Freitag, 26. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 50: Der Tod

Riesige Ballons, an denen Gefährte hingen, schwebten durch die Luft, Zeppeline genannt, während Leon und sein Vater Hohenheim durch die nächtlichen Straßen dieser unbekannten Stadt hingen, überall an den Wänden Plakaten, die für eine gewisse Arbeiterpartei warb, auf dem ein Mann mit kurzem Schnauzbart und starrem Blick abgebildet war. Überall in den Straßen rannten ängstlich schreiende Menschen umher. ,,Wo bin ich hier?!? Was für eine Stadt ist das?!?", rief Leon verwirrt. ,,Hallo?", sagte plötzlich eine Stimme in seinem Kopf, und er blieb schwankend stehen, auf einmal ein Gefühl, als wolle sein Geist seinen Körper verlassen. ,,Wer bist du?", fragte die Stimme in seinem Kopf. Mit schweißgebatetem Gesicht sah Leon zu Hohenheim auf, der in der Nähe stehen geblieben war und besorgt zu ihm herüber schaute. Oh Gott..., dachte Leon entsetzt. Ich... Ich glaube... ich bin im Körper eines anderen!!!
Die Zeppeline warfen riesige, längliche Bomben ab, die Häuser in die Luft jagten, während die Einwohner der Stadt das Treiben ängstlich von einem Hügel aus beobachteten. ,,Da! Flugzeuge!", rief ein kleiner Junge und deutete auf seltsame Maschinen, die sich mit Propellern in der Luft hielten und auf die Zeppeline zuschossen. ,,Das ist unglaublich!", rief Leon, der mit Hohenheim ebenfalls auf dem Hügel stand, und sah zu den Fluggefährten auf. ,,Warum habe ich noch nie von diesen fliegenden Maschinen gehört?" ,,Es scheint, dass die Wissenschaft sich in dieser Welt anders entwickelt hat.", erklärte Hohenheim. ,,Physik und hochentwickelte Maschinen an Stelle von Alchemie... Hat mich, als ich hier ankam, auch ziemlich geschockt." ,,In dieser Welt?!?", fragte Leon verwirrt. ,,Ich dachte, du hättest es erkannt...", seufzte Hohenheim und wandte sich zu Leon um. ,,Siehst du, Leon... Dies hier ist die andere Seite des "Tors"." Leon erstarrte, während seine Erinnerung vollkommen zurückkehrte: Nachdem Roses Baby geschrien hatte und die Mutations-Zirkel aktiviert worden war, hatte er vor dem "Tor" gestanden, das sich geöffnet hatte. Die Schattenkreaturen hatten ihn hineingezogen und durch den goldenen Wirbel hindurch, in dem er Dutzende von unbekannten und seltsamen Dingen gesehen hatte, bevor er schließlich vom Himmel gefallen und auf einen Jungen zu gerauscht war, der genauso wie er ausgesehen hatte, nur ohne Zopf und mit normalen Armen und Beinen.

,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade in Alchemy,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."

Die Truppe, die sich Armstrong und den anderen angeschlossen hatte, wurde immer geringer. ,,Es scheint, dass es in Central City einen ziemlichen Aufruhr gibt.", sagte Farman, der an einem Funkgerät saß. ,,Nun, solange wir hier umzingelt sind und nicht weg können, brauchen wir uns darum noch nicht zu sorgen.", meinte Armstrong. ,,Es ist ja auch eigentlich egal, was genau passiert, solange Brigadier General Mustang am Ende gewinnt.", sagte Farman. ,,Aber die wichtigste Frage ist doch, was genau er erreichen will.", sagte Havoc. ,,Denn uns ist nicht erzählt worden. Nach allem, was wir wissen, handelt es sich hier um eine Revolution!" ,,Lieutenant Oberst!", rief Fury, der angerannt kam und schließlich mit der Nase voran am Boden landete. ,,Der Feind hat Verstärkung geholt." Armstrong stand auf, doch Havoc hielt ihn fest. ,,Warum überlassen Sie das nicht mir?", schlug Havoc ihm vor. ,,Ich habe meine Mustang-Imitation noch nicht perfektioniert."
Pride saß in seinem Arbeitszimmer und las ein Buch, während sein Adoptivsohn Selim auf dem Boden mit seiner neuen Eisenbahn spielte. Das glaubte Pride jedenfalls, denn als er zu Selim sah, stellte er fest, dass dieser nicht spielte, sondern seinen Adoptivvater die ganze Zeit beobachtete. ,,Hmm?", machte Pride fragend. Erschrocken, dass er erwischt wurde, begann Selim schnell zu spielen. ,,Stimmt etwas nicht?", fragte Pride. ,,Nicht wirklich.", antwortete Selim mit bedrückter Stimme. Pride schlug sein Buch zu, kniete sich zu Selim hinab und legte ihm eine Hand auf die Schulter. ,,Egal, was es auch ist, du weißt, dass du mit mir darüber reden kannst, Selim.", sagte Pride mit väterlicher Stimme. ,,Ich bin ziemlich gut darin, Geheimnisse für mich zu behalten. Also, wenn du etwas zu sagen hast, werde ich es niemandem verraten, nicht einmal Mama." ,,Mmm...", machte Selim kurz unentschlossen, dann ließ er schuldbewusst den Kopf hängen und sagte: ,,Es tut mir Leid, Vater..." ,,Hmm?", machte Pride fragend. ,,Nun, ich...", begann Selim zögernd. ,,Ich habe deinen geheimen Tresor gesehen."
Es war zu später Stunde gewesen, als Selim, der nicht hatte schlafen können, durch die Korridore gewandert war und vor dem Arbeitszimmer seines Adoptivvaters stehen geblieben war, da er Geräusche darin gehört hatte. Er hatte leicht die Tür geöffnet und beobachtet, wie Pride etwas aus einem Tresor, der hinter einem Bücherregal versteckt war, hervorgeholt hatte, es mit schweißgebadetem Gesicht betrachtet und schnell wieder weggeschlossen hatte...
Pride fuhr das Bücherregal zur Seite, hinter dem der Tresor zum Vorschein kam. ,,Ich wollte dich nicht heimlich beobachten, ehrlich.", sagte Selim ängstlich. ,,Ich bin mir sicher, dass du das nicht wolltest.", sagte Pride und kniete sich freundlich lächelnd neben ihn. ,,Ich hatte nur geplant, es dir erst zu zeigen, wenn du älter bist." ,,Also bis du nicht wütend?", fragte Selim zaghaft. ,,Ich könnte niemals auf meinen kleinen Selim wütend sein.", sagte Pride und legte Selim einen goldenen Schlüssel in die Hand. ,,Du verstehst doch, dass ich dir, indem ich dir diesen Schlüssel für den Tresor gebe, mit meinem Leben vertraue und deswegen möchte, dass du ihn auf jeden Fall beschützt?", sagte Pride. ,,Ja, Eure Exzellenz, der Führer!", rief Selim, salutierte und verstaute den Schlüssel, als im nächsten Moment seine Adoptivmutter in den Raum gestürmt kam. ,,Was ist los?", fragte Pride sie. ,,Da ist eine seltsame Frau an der Tür. Sie verlangt, dich sofort zu sehen.", erklärte sie ängstlich. Pride ging zur Eingangshalle und öffnete die Eingangstür, um ins Gesicht von Hawkeye zu schauen, die sich vor ihm verbeugte, hinter ihr Dutzende von Soldaten, die sie bewusstlos geschlagen hatte. ,,Lieutenant Hawkeye! Was für eine Überraschung!", rief Pride erheitert. ,,Vergeben Sie mir mein Eindringen hier in diese Villa, Führer, aber ich muss mit Ihnen reden.", sagte Hawkeye und trat ein.
Und während die restlichen Soldaten, die die Villa des Führers bewachten, zum Villaeingang stürmten, sprang Roy über die riesige Mauer, die die Villa umrandete, und schlich sich unbemerkt durch den Garten. Alles lief nach Plan.
Lauthals lachend schoss Archer im Hauptquartier von Central City alles und jeden nieder, der ihm in die Quere kam. Plötzlich fiel eine Granate vor ihm zu Boden, die im nächsten Moment explodierte. ,,Okay, gehen wir weiter.", sagte Ross, die die Granate geworfen hatte, zur verletzten Izumi und Brosch. ,,Wohin sollen wir denn gehen?", fragte Izumi keuchend. ,,Wir haben einen Treffpunkt ausgemacht, an dem sich die Soldaten, die auf unserer Seite sind, treffen sollen.", sagte Ross. ,,Wenn wir untergehen, tun wir es zusammen." Gefolgsleute von Archer starrten besorgt in die Rauchwolke - Überbleibsel der Explosion - als Archer auch schon dahinter hervortrat. ,,Was gibt es für Neuigkeiten?", fragte er einen der Soldaten. ,,Es gibt Ärger bei der Villa des Führers. Mehrere Wachleute sind niedergeschlagen worden.", erklärte einer der Soldaten. ,,Führer, machen Sie sich keine Sorgen, ich bin schon unterwegs...", sagte Archer, sein Gesicht blutüberströmt durch die Explosion, und schritt los.
,,Diese Welt ist durch und durch brutal, einfach nur tragisch.", sagte Hohenheim zu Leon, während er zum Himmel schaute, wo sich die Zeppeline und die Flugezuge immer noch bekriegten. ,,Während dieses Krieges sind bereits Millionen von Menschen mit hoch giftigen Gasen getötet worden. Aber das schrecklichste Instrument des Todes wird noch kommen... Du hast es im "Tor" gesehen, oder?" Mit Schrecken erinnerte sich Leon an das Bild einer pilzförmigen Rauchwolke, das er im goldenen Strom, durch den die Schattenkreaturen ihn gezogen hatten, gesehen hatte. ,,Die Leben derjenigen in dieser Welt, die sterben und sterben werden, werden zur Energie, die wir in unserer Welt für Alchemie brauchen.", erklärte Hohenheim. ,,Die Energie?!?", wiederholte Leon verwirrt. ,,Das macht für mich keinen Sinn! Was ist mit dem Prinzip..." ,,Dem Prinzip des Gleichwertigen Tausches?", unterbrach Hohenheim ihn. ,,Dies ist etwas, was du nicht verstehst: Es braucht mehr als gleichwertige Masse, um ein zerstörtes Radio zu reparieren. Die Energie, die benötigt wird, um es neu anzuordnen, muss auch irgendwoher kommen. Energie kann nicht geschaffen oder zerstört werden, nur neu genutzt werden." ,,Das ist also das Geheimnis?", fragte Leon bitter. ,,Die Leben derjenigen, die hier sterben, überqueren das "Tor" und werden zu Energie, die wir für unsere Mutationen brauchen? Ist es das, was du mir sagen willst?" ,,In uns allen existiert eine kleinere Version des "Tors", das du durchquert hast.", sagte Hohenheim. ,,Alchemisten haben die Fähigkeit, ihr "Tor" zu öffnen, Welten zu durchqueren und sich durch Tragödien in Welten wie dieser hier zu nähren. Es passiert jedes Mal, wenn man Mutations-Zirkel benutzt oder in die Hände klatscht." ,,Du hörst dich genauso an wie diese durchgeknallte Dante!", fuhr Leon dazwischen. ,,All der gleiche Quatsch von wegen, es gäbe kein Prinzip des Gleichwertigen Tausches." ,,Ich war mir nicht bewusst darüber, dass du sie kennst.", seufzte Hohenheim. ,,Ich weiss alles!", schrie Leon. ,,Ich weiss, dass ihr beide Liebhaber wart, weil ich den Liebesbrief gelesen habe! Ich weiss, dass ihr beide euch am Leben gehalten habt, indem ihr von einem Körper zum anderen gewechselt habt! Aber was ich nicht verstehe, ist, warum du, wenn du und dieses boshafte Miststück doch so perfekt wart, das Bedürfnis gespürt hast, meine Mutter zu heiraten!!! Hast du eine Art kranke Befriedigung darin verspürt, so zu tun, als wärst du ein normaler Mensch!?!" ,,Ich habe deine Mutter geliebt.", sagte Hohenheim. ,,Mit all meinem Herzen... Ich hatte nie zuvor wirklich geliebt, bis ich sie getroffen habe. Das musst du mir glauben." ,,Warum also?!?", schrie Leon weiter. ,,Warum hast du uns verlassen?!?" Hohenheim hob seine Hand hoch und zog den Hemdsärmel zurück, unter dem zu Leons Entsetzen vollkommen verrottete Haut zum Vorschein kam. ,,Ich konnte es einfach nicht zulassen, dass ihr mich so seht.", antwortete Hohenheim. ,,Der Gedanke war zu unerträglich für mich."
Dante, die hypnotisierte Rose mit ihrem Baby, Gluttony und Envy standen allesamt im goldenen Ballsaal in einem Kreis um Fayt versammelt, der auf einem hell leuchtenden Mutations-Zirkel lag. ,,Komm schon, Gluttony.", sagte Envy zum immer noch weinenden Gluttony. ,,Du bist nur einen Schritt davon entfernt, einen perfekten Ring der Alchemisten zu erschaffen. Also, hau dir die Wampe voll." ,,Lust! Wo ist meine Lust hin?", wimmerte Gluttony nur. ,,Wo ist sie?" ,,Mach voran, Spatzenhirn! Wir warten alle auf dich!", fuhr Envy ihn ungehalten an. ,,Und jetzt hör mir gut zu: Wenn du nicht deinen Fettarsch sofort zum Rüstungsjungen bewegst, zwinge ich ihn dir ein! Wir sind zu weit gekommen, als dass wir zulassen, dass du es uns versaust!!!" ,,Aber wo ist sie?", jammerte Gluttony und ließ den Kopf hängen. ,,Du armes Ding...", sagte Dante bemitleidend und kniete sich zu ihm hinab. ,,Es scheint, es gibt keine andere Möglichkeit." Blitzschnell steckte sie ihre Hand in Gluttonys Maul und zog seine Zunge heraus, auf dem sich das Ouroboros-Zeichen befand, das sie aktivierte. Gluttony sackte zusammen. ,,Gluttony?", fragte Envy zaghaft. Mit weit geöffnetem, sabberndem Maul sah Gluttony begierig zu ihm auf, jegliches Licht aus seinen Knopfaugen verschwunden. ,,Komm ihm lieber nicht zunahe.", warnte Dante Envy. ,,Das einzige, was nun noch von ihm übrig ist, ist sein Trieb zu fressen. Ohne sein Bewusstsein gibt es nichts Menschliches mehr, dass ihn ablenken könnte. Nun ist er vollkommene Völlerei (Gluttony auf Englisch^^)."
,,Ich wusste, Dante konnte den Ring der Alchemisten nicht erschaffen, jedenfalls nicht ohne meine Hilfe.", erzählte Hohenheim. ,,Ich dachte, wenn ich nur untertauche, würde sie mich nicht finden und schließlich zu Grunde gehen. Aber ich musste etwas tun, als sie sich euch beiden zugewandt hatte." ,,Und deswegen hat sie dich hinters "Tor" geschickt?", fragte Leon. ,,Nicht hinter das "Tor", sondern in das "Tor".", korrigierte Hohenheim ihn. ,,Sie trennte mein Bewusstsein, meinen Körper und meine Seele, in der Absicht, mich für immer dort drin gefangen zu halten. Aber trotz ihrer Bemühungen habe ich mich wieder neu angeordnet und bin hier gelandet." ,,Und dasselbe ist mit mir geschehen?", fragte Leon. ,,Nicht ganz.", antwortete Hohenheim. ,,Es scheint, dass diese Welt und unsere Welt sich ab der Entdeckung vom Alchemie voneinander trennen. Bei uns entwickelte sich die Alchemie weiter, während in dieser Welt die Physik die Oberhand gewann. Doch bis zu diesem Zeitpunkt verlief die Geschichte der beiden Welten vollkommen gleich. Vieles ist immer noch gleich. Zum Beispiel gibt es einen Jungen hier, der dir physisch vollkommen gleich ist. Es muss also auch einen Jungen geben, der wie Fayt aussieht." ,,Das macht Sinn.", sagte Leon. ,,Aber das erklärt nicht, wie ich in dem Körper dieses Jungen, der wie ich ist, gelandet bin." ,,Es ist sehr gut möglich, dass dein richtiger Körper immer noch irgendwo im "Tor" verweilt.", sagte Hohenheim. ,,Aber dein Bewusstsein und deine Seele haben das "Tor" ganz durchschritten und sind in dieser Welt gelandet und wurden wie Magneten vom Körper des Leonards dieser Welt angezogen." Zwei Soldaten stürmten herbei und salutierten vor Hohenheim. ,,Lieutenant Oberst Churchill will Sie umgehend sehen.", flüsterte einer der beiden Hohenheim ins Ohr. Er stieg mit den beiden Soldaten den Hügel hinab, wo bereits ein Auto wartete. ,,Hey, warte!", rief Leon, der ihn gerade noch einholte, bevor er ins Auto einstieg. ,,Du musst das "Tor" öffnen, das sich in dir befindet.", sagte Hohenheim. ,,Nur dann kannst du den Weg zurück nach Hause finden, Leonard." ,,Und du? Kommst du nicht mit?", fragte Leon. ,,Ich befürchte, dass wird nicht möglich sein.", antwortete Hohenheim und bedeutete den beiden Soldaten, schon ins Auto zu steigen. ,,Da mein Körper bereits das "Tor" durchschritten hat, bin ich nun ein Teil dieser Welt hier. Und weil Alchemie hier unmöglich scheint, sitze ich hier fest. Glücklicherweise ist es für dich noch nicht zu spät." ,,Es muss doch etwas geben, was wir tun können.", sagte Leon stur. ,,Ich weiss, es ist schwer für dich, das zu verstehen, aber ich glaube, es ist das Beste, wenn ich hier bleibe.", sagte Hohenheim. ,,Auf diese Weise kann ich die restlichen Jahre meines Lebens in dem Körper verbringen, den deine Mutter so geliebt hat." Er setzte sich ins Auto. ,,Du solltest wissen, dass ich äußerst erleichtert war, als ich herausfand, dass das Prinzip des Gleichwertigen Tausches nicht wahr ist. Man muss nicht immer einen Preis zahlen, um im Gegenzug etwas Wertvolles zu erhalten. Denn selbst wenn ich Tausende von Jahre lebte, könnte ich nie genug tun, um das Geschenk zu verdienen, das Trisha mir einst gab: Dich und Fayt." ,,Ich kann dir nicht zustimmen.", sagte Leon und ließ den Kopf hängen. ,,Ich weiss, dass ich, wenn ich mein Bestes gebe, dafür auch belohnt werde. Und ich glaube daran, dass das für uns alle gilt. Es spielt keine Rolle, wer man ist: Wenn man hart arbeitet, zahlt es sich auch aus. Ich weiss, dass das Prinzip des Gleichwertigen Tausches wahr ist." ,,Aber diese Welt...", begann Hohenheim. ,,Wenn es kindisch ist, daran zu glauben, dann soll es eben so sein.", unterbrach Leon ihn entschlossen. ,,Es ist mir lieber, als Kind betrachtet zu werden, als in einen tiefen Abgrund der Verzweiflung und Trauer zu stürzen. Ich dachte, ich müsste nicht an Dinge glauben, Vater. Aber ich lag falsch." Das Auto fuhr los, während Leon in die entgegengesetzte Richtung davonschritt. BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOM!!!!!!!! ,,Sieht aus, als wäre ein Zeppelin getroffen worden.", sagte einer der Soldaten, die mit Hohenheim im Auto saßen. Hohenheim sah aus dem Fenster und erschrak, als er sah, wie ein Zeppelin vom Himmel fiel und in der Nähe der Stelle niederkrachte, an der er sich eben noch mit Leon unterhalten hatte. Hohenheim sprang aus dem Auto und schaute mit ungläubigem Blick auf das Inferno, das sofort entstand, als der Zeppelin aufkrachte und in Flammen aufging. Und inmitten dieses Infernos lag Leon, unter Stahlteilen begraben, sein Magen von etwas Spitzem durchbohrt. Stöhnend nahm er seine letzte Kraft zusammen und klatschte in die Hände, als im nächsten Moment der Zeppelin vollkommen über ihm zusammenstürzte und ihn lebendig begrub, die Flammen ihn verschlingend.
Hawkeye stand, festgenommen von mehreren Soldaten, zusammen mit Pride, dessen Frau und Selim in der Eingangshalle. ,,Was ist mit Brigadier General Roy Mustang?", fragte Pride. ,,Soweit wir wissen, hat er eine Rebellion im Norden ausgelöst.", sagte einer der Soldaten. ,,Das war nur ein Ablenkungsmanöver.", mischte sich Hawkeye ein. ,,Er war die ganze Zeit hier und hat geplant, wie er Sie am besten stürzen kann." Lautes Klopfen war vom Keller her zu hören. Ängstlich nahm Prides Frau ihren Adoptivsohn in die Arme. Mehrere Soldaten wollten in den Keller gehen, doch Pride hob eine Hand, um sie zum Stehen zu bringen, und sagte: ,,Das ist wahrscheinlich nur eine Ratte. Kein Grund, gleich in Panik zu verfallen." Er nahm sein Schwert vom Ständer in der Nähe. ,,Ich werde trotzdem nachsehen gehen, nur um sicher zu sein. Sie bleiben hier bei meiner Familie." ,,Aber, Sir...", begann ein Soldat. ,,Im unwahrscheinlichen Fall, dass mir etwas geschieht, möchte ich, dass Sie die beiden unverzüglich zum Hauptquartier bringen.", unterbrach Pride ihn und stieg in den Keller hinab. Die Tür zum Weinkeller stand weit offen. ,,Hmm...", machte Pride und trat ein. Sofort schloss sich die Tür, und die zwei Hälften eines Mutations-Zirkels - eine Hälfte an der Wand, eine Hälfte an der Tür - vereinigten sich und versiegelten die Tür. ,,Warum nur bin ich nicht überrascht, dass Sie sich dazu entschieden haben, allein hier runterzukommen?", sagte Roy, der direkt hinter Pride stand. ,,Ihr Verhalten lässt mich zu der Annahme kommen, dass dies nicht das erste Mal ist, dass Sie mein Vertrauen verraten haben.", sagte Pride. ,,Sie haben wirklich Nerven, mir etwas über Verrat lehren zu wollen.", sagte Roy und trat vor. ,,Meinen Sie die Tatsache...", begann Pride, wandte sich zu Roy um und nahm seine Augenklappe ab, unter der sein Ultimatives Auge zum Vorschein kam. ,,... dass ich ein Homunculus bin?" ,,Ob Sie nun ein menschliches Wesen sind oder nicht, spielt für mich keine Rolle, Bradley.", sagte Roy. ,,Was ist dann das Problem?", fragte Pride. ,,Seit ich Führer geworden bin, habe ich nichts anderes getan, als diesen Staat zu verbessern, indem ich Kriege geschlagen und gewonnen habe, unsere Population von Unrat wie den Ishbalern befreit habe und unser Territorium vergrößert habe." ,,Ihnen ist der Staat doch vollkommen egal.", spottete Roy. ,,Alles, was Sie wollten, war der Ring der Alchemisten." Pride lächelte zufrieden. ,,Sie haben diese Kriege ausgelöst, weil Sie wussten, dass jemand, von Verzweiflung getrieben, Erlösung im Ring der Alchemisten sehen und versuchen würde, ihn zu erschaffen." ,,Menschen sind nichts weiter als törichte Wesen.", sagte Pride. ,,Töricht genug, um Sie von ihrem Leid und ihrer Verzweiflung profitieren zu lassen?!?", schrie Roy zornig. ,,Sie verstehen mich vollkommen falsch.", entgegnete Pride. ,,Um die menschliche Rasse davon abzuhalten, sich selbst zu ruinieren, habe ich mich eingemischt und den Ring der Alchemisten an mich genommen und damit seine Benutzung verhindert. Ich betrachte mich selbst als einen Schutzengel Gottes." ,,So etwas wie Gott gibt es nicht.", sagte Roy. ,,Das können wir nicht hundertprozentig wissen.", widersprach Pride. ,,Doch Teufel existieren auf jeden Fall: Es sind die Alchemisten, die sich mir in den Weg stellen!" Roy wollte mit den Fingern schnippen, um eine Explosion zu verursachen, doch Pride reagierte schneller und holte mit seinem Schwert aus. Gerade noch rechtzeitig konnte Roy ausweichen, so dass Pride stattdessen einen Teil der Wand zerstörte. ,,Wie dumm für Sie.", sagte Pride lächelnd. ,,Ein blitzschneller Schlag ändert den Fluss der Luftströmung und unterbricht damit ihre so geliebte Fähigkeit, mit einem Fingerschnippen eine Explosion zu entfachen. Sie können es nicht benutzen, solange die Luft konstant in Bewegung ist." Er holte erneut blitzschnell aus und schrammte Roys linken Arm, der sofort zu bluten begann. ,,Mein Ultimatives Auge kann die Luftströme sehen und sie ändern, bevor Sie sie nutzen können!", rief Pride und holte ein drittes Mal aus. ,,Selbst wenn Sie einen Treffer landen, können Sie es nicht richtig kontrollieren, da die Luft zu sehr schwankt!" Roy wich seinen Angriffen aus, bekam noch eine Schnittwunde verpasst, wartete genau, bis Pride einen seiner Hiebe beendet hatte, und schnippte dann schnell mit den Fingern. Die Hälfte des Weinkellers mitsamt der versiegelten Tür flog in die Luft, Wein nach allen Seiten spritzend und Rauch meterhoch aufziehend. Stöhnend rappelte sich Roy, den die unkontrollierte Explosion ebenfalls erwischt hatte, wieder auf, einer seiner Handschuhe zerstört, und erschrak, als er Pride inmitten des Feuer erblickte, der nicht einmal eine winzige Schramme hatte.
Sabbernd und mehr als hungrig schritt Gluttony auf den im Mutations-Zirkel liegenden Fayt zu. ,,Schon bald, Rose, wird dein Körper mir gehören.", sagte Dante mit zu tiefster Befriedigung zur hypnotisierten Rose. Sie sah wieder von ihr weg und erschrak. ,,Envy!", rief sie. Envy sah auf und sah gerade noch rechtzeitig Wrath, der auf Fayt zustürmte, und hielt ihn fest. ,,Lass nicht zu, dass er seine Alchemie benutzt.", warnte Dante Envy und nahm Roses Baby an sich. ,,Hör endlich auf, uns in die Quere zu kommen!", fuhr Envy Wrath an. ,,Bring sie zurück! Bring meine Mama zurück ins Leben, bitte!", schrie Wrath verzweifelt. Dante hob das Baby hoch, auf dem der auf den Bauch des Babys gezeichnete Mutations-Zirkel sofort zu leuchten begann. Und schon im nächsten Moment erschien das "Tor" vor Wrath und Envy, der schnell zur Seite wich. Das "Tor" öffnete sich, und die Hände der Schattenkreaturen packten Wrath, der sofort hysterisch zu schreien begann. ,,Was für ein ungezogenes Kind.", sagte Dante kopfschüttelnd, während die Schattenkreaturen ihre Hände nach dem linken Arm und dem linken Bein Wraths ausstreckten: Leons Glieder. ,,Einfach so hier reinzustürmen, als wenn sich alles nur um ihn dreht, sich nicht darum scherend, dass eine falsche Bewegung den Ring der Alchemisten aktivieren könnte, bevor er sein volles Potential erreicht hat." Und unter lautem Schmerzensschrei rissen die Schattenkreaturen das linke Bein und den linken Arm von Wrath ab und zogen die Glieder zurück ins "Tor", das sich sofort wieder schloss, Wrath am Boden wimmernd zurücklassend. ,,Er sollte mir dankbar sein, dass ich ihn so lange habe leben lassen.", meinte Dante vergnügt und wandte sich wieder Rose zu. ,,Meister!", schrie Envy mit panischer Stimme. ,,Das "Tor"! Es ist immer noch hier!" Er deutete auf das "Tor", das immer noch da war, und das sich erneut öffnete. Und heraus trat... ,,Leonard!", rief Envy, als Leon aus dem Tor schoss und zu Boden fiel. ,,Großer Bruder?!?", rief Fayt erschrocken. ,,Fayton?!?", stammelte Leon verwirrt, setzte sich auf und starrte auf seinen Auto-Mail-Arm. ,,Mein Auto-Mail... Ich bin also wirklich hier..." Er ließ den Kopf hängen. ,,Aber bedeutet das, dass der andere Leon sterben musste? Sein Leben im Gegenzug für meines?" ,,Ziemlich gute Leistung, Leonard.", sagte jemand in seiner Nähe. Leon sah auf und erblickte Marcoh. ,,Doktor Marcoh?", sagte Leon verdutzt. ,,Mir wurde nie gesagt, wohin sie gegangen sind." Es gab einen Lichtblitz, und da, wo gerade noch Marcoh gestanden hatte, stand nun ein grinsender Maes Hughes. ,,Natürlich weißt du es, Leon.", sagte Hughes, in Wirklichkeit Envy. ,,Schließlich warst du es doch, der den alten Doktor gefunden hat und ihm einfach zum Abschied noch mal Winke-Winke gemacht hat, bevor er mit der Sekretärin des Führers davongegangen war. Das war wirklich eine großartige Idee, mein Junge. Der arme Mann ist im Magen dieses Dings dort gelandet." Er deutete auf Gluttony, der immer noch unentwegt sabberte. ,,Er wäre nicht gestorben, hättest du ihn nicht gefunden." Leon sah Envy so zornig wie nur möglich an. ,,Natürlich warst du nicht nur für seine Tod verantwortlich, sondern für den von noch viel mehreren Menschen." Er warf mehrere Dolche nach Leon, denen er auswich. ,,Ich wäre immer noch bei meiner Frau und meiner Tochter, einem richtig süssen kleinen Mädchen, hätte ich dich nicht kennengelernt. Es muss wirklich schwer sein, gegen einen Freund zu kämpfen, den du schon einmal getötet hast!" Er zückte einen weiteren Dolch und stürmte damit auf Leon zu, der seinen Angriffen auswich, seinen Arm packte, ihn hinter seinen Rücken riss und mit der anderen begann, ihn zu würgen. ,,Ist das alles, was du kannst?!?", schrie Leon Envy an und verstärkte den Druck auf seine Kehle. ,,Lass mich los...!", röchelte Envy. ,,Impersonifikationen mit Schuldattacken?!?", schrie Leon weiter. ,,Verdammt sollst du sein...!", keuchte Envy. ,,Da muss dir schon was Besseres einfallen!", brüllte Leon. ,,Du bist immer noch ein Homunculus, selbst mit diesem Gesicht! Hast du schon vergessen, was ich mit deiner Freundin Sloth getan habe?!? Ich hab sie getötet, obwohl sie das Gesicht meiner eigenen Mutter trug!" ,,Wirklich?", fragte Envy. Es gab einen weiteren Lichtblitz und er hatte das Aussehen von Trisha Elric angenommen. ,,Das muss wirklich schlimm für dich gewesen sein, Leonard, Liebling.", sprach er mit Trishas Stimme. Leon stutzte kurz, und diesen Moment nutzte Envy, um ihm einen Tritt in den Magen zu verpassen und sich zu befreien. Er verwandelte sich wieder zurück. ,,So, bist also doch nicht so taff, wie du denkst, oder?", kicherte er hämisch. Wütend klatschte Leon in die Hände. ,,Ich würde es mir noch einmal überlegen, Alchemie einzusetzen, wenn ich du wäre.", sagte Dante. ,,Hmpf! Glaubst du wirklich, ich würde dir zuhören!?!", fuhr Leon sie an. ,,Mach doch und benutz Alchemie, wenn du willst.", sagte Envy und zuckte mit den Schultern. ,,Mir ist es doch egal, was mit deinem kleinen Bruder passiert." ,,Hä?!?", machte Leon verwirrt und sah zum am Boden auf dem Mutations-Zirkel liegenden Fayt. ,,Der Ring der Alchemisten ist bereits aktiviert worden.", erklärte Dante. ,,Wer weiss, was passieren könnte, wenn eine Mutation in seiner Nähe auftritt..." ,,Finden wir´s doch raus.", sagte Envy, schnellte hervor und verpasste Leon einen weiteren Tritt in den Magen. Leon holte nach Envys Gesicht aus, doch der duckte sich und verpasste seinerseits Leon einen Hieb ins Gesicht, gefolgt von einem Tritt in denselben Körperbereich, so dass Leon zu Boden knallte. ,,Dafür wirst du bezahlen!!!", brüllte Leon voller Zorn, sprang auf und holte mit der Faust nach Envy aus. ,,Schön weiter versuchen!", gackerte Envy, während er einem weiteren Schlag auswich und einen Rückwärtssalto vollführte um einem Tritt zu entkommen. ,,Ich bin weitaus stärker als du es je sein wirst!" Er landete behände am Boden, stutzte jedoch, als plötzlich jemand eines seiner Beine packte und es esiern festhielt. Er sah zu Boden und blickte in das wütende Gesicht von Wrath, der ihn mit seiner verbleibenden Hand festhielt. ,,Du...!", brüllte Envy und begann wie wild auf ihn einzutreten. Leon sprang Envy an, rammte ihn zu Boden, setzte sich auf ihn und verpasste ihm einen saftigen Hieb ins Gesicht. Envy nahm Trishas Gestalt an, setzte ein ängstliches Gesicht auf und schluchzte: ,,Bitte tu mir nicht weh, Leonard!" ,,Hör auf, mich verarschen zu wollen!", schrie Leon und verpasste Envy einen weiteren Hieb ins Gesicht. ,,Leonard, bitte hör auf damit!", flehte Envy als Marcoh. Ein weitere Hieb von Leon ins Gesicht. ,,Hilfe, Leon!", schrie Envy als Hughes verzweifelt. Noch ein Hieb ins Gesicht. ,,Gib schon auf, kleines Kind!", fuhr Envy als Roy Leon an. ,,Dir fehlt das gewisse Etwas, mich zu besiegen!" ,,Das ist wohl das beste Ziel, dass du dir hättest aussuchen können!", schrie Leon und schlug Envy mit Freude ins Gesicht. Mehr und mehr Schläge folgten. ,,Zeig mir, wie du wirklich aussiehst, anstatt dich wie ein Feigling zu verhalten, dessen einzige Stärke es ist, sich hinter den Gesichtern anderer Leute zu verstecken!", brüllte Leon dabei. ,,Willst du es wirklich sehen?", fragte Envy, boshaft grinsend. ,,Hör auf, mit mir spielen zu wollen!!!", schrie Leon und holte erneut nach Envy aus. ,,Du hast es so gewollt!", rief Envy und nahm zum allerersten Mal seit 400 Jahren seine wae Gestalt an. Leon erstarrte sofort. ,,Was ist los?", fragte Envy lächelnd. ,,Ich dachte, du wolltest meine wahre Gestalt sehen?" ,,D-Dein... Gesicht...", stammete Leon und sah hinab auf Envy, der fast genauso aussah wie Leon selbst. ,,Envy war der allererste Homunculus, erschaffen von Hohenheim, vor fast 400 Jahren.", erzählte Dante. ,,Er ist das Ergebnis der gescheiterten Menschlichen Mutation unseres Sohnes, der kurz nach der Geburt aufgrund einer Blutvergiftung gestorben war. Ich schätze, man kann sagen, dass Envy einst dein Halbbruder gewesen war." ,,Aber dann ließ er mich zurück und startete ein neues Leben mit seiner perfekten Ehefrau und den beiden Plagen.", fuhr Envy fort. ,,Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass es mir absolut nicht gefallen hatte, einfach so ersetzt zu werden." Sekunden später hatte er sich in Pride verwandelt, der Leon sein Schwert ins Herz gerammt hatte. Leon starrte blind drein, sein Blick unfokussiert, Blut nach allen Seiten spritzend, während Envy wieder die Teenagerform annahm, die er bevorzugte. Reglos sackte Leon zu Boden, während sich eien Blutlache bildete. ,,G... Großer Bruder...?", fragte Fayt unsicher. ,,Leo... nard?", keuchte Rose, deren Blick langsam klarer war. ,,LEONAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Das Licht verschwand langsam aus Leons Augen.