Sonntag, 14. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 41: Heilige Mutter

Entsetzt starrte Leon auf das Meer an Grabsteinen, das den Hof hinter der Kirche Lior Citys zierte. Hinter ihm standen Scar, gefolgt von Lyra und Rose, die ihr Baby in ihren Armen hielt. ,,Die Armee war in Lior City eingefallen, in der es chaotisch geworden war, nachdem der Hohepriester Conero verschwunden war.", sagte Scar. ,,Sie haben versucht, die Bewohner mit Angriffen in die Knie zu zwingen. Warst du es nicht, der den Hohepriester gestürzt und damit das Chaos hier verursacht hat, Leonard Elric?" Leon sank zu Boden und schlug mit der Faust darauf ein. ,,Das Ganze erinnert einen doch wirklich sehr an die Ereignisse in Ishbal.", seufzte Scar. ,,Es scheint, dass die Bastarde aus Central City die Bürger dieser Stadt nicht als Menschen ansehen." ,,Das kann nicht sein!", schrie Leon. ,,Ich werde den Ring der Alchemisten vervollständigen, koste es, was es wolle.", sagte Scar und ging los. ,,Was ich tue, geschieht zum Wohle der ganzen Nation, die so lange unterdrückt wurde!" ,,Warte!", rief Leon und wollte ihm hinterher. Roses Baby begann zu weinen, und sofort blieb Leon erschrocken stehen und senkte den Blick zu Boden.
Fayt saß am Boden im Hof und sah zu, wie Havoc und Breda die tote Martel aus seine Rüstung zogen und sie mit einem Tuch bedeckten. ,,Sie sieht viel perfekter aus als die Chimären, die Tucker damals erschaffen hat.", sagte Havoc zu Farman, Hawkeye, Breda, Fury, Roy und Armstrong. ,,Das bedeutet also, sie ist eine Chimära aus Labor 5?" Armstrong nickte. ,,Bedeutet das etwa, dass Sie und Lieutenant Oberst von all dem gewusst haben, Major?", fragte Hawkeye entrüstet. ,,Was in aller Welt versteckt ihr da bloß?", fauchte Havoc. ,,Genug mit dieser..." ,,Bitte, hören Sie auf!", mischt sich Fayt energisch ein. ,,Fayt?", fragte Hawkeye verdutzt. ,,Major Armstrong hat nichts damit zu tun. Ich war es, der Martel versteckt hatte." ,,W-Was sagst du da, Fayton?", fragte Fury verwirrt. ,,Es gibt da etwas, was ich jetzt voll und ganz verstehe.", sagte Fayt. ,,Ich kann jetzt noch nichts darüber sagen, aber... Bitte, kämpft nicht gegeneinander. Bitte... nicht kämpfen." ,,Heh...", machte Roy. ,,Major, ich weiss, dass Sie Hughes´ letzten Willen erfüllen wollen." Armstrong stutzte. ,,Ich sollte zur Spitze aufsteigen ohne etwas von den Dingen zu erfahren, die vor sich gehen.", sprach Roy weiter. ,,Sie wollten die Dinge, die da vor sich gehen, selbst untersuchen, so wie er getan hatte. Liege ich damit richtig?" ,,Es tut mir Leid, aber ich weiss nicht, was Sie mei...", begann Armstrong, doch Roy klopfte ihm nur kurz auf die Schulter, ging in Richtung Stützpunkt zurück und klopfte Fayt im Vorbeigehen ebenfalls auf die Schulter. Fayt blickte auf das Blut an seiner Rüstung.
,,Fayt!", hatte Martel ängstlich gerufen, als sie Fayt im Hof erblickt hatte. ,,Da bist du ja.", hatte Fayt erleichtert gesagt. ,,Fayt, hör mir gut zu!", hatte Martel ihn gebeten. ,,Du musst das unbedingt Leon erzählen!" ,,Komm einfach in mich rein.", hatte Fayt gesagt. Martel hatte sich kurz umgesehen, dann war sie in Fayt hineingesprungen. Er hatte sich den Kopf wieder aufgesetzt. ,,Fayt, hör mir jetzt gut zu.", hatte Martel gesagt, am ganzen Leib zitternd. ,,Martel, was in aller Welt...?", hatte Fayt begonnen. ,,Lior City wird genauso enden wie Ishbal!", hatte Martel panisch gesagt. ,,Was meinst du damit?!?", hatte Fayt verwirrt gefragt. ,,Dieser Mann... Der Führer... ist ein Homunculus!", hatte Martel geschrien. Im selben Moment hatte Fayt jemanden hinter sich gespürt, war herumgewirbelt und hatte in das weiße Auge des Führers King Bradley gesehen, das so lange von der Augenklappe verborgen gewesen war: Im Zentrum des Auges befand sich ein rotes Dreieck, bestehend aus drei kleineren Dreiecken, umgeben von einem Höllenhund. Schnell hatte King Bradley, der Homunculus, dessen Ultimatives Auge Martel durch Fayts Rüstung hatte sehen können, seinen Degen gehoben, Fayts Kopf etwas zur Seite geschoben und zugestochen, Blut nach allen Seiten spritzend.


Far away, far away lie our boundless feelings
If we could only return to that time when we were able to laugh innocently
Broken to pieces like a glass work
I am collecting the shards of my memories
You always realize what is important to you
After you lose it
Please, please stop the time
Please carve your image in my heart
If I am... If I am allowed to
I wouldn´t mind sacrificing everything
To see your smile again

Ganz Lior City stand um die hohe Bühne auf dem Marktplatz im Zentrum der Stadt versammelt, auf dem Scar und Rose standen, und jubelte. ,,Das Miliär sucht nach einem Grund, uns anzugreifen.", erklärte Scar der gröhlenden Menge. ,,Schließlich wird es so ablaufen, dass es so aussieht, als hätte sich Lior City gegen das Militär aufgelehnt und zuerst angegriffen. Es bedeutet also, dass es ihnen egal ist, dass sie Völkermord begehen." Er sah zu Rose, die nickte und ihm ihre Hand reichte. ,,Lockt das Militär in die Stadt herein ohne euch zu wehren!", fuhr Scar fort. ,,Dann wird Gotts Zorn auf sie niederprasseln!" Er berührte einen großen Stein neben sich, der sofort in tausend Stücke zersprang. Die Menge gröhlte sogar noch lauter. ,,Heilige Mutter!", war von überall her zu hören.
,,Eine behinderte Frau zur Heiligen Mutter zu machen ist krank.", fauchte Leon, der von einem Zimmer der Kirche her dem Treiben auf dem Marktplatz zusah, seine Hände gefangen in einem Brett mit zwei Löchern, so dass er keine Alchemie benutzen konnte. ,,Rose hat uns Mut gegeben!", fuhr einer der Männer, die Leon bewachten, ihn an. ,,Sie hat uns gezeigt, dass wir allei herrschen können, ohne Gott Leto oder das Militär!", sagte ein zweiter. ,,Wenn es bedeutet, dass man dafür jemandem gehorchen muss, ist dies dann nicht dasselbe!", schrie Leon aufgebracht zurück. Die beiden Wachen richteten ihre Waffen auf Leon, doch Lyra stellte sich zwischen sie. Die beiden Wachen verließen das Zimmer, während Leon vernehmlich schnaubte. ,,Es geht nicht anders.", sagte Lyra zu Leon. ,,Es ist, weil wir Menschen schwach sind." Leon schnaubte erneut, roch dann aber etwas. ,,Lyra, ist der Geruch, der von dir ausgeht, Parfüm?", fragte er sie. Lyra stutzte kurz, dann sagte sie: ,,Ja... Ich hatte leider noch nicht die Zeit für ein Bad, deswegen musste ich mir damit behelfen." ,,Ich hasse diesen Geruch.", sagte Leon. ,,Wichtiger ist jedoch, was du nun zu gedenkst.", meinte Lyra. ,,Ist das nicht offensichtlich? Glaubst du etwa, ich würde Scar damit davonkommen lassen?", entgegnete Leon. ,,Du hast Recht.", seufzte Lyra. ,,Wenn es so weitergeht, wird unzählige Tote geben. Das einfallende Militär als Zutaten für den Ring der Alchemisten zu nutzen... Wenn dies fehlschlägt..." ,,Warst du es nicht, die vor Scar gekrochen ist?", fragte Leon verwundert. ,,Er und ich haben denselben Wunsch: Nämlich diese Stadt hier zu beschützen.", sagte Lyra. ,,Lyra, es gibt etwas, um das ich dich bitten muss.", sagte Leon. ,,Ich möchte, dass du mir ganz genau zuhörst." ,,Hmm?", machte Lyra fragend.


Es war abends, als ein kleiner Junge aus Lior City in die Wüste davonrannte.


Stunden später wurde Fayt in das Büro gerufen, das Roy im derzeitigen Stützpunkt zugewiesen bekommen hatte. In dem Büro saßen Roy, seine Leute und eben jener kleine Junge, der Lior City verlassen hatte. ,,Er kam aus Liort City, und zwar mit einem Brief für mich.", erklärte Roy mit Blick auf den Jungen, der auf einem Sessel schlief. ,,Von meine großen Bruder? Dann ist er in Sicherheit?", fragte Fayt hoffnungsvoll. ,,Ja.", antwortete Hawkeye. ,,Laut seinem Brief hat Scar einen Mutations-Zirkel durch ganz Lior City gezogen. Und er hat geschrieben, dass wir auf gar keinen Fall in die Stadt einfallen sollen, komme, was wolle." ,,Will er etwa das Militär in die Stadt locken und die Soldaten als Zutaten für den Ring der Alchemisten benutzen?", fragte sich Fayt laut. ,,Was meinst du damit?", fragte Hawkeye, genauso erschrocken wie die anderen. Fayt sah zu Boden und sagte: ,,Die Zutaten, die für den Ring der Alchemisten benötigt werden, sind... sind lebende Menschen. Und das in hoher Anzahl." Stille herrschte im Raum, mit Ausnahme von Breda, der vom Stuhl fiel. ,,Das... Das kann doch nicht...", begann Havoc, sprachlos. ,,Das ist also das Geheimnis hinter Labor 5...", murmelte Farman. ,,Dann... hat das Militär also Experimente im Bereich der Menschlichen Mutation durchgeführt?!?", fragte Hawkeye, geschockt, und sah zu Roy, der einen glasigen Blick bekommen hatte, während er sagte: ,,Fayt, du gehst nach Lio City. Wenn du mit dem kleinen Jungen gehst, wirst du sicherlich auf Leon treffen. ,,Ja, aber...", begann Fayt. ,,Wenn wir einfach nicht gegen sie vorgehen, wird sich Lior City bald ergeben.", meinte Roy. ,,Es wird genügen, wenn wir nur Scar fassen." ,,Verstanden.", sagte Fayt und nickte. ,,Oh, Fayt. Das hier gehört Leon.", sagte Hawkeye und reichte Fayt Leons Silbertaschenuhr. ,,Der Major hat mich gebeten, ihm dies zurückzugeben." Fayt verstaute die Uhr in einer seiner vielen Klappen.

Es gab eine Explosion in Lior City, und die Bewohner der Stadt, die sich in der Nähe befanden, rannten ängstlich schreiend davon, gefolgt vom lauthals lachenden Kimbley, der durch die Stadt wanderte und noch mehr Explosionen verursachte, die Menschen in den Tod riss. Wolfsartige Chimären, von Tucker erschaffen, stellten sich den flüchtenden Einwohnern in die Quere. ,,Narren, die ihr euch gegen das Militär erhebt... Töten wir sie!", rief eine der Chimären und stürzte sich mit den anderen gierig auf die panisch schreienden Einwohner, um sie zu zerfetzen.
Scar und mehrere bewaffnete Männer fanden sich in einem Haus ein. ,,Sprechende Tiere, sagst du?!?", wiederholte ein Mann verdutzt das, was ein anderer beobachtet hatte. ,,Was für einen Unsinn erzählst du da?" ,,Cimären...", murmelte Scar. ,,Und da ist dieser Mann, der einen in die Luft jagt, indem er dich einfach nur berührt...", wimmerte ein Mann vom Boden her. ,,Was?!?", schrie Scar auf. ,,Stimmt etwas nicht?", fragte einer der Männer. Scar sah äußerst wütend drein.


Es wurde eiligst eine Versammlung abgehalten. ,,Das ist nur eine Ablenkung.", sprach Scar. ,,Ihr könnt euch sicher sein, dass das Militär danach anrücken wird. Wir werden weitermachen, wie geplant: Wir werden sie in die Stadt einfallen lassen ohne uns zu wehren. Aber bevor sie uns angreifen können, verschwindet ihr durch die Geheimpassage, und zwar jetzt sofort. Ich werde die Aufmerksamkeit des Militärs solange auf mich lenken und mich um sie kümmern." Er ging zu Leon und machte das Brett von ihm los. ,,Du hast die Aufgabe, sie sicher entkommen zu lassen.", sagte er zu Leon. ,,Ja, richtig.", grummelte Leon. Scar verließ das Haus. ,,Gehen wir, Rose, Lyra.", sagte Leon und stand auf. ,,Du scheinst aber wirklich einfach aufzugeben.", meinte Lyra. ,,Wenn dieser Brief angekommen ist, wird das Militär nicht einfallen.", flüsterte Leon ihr zu. ,,Wenn Scar die Zutaten für den Ring der Alchemisten nicht bekommt, wird auch nichts geschehen." Rose, die mithörte, sah besorgt drein. ,,Alles, was ich jetzt noch tun kann, ist euch beide an einen Ort fliehen lassen, an dem euch das Militär nicht erreicht.", fuhr Leon fort. ,,Lior City wird am Ende dem Militär unterworfen werden." Rose sah zu Boden. ,,Wenn ihr jemanden hassen müsst, hasst mich. Ich kann mich nicht gegen die Entscheidung des Militärs wenden."

Panzer und Soldaten rückten an den Rand der Stadt in der Nähe Lior Citys, bereit zum Aufbruch. ,,Sehen Sie hinaus zum Fenster.", sagte Archer zu Führer King Bradley, in dessen Büro erstand, aus dem Fenster schauend. ,,Die gesamte Armee, bestehend aus 7000 Soldaten, hat sich hier versammelt! Wir können Lior City nun jederzeit zerquetschen." ,,Bitte seien Sie nicht ungeduldig.", sagte King Bradley, der genüsslich seinen Tee trank. ,,Wir werden den Angriff verschieben." ,,Was?!?", fragte Archer verwirrt und ungläubig. ,,Laut einem Brief, den Oberst Mustang erhalten hat, scheint es dem Metallalchemist gut zu gehen.", sagte King Bradley und sah zu Roy, der mit Armstrong ebenfalls anwesend war. ,,Wir könnten also immer noch in der Lage sein, friedlich mit Lior City zu verhandeln." ,,Dafür ist es zu spät!", rief Archer empört. ,,Aber wir können es uns nicht erlauben, ohne gerechtfertigten Grund anzugreifen.", wandte Armstrong ein.


Pride traf sich in seinem im dunklen liegenden Schlafzimmer mit Lust und Gluttony. ,,Pride, warum hast du den Angriff verschoben?", fragte Lust King Bradley, dessen richtiger Name Pride war. ,,Womit bist du unzufrieden, Lust?", fragte Pride im Gegenzug. ,,Scar wartet darauf, dass das Militär seinen Zug macht.", sagte Lust. ,,Er will ihre Leben nutzen, um den Ring der Alchemisten zu erschaffen. Deswegen sollten wir die Armee sofort losschicken!" ,,Die Armee zurückzuhalten geschieht auf direkten Befehl "dieser gewissen Person".", erklärte Pride. Lust erschrak, während Gluttony laut wimmerte und sich auf dem Bett zusammenkauerte. ,,Wir können nicht vorhersagen, was sich "diese gewisse Person" denkt.", fuhr Pride fort. ,,Aber ein Befehl dieser Person ist absolut." ,,Lust...", begann Gluttony ängstlich mit unsicherem Blick auf Lust. ,,Das kann ich nicht akzeptieren.", sagte Lust. ,,Wenn Scar den Ring der Alchemisten erschaffen kann, werde ich ihm dabei helfen." ,,Kann es sein, dass du ein paar unnütze Gefühle gegenüber Scar hast?", fragte Pride. Lust sah zu Boden. ,,Wir leben dank "dieser gewissen Person". Vergiss das nicht.", erinnerte Pride sie. ,,Deswegen habe ich auch nach dem Ring der Alchemisten gesucht.", sagte Lust und stand auf. ,,Ich werde erneut nach Lior City gehen. Die Armee muss so schnell wie möglich ausrücken." Sie wandte sich zum Gehen und sah zu Gluttony. ,,Gluttony..." ,,Aber... "diese gewisse Person"...", begann Gluttony ängstlich und schwitzend. Fauchend stürmte Lust aus dem Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu.

Immer noch verfolgten Kimbley und die Chimären die Einwohner Lior Citys. ,,Könnt ihr eigentlich nur davonrennen?", rief Kimbley kichernd, eine weitere Explosion folgend. ,,Die Bewohner Ishbals, die dieselbe Hautfarbe wie ihr hatten, waren da besser und haben sich wenigstens gewehrt!" Noch eine Explosion, die Häuser und Menschen zerfetzte. ,,Sieht aus, als hätte ich sie überschätzt.", seufzte Kimbley mit Blick auf die nun leere Straße. ,,Ob ich noch nicht genug von ihnen getötet habe?" Plötzlich begannen die Chimären zu knurren und stürmten nach vorne. Kimbley sah auf und erblickte Scar, der eine Chimära nach der anderen mit seiner rechten Hand vernichtete. ,,Oooh...", machte Kimbley vergnügt, während Scar auf ihn zuschritt. ,,Also warst du es wirklich.", sagte Scar und blieb wenige Meter vor Kimbley stehen. ,,Der Hochrotalchemist!" ,,Du bist...", begann Kimbley mit Blick auf die kreuzförmige Narbe in Scars Gesicht. ,,Oh, jetzt erinnere ich mich. Diese Narbe... Das ist mein Meisterstück." Er sah zu Scars rechtem Arm. ,,Dein rechter Arm jedoch... sollte der nicht eigentlich fehlen?" ,,Du wirst der letzte Nationale Alchemist sein, den ich töte!", schmiss seinen Umhang zur Seite und stürmte auf Kimbley zu, der in die Hände klatschte und mit seiner rechten Hand, an der ein unvollkommener Ring der Alchemisten hing, auf Scar deutete. Scar wurde von der Explosion erfasst, und Kimbley lächelte vergnügt, erschrak dann aber, als er Scar erblickte, der den durch die Explosion entstandenen Rauch genutzt hatte, um sich unbemerkt auf Kimbley zu stürzen. Kimbley richtete seine Hand mit dem Ring erneut auf Scar, doch Scars rechter Arm leuchtete auf und absorbierte den Ring. Die beiden wichen auseinander. ,,Verdammt!", fluchte Kimbley, während Scar vor Schmerzen, die bei dem Verschmelzen des Ringes mit seinem Arm entstanden waren, schrie. ,,Dieser rechte Arm... Ich verstehe...", sagte Kimbley beeindruckt. ,,Das ist dasselbe Teil wie damals... Dieses Zeichen!" ,,Egal, wieviel du von diesen verfluchten Steinen bei dir hast, ich werde sie alle in mich aufnehmen!", keuchte Scar und stand wieder auf. ,,Ich werde den Ring der Alchemisten in meinem Körper erschaffen, koste es, was es wolle!"
Leon, Rose, Lyra und der Rest der Bewohner, die noch lebten, schritten in der Kirche durch den Raum, in dem Leon und Fayt damals gegen Conero gekämpft hatten und der deswegen entsprechend verwüstet aussah, auf einen Geheimgang zu. Leon, Rose und Lyra warteten, bis alle Bewohner im Tunnel, der unter der Stadt her führte, waren, dann folgten sie. ,,Rose... Wenn wir fliehen und Scar uns nicht einholt, was machen wir dann?", fragte Lyra Rose. Rose sah sie unschlüssig an. ,,Wenn wir den Ring der Alchemisten nicht haben, können wir nicht kämpfen.", erklärte Lyra. ,,Hör auf damit, Lyra.", unterbrach Leon sie. ,,Ich werde schon etwas wegen dem Militär unternehmen." ,,Darauf kann ich nicht vertrauen. Wir müssen so weit weg von hier wie möglich.", entgegnete Lyra. ,,Hiernach werden sich bestimmt viele wundern, was in Lior City und damals in Ishbal geschehen ist, und von den Grausamkeiten des Militärs erfahren." ,,Es wird keine Gerüchte hierüber geben.", meinte Leon. ,,Man wird sich nur an Lior City als Stadt erinnern, die versucht hat den Ring der Alchemisten zu erschaffen und zerstört wurde." ,,Hmm...", machte Lyra und ihr Gesicht nahm einen unlesbaren Ausdruck an. Mehrere Menschen schrien entsetzt auf. Leon schaute erschrocken auf und sah, wie die meisten von einer Flutwelle erfasst und ertränkt worden; einige wenige konnten entkommen. Die Welle verformte sich und wurde zu einem riesigen Gebilde. Kreischend rannten die restlichen Überlebenden davon. ,,Rose, Lyra, verschwindet von hier!", rief Leon den beiden Frauen zu und rannte los. In dem unförmigen Wassergebilde tauchte eine Gestalt mit langen, moosgrünen Haaren auf. ,,Ich habe auf dich gewartet, Leonard Elric.", sagte die Gestalt und landete am Boden: Es war der Homunculus Wrath, der einst aus Izumis toten Kind entstanden war. ,,Jetzt wirst du mir den Rest deines Körpers geben..." Das Wasser verschwand schlagartig im Boden. ,,Du bist... Senseis...", stammelte Leon. ,,Ich bin Wrath!", schrie Wrath, klatschte in die Hände und berührte einen Stein. Sofort war seine linke Hand zu einem Dolch aus Stein geworden. ,,NENN MICH WRATH!!!" Er stürmte auf Leon zu. Der wollte in die Hände klatschen, kam jedoch nicht dazu, da Wrath bereits nach ihm ausholte und er ausweichen musste. Wrath landete einen Treffer mit seinem Bein, der Leon zu Boden schickte. Erneut holte Wrath aus, doch Leon rollte sich zur Seite, stand auf und wich gegen die Wand des Tunnels zurück. Grinsend holte Wrath ein drittes Mal aus, und diesmal gab es kein Entkommen für Leon. Ein Baby begann laut zu weinen, und Wrath erstarrte. Leon sah zur Seite und erblickte Lyra und Rose, die auf Leon zukam, das weinende Baby in ihren Armen. ,,Rose! Idiotin! Verschwinde!", brüllte Leon. Rose blieb stehen, während Wrath das schreiende Baby ansah, Schweiß in seinem Gesicht ausbrechend. Er dachte zurück an den Tag, als Izumi ihr Baby mutiert hatte, das ebenfalls geschrien hatte, als die Schattenkreaturen es zu sich ins "Tor" geholt hatten... sah Izumi ein weiteres Mal verzweifelt eine Hand nach dem Baby ausstrecken. ,,Halt die Klappe... Halt die Klappe!", schrie Wrath, am ganzen Körper zitternd, und stürmte auf Rose und das Baby zu. ,,Verdammt!", fluchte Leon, klatschte in die Hände und berührte die Wand. Sofort schoss ein riesiger Fels von der Decke, der Wrath unter sich zerquetschte. ,,Rose! Verschwinde von hier!", fuhr Leon Rose an. ,,Du bist nur von Scar benutzt worden! Du musst nicht sterben!" Rose sah ihn zögernd an. ,,Geh!", brüllte Leon. Rose rannte los. Wrath zerstörte den Fels mit Alchemie, während Leon mit seiner Alchemie einen Speer aus der Wand schießen ließ. ,,Ich kenne deinen Schwachpunkt.", sagte er zu Wrath, der ihn leicht verdutzt anschaute. ,,Greed hat es mir erzählt. Ihr Homunculi werdet gelähmt, wenn ihr in die Nähe eines Teiles eures früheren Körpers kommt." ,,Hehehehe...", kicherte Wrath. ,,Ihr seid nur Fälschungen. Und wenn ihr das Original seht, hockt ihr in Angst davor am Boden.", spottete Leon. ,,Das bedeutet dann ja wohl, dass ich keinen Schwachpunkt habe.", verkündete Wrath grinsend. ,,Das Baby, das ich früher war, wurde als Zutat für die Menschliche Mutation verwendet, was bedeutet, dass nichts mehr von meinem alten Körper übrig ist." Leon erschrak. ,,Meinen wahren Körper gibt es nicht mehr.", sagte Wrath. ,,Wenn es einen gäben würde, müsste es wohl dein Körper sein!"
Der kleine Junge führte Fayt durch Lior City, als es plötzlich eine Explosion gab. ,,Was zum...?!?", stammelte Fayt verwirrt und erschrak, als er Kimbley sah, der Scars Angriffen auswich und davonrannte. ,,Geh zu den anderen.", sagte Fayt zu dem Jungen, der nickte und davonging. Scar verlor Kimbley in einer Seitengasse aus den Augen. Er sah sich um, auf einen Angriff Kimbleys wartend. Dieser kam dann auch, in Form einer explodierenden Hauswand, die die Seitengasse vollkommen zusammenstürzen ließ. Kimbley stürmte durch den Rauch auf Scar zu, der im letzten Moment zur Seite sprang und der kurz darauf folgenden Explosion entging. Scar schlug mit seiner rechten Hand auf den Boden, der sofort aufriss und Kimbley verschluckt hätte, wäre er nicht ausgewichen. Weitere Explosionen folgten, und schließlich standen sich beide Kontrahenten wieder gegenüber. ,,Meinst du, das ist in Ordnung so?", fragte Kimbley grinsend. ,,Die Armee könnte gerade die Stadt angreifen, während du mich hier verfolgst." ,,Ich werde dich den Hass meinen großen Bruders spüren lassen!", rief Scar zornig. ,,Wie Töricht. Ein Kampf aus Rache?", gackerte Kimbley. ,,Und was ist dein Grund?", fragte Scar. ,,Gibt keinen.", antwortete Kimbley schlicht. ,,Nichts? Du hast die Bewohner Ishbals also einfach so umgebracht?!?", fragte Scar, außer sich vor Wut. ,,Für mich sind Menschen Spielzeuge, die man mit ein klein wenig Tuning zu einer Bombe machen kann.", erklärte Kimbley. ,,Menschen sind nichts Großartiges. Und ich und du auch nicht. Nur erbärmliche Würmer. Sinnlose Kreaturen. Leer..." ,,Ich gebe zu, dass ich leer bin...", sagte Fayt, der die beiden eingeholt hatte. Erst jetzt bemerkte Kimbley, dass er in einem Mutations-Zirkel stand, aus dem sogleich eine Hand aus Stein schoss, die ihn festhielt. Unter den Trümmern tauchte Fayt auf, der sich dort versteckt und heimlich dn Zirkel gezeichnet hatte. ,,... aber ich bin nicht sinnlos.", beendete er seinen Satz. ,,Ich hab es dir doch schon gesagt, Fayton Elric: Ich bin ein Nationaler Alchemist, genau wie dein großer Bruder!", sagte Kimbley. ,,Sie sind nur ein Mörder!", widersprach Fayt erzürnt und wandte sich an Scar. ,,Scar, bitte hör damit auf! Wo ist mein großer Bruder?" ,,Aus dem Weg, Fayton Elric!", befahl Scar. ,,Es gab bereits genug Morde...", sagte Fayt und erinnerte sich zurück, als Pride Martel ermordet hatte. ,,Kannst du dem nicht ein Ende bereiten, Scar?" Eine Explosion brachte die Steinhand zum Explodieren. Kimbley schnellte hervor, packte Fayt und zerrte ihn blitzschnell in Richtung Scar, der so Kimbley nicht sehen konnte. Kurz vor Scar stieß Kimbley Fayt zur Seite und packte Scars linken Arm. ,,Und weg damit!", kicherte Kimbley. Es gab einen Lichtblitz, und Scars linker Arm war sofort pechschwarz geworden und hing schlaff an seinem Körper herunter. ,,Hahahahahahaha!!!", lachte Kimbley vergnügt. ,,Endlich hab ich es geschafft! Dein Arm wurde gerade auf beeindruckende Weise von mir mutiert." Fayt sah erschrocken zu Scars linken Arm. ,,Kannst du ihn hören? Kannst du den Countdown zu deinem Tod hören?", fragte Kimbley belustigt. ,,Dieser Arm reagiert nun auf den Sauerstoff in der Luft, und schließlich... BOOM!!!" Scar packte sich mit seiner rechten Hand an seinen linken Arm und sprengte ihn von seinem Körper. Kimbley sah ungläubig drein, wie immer mehr Blut an Scars Körper hinabtropfte. ,,Sieh dir genau dieses Blut an... Sag mir nun, ob ich leer bin oder nicht!", schrie Scar. ,,Dies ist die Substanz eines Menschen!" Kimbley wirbelte herum und wollte flüchten. Scar stürmte vor, berührte mit seiner rechten Hand Kimbley und zerfetzte dessen Magen. Kimbley fiel zu Boden, wo er reglos liegen blieb. Scar keuchte und schwankte mehrmals, fing sich dann aber wieder und ging los. ,,Scar!", rief Fayt und wandte sich in seine Richtung. ,,Geh zu deinem großen Bruder.", sagte Scar mit rasselnder Stimme zu ihm. ,,Ich werde tun, was ihr beide nicht schafft." Doch im nächsten Moment wirbelte er erschrocken herum, da Kimbley, der ein letztes Mal aufgesprungen war, auf sie zugestürmt war. Er griff in Fayts Klappe, packte sich die Silbertaschenuhr Leons, die darin verstaut war, und warf sie auf Scar zu, der sie mit seiner rechten Hand zerstören wollte. Die Uhr sprang auf und Dutzende von unvollkommenen Ringen der Alchemisten schossen daraus hervor, die allesamt in Scars Körper fuhren. Scar, von unglaublichen Schmerzen gepackt, sank schreiend zu Boden. ,,Warum waren unvollkommene Ringe der Alchemisten darin?!?", rief Fayt verwirrt. ,,Ich hab dir doch versprochen... dass ich dich in die Luft jagen würde!", röchelte Kimbley, der nun am Boden lag, und umklammerte Fayt, übers ganze Gesicht grinsend. ,,Fayton!", rief Scar entsetzt. ,,Was für ein schönes Gefühl...", hauchte Kimbley und rieb sein Gesicht an Fayt, der sich zu befreien versuchte. ,,Du wirst eine hervorragende Bombe abgeben..." Es gab einen gewaltigen Lichtblitz, der Fayt erfasste, der vor Schmerzen laut aufschrie.
Leon, immer noch gegen Wrath kämpfend, wirbelte herum, als er von hinten jemanden auf sich zu kommen hörte: Es war Sloth, die wenige Meter vor ihm stehen könnte. ,,Sie sind... die Sekretärin des Führers...", stammelte Leon. ,,Mein kleiner Leonard...", sagte Sloth und lächelte ihm freundlich zu. Leon erschrak. ,,Warum... konntest du mich nicht richtig herstellen?", fragte Sloth ihn und verformte sich zu einer unförmigen Gestalt aus Wasser. Leon erstarrte, sein Gesicht in Panik verzerrt, während er ein weiteres Mal das Ergebnis der Menschlichen Mutation, die Fayt und er damals versucht hatte, vor sich sah: Eine Masse aus Nerven, Sehnen, Muskeln, Herz, eine Hand, die ihm zuwinkte, rasselndes Atmen.
Leons lauter Entsetzensschrei war im gesamten Tunnel zu hören, und ließ Rose stehen bleiben. Ihr Baby begann zu weinen. ,,Le... on...", sagte sie mit kaum hörbarer Stimme.
Leon saß am Boden, wie gelähmt auf das unförmige Gebilde aus Wasser vor ihm starrend, während Wrath auf ihn zuging und sich den Speer nahm, den Leon fallen gelassen hatte. ,,Gib mir... meinen Körper zurück!", schrie Wrath und holte mit dem Speer aus. ,,GIB IHN ZURÜCK!!!" Lautes Babygeschrei ließ Wrath erstarren. Rose war zurückgekehrt und blieb wenige Meter von Wrath entfernt stehen, ihr weinendes Baby in ihren Armen. ,,Halt die Klappe... Stopp... Mach, dass es die Klappe hält!", stammelte Wrath zitternd und ging langsam auf Rose zu. ,,Halt die Klappe... Halt die Klappe!" Rose wich ängstlich ein paar Schritte zurück, blieb dann jedoch stur stehen, während Wrath weiter auf sie zuging. ,,Le... on...", keuchte Rose mit aller Kraft. ,,Steh auf... Leon... Steh... auf..." ,,Klappe!", rief Wrath erneut. ,,... und... lauf!", brachte Rose heraus. Leon stutzte. ,,MACH, DASS ES STILL IST!!!", brüllte Wrath und stürmte mit erhobenem Speer auf Rose zu. ,,Leon!!!", schrie Rose verzweifelt. Leon sprang auf, sürmte vor und setzte zum Sprung auf Wrath an, der wenige Millimeter von Rose entfernt war, bereit zum Töten.


On the days you leave
You wave your hand and say "Good bye" normally
As if we could see each other again
In this city tomorrow
To believe in love
Means you will not lose to yourself
Until your dreams come true
I will be smiling and looking up at the stars and praying
And I will be here
I want to be your sky
And envelope your sadness
Whenever you look up, you will know you are not alone
Even if you are far away
You know you have a place to come back to


Vorschau Kapitel 42: Der Anfang vom Ende: Blutrot ist die Macht, nach denen es so vielen so sehr gelüstet, dass sie sogar ihr Leben dafür geben würden...