Samstag, 20. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 44: Hohenheim des Lichts

Rose und Lyra wanderten durch die äußerst heruntergekommene Altstadt Central Citys, deren Straßen voll war mit Obdachlosen. ,,Was ist los?", fragte Lyra Rose, die sich besorgt umsah. ,,Ob die anderen auch alle in Sicherheit sind?", fragte Rose sie. ,,Da es hier viele Menschen gibt, die dieselbe Hautfarbe wie die Menschen im Osten haben, müssten sie sich, glaube ich, gut verstecken können.", sagte Lyra. ,,Aber da du als verantwortlich für das Desaster in Lior City gesehen wirst, müssen wir ein besseres Versteck für dich finden." Rose sah zu Boden.
Die beiden betraten eine heruntergekommene, verlassene Kirche. ,,Das... Das sieht aus wie der Tempel des Gottes Leto, oder?", meinte Rose, während sie die Kirche betraten. ,,Diese Kirche gehört zu einer noch viel älteren Religion.", sagte Lyra. ,,Sie wurde vor vielen Jahren verlassen, die Religion bereits ausgestorben. Sie schritten in der riesigen Kirche durch die Sitzbänke, und schließen blieben sie vor dem Altar stehen, wo Lyra hinauf zu einem zerbrochenen Fenster aus Milchglas schaute. Sie klatschte in die Hände, wobei es wie Beten aussah, und im nächsten Moment flogen die Bruchstücke des Fensters hinauf und fügten sich wieder zusammen. So entstand ein Mutations-Zirkel, der auf dem Fenster abgebildet war. Der Altar fuhr zur Seite und gab einen Geheimgang preis, der hinab in die Tiefe unterhalb Central Citys führte. ,,Gehen wir.", sagte Lyra und stieg mit Rose hinab. Sekunden später zerbrach das Fenster mit dem Mutations-Zirkel wieder, und die Scherben fielen hinab zu Boden.
,,Ja, sie haben nur einen Gott anerkannt, verbannten alle anderen Glauben als Ketzerei.", unterhielt sich Lyra mit Rose, während die beiden eine nicht nicht enden wollende Treppe hinab stiegen. ,,Es scheint, sie hatten sehr viele Zuläufer." Sie kamen unten an und wateten durch einen riesigen Fluss, der in einen Wasserfall endete, im Fluss Dutzende von Steinköpfe. ,,Schließlich starben sie... Sehr viele sogar.", endete Lyra ihre Erzählung. ,,Warum sie starben, weiss bis heute niemand." ,,Wie schrecklich...", sagte Rose deprimiert. ,,Obwohl eine Religion doch eigentlich dazu da ist, Menschen zu retten..." ,,Es ist nun mal so, dass Menschen keine Götter werden können.", seufzte Lyra. ,,Das vergessen sie andauernd." Roses Baby begann zu schreien. ,,Schhh... Ist doch schon gut.", sagte Rose mit sanfter Stimme und wiegte es sanft.
Sloth, Gluttony und Wrath saßen in der äußerst großen Eingangshalle einer riesigen Villa, Lust mit mehreren Schwertern an eine der Wände genagelt. ,,Warum hast du die beiden entkommen lassen?", fragte Sloth Lust. ,,Sich um die diese zwei Brüder zu kümmern war doch deine Aufgabe, oder, Sloth?", fauchte Lust. ,,Und Wraths Aufgabe war es das ebenfalls." ,,Das nächste Mal kriege ich ihn.", versprach Wrath und strich sich über seinen linken Arm. ,,Du hast gegen die Befehle "dieser gewissen Person" gehandelt.", sagte Sloth zu Lust. ,,Sloth, willst du kein Mensch werden?", fragte Lust. ,,Natürlich will ich das.", antwortete Sloth. ,,Ich bin dafür geboren worden. Das ist der einzige Grund, den ich ich habe, weiterzuleben." Langsam öffnete sich quietschend das Eingangstor. ,,Sie sind angekommen.", sagte Sloth, als im nächsten Moment Rose und Lyra in der Eingangshalle schritten und sich Gluttony, Sloth und Wrath vor ihnen zu Boden schmissen. Lust sah niedergeschlagen zu Boden.

,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade in Alchemy,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."

,,Warum!?!", schrie Roy Leon und Fayt an. ,,Warum seid ihr davongerannt, ohne mich um Hilfe zu bitten!?!" Leon sah zu Boden. Roy wollte weiterbrüllen, doch Armstrong legte ihm eine Hand auf die Schulter. ,,Elric-Brüder... Was in aller Welt ist geschehen?", fragte Armstrong die beiden Brüder. ,,King Bradley... ist ein Homunculus.", sagte Fayt. Die Anwesenden erstarrten vor Entsetzen. ,,Wenn du Homunculus sagst... meinst du damit "künstlich erschaffener Mensch?", fragte Farman. ,,Ja.", sagte Leon und nickte. ,,Sie sind hinter dem Ring der Alchemisten her. Und sie sind es, die die Fäden in diesem Staat ziehen." ,,Das kann nicht sein...", sagte Roy. ,,Der Führer wusste nichts von Labor 5!", wandte Armstrong ein. ,,Das Militär ist von innen untergraben worden!" ,,Aber ich hab es gesehen!", rief Fayt energisch. ,,Der Führer trägt das Ouroboros-Zeichen. ,,Ihr habt doch einen Homunculus erwähnt, der sein Aussehen verändern kann...", begann Armstrong. ,,Die Sekretärin des Führers... ist ebenfalls ein Homunculus!", sagte Leon ernst. ,,Aber sie ist doch ein Alien...", meint Scieszka schmollend. ,,Und... Und wenn der Führer und seine Sekretärin nun Homunculi wären, was für einen Zweck würden sie dann erfüllen?", fragte Hawkeye. ,,Warum sollten sie das Militär infiltrieren?" Die Soldaten, die Leon und Fayt vorhin mit der Steinkugel weggekegelt hatten, kehrten neugierig zurück. ,,Ich werde sie nach Lior City zurückschicken.", flüsterte Armstrong Roy zu. ,,Ich werde mir eine Geschichte einfallen lassen, was den Feind betrifft, so dass sie für einige Zeit nicht nach Central City zurückkehren werden." ,,Bitte tun Sie das.", sagte Roy. ,,Wir..." ,,Es ist wegen Rizenbul, oder?", fragte Armstrong. Roy nickte. ,,Männer! Frohlocket, die Mission ist vollendet!", rief Armstrong jauchzend und ging zu den Soldaten hinüber. ,,Major, was haben Sie da gerade beredetet?", fragte einer der Soldaten. ,,Wir haben über die Melodie meines Körpers geredet!", rief Armstrong, riss sich die Uniform vom Leib und posierte mit seinem Körper vor den Soldaten. ,,Ähm... ich war mir sicher, Sie hätten etwas von wegen...", begann ein anderer Soldat, leicht eingeschüchtert. ,,Was?", fragte Armstrong und ließ seine Muskeln spielen. Eingeschüchtert zogen die Soldaten mit ihm von dannen.


Leon, Fayt, Roy, Winry, Scieszka, Hawkeye, Breda und Farman setzten ihren Weg nach Rizenbul fort. ,,Sagen Sie... Wie geht es Lieutenant Havoc?", fragte Leon unterwegs Breda. ,,Ihm geht es gut.", antwortete Breda. ,,Er wurde allerdings mit Fury zurück nach Central City geschickt." ,,Ich verstehe... Tut mir Leid wegen vorhin.", entschuldigte sich Leon. ,,Leon, was ist eigentlich mit deiner Silbertaschenuhr?", fragte Winry, die bemerkt hatte, dass Leons Silbertaschenuhr fehlte. Fayt stutzte. ,,Oh ja. Du kannst wohl nicht mehr länger ein Nationaler Alchemist sein, nicht wahr?", meinte Hawkeye. ,,Wenn das, was du gesagt hast, wahr ist..." ,,Nein, deswegen habe ich sie nicht mehr...", widersprach Leon. ,,Archer hat sie mir abgenommen." ,,Oh?", machte Hawkeye verdutzt und sah zu Fayt. ,,Wir haben Fayt doch gesagt, er soll sie dir zurückgeben." Fayt stutzte erneut. Leon und die anderen blieben stehen. ,,T-Tut mir Leid, großer Bruder!", entschuldigte sich Fayt und machte ängstlich mehrere Schritte rückwärts. ,,Sie ist weg!" ,,Du hast sie verloren?", fragte Leon ungläubig. ,,Nein, hab ich nicht!", kreischte Fayt vor Angst. ,,Kimbley hat sie nach Scar geworfen, und dann sind Rote Steine daraus hevor gekullert und Scars Arm hat sie absorbiert, und dann..." ,,Warum befanden sich Rote Steine in der Uhr?!?", fragte Leon aufgebracht. ,,Archer...", sagte Roy. ,,Er hat diesen Trick benutzt, um noch mehr alchemie-verstärkende Apparaturen zu erschaffen." ,,Was?!?", fragte Leon erschrocken. ,,Damals im Ishbal-Krieg wurde die Benutzung von Roten Steinen schon einmal erlaubt, von Brigadier General Gran.", erklärte Roy. ,,Warten Sie mal ´ne Minute, Oberst...", sagte Leon wütend. ,,Dann haben Sie mir nichts davon gesagt, obwohl Sie wussten, dass das Militär dabei war, den Ring der Alchemisten zu erschaffen!?!" Er ging auf Roy zu. ,,Ich dachte, Marcoh wäre davongerannt und hätte die Forschungen beendet.", sagte Roy. ,,Und ich wusste nicht, dass die Zutaten für den Ring lebende Me..." Doch weiter kam er nicht, da Leon ihn am Kragen packte und schrie: ,,Ich kann Ihnen nicht vertrauen!" ,,Großer Bruderm nicht!", rief Fayt und rannte auf ihn zu. ,,Sie wussten, was der Rote Stein ist, und Sie haben mich dennoch nach dem Ring der Alchemisten suchen lassen!!!", brüllte Leon. ,,Hör auf, großer Bruder!", rief Fayt. ,,Genug mit di...", begann Roy. ,,Großer Bruder!", rief Fayt erneut und packte Leon und Roy. Es gab einen Lichtblitz, der von den Dreien ausging, und im nächsten Moment wurde Fayt zurückgeworfen und landete im Wasser. ,,Fayt!", rief Leon entsetzt. ,,Fayt! Er darf nicht ins Wasser!", kreischte Winry. ,,Fayt!", schrie Leon panisch. ,,Hier!", rief Fayt und machte einen riesigen Sprung aus dem Wasser und in die Höhe. Die anderen schauten mit offenen Mündern zu, wie er wieder zurück ins Wasser plumpste und wieder auftauchte. ,,Großer Bruder! Ich kann schwimmen! Ich kann schwimmen!", rief Fayt glücklich und ging ein weiteres Mal unter. ,,Du Idiot!", rief Leon und sprang in den Fluss.


Aus dem Fluss gezogen und getrocknet, saß Fayt fröhlich summend am Ufer. ,,Hätte des Blutsiegel nicht eigentlich weggewaschen werden müssen, als du ins Wasser gefallen bist?", meinte Roy leicht verwundert. ,,Ja...", stimmte Leon zu. ,,Sieht aus, als müssten wir uns darum keine Sorgen mehr machen.", sagte Fayt und flüsterte Leon zu: ,,Ist das vielleicht wegen dem Ring der Alchemisten, der sich in mir befindet?" Er hob seinen Kopf ab und Leon konnte in das Innere sehen, von dem aus ein helles, rotes Leuchten ausging. ,,Okay, okay, ich verstehe!", rief Leon schnell, packte Fayts Kopf und setzte ihn sofort wieder auf. ,,Was war das denn gerade für ein Licht?", fragte Winry neugierig. ,,Ähm... Nun...", begann Leon erschrocken. ,,Wo, sagtest du gerade, befindet sich der Ring der Alchemisten?", fragte Hawkeye mit großen Augen. ,,Äh, nichts, gar nichts!", rief Leon schnell, kicherte hysterisch, sprang auf und ging los. ,,Los, weiter geht´s, Leute!" ,,Hey, großer Bruder! Warte!", rief Fayt und rannte ihm hinterher.


Von einem Hügel aus starrten Leon und die anderen, versteckt hinter Büschen, hinab zum Bahnhof von Rizenbul. ,,Das Militär ist also nicht eingetroffen.", sagte Farman mit Blick auf den leeren Bahnhof. Ein haltlos weinender Brosch ging an ihremVersteck vorbei. ,,Hä? Ist das nicht Sergeant Brosch?", sagte Breda verdutzt. ,,Ein Verfolger?", zischelte Hawkeye und griff nach ihrem Revolver. ,,Ähm... Ist er nicht! Ist er nicht!", rief Winry schnell und trat aus dem Gebüsch heraus, die anderen folgend. ,,Brosch, was in aller Welt ist denn los?", fragte Winry Brosch. ,,Lieutenant Ross ist...", heulte Brosch. ,,Lieutenant Ross ist..."


Ross und Hohenheim saßen auf der Terasse des Hauses der Rockbells. ,,Vor langer Zeit habe ich einmal die Flügel eines riesigen Adlers gesehen, die so pechschwarz waren wie Ihre Haare.", sagte Hohenheim und fuhr Ross, die ganz rot im Gesicht geworden war, durchs Haar. ,,Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen wunderschönen Anblick noch einmal sehen würde." ,,Oh, du meine Güte... Was für ein Kompliment.", hauchte Ross verlegen.
,,Ein einziges Kompliment, und sie wirft sich ihm um den Hals...", heulte Brosch, der sich mit Leon und den anderen hinter einer Mauer versteckte. ,,Und ich hab mir schon Sorgen gemacht...", seufzte Winry ungläubig. ,,Was für ein Schmalz...", raunzte Roy. Hawkeye warf ihm einen bösen Blick zu. ,,Aber... wer ist denn diese Person bei ihr?", wunderte sich Fayt. ,,Hey, großer Bruder..." Doch er brach ab, als er bemerkte, dass Leon nicht mehr neben ihm stand. Er sah sich um und sah, wie Leon, das Gesicht vor Zorn verzerrt, auf die Terasse zustürmte. ,,Was zum Teufel tust du da, flirten!?!", brüllte er, sprang auf die Terasse und verpasste Hohenheim einen Hieb ins Gesicht, der ihn von der Terasse warf und zu Boden knallen ließ. ,,Leonard!", rief Ross erschrocken. ,,Also kommst du endlich nach zehn Jahren zurück, und das erste, was ich zu sehen bekomme, ist DAS!?! Verdammter alter Mann!!!", brüllte Leon weiter. Fayt erschrak. ,,V... Vater?", stammelte er, und ein altes Bild, das ihn, Leon, seine Mutter und seinen Vater zeigte, kehrte in sein Gedächtnis zurück. ,,Ja... Er sieht genauso aus wie in den Fotos, die wir hatten..." Er rannte los. ,,Vater! Vater ist da! Vater ist da!" Doch dann kam ihm ein, dass er damals ein Baby gewesen war, und - noch schlimmer - ein Mensch, keine Rüstung aus Metall. Wenige Meter vor dem am Boden liegenden Hohenheim blieb er unentschlossen stehen. Hohenheim sah zu ihm auf. ,,Ähm... Es kann sein, dass du mich wegen meines Aussehens nicht erkennst, aber...", begann Fayt stammelnd. ,,Fayton. Du bist aber groß geworden.", unterbrach sein Vater ihn und lächelte. ,,Du... erkennst mich?", rief Fayt glücklich. Hohenheim sah zu seinem ältesten Sohn auf. ,,Leon, hasst du immer noch Milch?", fragte er ihn. ,,WER IST HIER EIN SUPERKLEINES GÖR, DASS MAN NICHT SEHEN KANN UND DAS NIE GROß WIRD!?!", brüllte Leon und verpasste seinem Vater gleich noch einen ordentlichen Hieb mit seinem Auto-Mail-Arm ins Gesicht. ,,Aber das hat er doch gar nicht gesagt.", sagten Hawkeye, Scieszka und Winry ungläubig wie aus einem Mund.


,,Ist das auch wirklich in Ordnung für dich, Leon?", fragte Scieszka beim Abendessen, während sie im Haus der Rockbells saßen und Hohenheim und der Hund Den draußen auf der Terasse aßen. ,,Ist schon in Ordnung.", fauchte Leon.
Hohenheim spitzte draußen die Ohren, um ihre Unterhaltung belauschen zu können.
,,Bitte versteht das nicht falsch. Ich hab nur zugehört, wie er über seine Reisen erzählt hat.", verteidigte sich Ross, immer noch puterrot im Gesicht. ,,Aber Sie sahen aus, als hätte es Ihnen sehr gefallen.", meinte Winry grinsend. ,,Aber... ich hab doch nur...", begann Ross und errötete sogar noch mehr. ,,Dieses Parfüm, das er an sich trägt... So etwas gibt es im Militär nicht." ,,Wie dem auch sei, Parfüm passt nicht zu mir.", röchelte Brosch, immer noch äußerst niedergeschlagen. ,,Warum fühlen Sie sich auf einmal so minderwertig?", fragte Ross ihn verdutzt. Brosch sank weinend zu Boden. ,,Parfüm, wie?", wiederholte Leon gedankenversunken. ,,Ich habe es damals gehasst... Kurz nachdem Fayt geboren worden war, verließ er uns. Mutter sagte uns, dass er Forschungen über Alchemie betreiben würde, aber er hat uns nie auch nur einen Brief geschickt. Und trotz der Tatsache, dass er seit Jahren weg war, blieb der Geruch seines Parfüms doch im Haus... Und als ich Lyra in Lior City traf, hatte sie das gleiche Parfüm an sich." ,,Was?!? Du hast Lyra getroffen?!?", rief Fayt aufgeregt. ,,Also hat sie es geschafft, Dantes Villa sicher zu verlassen!"
Hohenheim, der Den die ganze Zeit über gestreichelt hatte, erstarrte und packte Dens Pfote zu fest, so dass er zu winseln begann.
,,Hey, könnten ihr beiden kurz mal warten?", mischte sich Winry zornig ein und griff nach einem Besen in der Ecke. ,,Wer genau ist diese Lyra!?!"
,,Oh... Tut mir Leid.", entschuldigte sich Hohenheim.
,,Was hast du mit dem Besen vor?", fragte Fayt ängstlich. Winry holte mit dem Besen nach den beiden Jungen aus. ,,Winry, leg das Teil weg!", schrie Leon, der mit Fayt durch den Raum rannte, auf der Flucht vor Winry. ,,Ihr seid genau wie euer Vater! Casanovas!", brüllte Winry.
,,Tut mir Leid...", wiederholte Hohenheim und sah voller Trauer zu Boden.


Gegen Mitternacht, als die meisten bereits schliefen, trat Roy hinaus zur Terasse, um sich mit Hohenheim zu unterhalten. ,,Der Name des Führers ist mit Blut besudelt worden, und auch der Ihrer Kinder.", sagte er zu Hohenheim. ,,Wichtiger ist jedoch, dass ich Bilder von Ihnen gesehen habe, als Sie noch jünger waren. Und ich..." ,,Homunculi haben ursprünglich, wenn sie geboren werden, keine menschliche Form.", unterbrach Hohenheim ihn. ,,Wenn man ihnen jedoch Rote Steine füttert, bekommen sie ihre Kraft und nehmen menschliche Gestalt an." ,,Sie ernähren sich von menschlichen Leben?!?", rief Roy erschrocken. Hohenheim nickte und sagte: ,,Stück für Stück - als wenn sie altern würden - verändern sie ihr Aussehen. Sie könnten sogar wie kleine Kinder aussehen." ,,Das sagen Sie, aber...", begann Roy. ,,Sie sagen, Rote Steine wären in Labor 5 hergestellt worden.", unterbrach Hohenheim ihn erneut. ,,Homunculi können keine Alchemie benutzen. Aber wie können sie dann lehren, wie man Rote Steine herstellt?" ,,Weil jemand sie aufzieht... und manipuliert.", beantwortete Roy die Frage und sah zu Boden. ,,Oh nun...", seufzte Hohenheim und gähnte herzhaft. ,,Selbst wenn sie Homunculi sind, dieses Land gedeiht und das Militär funktioniert. Wenn wir wollten, könnten wir sie einfach ignorieren." ,,Warum können Homunculi keine Alchemie benutzen?", fragte Fayt, der das Gespräch mitgehört hatte und nun nach draußen auf die Terasse trat. ,,Weil sie aus dem "Tor" kommen.", antwortete Hohenheim. ,,Aber lassen wir das. Erzähl mir lieber von Trisha oder an was ihr beide so hart gearbeitet habt." ,,Vater...", begann Fayt glücklich. ,,Indem ich mir deinen Körper ansehe, weiss ich...", begann Hohenheim. ,,Wir haben dir nichts zu sagen.", fauchte Leon und trat ebenfalls auf die Terasse. ,,Wir haben bei einer Mutation versagt, und ich hab meine Glieder verloren und Fayt seinen ganzen Körper. Das ist alles." ,,Leonard, Alchemie ist kein...", begann Hohenheim. ,,Halt den Mund!", fuhr Leon ihn an. ,,Nun, da du wieder da bist, fang bloß nicht an, den Vater spielen zu wollen! Mutter hat die ganze Zeit auf dich gewartet!" Er packte Fayts Arm. ,,Fayt, komm rein!" ,,Nein!", rief Fayt und riss sich los. ,,Großer Bruder, ich schlafe bei Vater." ,,Fayt?", fragte Leon verdutzt. ,,Gehen wir, Vater.", sagte Fayt und ging los in Richtung des niedergebrannten Hauses der Elrics, wo Hohenheim ein Zelt aufgeschlagen hatte. Hohenheim sah kurz zu Leon, dann folgte er Fayt.


,,Ich frage mich, ob ich mit dem Ring der Alchemisten meinen eigenen Körper zurückbekommen kann...", seufzte Fayt, während er und sein Vater im Zelt zusammen saßen. ,,Mit dem Ring der Alchemisten kann man seine Seele an den Körper eines anderen binden.", erklärte Hohenheim. ,,An den Körper eines anderen?", wiederholte Fayt verdutzt. ,,Nein, ich..." ,,Dein Körper... ist durch das Prinzip des Gleichwertigen Tausches verloren gegangen.", unterbrach Hohenheim ihn. ,,Als dein Körper geopfert wurde, musst du auch etwas dafür erhalten haben." ,,Etwas?", wiederholte Fayt und dachte an Sloth. ,,Wenn du das, was geopfert wurde, zurückbekommen willst, muss erst das verschwinden, was du erhalten hast.", erklärte sein Vater. ,,Dann... Wenn ich den Homunculus vernichten würde...", murmelte Fayt nachdenklich. ,,Hä?", machte Hohenheim fragend. ,,Äh, nichts, gar nichts!", rief Fayt schnell. ,,Du bist wirklich beeindruckend, Vater! Hey, es gibt da noch mehr, was ich dich fragen möchte!"


Am Morgen ging Fayt los, um für seinen noch schlafenden Vater Frühstück zu holen.
Als er zurückkehrte, war das Zelt mitsamt Hohenheims verschwunden.


,,Wenn das so ist, hätten wir lieber auf ihn draufhauen sollen, solange wir die Gelegenheit dazu hatten.", antwortete Leon, sein Haare nicht wie sonst in einem Zopf, sondern ungebunden hinab auf seine Schultern fallen, auf Fayts Bericht, dass ihr Vater verschwunden war. ,,Hör auf mit den Witzen... Komm lieber mit und hilf mir ihn zu finden!", fauchte Fayt. ,,Tse, ´nen Teufel werde ich tun.", entgegnete Leon. ,,Wahrscheinlich ist er zu einer neuen Reise oder aufgebrochen. Soll er doch gehen." ,,Schön, dann werde ich eben allein...", begann Fayt. ,,Warte!", mischte sich Roy ein. ,,Ihr müsst für eine Weile hier bleiben." ,,Wir haben einen Anruf von Farman vom Bahnhof her bekommen.", erklärte Hawkeye. ,,Die Untersuchungsgruppe ist angekommen." ,,Lieutenant Hawleye und ich werden losgehen und sie zurückschicken.", sagte Roy. ,,Ist es auch in Ordnung, eine gesuchte Person zu decken?", fragte Leon. ,,Ich glaube deiner Geschichte noch nicht ganz.", gab Roy zu. ,,Ich will erst selbst die Wahrheit über den Führer herausfinden." ,,Und wenn Sie herausfinden... dass das, was Leon sagt, die Wahrheit ist?", fragte Scieszka. Roy sah sie kurz an, dann schritt er mit Hawkeye zur Tür. Sie wandte sich um und verbeugte sich vor Leon. Der stutzte kurz, verbeugte sich dann aber ebenfalls. ,,Nun dann... sollen wir euch mal herunter in den Bunker bringen?", meinte Pinako. ,,Hä?", machte Leon verdutzt. ,,Aber wir müssen doch nicht..." Scieszka lachte vegnügt. ,,Das gilt auch für dich.", sagte Pinako zu ihr. Niedergeschlagen ließ Scieszka den Kopf hängen.


Leon, Fayt und Scieszka saßen in dem Bunker unterhalb des Hauses, der voll mit Ersatz-Auto-Mails war. ,,Wo Vater wohl hin ist?", wunderte sich Fayt. ,,Sei ruhig.", fauchte Leon. ,,Viel wichtiger ist jetzt die Frage, wie der Oberst die Wahrheit über den Führer und seine Sekretärin herausfinden will?" ,,Hmm... Diese Sekretärin kann auf gar keinen Fall länger als vier Jahre im Militär gewesen sein...", meinte Fayt. ,,Ja.", stimmte Leon zu. ,,Ähm, wenn ihr von Juliet Douglas redet, sie ist seit 14 Jahren im Militär.", sagte Scieszka. ,,Das kann nicht sein.", sagte Leon und schüttelte den Kopf. ,,Und ob!", rief Scieszka aufgebracht. ,,Schließlich ist sie die Ursache für den Ishbal-Krieg!" ,,Oh, du meinst, die Geschichte, dass ein Soldat ein Ishbaler Kind erschossen hat?", fragte Leon. ,,Das ist eine Lüge gewesen." ,,Hä?", machte Scieszka verdutzt. ,,Der wahre Grund für den Ishbal-Krieg war eine Spezialeinheit des Militärs.", sagte Fayt und begann zu erzählen, was damals wirklich passiert war. ,,Das kann nicht...", begann Scieszka erschrocken. Plötzlich erschrak Leon. ,,Jetzt verstehe ich!", rief er. ,,Es ist alles zum Wohle von Ishbals Ring der Alchemisten geschehen! Wenn man die Ishbaler zu einem Krieg zwingen würde..." ,,... Könnte es jemanden geben, der den Ring der Alchemisten mit der Großen Kunst erschafft...", beendete Fayt den Satz, vollkommen sprachlos. ,,So weit würden diese Leute gehen?!?" ,,All das... war von den Homunculi geplant!", fauchte Leon. ,,So ist das also...", schluchzte Scieszka. ,,Mr. Hughes hat das herausgefunden... und... und ist deswegen ermordet worden." WAMM!!! Der Boden riss auf und ein zorniger Leon sprang hinauf ins Wonzimmer, gefolgt von Fayt und Scieszka. ,,Das kann verdammt noch mal nicht sein, gottverdammt!", brüllte Leon und stürmte zur Haustür. ,,Second Lieutenant Hughes kann nicht...!!!" ,,Leon, was ist los?", fragte Winry, packte ihn und versuchte ihn festzuhalten. ,,War das, kurz nachdem wir Central City verlassen hatten?", rief Fayt, den Scieszka aufzuhalten versuchte. ,,Bastarde! Sie haben uns nicht einmal etwas davon gesagt!", schrie Leon weiter. Er packte Winry. ,,Wusstest du davon?!?" ,,Tut mir Leid...", entschuldigte sich Winry. ,,Ich habe es auch erst vor Kurzem erfahren..." ,,Wie dem auch sei, bitte geht nicht nach draußen!", flehte Scieszka. Leon stieß Winry zur Seite und stürmte weiter zur Haustür. ,,Du machst wohl Witze!", schrie er. ,,Wenn Hughes ermordet worden ist, ist das unsere Schuld! Auf keinen Fall bleibe ich hier und..." ,,Hör jetzt auf damit!", brüllte Pinako, die das Wohnzimmer betreten hatte, wütend. ,,Man hat euch nicht auf Boshaftigkeit im Dunkeln gelassen. Ich hab von diesem Hughes gehört. Sieht aus, als hätte er ziemlich viel gewusst. Aber Mustang will nicht... dass ihr von Gedanken der Rache getrieben werdet. Er will, dass ihr erkennt, dass es wichtigere Dinge gibt. Meint ihr nicht auch?" ,,Aber...", begann Leon, den Blick zu Boden gewandt. ,,Ich... lag die ganze Zeit über falsch, was Oberst Mustang betrifft.", gestand Scieszka traurig ein. ,,Ich dachte, dem Oberst wäre es vollkommen egal, was mit Hughes passiert ist... Aber was ist, wennn..." ,,"Ich werde der mächtigste Mann dieses Staates".", wiederholte Winry Roys Worte. ,,Das hat er geschworen. Deswegen konnte er nichts tun." ,,Deswegen muss er nach dem richtigen Pfad suchen und darf nicht von Rache getrieben werden...", sagte Fayt traurig. ,,Der Oberst ist ein Erwachsener..." ,,Wie kann das sein!?!", schrie Leon weiter. ,,Wenn jemand, dem man nahe steht, umgebracht wird, wenn man weiss, wer dahinter steckt... dann noch etwas Wichtigeres zu haben als Rache... Tun Erwachsene immer so Sachen!?!" ,,Du bist doch ein Militärhund geworden, um dein Ziel erreichen zu können, oder?", sagte Pinako zu ihm. ,,Dieser Bastard... Ich... Ich hasse ihn wirklich.", fauchte Leon.


Gluttony, der in der Eingangshalle der riesigen Villa saß und die immer noch an der Wand aufgespießte Lust bewachte, sprang auf einmal auf. ,,Da kommt jemand!", rief er aufgeregt. ,,Sei doch nicht albern.", sagte Lust zu ihm. ,,Dieser Ort..." Die Tür zersprang in tausend Stücke. ,,Wer ist das?", fragte Gluttony beunruhigt. Hohenheim Elric betrat die Eingangshalle. ,,Mögen Sie willkommen sein.", sagte Lyra, die eine Treppe hinab in die Eingangshalle stieg. ,,Unglücklicherweise ist der Herr des Hauses zur Zeit nicht..." ,,Lyra ist der Name dieses Körpers, richtig?", fragte Hohenheim sie und blieb in der Mitte des Raumes stehen. ,,Oh, Gratulation, dass du es so schnell herausgefunden hast, Hohenheim des Lichts.", sagte Lyra vergnügt zu ihm. ,,Es scheint, du konntest mich wohl doch nicht so einfach vergessen." ,,Ich habe gehört, wie meine Söhne deinen Namen erwähnt haben.", erklärte Hohenheim. ,,Aber selbst wenn ich ihn nicht gehört habe, wäre es trotzem offensichtlich gewesen. Dieses Parfüm..." ,,Bist du gekommen, um mich zu retten oder so etwas in der Art?", fragte Lyra ihn. ,,Nein. Ganz im Gegenteil, Dante.", antwortete Hohenheim. ,,Gluttony!", schrie Lyra, die von Hohenheim "Dante" genannt worden war, in Befehlston. ,,Ich werde ihn essen!", schrie Gluttony und stürmte mit weit aufgerissenem Maul auf Hohenheim zu. Hohenheim klatschte in die Hände, und sogleich schossen Dutzende von Eissplittern aus dem Boden, denen Gluttony mit einem Rückärtssalto entkam. ,,Hab Angst!", wimmerte Gluttony. ,,Dieser Kerl kann ebenfalls Dinge ohne Mutations-Zirkel mutieren!", rief Lust erschrocken. ,,Das bedeutet, auch er..." ,,Es gibt nichts, wovor du Angst haben musst, Gluttony.", sagte Lyra/ Dante (?). ,,Er hat zu viel Zeit in diesem Körper verbracht. Er muss sehr nahe an seinem Limit sein." Sie klatschte in die Hände, und Monster aus Stein erschienen, die allesamt auf Hohenheim zustürmten. Dieser erschuf Wesen aus Wasser, die sich ihrerseits auf Lyras - nein, Dantes - Wesen stürzten. ,,In der Tat, mein Limit ist fast erreicht.", gab Hohenheim zu. ,,Aber dies gilt auch für dich, Dante!" Er warf eine Nadel nach Dante. Sie zerriss ein Stück von Dantes Kleid, und darunter kam völlig verrottetes Fleisch zum Vorschein. Lust erschrak erneut. ,,Selbst wenn du deinen sterbenden Körper mit Kleidung versteckst, kann dieser Geruch - dieses Parfüm - mich nicht täuschen.", sagte Hohenheim. ,,Hohenheim...", murmelte Dante traurig, während auch die letzten von den beiden Alchemisten gerufenen Monstern verschwanden. ,,Dante, bitte führe meine Söhne nicht mehr länger hinters Licht.", bat Hohenheim sie. ,,Wenn du mir das versprichst, erzähle ich dir den Grund, warum dein Körper verrottet."


,,Es sieht aus, als hätten sie das Militär erfolgreich weggeschickt.", sagte Winry zu Fayt, mit dem sie in der Küche saß. ,,Ja, scheint so.", sagte Fayt nickend und sah hinaus zum Fenster zur untergehenden Sonne hinauf. ,,Fayt, wo ist eigentlich Leon?", fragte Winry. ,,Er sagte, es gäbe da etwas, was er allein tun müsste.", sagte Fayt.
Leon war auf dem Friedhof von Rizenbul und grub in einem der Gräber herum. ,,Tut mir Leid.", entschuldigte er sich und nahm eine kleine Urne daraus hervor. ,,Tut mir Leid... Mutter." Auf dem Grabstein stand Trisha Elric.


Vorschau Kapitel 45: Verrottetes Herz: Vor langer Zeit... zwei sich Liebende... am Ende trennten sich ihre Wege...