Fayt, der im Schlafsaal einer Villa gefangen war, wurde von Envy, der langsam ungeduldig wurde, zu Boden getreten. ,,Was ist das hier für ein Ort?", fragte Fayt, der mit durch Alchemie verstärkten Seilen gefesselt war. ,,Die Villa unseres Anführers.", antwortete Envy heiter und setzte sich aufs Bett. ,,Eures Anführers?", wiederholte Fayt fragend. ,,Derjenige, der euch nach dem Ring der Alchemisten hat suchen lassen?" ,,Nicht nur das.", sagte Envy. ,,Unser Anführer hat uns Homunculi gefunden, zusammengebracht, und großgezogen." ,,Diese Person betrügt euch Homunculi, die ihr euch danach sehnt, Menschen zu werden...", sagte Fayt. ,,Nur derjenige, der sich auch wirklich betrügen lässt, ist ein Narr.", sagte Envy grinsend. ,,Was soll das bedeuten?", fragte Fayt verwirrt. ,,Oh, ich weiss, dass unser Anführer den Ring der Alchemisten nur für sich selbst haben will.", erklärte Envy. ,,Sonst noch was? Wenn ich Menschen leiden sehen kann, reicht mir das." Fayt rappelte sich auf und vollführte eine Rammattacke in Envys Richtung. Dieser wich jedoch mit Leichtigkeit aus und packte ihn, bevor er zu Boden stürzt. ,,Hey, nicht so wild. Dein Körper ist ziemlich wichtig für uns, weißt du.", sagte Envy. ,,Übertreib´s nur nicht." Er stieß Fayt zu Boden und trat mit einem Fuß auf ihn. ,,Was meinst, wieviele Menschen Scar getötet hat, damit du zum Ring der Alchemisten werden konntest?", fragte Envy und kicherte boshaft. ,,Unter den Soldaten, die in Lior City eingefallen sind, sind 7000 mit einem Mal verschwunden gewesen. Und sie sind nicht tot. Sie befinden sich nun alle in dir. Oh ja, und vor langer Zeit wurden die, die im Ishbal-Krieg gestorben sind, ebenfalls in Scars rechte Hand versiegelt. Ist das nicht großartig?" Er gackerte vergnügt. ,,Was glaubst, wieviele Tausende von Leben wohl genau in dir sind, he? Verschwende sie nicht einfach so!" Er trat Fayts Kopf zur Seite und verließ lauthals lachend das Zimmer. ,,Ich... hätte sterben sollen.", sagte Fayt mit zittriger Stimme. ,,Damals..." Er erinnerte sich zurück, als er seinen Körper durch die fehlgeschlagene Menschliche Mutation verloren hatte. ,,... und damals..." Erinnerte sich, wie Lust damit gedroht hatte, sein Blutsiegel zu zerstören, wenn Leon nicht die Sträflinge in Labor 5 opferte. ,,... und damals..." Erinnerte sich, wie Kimbley mit einer alchemistischen Reaktion dafür gesorgt hatte, dass sein Körper langsam immer schwärzer und schwärzer wurde. ,,Und dennoch ist es nicht geschehen... Warum lebe ich immer noch...?... Großer Bruder... Vater..."
,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."
Russel saß ungeduldig mit Fletcher, der kurz vorm Einschlafen war, in einer heruntergekommenen Kirche in der Altstadt Central Citys. Plötzlich ging die Tür auf und Leon trat ein. ,,Leonard!", rief Fletcher erleichtert und sprang sofort auf. ,,Wo warst du so lange?", fragte Russel. ,,Tut mir Leid.", entschuldigte sich Leon. ,,Ist das der Ort?" ,,Ja, hier ist es.", antwortete Fletcher. ,,Zeigt es mir noch einmal.", bat Leon. Fletcher reichte ihm den Tagebucheintrag. ,,Vor mehreren Jahren kam Vater hierher nach Central City, um das Rote Wasser zu erforschen.", erklärte Russel, während Leon den Tagebucheintrag studierte. ,,Hier fand er einen Ort namens Labor 5. Er traf dort einen Alchemisten namens Marcoh. Dieser Mann erklärte ihm... dass lebendige Menschen nötig waren, um das Rote Wasser in den Ring der Alchemisten umzuwandeln. Er verriet unserem Vater auch den Aufenthaltsort des wahren Labors." Leon sah zum Altar der Kirche. ,,Labor 5 war als nichts weiter als der Eingang zu etwas Größerem.", sagte er und gab Fletcher den Tagebucheintrag zurück. ,,In Wirklichkeit gibt es noch eine größere Menschenforschungseinrichtung. In der Tat, dies muss der Ort sein, nach dem ich suche." Er schritt auf den Altar zu gefolgt von Russel und Fletcher. ,,Ich gehe allein.", sagte er zu den beiden. ,,Aber warum?", fragte Fletcher. ,,Fayt ist doch in Gefahr, oder?" ,,Ist in Ordnung. Er ist nur verloren gegangen.", log Leon. Er klatschte in die Hände und schuf mit Alchemie ein Loch im Altar, durch das er gehen wollte. ,,Leon...", begann Russel. ,,Hmm?", machte Leon fragend und blieb stehen. ,,Der Grund, warum wir dich diesen Tagebucheintrag haben sehen lassen, ist nicht der, dass wir euch den Ring der Alchemisten erschaffen lassen wollen.", sagte Russel. ,,Das weiss ich.", entgegnete Leon. ,,Ich werde den Ring der Alchemisten nicht erschaffen, versprochen." Er ging durch das Loch und schritt eine Treppe in endlose Tiefe hinab. ,,Komm nur wieder leben zurück!", rief Russel ihm nach.
Leon schritt tiefer und tiefer, bis er schließlich an einem See unter Central City herauskam, der in einen Wasserfall endete; Steinköpfe befanden sich überall im hüfthohen Wasser. Leon schritt durch einen Tunnel in der Nähe des Wasserfalls, stieg die Treppen hinunter, und erschrak, als er am Ende auf einem riesigen Hügel herauskam, von dem aus man auf eine riesige altertümliche Stadt blicken konnte, die unter Central City lag. Leon rief sich den Tagebucheintrag in Erinnerung:
Betritt man den Gang hinter dem Altar der Kirche und wandert die Treppen hinab,
kommt man an einem kristallklaren See hinaus.
Schreitet man dann einen Tunnel in der Nähe des Wasserfalls, in den der See endet, hinab,
findet man unter Central City eine weitere Stadt, Überbleibsel einer alten Religion.
Durch den Baustil dieser Stadt kann man schätzen,
dass sie mindestens 400 Jahre alt ist.
Es gibt eine Legende, dass einst dort, wo Central City gestanden hatte,
früher eine andere Stadt gestanden hatte,
die in einer einzigen Nacht verschwunden war.
Wurde die ganze Stadt, in der sich niemand befindet, gefangen genommen und hinabgezogen?
Leon erschrak, als ihm ein Gedanke kam. ,,Man hat also alle Bewohner diese Stadt als Opfer für den Ring der Alchemisten benutzt...", murmelte er zitternd. ,,Um den Rest der Welt zu täuschen und das Verschwinden der Bewohner zu verheimlichen... hat man die gesamte Stadt verschwinden lassen. Gibt es wirklich jemanden, der solch einen grausamen Plan durchführen könnte?" Er hielt kurz inne, dann schrie er: ,,Ist jemand hier?!?" Keine Antwort. ,,Ich weiss, dass du hier bist!", schrie Leon weiter. ,,Du wusstest von Anfang an Bescheid, nicht wahr!?! Zeig dich, Hohenheim des Lichts!!!"
Rose saß mit glasigem Blick in einem Raum der Villa auf einem bequemen Sessel. Gluttony, der unruhig hin und her schritt, beäugte sie hungrig. ,,Aus, Gluttony.", herrschte Dante ihn an und setzte sich neben Rose auf den Sessel. ,,Ihr Körper ist sehr wichtig für mich." Sie fuhr Rose übers Gesicht und ihre Brüste. ,,Wundervoll... Kein Wunder, dass sie Leons und Fayts Herz im Sturm erobert hatte. ,,Hey, was ist mit Lust passiert?", fragte Gluttony wimmernd und begann an einem Tisch zu rütteln. ,,Hmm... Das frage ich mich auch...", sagte Dante gedankenversunken. ,,Oh, stimmt ja, ich muss Rose und mir ja noch passende Kleider anziehen. Ich muss gut aussehen, wenn ich die beiden Brüder begrüße." Schniefend verließ Gluttony das Zimmer wieder. Envy klopfte an der Tür. ,,Es kommt jemand.", sagte er. ,,Du meine Güte. Das ging aber schnell.", sagte Dante vergnügt und verließ das Zimmer, um mit Envy in die Eingangshalle zu gehen, in die im selben Moment Wrath stürmte. ,,Wo ist er?!?", schrie er verzweifelt und klammerte sich an Envy fest. ,,Wrath?", fragte Dante verwundert. ,,Wo ist er?!? Wo ist der Ring der Alchemisten?!?", schrie Wrath Envy an. ,,Du bist wirklich nervig!", fauchte Envy. ,,Was hat das zu bedeuten?", fragte Dante. ,,Wo ist er?!? Wo?!?", schrie Wrath weiter. ,,Sollte er nicht Leonard beobachten?", fragte Dante, leicht verärgert. ,,Nun, so hab ich es ihm jedenfalls aufgetragen.", entgegnete Envy. ,,Bitte! Schnell, gib mir den Ring der Alchemisten!", flehte Wrath ihn an. ,,Wrath, wenn du nicht ein braves Kind bist, werde ich dich nicht in einen Menschen verwandeln.", ermahnte Dante ihn. ,,Ich habe keine Zeit!", schrie Wrath und wollte sie packen, doch Envy hielt ihn zurück. ,,Mama... Mama wird noch für immer verschwinden!" ,,Mama?", wiederholte Dante fragend. ,,Er redet von Sloth.", erklärte Envy und stieß Wrath zu Boden. ,,Sloth ist nicht deine Mutter, Wrath. Homunculi haben keine Mütter.", erklärte Dante Wrath. ,,Bring Mama zurück! Bitte!", flehte Wrath und versuchte erneut, sie zu packen. Wieder hielt Envy ihn zurück. ,,Sprich nicht so, als wenn du ein Mensch wärest.", herrschte Dante ihn an. ,,Mama... Mama...", schluchzte Wrath zitternd. ,,Envy!", sagte Dante in Befehlston. Envy stieß Wrath ein zweites Mal zu Boden, diesmal äußerst brutal. ,,Bitte!", flehte Wrath und rannte erneut auf Dante zu. Envy trat ihn gegen die Eingangstür. Wrath wollte mit seinem linken Arm Alchemie einsetzen, doch Envy trat mit aller Kraft auf den Arm, so dass Wrath vor Schmerzen aufschrie. ,,Was kannst du schon in deiner Verfassung tun?", spottete Envy mit Blick auf die eine Hälfte Wraths, die völlig verbrannt war, und begann auf Wrath einzutreten.
Archer schoss immer noch auf Izumi, die sich hinter einer Steinwand versteckte, die sie mit Alchemie erschaffen hatte. ,,Hahahahaha!!!", lachte Archer laut, während Soldaten den Raum stürmten. ,,Welche Kraft ich doch nun habe! Kein Wunder, dass Leonard Elric Auto-Mail trägt! Das ist äußerst spaßig!" ,,Und ein Bastard wie du ist wirklich Soldat?", rief Izumi verächtlich und schaute hinter der Steinwand hervor. ,,Ich nehme an, du weißt nicht von der wahren Identität des Führers?!?" ,,Es ist noch nicht zu spät. Werden Sie zu einer meiner Untergebenen.", bat Archer ihr an. ,,Hä?!?", machte Izumi. ,,Norden, Süden, Westen... Wir sind bereit, gegen sie alle in den Krieg zu ziehen.", sagte Archer. ,,Die Kontinente werden bald alle unter unserer Kontrolle sein." ,,Ich bin nicht interessiert.", sagte Izumi mit so viel Verachtung wie möglich in ihrer Stimme. ,,Dann... Sterben Sie eben!", rief Archer und stürmte mit einem Satz hinter die Wand. Izumi sprang zur Seite und klatschte in die Hände, während Archer mit seinem Arm, der gleichzeitig eine Kanone war, auf sie zielte. Izumi wollte eine Wand heraufbeschwören, spuckte aber in diesem Moment Blut und sackte zu Boden, die Kanonenschüsse sie gerade so verfehlend. Sie wollte sich wieder aufrappeln, doch ein Schuss traf ihre Schulter und riss sie zu Boden. ,,Ihre Schüler werden Ihnen bald folgen.", sagte Archer, der nun vor ihr stand und direkt auf ihren Kopf zielte. Mehrere Schüsse wurden auf ihn abgefeuert. Er sah auf und erblickte Ross und Brosch, die den Raum betreten hatten und auf ihn schossen. Wie können Sie es wagen, eine Vorgesetzten anzugreifen!?!", schrie Archer zornig. Noch mehr Soldaten stürmten in den Raum und schossen auf Archer und seine Gefolgsleute. ,,Bastarde!!!", brüllte Archer und rannte mit seinem Gefolge aus dem Raum. ,,Miss Izumi!", rief Ross besorgt und beugte sich zu der am Boden liegenden Izumi hinab. ,,Leon...", stöhnte Izumi, während sie von Brosch und Ross aus dem Raum getragen wurde. ,,Er wird sich wohl gerade an dem Ort befinden, der im Tagebucheintrag beschrieben ist.", vermutete Ross und setzte sie auf einer Couch ab. ,,Gl... Glauben Sie uns alle?", fragte Izumi mit Blick auf die Soldaten, die zu ihrer Hilfe gekommen waren und noch immer Archers Gefolgsleute beschossen. ,,Diese beiden Jungen werden doch als Verräter betrachtet." ,,Kindern zu glauben und sie beschützen: Das ist die Aufgabe eines Erwachsenen.", sagte Ross. ,,Dies hat ein Mann namens Hughes mir einst gesagt."
Leon wanderte weiter durch die Stadt, die unter Central City lag, als er plötzlich Opernmusik in der Ferne hörte, die vom Palast auf der anderen Seite der Stadt her kam.
Er schritt durch die Stadt und öffnete das Eingangstor des Palastes, seine Augen sich mächtig weitend, als er den gigantischen Ballsaal saß, vollkommen aus Gold bestehend, ob nun der Boden, die Wände oder die riesigen Kronleuchter an der Decke. Und in der Mitte des Ballsaales tanzte Rose wie in Trance zur Musik, die spielte. ,,Rose?", fragte Leon verwirrt. Rose blieb stehen und sah zu ihm hinüber. ,,Leon?", fragte sie, ihr Blick immer noch merkwürdig glasig, ihre Stimme äußerst monoton. ,,Du bist endlich gekommen." Rose packte ihn und begann mit ihm zu tanzen. ,,Rose, warum bist du hier?", fragte Leon sie. ,,Ich habe ewig auf dich gewartet.", sagte Rose. ,,So lange... Eine Ewigkeit... Leon... Ich..." ,,Rose?", fragte Leon mit etwas höherer Stimme, im Gesicht ganz rot, und stieß sie plötzlich von ihr weg. ,,Rose, hat man dich nicht reingelegt und hierher gebracht?", fragte er sie. ,,Was ist dies hier für ein Or..." Babygeschrei ließ ihn verstummen. Er wirbelte herum und erblickte Lyra und Roses Baby, die in einer Ecke des Ballsaales standen. ,,Mein Baby...", sagte Rose mit verwundertem Blick auf ihr Baby und schritt zu Lyra, die es ihr gab. ,,Mein Baby...", hauchte Rose, ihre Stimme immer noch äußerst monoton, und rieb ihr Gesicht gegen den Körper des Kleinen. ,,Du konntest noch nicht einmal einen kleinen Tanz mit ihr zu Ende bringen?", sagte Lyra herablassend zu Leon. ,,Wenn man bedenkt, wie lange sie auf dich gewartet hat, seit sie sich hier versteckt hat... Du bist verachtenswert." ,,Lyra, warum hast du Rose an diesen Ort gebracht?", fragte Leon Lyra. ,,Bevor Dante starb, erzählte sie mir von einem Ort, von dem nur alte Alchemisten wussten.", erklärte Lyra und stellte sich gegenüber Leon auf. ,,Dies hier erschien mir ein sicherer Ort." ,,Ich erinnere mich, dass du mir sagtest, dass Dante ermordet wurde, aber du bist dann einfach verschwunden und hast mir nie gesagt, wer es getan hat.", sagte Leon. ,,Dieser Homunculus namens Greed hat sie umgebracht. Ich könnte schwören, ich hätte es dir erzählt.", antwortete Lyra. ,,Du lügst mich an.", meinte Leon. ,,Tu ich das?", erwiderte Lyra. ,,Der Mutations-Zirkel, der sich in dem Zimmer befand, in dem Dante tot am Boden lag, war speziell so gemacht, dass er einem Homunculus die Kraft entzieht und ihn dazu zwingt, die unvollständigen Ringe der Alchemisten auszuwürgen, die ihm Unsterblichkeit geben.", erklärte Leon. ,,Und die Überreste des Menschen, der Greed einst gewesen war, die Schwachstelle eines Homunculus also, lagen ebenfalls in diesem Raum. Selbst wenn Greed es gewollt hätte, er hätte sie in diesem Zustand nicht angreifen können." ,,Das ist ja alles sehr interessant, aber ich habe ihre Leiche mit meinen eigenen Augen gesehen." ,,Das beweist nichts, außer dass der Körper, der dort in einem See aus Blut lag, nicht mehr länger seinen Zweck erfüllen konnte." ,,Was?", fragte Lyra belustigt. ,,Sagen wir, der Ring der Alchemisten könnte dazu benutzen, um von einem Körper zum anderen zu springen.", begann Leon zu erklären. ,,Das würde es einem Menschen ermöglichen Hunderte von Jahren zu leben. Ich vermute, Dante hat ihren Tod nur vorgetäuscht und hat sich eines jüngeren Körpers ermächtigt. Ein Körper wie deiner wäre äußerst passend." ,,Leonard, hör bitte auf damit! Das ist nicht wahr!", rief Lyra verzweifelt. Leon klatschte in die Hände und ließ einen Speer aus dem Boden her erscheinen, den er auf Lyra warf. Gerade noch rechtzeitig klatschte Lyra in ihre Hände und berührte den Speer, der zu Sägespähne zerfiel. ,,Das war äußerst knapp.", zischte Lyra schlangengleich. ,,Wann hast du das ``Tor´´ gesehen?", fragte Leon. ,,Das ist die einzige Möglichkeit, Dinge ohne Mutations-Zirkel zu mutieren! Und Lyra konnte das noch nie zuvor! Du hast soeben dein Geheimnis selbstpreisgegeben, Dante." ,,Wann hast du es herausgefunden, Sohn von Hohenheim?", fragte Lyra, die in Wirklichkeit Dante war, die mit Hilfe des Ringes der Alchemisten in Lyras Körper geschlüpft war. ,,Dann ist es also alles war.", sagte Leon, vor Zorn am ganzen Körper zitternd. ,,In der Tat. Jedes einzelne Wort.", entgegnete Dante. ,,Wie oft hast du also Körper gewechselt?", fragte Leon. ,,Nun, in vierhundert Jahren kann man schon mal den Überblick verlieren.", meinte Dante schulterzuckend. ,,Es ist auf jeden Fall weniger als zwanzig. Schließlich musste ich jedes Mal den Ring der Alchemisten dafür benutzen." ,,Und diese Stadt hier...", begann Leon. ,,Unzählige Leben für den Ring!" ,,Vergiss nicht den Zivilkrieg im Osten in Ishbal.", erinnerte Dante ihn. ,,Oder die unzähligen Soldaten in Lior City. Es war genauso. Aber ich bin nicht diejenige, die es hatte geschehen lassen." ,,Nein, es war Hohenheim des Lichts.", erzürnte sich Leon. ,,Du sagst es ja sooo formell. Warum nennst du ihn nicht einfach "Papi"?", schlug Dante vor. ,,Hat er ebenfalls so gelebt, Körper stehlend, Kriege erschaffend?", fragte Leon verachtend. ,,Und aus welchem Grund überhaupt!?!" ,,Weil wir es wert waren.", entgegnete Dante schlicht. ,,Was zum Teufel soll das bedeuten!?!", schrie Leon. ,,Für jeden Ring der Alchemisten habt ihr Tausende von Leben ruiniert, dann reißt ihr ihn an euch, damit ihr länger leben könnt! Glaubst du eigentlich, dass wäre gerechtfertigt!?!" ,,Die Menschen können mit dem Ring der Alchemisten nicht umgehen.", sagte Dante. ,,Richtig... Also hast du die Gnade, ihn ihnen wegzunehmen - die Anmut, jeden zu töten, der daran beteiligt ist, damit nur die Legende übrig bleibt.", sagte Leon mit vor Sarkasmus triefender Stimme. ,,Ich bin froh, dass du so gut verstehst.", sagte Dante. ,,Die Menschen werden von ihren Sünden beherrscht und kontrolliert, und der Ring der Alchemisten hat eine Macht, weitaus größer als jede Waffe, die je geschmiedet wurde. Was stört es da, dass ich Städte ausgelöscht habe? Die Menschen hätten dagegen schon längst die Welt ausgelöscht! Die verlorenen Leben waren nötige Opfer, um die Menschheit vor sich selbst zu schützen. Ich bin die Wächterin der Sünden. Ich muss weiterleben, um zu verhindern, dass ihr Menschen etwas Törichtes mit dem Ring der Alchemisten anstellt!" ,,Belüg dich nicht selbst! Du bist genauso nur ein Mensch wie wir!", schrie Leon. ,,Nicht mehr.", entgegnete Dante, als mit einem Knall die Tür hinter ihnen aufgerissen wurde. ,,Lust!!!", schrie Gluttony, der den Ballsaal betrat, und sah sich verstört um. ,,Lust! Wo bist du?!?" ,,Du brichst mir mein Herz, Leonard, so mit mir zu reden.", sagte Dante, unbeeindruckt von Gluttony, und ging zu Rose, die die ganze Zeit über nur unbeeindruckt in der Ecke gestanden hatte, vollkommen reaktionslos. ,,Ich hatte mich so darauf gefreut, in ihren Körper zu schlüpfen und vom Sohn Hohenheims geliebt zu werden." Sie fuhr Rose sanft übers Gesicht. ,,Also ist es diesmal Rose, he?", fragte Leon. ,,Ja.", antwortete Dante. ,,Ich muss doch die Erschaffung des neu erschaffenen Ringes der Alchemisten zelebrieren." ,,Was hast du mit Fayt gemacht!?!", brüllte Leon. Dante antwortete nicht. ,,Dante! Was hast du mit Lust gemacht!?!", schrie Gluttony auf einmal. ,,Warum fragst du nicht einfach ihn, Gluttony?", schlug Dante vor und deutete auf Leon. ,,Wo ist meine Lust!?!", schrie Gluttony und verbiss sich in Leons Auto-Mail-Arm, den er schützend vor sich hielt. ,,Wo ist Lust?!?" ,,E-Es tut mir Leid...", entschuldigte sich Leon bei ihm. ,,Sie ist tot..." ,,Lust... ist tot?", wiederholte Gluttony geschockt, immer noch in Leons Metallarm verbissen. ,,...Ist tot?" ,,Ja.", antwortete Leon. ,,Wrath hat sie umgebracht. Sie starb, als sie versucht hat, mir zu helfen." Gluttony ließ Leons Auto-Mail los und fiel wimmernd zu Boden. ,,Gluttony, hör auf damit.", befahl Dante ihm. ,,Ich kann nicht...", wimmerte Gluttony und stand schwankend wieder auf. ,,Du hast keine Gefühle.", sagte Dante zu ihm. ,,Lust...", schluchzte Gluttony und stampfte zur anderen Seite des Saals davon. ,,Fangen wir an!", schrie Leon, klatschte in die Hände und stürmte auf Dante zu. Diese klatschte ebenfalls in die Hände und ließ einen Schlange aus Marmor aus dem Boden schießen, die mit geöffnetem Maul auf Leon zuschoss. Leon berührte seine Metallhand, die zu einem Dolch wurde, sprang in die Höhe und landete auf dem Kopf der Schlange, rannte über den restlichen Körper und sprang erneut, mit dem Dolch nach Dante ausholend, die gerade noch rechtzeitig auswich, so dass Leon stattdessen die obere Hälfte ihres Kleides zerschnitt. Ein völlig verfaulter Oberkörper kam darunter zum Vorschein. ,,Ich wusste es!", rief Leon. ,,Deine Seele kann die Körper, in die sie schlüpft, nicht mehr länger aufrecht erhalten. Du hast zu oft Körper gewechselt. Das ist Gleichwertiger Tausch: Jedes Mal, wenn du die Körper wechselst, verlierst du auch einen Teil deiner selbst." ,,Gleichwertigkeiten?", sagte Dante verachtend und machte ihr Kleid mit Hilfe von Alchemie wieder ganz. ,,Sag mir nicht, du glaubst immer noch an diese naive Theorie!" ,,Das ist keine Theorie, es ist die Regel der Alchemie - nein, der gesamten Welt.", entgegnete Leon. ,,Um etwas zu erhalten, muss etwas von gleichem Wert geopfert werden. Ohne das zu wissen, hättest du nie so weit kommen können." ,,Eine wunderschöne Geschichte, die erzählt wird, um die Unterdrückten zu trösten und Kinder zum Lernen zu bringen.", sagte Dante. ,,Die Wahrheit ist, dass das Prinzip des Gleichwertigen Tausches eine Lüge ist." ,,Unmöglich!", protestierte Leon. ,,Um etwas zu erhalten, muss etwas von gleichem Wert geopfert werden.", zitierte Dante seufzend. ,,Das würde doch bedeuten, dass wenn man etwas opfert, erhält man immer etwas desselben Wertes, nicht wahr?" ,,Genau.", sagte Leon. ,,Deswegen arbeiten die Menschen auch so hart bei allem, was sie tun, denn es zahlt sich aus." ,,Falsch.", widersprach Dante. ,,Die Menschen arbeiten, weil sie glauben, es würde sich auszahlen, aber gleichwertige Anstrengung bedeutet nicht immer gleichwertiger Gewinn." ,,Was zum Beispiel?", fragte Leon unsicher. ,,Denke nur einmal an das Examen, das man ablegen muss, um ein Nationaler Alchemist zu werden, und das du mit Auszeichnung bestanden hast.", sagte Dante. ,,Wieviele andere haben an diesem Tag daran teilgenommen, verbrachten Monate, Jahre zur Vorbereitung darauf, manche davon viel härter als du arbeitend? Und doch warst du der einzige, der bestand. Wo blieb ihre Belohnung? War es ihre Schuld, dass ihnen dein natürliches Talent fehlte?" ,,Ich...", begann Leon. ,,Und was ist mit dem Leben eines Menschen, das doch eigentlich denselben Wert haben sollte wie jedes andere Menschenleben?", fragte Dante weiter und klatschte in die Hände. Die Schlange aus Marmor schoss auf Rose zu, packte das Baby und schoss damit in die Höhe; das Baby begann laut zu weinen. Leon erstarrte. ,,Wenn ich auch nur noch einmal mit meinen Händen klatsche, wird dieses Baby nicht überleben.", sagte Dante gleichgültig. ,,Hör auf!", schrie Leon. ,,Und wenn ich klatsche und das Baby stirbt, wo ist dann die Balance der Welt darin?", fuhr Dante unbeirrt fort. ,,Bedeutet das, dass das Baby nur geboren wurde, um zu sterben? Es tut alles, was ein Neugeborenes tun kann, um zu überleben: Atmen, um Hilfe schreien. Aber was bekommt es im Gegenzug? Man kann sagen es gibt eine Balance, eine Logik, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht, aber die Wahrheit ist weitaus weniger so durchdacht. Egal, wie hart du auch arbeitest, wenn du stirbst, bist du tot. Einige verbringen ihr ganzes Leben, sich an die Spitze zu kämpfen und sterben dennoch in Armut, während andere in Wohlstand geboren werden, ohne jemals auch nur ansatzweise gearbeitet haben. Es ist eine grausame und gelegentliche Welt, und doch ist sie auch so wunderschön." ,,Das ist genug, Dante!!!", brüllte Leon verzweifelt und klatschte in die Hände, was die Schlange verschwinden ließ. Das Baby schoss schreiend in die Tiefe, doch Leon fing es auf und reichte es Rose. ,,Mein Baby...", sagte Rose nur mit monotoner Stimme und nahm es in ihre Arme zurück. ,,Gleichwertiger Tausch ist ein Mythos, eine von Menschenhand erschafftes Gesetz, um einer Welt Sinn zu geben, die keinen hat.", sagte Dante. ,,Kannst du das jetzt akzeptieren oder brauchst du ein weiteres Beispiel?" ,,Wag es nicht, ein Kind für deine Demonstrationen zu benutzen!", schrie Leon zornig. ,,Dein Vater sagte das ebenfalls.", sagte Dante seufzend und klatschte in die Hände. Und während das Baby laut schrie, entstand auf dem Tüchlein, in das es eingewickelt war, ein grell leuchtender Mutations-Zirkel. Es gab einen Knall und Leon stand vor dem riesigen ``Tor´´. Er blinzelte kurz und stand dann in einem kleinen verfallenen Raum. ,,Hallo?", rief er. ,,Wo bin ich?" Er erblickte ein Foto an der Wand, das ein riesiges weißes Haus zeigte. Argh, mein Kopf fühlt sich an, als wäre jemand drüber gefahren..., dachte er und stöhnte vernehmlich. Er wollte sich mit seiner linken Auto-Mail-Hand an den Kopf packen, doch anstatt kühles Metall am Kopf zu spüren, spürte er warmes Fleisch. ,,Was?!?", stammelte er und besah sich seinen linken Arm: Der Arm eines Menschen! Verstört sah er sich im Zimmer um und erblickte in einem Spiegel einen Jungen, der genauso wie er aus sah, nur mit kurzen, stacheligen Haaren, kein Zopf. ,,'kay... das ist seltsam...", murmelte er, als im nächsten Moment gröhlendes Sirenengeheul losbrach. ,,Sirenen?!?", sagte er verdutzt. Die Tür zum Zimmer wurde aufgestoßen und Hohenheim stürmte ins Zimmer. ,,Leonard, schnell! Es ist ein Luftangriff!", rief Hohenheim. ,,Wir müssen flüchten!" Draußen auf der Straße liefen die Menschen schreiend davon, der Himmel war blutrot gefärbt, seltsame Lichter schienen zum Himmel hinauf: Es war mitten in der Nacht. ,,Komm schon!", rief Hohenheim und wollte Leon mit sich ziehen, doch der riss seine Hand von ihm weg und sah sich verwirrt um. ,,Warte!", rief er. ,,Was zum Teufel geht hier vor, alter Mann?!? Was ist das für ein Ort?!? Wo sind wir?!?" ,,War... Wa...?!?", stammelte Hohenheim und sah ihn verdattert an. ,,Leonard, du hörst dich nicht wie du selbst an." ,,Komisch, ich fühle mich auch nicht wie ich selbst an.", meinte Leon. ,,Und was ist das für eine Stadt?!? Was ist mit meinem Körper geschehen?!? Hat Dante das getan?!?" Hohenheim packte ihn am Gesicht und zog ihn zu sich heran. ,,``Mutieren´´´.... Sagt dir dieses Wort etwas?", fragte war. ,,Natürlich tut es das!", fauchte Leon und stieß Hohenheim von sich weg. ,,Aber wie bist du hierher gekommen?", fragte Hohenheim verwirrt. ,,Gute Frage!", schrie Leon. Es gab mehrere Explosionen, die Häuser in die Luft jagten. ,,Wir reden später!", rief Hohenheim, packte Leon an der Hand und zog ihn mit sich. Noch mehr Häuser explodierten. ,,Was greift da an?!?", fragte Leon im Rennen. ,,Zeppeline!", antwortete Hohenheim nur. ,,Zep - was?!?", stammelte Leon verdattert. Noch eine Explosion, diesmal äußerst nahe. Leon wirbelte herum und erstarrte, als er ein riesiges Objekt am Himmel erblickte: Eine Art Luftballon, an dem ein Gefährt zu hängen schien. So etwas hatte er noch nie zuvor gesehen. Wo war er nur gelandet?!?
Vorschau Kapitel 50: Der Tod: ,,LEONAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"
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