Dienstag, 23. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 46: Menschliche Mutation

,,Ich wusste, du würdest kommen.", sagte Tucker zu Fayt, mit dem er die lange Treppe hinab in den Keller stieg. ,,Du verstehst schließlich, wie ich mich fühle. Eine Menge ist zwischen euch und mir vorgefallen. Jedoch sind wir uns, wenn man es genauer betrachtet, sehr ähnlich. Ich schätze, deswegen wollte Leonard mich nicht sehen." ,,Mein großer Bruder will den Ring der Alchemisten nicht benutzen.", erklärte Fayt. ,,Das ist aber sehr seltsam.", sagte Tucker. ,,Ihr zwei Brüder..." ,,Wir beide sind umhergereist, um zu suchen, was wir verloren haben, ja.", sagte Fayt. ,,Das ist das einzige, was für uns eine Rolle spielt." Tucker lächelte vergnügt und betrat den Keller, in dessen Zentrum sich ein großer Mutations-Zirkel befand, in dem ein Tank mit Nährlösung stand. ,,Tut es weh, Nina?", fragte Tucker die leblose Chimära, die wie Nina aussah, und legte sie in den Tank, in dem sich ein gutes Dutzend von Chimären befanden, die wie Nina aussahen. ,,Es ist in Ordnung. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen.... Körper... und die geopfertem Leben vieler Tiere. Nun ist alles, was noch erforderlich ist, sie mit Hilfe des Ringes der Alchemisten zu verbinden." Er sah zu Fayt. ,,Woher wissen Sie davon?!?", fragte Fayt erschrocken. ,,Es war äußerst simpel.", sagte Tucker. ,,Ich brauchte nur einen Blick auf Archers Wunden werfen, und schon wusste ich, was passiert war. Und im Zentrum der Stadt befand sich Scar, der benarbte Ishbaler. Und ihr, die ihr auf der Flucht seid. Und der Führer King Bradley, der sich den Ring der Alchemisten wünscht." ,,Wussten Sie... dass der Führer ein Homunculi ist?!?", fragte Fayt entsetzt. ,,Meine Güte, meine Güte...", seufzte Tucker. ,,Was glaubst du wohl, wieviel Zeit ich in Labor 5 verbracht habe? Die Homunculi - allen voran King Bradley - sind frei rein und raus gegangen... und auch "diese gewisse Person" war dort..." ,,"Diese gewisse Person"?", wiederholte Fayt fragend. ,,Derjenige, der die Homunculi aufgezogen hat und sie befehligt.", antwortete Tucker. ,,Warten Sie!", rief Fayt. ,,Könnte diese Person etwa...?" ,,Wir reden später.", sagte Tucker und ging auf ihn zu. ,,Du hast etwas, was sie sich mehr als alles andere wünschen. Und nun gib ihn mir bitte: Den wahren Ring der Alchemisten." Er packte Fayt an, und sofort zeichnete sich rot leuchtend das Tattoo auf Fayts Körper ab, das Scar die ganze Zeit über auf seinem rechten Arm gehabt hatte. Tucker wich erschrocken zurück. ,,Bitte fassen Sie mich nicht an.", bat Fayt ihn. ,,Ich bin der Ring der Alchemisten, Mr. Tucker." ,,Was für eine Überraschung.", sagte Tucker mit großen Augen. ,,Das ist also der Grund, warum Leonard nicht gekommen ist..." ,,Ja.", sagte Fayt. ,,Wir können nicht wissen, was passiert, wenn wir den Ring der Alchemisten benutzen, deswegen müssen wir erst Untersuchungen anstellen... Aber erst, hat er gesagt, müsste er etwas erledigen, das mit den Homunculi zu tun hat. Ich verstehe, dass mein großer Bruder sich Sorgen um mich macht. Aber ich will meinen großen Bruder so schnell wie möglich seinen alten Körper zurückgeben. Wenn Sie wissen, wie..." ,,Natürlich, ich werde dir lehren, wie man den Ring der Alchemisten benutzt.", versprach Tucker ihm. ,,Aber ich würde gerne, dass du mich auch seine Macht dafür nutzen lässt. Das wäre dann Gleichwertiger Tausch, oder?" Unentschlossen sah Fayt ihn an.

,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade in Alchemy,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."

Leon und Izumi begaben sich in Dantes Arbeitszimmer in der Villa, wo an einer Wand das Zeichen der Alchemie hing: Ein goldener Stab, um den sich eine Schlange schlängelte. ,,Die meisten ihrer Bücher sind verbrannt worden.", sagte Izumi. ,,Die, die übrig sind, sind nutzlos." ,,Was für eine Art Person war Dante?", fragte Leon. ,,Eine großartige Alchemistin, die dieses Zeichen vererbt bekommen hatte.", sagte Izumi mit Blick auf das Zeichen der Alchemie. ,,Das dachte ich zumindest..." ,,Das dachten Sie?", wiederholte Leon verwirrt. ,,Sie war äußerst begabt und stark darauf bedacht, ihr Wissen über Alchemie zu verheimlichen.", sagte Izumi. ,,Das ist doch offensichtlich, oder?", meinte Leon. ,,Selbst wir verschlüsseln unsere Notizen, die wir über Alchemie machen." ,,Sie war eine Meisterin darin.", sagte Izumi. ,,Wenn Alchemie zum Wohle der Menschheit bestimmt ist, warum soll man sie dann verstecken? Sie hat einen Lebensstil völliger Isolation gewählt, lebte in diesen Wäldern, und hat niemanden gesehen. Aus welchem Grund?"
,,Ich dachte, Ihr wärt glücklich darüber gewesen!", hatte Izumi damals in geben jenem Arbeitszimmer Dante angeschrien. ,,Du willst also damit sagen, dass einst auch ich eine normale Person gewesen sein muss?", hatte Dante, damals noch in dem Körper der alten Frau, Izumi gefragt. ,,Ich werde den Wald verlassen und in der Stadt leben.", hatte Izumi gesagt. ,,Unter Menschen, die mich brauchen." ,,Du hast also vor, dein Leben zu leben, nach Anerkennung strebend?", hatte Dante gefragt. ,,Dann könntest du doch auch gleich eine Nationale Alchemistin werden." ,,Mögt Ihr...?", hatte Izumi zitternd begonnen. ,,Geh.", hatte Dante gesagt. ,,Mögen Ihr... keine Menschen?", hatte Izumi ihre Frage zu Ende gebracht. ,,Wie soll man in der Lage sein, sie zu mögen?", hatte Dante geantwortet. ,,Es sind egoistische Kreaturen, die nicht auf Erlösung hoffen können. Sobald sie gelernt hatten, wie man Schießpulver verwendet, dachten sie nur noch daran, wie man dieses Wissen für Krieg benutzen kann. Wenn sie die Geheimnisse der Alchemie verstehen würden, was für eine schreckliche Tragödie sich dann wo..." ,,Und selbst wenn es so ist, ich bin ein Mensch!", hatte Izumi zornig geschrien. ,,Und Ihr ebenfalls!" Dante hatte sie nur lächelnd angesehen...
,,Es gab einen Namen, den man nie in ihrer Gegenwart erwähnen durfte: Hohenheim des Lichts.", sagte Izumi. ,,Mein Vater?!?", fragte Leon verdutzt. ,,Ja.", sagte Izumi und holte einen Brief hervor. ,,Dieser Brief hier ist einer der wenigen, die nicht verbrannt wurden." Sie reichte ihn Leon. Er las ihn und seine Augen weiteten sich, während sein Gesicht puterrot wurde. ,,Das ist ein Liebesbrief, von Hohenheim an Dante.", erklärte Izumi. ,,Warten Sie mal! Ich hab Dante doch getroffen, sie war total alt!", rief Leon ungläubig. ,,Sie war mindestens 30 Jahre älter als mein Vater." ,,Das ist nicht das Problem.", sagte Izumi. ,,Das Datum auf diesen Brief basiert auf der Geburt Christus´." ,,Geburt Christus´?", wiederholte Leon verwundert. ,,Dieses System wird schon lange nicht mehr benutzt.", sagte Izumi. ,,Es basierte auf einer alten Religion, die es heute nicht mehr gibt. Laut diesem Datum ist der Brief 400 Jahre alt." Leon erschrak. ,,Was hat das zu bedeuten?", fragte er. ,,Ich weiss es nicht.", antwortete Izumi. ,,Es könnte sich hierbei lediglich um einen Zufall handeln... um zwei Personen, die Dante und Hohenheim hießen, also." ,,Was ist... wenn sie diejenige war, die die Homunculi kontrolliert hatte?", meinte Leon unsicher. ,,Zieh keine voreiligen Schlüsse.", warnte Izumi ihn. ,,Aber wenn es dennoch wahr ist, bist du dann darauf vorbereitet?" Leon sah unschlüssig aus dem Fenster.
Sie verließen die Villa. ,,Tut mir Leid, dass ich dir keine Hilfe bin.", sagte Izumi. ,,Ist in Ordnung. Ich schaffe es schon allein.", versicherte Leon ihr. ,,Sensei..." ,,Hmm?", machte Izumi fragend. ,,Tut mir Leid.", entschuldigte sich Leon. ,,Du Dummkopf.", sagte Izumi und sah traurig zu Boden. ,,Tut mir Leid.", wiederholte Leon und ging davon.
,,Also ist es wirklich soweit?", fragte Havoc im Zimmer seines Krankenhauses. ,,Wenn wir Krieg mit dem Norden beginnen.", antwortete Roy darauf. ,,Dies wird vollkommen anders als jeder Zivilkrieg zuvor. ,,Tut mir Leid. Diesmal kann ich nicht helfen...", entschuldigte sich Havoc mit Blick auf seine verletzte Hand. Es klopfte an der Tür und Fury trat ein. ,,Es ist bald Zeit.", sagte er. ,,Havoc, Sie werden nicht allein sein.", sagte Roy zu Havoc. ,,Es wird noch jemand hier bleiben." ,,Hä?", machte Fury verdutzt. ,,Sergeant Fury, bei Ihrer Untersuchung vor wenigen Tagen kam heraus, dass Sie eine äußerst schwere Gehirnerschütterung haben." ,,Und deswegen dürfen Sie sich auch nicht bewegen.", sagte Roy, stieß Fury ins Bett, nahm ihm seine Brille ab und setzte sie Hawkeye auf. ,,Hmm... gar nicht mal schlecht.", meinte er. ,,Ha Ha, sehr witzig.", sagte Hawkeye kopfschüttelnd.


Wenige Stunden später versammelte sich das gesamte Militär vor dem Hauptquartier Central Citys. ,,Der Norden hat militärische Schritte gegen uns getan!", sprach General Peacecraft. ,,Es ist klar, dass es töricht wäre, dies zu übersehen. Es würde darin enden, dass wir es mit einem Streit um Territorium zu tun bekommen, der bereits vor langer Zeit gelöst war. Jedoch hat der Führer eine weise Entscheidung getroffen. Wir werden unsere Streitkräfte im Gebirge nahe der Grenze positionieren und die Eindringlinge zurückdrängen! Diejenigen, die sich daran beteiligen werden, sind die Besten des Militärs!"
Die Soldaten rückten aus. ,,Es tut mir Leid, dass ich Ihnen so viele gefährliche Missionen aufbürden muss.", entschuldigte sich Pride bei Roy und schüttelte mit ihm Hände. ,,Es ist mir eine Ehre.", sagte Roy. ,,Ich glaube, dass die Zweifel, die gegen Sie bestehen, unbegründet sind.", sagte Pride. ,,Dies hier ist der Beweis dafür." ,,Ich werde Sie nicht enttäuschen, Eure Exzellenz, Führer.", sagte Roy und verbeugte sich vor Pride. ,,Ich hoffe auf Ihre Sicherheit, Brigadier General Roy Mustang.", sagte Pride und wandte sich an Armstrong. ,,Lieutenant Oberst Alex Louis Armstrong, unterstützen Sie ihn, so gut Sie können." ,,Ja, Sir.", sagte Armstrong und verbeugte sich ebenfalls. ,,Jedoch mache ich mir Sorgen um die Verteidigung Central Citys, da wir unsere Truppen allesamt auf den Norden konzentrieren." ,,Machen Sie sich deswegen keine Sorgen.", sagte Pride. ,,Frank Archer wird sich der Verteidigung Central Citys mit Freude annehmen." ,,Archer?!?", wiederholte Armstrong erschrocken. ,,Er ist immer noch am Leben?!?"
In einer Zelle unterhalb des Hauptquartiers schrie eine völlig entstellte Person vor Schmerzen laut auf.
Pride betrat sein Büro und schritt zum riesigen Bücherregal, über das Dutzende von Lampen zur Beleuchtung hingen. Er zog an einer der Lampen, und sogleich fuhr das Regal zurück. Ein Gitter fuhr Sekunden später zur Seite und gab einen Aufzug frei, in den Pride stieg und hinab unter Central City fuhr. Er nahm sich die Augenklappe ab, unter der sein Ultimatives Auge zum Vorschein kam. ,,Danke für Ihre harte Arbeit, Führer.", begrüßte Dante in Lyras Körper Pride, als der Aufzug in der Eingangshalle der riesigen Villa ankam. Pride verbeugte sich vor ihr. ,,Es gibt keine Gerüchte bezüglich des Ringes der Alchemisten im Norden.", sagte er. ,,Selbst wenn wir sie in die Ecke treiben, gibt es niemanden, den wir dazu bringen könnten, den Ring zu erschaffen." ,,Das ist in Ordnung.", sagte Dante. ,,Diesmal ist unser einziges Ziel, die Herrschaft des Militärs auszunutzen. Diejenigen, die dem Ring der Alchemisten zunahe kommen, verschwinden. Für Soldaten gibt es keine Ausnahme." ,,Dann wird also nicht nur Roy Mustang sterben...", sagte Pride. ,,Ja. Alle, die mit Hughes zu tun haben, werden bei dieser Operation umgebracht werden.", sagte Dante vergnügt. ,,Envy wird dafür sorgen." ,,Wenn du von mir redest, ich bin hier.", sagte Envy und betrat die Eingangshalle. ,,Du meine Güte. Habe ich dir nicht gesagt, dass du im Norden auf sie warten sollst?", meinte Dante. ,,Ich hab gehört, dass er kommen würde.", sagte Envy. ,,Du bist ziemlich unhöflich, Envy.", ermahnte Pride ihn. ,,Misch dich nicht ein, defekte Menschenpuppe!", fuhr Envy ihn an. ,,Sei doch nicht so, Envy-Schatz.", sagte Dante. ,,Pride ist ein Homunculus, der genauso wie ein Mensch altert. Er ist mein Meisterstück." ,,Wo ist er?", fragte Envy sie. ,,"Er", "Er", wen meinst du denn?", fragte Dante. ,,Ihn!!!", brüllte Envy. ,,Derjenige, der mich erschaffen hat, so wie du Greed und Pride erschaffen hast! Derjenige, der mit uns gespielt hat!" ,,Ah, du meinst Hohenheim des Lichts.", sagte Dante. ,,Er ist hierher gekommen, oder?!?", schrie Envy. ,,Wo ist er?!?" ,,Hast du vielleicht ein paarnostalgische Gefühle für deinen wahren Vater?", fragte Pride ihn. Envy verpasste ihm einen Tritt, der ihn auf die andere Seite des Raumes beförderte, und setzte sich auf ihn. ,,WO IST ER!?!", brüllte er und schlug wie wild auf Prides Kopf ein, was nichts brachte, das Pride mit seinem Ultimativen Auge die Angriffe vorhersah und ihnen auswich. ,,Er ist tot.", antwortete Dante belustigt. ,,Das kann nicht sein!", schrie Envy und schlug weiter auf Pride ein, der weiter auswich. ,,Er kann nicht sterben! Ich werde ihn nämlich töten!" ,,Ich habe seine Verbindung zwischen Seele, Bewusstsein und Körper gebrochen. Es ist, als wäre er tot.", erklärte Dante. ,,Das kann nicht sein. Das kann nicht sein!", schrie Envy und sprang von Pride herunter, der aufstand und unbeirrt zur Seite schritt. ,,Warum hast du mir nichts gesagt!?! Er..." Er begann wie wütend auf den Boden einzuschlagen, in dem ein immer größerer Krater erstand. ,,Ich wollte ihn... Ich wollte ihn... Ich wollte ihn..." ,,Seine Söhne sind immer noch am Leben.", sprach Dante unbeeindruckt weiter. ,,Hast du schon gehört? Sie haben den Ring der Alchemisten bei sich." ,,Sie haben... den Ring?!?", wiederholte Envy und hielt inne. ,,Ja.", sagte Dante. ,,Und wenn es so weitergeht, werden sie alles zrückbekommen." ,,Das lasse ich nicht zu...", grummelte Envy, haltlos zitternd. ,,Es ist wirklich eine Schande, nicht wahr?", seufzte Dante mit boshaftem Lächeln. ,,Wenn sie wirklich alles zurückerhalten, würdest du, der du doch sein meistgeliebtes Kind hättest sein sollen, am Ende rein gar nichts erhalten." ,,Ich will... ihre Gesichter sehen, wenn ich ihnen den Ring der Alchemisten wegnehme.", sagte Envy und grinste dabei boshaft. ,,Ich will... ihre Gesichter sehen, wenn sie alles verlieren!" Dante und Pride sahen sich lächelnd an.


Es war Abend, als die Homunculi Lust, Sloth und Wrath in dem Zimmer der Absteige ankamen, das Leon und Fayt gemietet hatten. ,,Ich gehe zu Tucker.", las Lust von einem Brief ab, den Fayt auf den Nachttisch neben dem Bett gelegt hatte, für den Fall, dass Leon vor ihm zurückkam. ,,Maxwell Tucker...", seufzte Sloth, während Wrath auf dem Bett des Zimmers vergnügt auf und ab sprang. ,,Ich dachte, wir wären ihn endlich los." Sie ging zur Zimmertür. ,,Warte.", sagte Lust. ,,Warum, glaubst du, hat Tucker ihn gerufen?" ,,Das ist ziemlich offensichtlich. Er will diese nutzlose Chimära vervollständigen.", antwortete Sloth. ,,Seine Tochter also.", sagte Lust. ,,Tucker hat in Labor 5 eine Menge über den Ring der Alchemisten gelernt.", erzählte Sloth. ,,Wenn er Bescheid weiss und es ihnen erzählt... wüsste der Metalljunge, wie man den Ring einsetzt.", sagte Lust nachdenklich. ,,Worüber denkst du gerade nach, Lust?", fragte Sloth. Lust lächelte ihr nur zu. ,,Wrath, ich zähle auf dich für das, was kommen wird.", sagte Sloth zu Wrath, der sofort aufhörte zu springen. ,,Du gehst fort?", fragte Wrath und drückte sich fest an Sloth. ,,Du bist ein braves Kind.", sagte Sloth und strich ihm sanft durchs Haar. Lust seufzte tief.
,,Wirklich... dein großer Bruder ist ein wahres Genie.", sagte Tucker, während Fayt mehrere Mutations-Zirkel um den Tank herum malte. ,,Er hat damals in Labor 5 sofort an diesen Mutations-Zirkel mit sieben Zacken gedacht." ,,Sie haben es nur imitiert, oder?", fragte Fayt. ,,In der Tat.", sagte Tucker. ,,Ich habe ihn ein wenig verbessert, aber Leon hatte die Grundidee dafür. Er muss gewusst haben, dass man nur so den Ring der Alchemisten aktivieren kann." Er trat vor den Mutations-Zirkel, auf dem der Tank mit den vielen Chimären stand, die aussahen wie Nina. ,,Er... hat sich um meine Sicherheit gesorgt.", sagte Fayt mit Blick zu Boden. ,,Obwohl er als oberste Priorität hat, deinen altern Körper zurückzubekommen, sieht es so aus, als hätte er kein Interesse mehr an dem Ring der Alchemisten.", sagte Tucker. ,,Warum?", fragte Fayt. ,,Vielleicht wegen...", begann Tucker und dachte an die vielen Soldaten, deren Leben es gekostet hatte, um den Ring der Alchemisten herzustellen. ,,Ach, nichts. Kannst du mal kurz hierher kommen?" Fayt trat neben ihn. ,,Sehr gut.", sagte Tucker und schubste ihn, so dass er auf den Mutations-Zirkel trat, der sofort zu leuchten begann. Schlagartig zeichnete sich rot leuchtend das Tattoo auf Fayts Körper ab. Er wurde hochgehoben und kam über dem Tank schwebend zum Stehen. ,,Tucker?", rief Fayt verwirrt. ,,Zuerst wirst du mich bezahlen.", sagte Tucker mit irrem Blick auf die vielen Ninas im Tank. ,,Um Nina wiederzubeleben, müsste ein so großer Ring der Alchemisten mehr als genügen." ,,Warten Sie bitte!", rief Fayt erschrocken. ,,Ich bin noch nicht bereit, um..." ,,Nina... Nina... Bald...", sagte Tucker vergnügt und kniete sich vor dem Mutations-Zirkel nieder. ,,Tucker!", schrie Fayt panisch. Tucker legte seine Hände auf den Zirkel auf.
,,Bin wieder da, Fayt!", rief Leon und betrat das Zimmer, das vollkommn leer war. ,,Fayt?", rief er verwirrt und entdeckte den Brief auf dem Nachttisch, den er las. ,,Du Dummkopf!", fluchte er. ,,Du siehst ziemlich gesund aus für jemanden, der vom Militär verfolgt wird.", sagte Lust, die sich hinter der Tür versteckt hatte, und zielte mit einem ihrer langen Fingernägel auf Leons Hinterkopf. ,,Ich habe von Scar gehört, wer du wirklich bist.", sagte Leon zu ihr. ,,Ich bin ich.", entgegnete Lust. ,,Bist du nicht.", sagte Leon und ließ sich fallen. Lust ließ ihre Fingernägel schnell weiterwachsen, doch sie verfehlten ihn und trafen stattdessen die Schublade des Nachttisches. ,,Bitte handle nicht so voreilig.", sagte Lust. ,,Was versteckst du?" Sie zerstörte die Schublade mit ihren Nägeln, erschrak jedoch, als sich das Medaillon, das einst ihr gehört hatte, und das sich in der Schublade befanden hatte, sich um ihre Hand wickelte. Sie war sofort gelähmt. ,,Ich hab dir doch gesagt, dass ich gehört habe, wer du bist!", rief Leon, ließ seinen Auto-Mail-Arm mit Hilfe von Alchemie zu einem Dolch werden und stürmte auf sie zu. Doch bevor er sie erreichte, sprang Wrath von der Decke, mit der er sich vereinigt hatte, und packte seine Arme. ,,Wrath!", rief Leon erschrocken. ,,Heute hole ich mir auf jeden Fall den Rest deines Körpers!", rief Wrath grinsend. ,,Sorry, aber der steht nicht zum Verkauf!", rief Leon und verpasste Wrath einen Tritt in den Bauch. Er konnte seine rechte Hand befreien, doch seinen Auto-Mail-Arm hielt Wrath eisern fest. ,,Hör auf!", schrie Leon, als der Auto-Mail im nächsten Moment schon in der Hälfte zerbrach, und Wrath die abgebrochene Hälfte mit sich vereinte, so dass seine Brust zu Metall wurde. Erschrocken starrte Leon auf seinen Auto-Mail-Stummel, was Wrath ausnutzte; er sprang vor, rang Leon zu Boden und begann ihn zu würgen. ,,Wrath!", schrie Leon mit erstickter Stimme. ,,Wenn du um dein Leben betteln willst, ich werde dir nicht zuhören.", sagte Wrath und kicherte boshaft. ,,Schön. Nimm meine Arme und Beine, wenn du willst, ich habe schließlich die beste Auto-Mail-Mechanikerin dieser Welt!", rief Leon. ,,Sie wird mir noch bessere Auto-Mails machen!" ,,Was sagst du da?!?", fragte Wrath verdutzt. ,,Aber... es gibt da etwas, was ich dich fragen will...", keuchte Leon. ,,Wenn du meine restlichen Arm und mein verbleibendes Bein an dich reißen und sie dir ansetzen würdest... Würdest du so ein Mensch werden? Selbst wenn ein Mensch Auto-Mail bekommt oder zu einer Rüstung wird, spielt es eine Rolle? Sie wären immer noch Menscn! Aber du! Was ist mit dir?" ,,Halt die Klappe!", schrie Wrath. Leon nutzte die Gelegenheit, stieß Wrath von sich weg, schlug seine Hand und seinen Metallstummel aneinander und ließ eine Wand aus dem Boden hochfahren, die ihn von den Homunculi trennte. ,,Lust! Was tust du da?!?", fuh Wrath Lust an, die immer noch gelähmt war, und schlug ihr das Medaillon aus der Hand. Erleichtert atmete Lust auf. ,,Töte ihn!", fuhr Wrath sie an. ,,Wenn wir es nicht tun, wird sie böse auf uns!" Mehrere Hiebe mit den langen Nägeln, und die Wand war zerstört. Leon sprang aus dem Fenster in die dunkle Gasse hinter der Absteige, doch Lust landete auf der einen Seite, Wrath auf der anderen. ,,Töte ihn, Lust!", rief Wrath. ,,Du willst doch auch ein Mensch werden, richtig?", fragte Leon Lust. ,,Wenn es wirklich einen Ring der Alchemisten gibt, bringt Tucker deinem klein Bruder gerade bei, wie man ihn benutzt.", sagte Lust und sah zu Boden. ,,Wenn du wüsstest, wie man ihn benutzt..." ,,Lust! Was redest du da?!?", fragte Wrath verwirrt. ,,Würdest du mich dann in einen Menschen verwandeln?", fragte Lust Leon. ,,Lust!", schrie Wrath und stürmte auf Leon zu. Lust sprang vor und schlug mit ihren langen Fingernägeln gegen Wraths Metallbrust, so dass er zu Boden schlug. ,,Was hast du vor?!?", rief Leon verdattert. ,,Hab ich doch schon gesagt.", antwortete Lust. ,,Hör auf damit.", sagte Leon. ,,Glaubst du wirklich, ich würde euch zu Menschen machen?!?" ,,Wieso nicht?", fragte Lust. ,,Wenn du uns zu Menschen machen würdest, würde euch niemand mehr verfolgen. Ihr würdet keine Gegner haben." ,,Du Verräterin!", brüllte Wrath und stürmte zornig auf Lust zu. Sie wich einem Hieb von ihm aus und holte ihrerseits nach ihm aus, doch er hielt das Medaillon hoch. Sie durchstieß es und war sofort erneut gelähmt und fiel zu Boden. ,,Hat sie nicht gesagt, das sie uns zu Menschen machen würde, wenn wir ihr den Ring der Alchemisten bringen?", sagte Wrath und stellte sich auf sie. ,,Das kann ich nicht glauben.", sagte Lust stöhnend. ,,Sie will den Ring der Alchemisten nur, um ihr Leben zu verlängern. Und dafür sind zahllose Kriege... Diese Person wird uns nicht zu Menschen machen." ,,Selbst wenn, ist mir doch egal.", sagte Wrath. ,,Ich werde... durch meine eigene Stärke zu einem Mensch werden!" Er griff einen ihrer Nägel und brach ihn ab. Ein lauter Schmerzensschrei entfuhr Lust. ,,Es ist genau wie "diese gewisse Person" sagte.", sagte Wrath und zielte mit dem abgebrochenen Nagel auf Lust. ,,Man kann dir nicht vertrauen. Du bist nur eine Bürde, alte Frau." Eine von Leon erschaffene Faust aus Stein schlug in zu Boden. Leon sprang vor und riss das Medaillon von Lusts Fingernagel. Lust rappelte sich blitzschnell auf und nagelte Wrath mit mehrere ihrer Nägel am Boden fest. Ein weiterer Nagel durchbohrte seinen Kopf und tötete ihn. ,,Gehen wir.", sagte Lust zu Leon und rannte los. Leon verstaute das Medaillon in seiner Hosentasche und folgte ihr. ,,Wir müssen uns beeilen, Sloth ist hinter deinem kleinen Bruder her.", rief Lust im Laufen. ,,Weißt du, wo sich Tucker aufhält?", fragte Leon. ,,Er befindet sich in der Fabrik, in der er gearbeitet hat, bevor er zu einem Nationalen Alchemist wurde. Sie befindet sich hier ganz in der Nähe.", antwortete Lust. ,,Warte!", sagte Leon und blieb stehen. Lust blieb ebenfalls stehen. ,,Ich habe dir nichts versprochen.", sagte Leon zu ihr. ,,Warum?", fragte Lust. ,,Ich sollte derjenige sein, der dich das fragt!", rief Leon. ,,Warum willst du ein Mensch werden? Ihr Homunculi seit unsterblich und altert nicht... Und ich weiss nicht warum, aber euch macht es wohl äußerst spaß, so zu leben, wie ihr lebt. Und trotzdem willst du zu einem Mensch werden?" ,,Du kannst wirklich grausam sein.", sagte Lust und lächelte ein trauriges Lächeln. ,,Warum willst du denn deinem großen Bruder seinen alten Körper wiedergeben?" Leon sah zu Boden. ,,Es ist bei mir dasselbe.", sagte Lust und ging weiter. ,,Hey! Die Person, auf die ihr hört... könnte es... jemand sein, den ich kenne?", rief Leon ihr zu. ,,Hmm... Wenn ich ein Mensch wäre, hätte ich nichts dagegen, es dir zu sagen.", sagte Lust lächelnd. ,,Vergiss bloß nicht, dass ich immer noch deine Schwachstelle habe!", rief Leon und folgte ihr. ,,Das werde ich nicht vergessen... Das kann ich nicht vergessen...", sagte Lust traurig, vor ihren Augen der Mann, dem sie es damals vor ihrem Tod übergeben hatte.
Langsam kam Fayt wieder zu sich und merkte, dass er in einer Ecke des Kellers unter der Farbik lag. ,,Nina... Nina... Ich verstehe.", hörte er Tucker lachend sagen. Was ist... passiert?, dachte er und sah zu Tucker auf, der über den Tank gebeugt war. ,,Du bist es wirklich...", schluchzte Tucker vor Freude und sah zu Fayt. ,,Oh, ich danke dir, Fayton. Nina ist wieder da." Er hob eine Gestalt aus dem Tank heraus, und Fayt erkannte die menschliche Nina, die vollkommen reglos in Tuckers Armen lag. ,,Verstehst du, was ich sage?", fragte Tucker Nina. ,,Verstehst du mich, Nina? Komm, sag "Papa", Nina." Nina antwortete nicht, bewegte sich nicht. ,,Sie hat keine Seele...", sagte Fayt entsetzt und bemerkte im nächsten Moment ein Gebilde aus Wasser, das durch den Keller kroch und sich schließlich zu Sloth verformte. ,,Herzlichen Glückwunsch, Tucker.", sagte Sloth zu Tucker, der bei ihrem Anblick panisch kreischend in die Höhe sprang und Nina zurück in den Tank fallen ließ. ,,Dies ist eine perfekte Menschliche Mutation." Tucker begann vor Angst zu zittern. ,,Ist schon in Ordnung.", sagte Sloth beruhigend zu ihm. ,,Mir ist dieses seelenlose Puppe dort im Tank vollkommen egal. Nur ein starker Wille kann eine Seele binden. Für Sie ist es unmöglich." Sie wandte sich zu Fayt um. ,,Gute Abend, Fayton Elric. Wir dürfen den lang erwarteten Ring der Alchemisten nicht noch mehr verrotten lassen." ,,Verrotten?!?", wiederholte Fayt verwirrt. Sloth deutete auf eine Stelle in der Nähe von Fayts Hüfte. Fayt sah hinab und sah ein riesiger Loch, das seine Hüfte zierte, das helle rote Leuchten des Ringes der Alchemisten aus dem Loch scheinend. ,,Nein!", schrie Fayt entsetzt und in grenzenloser Panik. ,,Großer Bruder... Großer Bruder... Ist dies die Macht des Ringes der Alchemisten?!?"


Vorschau Kapitel 47: Das Homunculus-Siegel: Wie hatte Dante damals Greed versiegelt und ihn entmächtigt? Gibt es eine Möglichkeit, dieses Verfahren noch einmal anzuwenden?