dante kam in Roses Zimmer an, in dem Rose mit äußerst glasigem Tisch auf dem Bett saß. ,,Hier, dein Baby.", sagte Dante zu ihr und reichte ihr ihr Baby. Sie musterte Rose kurz und sagte: ,,Du musst mehr essen, sonst passen dir meine Kleider nicht."


Soldaten durchsuchten einen Zug, der nach Dublith, der Heimatstadt von Izumi, fuhr, nach Leon und Fayt. ,,Untersucht den Zug ganz genau!", befahl der Oberst, der die Durchsuchung leitete. ,,Es besteht die Möglichkeit, dass er seine Augen- und Haarfarbe geändert hat. Es handelt sich hier um einen Ausgewachsenen und einen Zwerg. Der Zwerg ist äußerst klein, passt also auf, dass ihr ihn nicht überseht!" Leon, der im selben Abteil stand, begann vor Wut zu zittern. ,,Hmm...", machte der Oberst und besah sich Leon. ,,Der ist zu groß. Wir suchen hier nach einem superwinzigen Wicht." Leon wollte sich gerade auf ihn stürzen, als einer der Soldaten herbeigeeilt kam. ,,Oberst! Wir haben eine Statue aus Bronze im Gepäckabteil gefunden.", berichtete der Soldat dem Oberst. ,,Wie groß ist sie?", fragte der Oberst. ,,Sie sieht größer als eine Rüstung aus, aber...", begann der Soldat. ,,Wir sollten sie mit einem Hammer zerstören, nur um auf Nummer sicher zu gehen.", meinte der Oberst und eilte ins Gepäckabteil. Minuten später kam ein Soldaten mit einem großen Stahlhammer dazu. ,,Zerbrechen Sie sie.", befahl der Oberst. Der Soldat wollte gerade ausholen, als von draußen die Tür aufgerissen wurde und Leon die Statue zur Seite zog. ,,Du... Du bist dieser Typ von vorhin!", rief der Oberst und erschrak, als er zwei Stelzen sah, die neben Leon lagen und auf denen er die ganze Zeit über gestanden hatte, um größer zu erscheinen. ,,Fayt! Wir gehen!", rief Leon und riss sich Umhang, Brille und Hut vom Leib. ,,Warte, großer Bruder!", zerbrach die Statue und rannte zu Leon. ,,Ihnen nach!", brüllte der Oberst. Mehrere bewaffnete Soldaten stürmten auf sie zu. ,,Fayt, lauf voraus!" befahl Leon seinem kleinen Bruder. ,,Großer Bruder, ich kann auch...", begann Fayt und wollte in die Hände klatschen. ,,Nein, lauf weg!", rief Leon. ,,I-In Ordnung!", rief Fayt und rannte los. Leon wandte sich den Soldaten zu und klatschte in die Hände.


Etwas später in einem kleinen Zimmer in einer heruntergekommenen Absteige in Dublith...
,,Danke, großer Bruder.", bedankte sich Fayt bei Leon, der aus dem Fenster auf die Straße schaute, auf die sich der Regen in Strömen ergoss. ,,Aber..." ,,Fayt, du darfst keine Alchemie benutzen.", warnte Leon ihn. ,,Warum?", fragte Fayt. ,,Ich erinnere mich jetzt auch an das "Tor", und ich bin der Ring der Alchemisten, also... Vielleicht kann ich es jetzt so wie du machen." Er wollte die Hände zusammenklatschen. ,,Lass das!", fuhr Leon ihn erzürnt an. Fayt sprang erschrocken auf. ,,Wenn du Alchemie benutzt, wissen wir nicht, was passieren wird.", erklärte Leon ihm. ,,Wir werden uns Zeit lassen und es eingehend studieren, damit du deinen alten Körper zurückbekommst... Danach kümmern wir uns um den Rest." Er ging zur Zimmertür. ,,Großer Bruder, wohin gehst du?", fragte Fayt ihn. ,,Dieser Bastard von einem Vater hat es doch selbst gesagt, oder?", sagte Leon. ,,Es gibt jemanden, der die Homunculi manipuliert. Es gibt hier etwas, dass ich erledigen muss, bevor wir erneut auf diese Monster treffen." ,,Ich gehe mit dir!", sagte Fayt. ,,Musst du nicht. Ich bin schnell wieder da.", sagte Leon. ,,Aber...", begann Fayt. ,,Du bleibst hier.", sagte Leon mit Nachdruck. ,,Ich müsste das allein erledigen können." Er verließ das Zimmer. Fayt sah eine Weile lang zur Tür, dann stand er auf und ging zum Flur, wo sich ein Telefon befand. ,,Maxi...", murmelte er.
Roy und Armstrong wanderten über den Hof des Hauptquartiers in Central City. ,,Sie haben uns offiziell befohlen, uns neu anzuordnen und eine Untersuchung im Norden auszuführen.", sagte Roy. ,,Das haben sie also beschlossen.", seufzte Armstrong. ,,Ja.", sagte Roy nickend. ,,Anscheinend haben sie durchschaut, dass wir Kontakt zu Leon und Fayt hatten. Und doch schicken sie uns an die Frontlinie ohne uns zu beschuldigen." ,,Wenn sie uns einfach ruhigstellen wollten, hätten sie das auch in Central City tun können.", meinte Armstrong. ,,Nicht nach dem, was mit Hughes passiert ist.", sagte Roy. ,,Es wäre zu verdächtig, wenn sie erneut so vorgehen würden. Auf dem Schlachtfeld ist es viel einfacher, und zu töten, und das, wann immer sie wollen. Und sollten Aufzeichnungen zurückbleiben, werden diese einfach vernichtet." ,,Aber ich kann es selbst jetzt noch nicht glauben.", sagte Armstrong und seufzte erneut. ,,Dass der Führer..." ,,Egal, wie oft ich auch die Daten durchgegangen war, die Scieszka mir anvertraut hatte, ich konnte dieses eine Rätsek einfach nicht lösen.", sagte Roy. ,,Und dies soll also die Lösung des Ganzen sein?" Er sah zur Seite. ,,Und nun wissen die Homunculi, dass wir wissen, wer sie sind."
Leon und Izumi standen vor Dantes Villa, die nun vollkommen verlassen war. ,,Ich hätte nicht gedacht, Sie hier zu treffen...", sagte Leon zu ihr. ,,Ich wollte sehen, was für eine Art Leben Dante geführt hatte.", erklärte Izumi. ,,Und ich wollte ihren Besitz überprüfen." ,,Haben Sie etwas gefunden?", fragte Leon. ,,Das erzähle ich dir später.", antwortete Izumi, etwas zögerlich. ,,Wichtiger ist jedoch, warum du hier bist." ,,Ich glaube, Sie werden mich gleich wieder anschreien.", sagte Leon und sah zu Boden. ,,Es ist egal. Sprich.", sagte Izumi. ,,Es gibt etwas, das ich brauche, koste es, was es wolle.", sagte Leon. ,,Gibt es irgendetwas vom Körper Ihres Kindes, das noch übrig geblieben ist?" ,,Du wirst also kämpfen...", sagte Izumi, traurig seufzend. ,,Ja.", sagte Leon.
Fayt betrat eine riesige Lagerhalle, die vollkommen verlassen war. ,,Entschuldigung...", flüsterte er. ,,Ich bin es... Fayt..." Eine Eisentür, die in den Keller hinabführte, öffnete sich, und heraus trat Maxwell Tucker, sein Gesicht ganz verquollen von den vielen Tränen, die er vergossen hatte. ,,Danke. Danke, dass du gekommen bist, Fayton.", bedankte er sich bei Fayt und sah zu der leblosen Chimära in seinen Armen, die wie Nina aussah. ,,Lehren Sie mich, wie man den Ring der Alchemisten benutzt.", bat Fayt ihn.


Vorschau Kapitel 46: Menschliche Mutation: Sie ist die schwierigste aller Mutation, verboten, und noch nie geglückt...