Der Anführer der Ishbaler traf sich mit dem Anführer dieses Slums und fragte, ob er und seine Leute hier einige zeit unterkommen könnte. ,,Dankeschön.", bedankte er sich. ,,Aber sind Sie sicher? Wir sind schließlich..." ,,Das kann ich an Ihrer Hautfarbe und Ihren Augen erkennen.", sagte der Anführer des Slums. ,,Ihr seid allesamt aus Ishbal, richtig?" Scar sah sich in den Dorf um, in dem überall Flüchtlinge in dem Müll nach verwertbaren Sachen suchten. ,,Dies hier ist ein Versammlungsort für diejenigen, die nicht mehr länger in ihrem Heimatland verweilen können.", sprach der Anführer des Slums weiter. ,,Hier gibt es Kriminelle und korrupte Soldaten. Ziemlich witzig eigentlich, oder?"
Yoki rannte freudestrahlend aus dem Slum davon und in Richtung der nächstgelegenen Stadt. ,,Eine Person von Ishbal mit einer kreuzförmigen Narbe im Gesicht!", rief er begeistert im Rennen. ,,Das ist dieser gesuchte Kerl!"
Der Junge mit den grünen Haaren, den Izumi bei sich aufgenommen hatte, rannte weiterhin in panischer Angst durch Dublith, verfolgt von Leon. ,,Warte!", rief Leon. ,,Hey, jetzt warte endlich! Warte! Hey!" Der Junge hörte nicht auf ihn. ,,Es tut mir Leid, dass ich auf einmal wütend geworden bin!" Der Junge blieb an einer Mauer stehen, berührte sie mit den Händen und stieg durch sie hindurch. ,,Er ist durch die Wand gestiegen?", rief Leon verblüfft und blieb vor der Mauer stehen. ,,Verdammt! Na warte!" Er klatschte in die Hände und wollte gerade die Mauer beiseite räumen, als er jemanden auf sich zukommen spürte. ,,Also wirklich... ich bin in Eile, wissen Sie.", fauchte Leon und wandte sich zu der Person, die ganz und gar in alte Laken gewickelt war, um. ,,Ich hab gehört, du bist ein Nationaler Alchemist, aber interessiert in Menschlicher Mutation.", sagte die Person mit der krächzenden Stimme eines alten Mannes. Leon sah ihn leicht verwirrt an.
,,Humankind cannot gain anything without first giving something in return.
To obtain, something of equal value must be lost.
That is Alchemy´s first law of Equivalent Trade.
Some people believe that it´s the one and only truth of the world." (Auszug: Buch der Alchemie)
,,100 Gramm Hackfleisch: 128 Gald.", zählte Izumis Mann den beiden Soldaten, Archer und Armstrong, die im Restaurant erschienen waren, die Speisekarte auf. ,,Ich möchte eine Person namens Izumi sehen.", sagte Archer zu ihm. ,,Hähnchenbrust: 160 Gald.", zählte Izumis Mann weiter auf. ,,Sind die Elric-Brüder hier gewesen?", fragte Archer. ,,Kennst du die beiden?", fragte Mason besorgt Winry, mit der er sich hinter einer Tür versteckte. ,,Bitte tu irgendwas gegen sie." ,,Kann ich nicht.", antwortete Winry. ,,Ich weiss nicht, was sich diese Person denkt. Und Leon und Fayt sind im Moment nicht in der besten Verfassung." ,,Roastbeef: 200 Gald.", leiherte Iszumis Mann weiterhin herunter. ,,Wir sind hier aufgrund von Militärpflichten.", sagte Archer unbeirrt. ,,Es gibt keinen Grund, irgendetwas zu verheimlichen." ,,Schweinshachse: 90 Gald.", zählte Izumis Mann weiter auf. ,,Überlassen Sie das mir.", sagte Armstrong, trat vor, riss sich seine Uniform vom Leib und begann mit den Muskeln zu spielen und sie dabei gleichzeitig gewaltig aufzupumpen, wobei er Izumis Mann drohende und gleichzeitig herausfordernde Blicke zuwarf. Izumis Mann brüllte, sprengte mit seinen Muskeln sein Hemd, warf sich ebenfalls in Pose und pumpte seine Muskeln auf. Die Spannung zwischen den beiden Muskelbergen stieg unerträglich. ,,Warten Sie, Major!", rief Winry, die die Anspannung nicht mehr ertrug, und rannte in den Raum. ,,Leon und Fayt sind..." Doch sie brach verdutzt ab, als sich Armstrong und Izumis Mann die Hand reichten. ,,Sieht aus, als wären sie durch ihre Muskeln Freunde geworden.", meinte Mason. ,,Was zum Teufel...?!?", stammelte Winry ungläubig. ,,Und wo sind die beiden nun, Fräulein?", fragte Archer und drängte Winry in eine Ecke. ,,Ähm...", begann Winry.
,,Was redest du da?", fragte Leon die Person, die verborgen unter den Laken war. ,,Ein Gerücht macht hier seine Runden...", sagte die Person. ,,Du sollst deinen Bruder als Versuchskaninchen missbraucht und seine Seele mutiert haben." Er schritt auf Leon zu. ,,Und du wirst von den Homunculi verfolgt." Leon trat der Person ins Gesicht. Die Kopfbedeckung fiel herab und herunter kam das glatzköpfige Gesicht eines alten Mannes mit Altersflecken hevor, seine Nase äußerst spitz. ,,Ich will euch doch nur an einen sicheren Ort mitnehmen...", sagte der Mann, wich zurück und rieb sich das Gesicht. ,,Dich und deinen dein Monster eines kleinen Bruders, meine ich." Er wurde hochgehoben und blickte in das Gesicht von Fayt (Fayts Helm also^^). ,,Wie hast du mich genannt?", fragte Fayt drohend. ,,Waaah!", kreischte der Mann, und im nächsten Moment schoss ein Schwanz unter den Laken hervor und schlug Fayts Helm vom Rest der Rüstung hinab. Der Mann, zu dem der Schwanz - der Schwanz einer Eidechse - gehörte, befreite sich aus Fayts Griff und landete gackernd auf allen Vieren am Boden. ,,Dieser Kerl ist wirklich leer innen drin!", rief der Eidechsenmann mit Blick auf die Rüstung, die nun blind nach dem Kopf tastete. ,,Genau wie Tucker gesagt hat!" ,,Tucker?", wiederholte Fayt verdutzt. ,,Du verdammter...!", schrie Leon zornig. ,,Werd´ doch nicht wütend, Kleiner!", rief der Eidechsenmann. ,,Er ist doch schließlich nicht menschlich!" Er rannte davon. ,,Du entkommst nicht!", schrie Leon, klatschte in die Hände und berührte den Boden. Zwischen zwei Häusern, die in dieser breiten Gasse standen, schoss aus dem Boden eine Wand hervor, die dem Eidechsenmann den Weg versperrte. ,,Beeindruckend! Beeindruckend!", rief die Eidechse begeistert. ,,Aber..." Er krabbelte die Wand eidechsengleich hinauf. ,,...ich bin auch beeindruckend!" Er sprang davon. ,,Wer war das denn?", wunderte sich Leon, sprachlos. ,,Eine Chimära!", rief Archer, der die Gasse zusammen mit Armstrong noch rechtzeitig erreicht hatte, um die Eidechse davonhüpfen zu sehen. ,,Könnte das eine der Chimären, die aus Labor 5 entkommen sind?" Fayt setzte sich seinen Kopf wieder auf und erblickte Armstrong. ,,Major!", rief er fröhlich. ,,Ist ja schon eine Weile her!" ,,Ja...", sagte Armstrong und nickte. ,,Das hier ist Lieutenant Oberst Archer.", erklärte er. ,,Er leitet den Gerichtshof." ,,Warum sind sie hier im Süden?", fragte Leon. ,,Gerichtshof?", wiederholte Fayt. ,,Das ist derselbe Ort, an dem Second Lieutenant Hughes arbeitet. Geht es dem Second Lieutenant gut?" ,,Ähm... nun...", begann Armstrong und sah von den beiden Brüdern weg. ,,Wir würden Sie beide gerne über diese Chimära von gerade eben und noch ein paar andere Dinge befragen.", sagte Archer zu den beiden Brüdern. ,,Ich hab leider im Moment keine Zeit.", sagte Leon, klatschte in die Hände und erschuf ein Loch in der Wand, durch das er mit Fayt hindurch rannte. ,,Das wird immer interessanter.", sagte Archer lächelnd. ,,Eine perfekte Chimära, wie? Ich will sie haben." Er ging ebenfalls los, gefolgt von Armstrong.
Der Junge saß einsam auf einem Dach neben einer Turmuhr und seufzte vor sich hin. Er besah sich seine beiden Hände von unterschiedlicher Hautfarbe und sogar unterschiedlicher Größe, und klatschte sie zusammen, so wie Leon und Izumi es immer taten. Nichts geschah. ,,Hmm...", machte er und klatschte seine Hände zusammen. Wieder nichts geschah, außer, dass er den Halt auf dem Dach verlor und in Richtung Abgrund rutschte. Doch bevor es dazu kam, hatte Leon, der mit Fayt gerade noch rechtzeitig aufs Dach geklettert war, ihn gepackt. ,,Hä?", machte der Junge verdutzt. ,,Ist das alles, was du zu sage hast?", fauchte Leon und zog ihn wieder zurück aufs Dach, wo die drei sich hinsetzten. Der Junge schaute von seinen beiden verschiedenen Händen zu Leons Auto-Mail-Hand. ,,Warum sind meine Hände anders als deine, Leon?", fragte er. ,,Das hier sind nicht meine echten Glieder.", antwortete Leon traurig. ,,Wo sind dann deine richtigen?", fragte der Junge. ,,Nun, äh... ähm...", stammelte Leon. ,,Wo sind sie?", fragte der Junge erneut. ,,Hey, weißt du denn nicht mehr, woher du diese Narbe hast?", fragte Fayt den Jungen und deutete auf die Narbe an der linken Schulter des Jungen, die damals der Fuchs verursacht hatte. ,,Nö.", antwortete der Junge. Leon und Fayt sahen sich beide an und entfernten sich von den Jungen, der mit seinen Füßen zu spielen begann. ,,Vielleicht ist es nur ein Zufall.", flüsterte Fayt Leon zu. ,,Nie im Leben!", zischelte Leon zurück. ,,Aber dein Arm und dein Bein sind dir doch durch Gleichwertigen Tausch genommen worden, richtig?", meinte Fayt. ,,Warum sollten sie dann also hier sein? Das ist verrückt." ,,Ja, und wie verrückt das ist.", stimmte Leon zu. ,,Aber wenn er in der Lage war, meinen Arm und mein Bein vom "Tor" hierher zu bringen... Vielleicht... kann dann dein Körper auch hierher zurückgebracht werden."
Archer sah mit einem Fernglas hinauf zum Dach, auf dem Leon, Fayt und der Junge saßen. ,,Sehen Sie sich sorgfältig den rechten Fuß an.", sagte er zu Armstrong und reichte ihm das Fernglas. Armstrong sah hindurch und erschrak. ,,Jetzt können wir der Lösung des Mysteriums von Labor 5 näherkommen.", sagte Archer triumphierend. ,,Fangen wir ihn." ,,Was ist mit den Brüdern?", fragte Armstrong. ,,Wir haben jemand Wichtigeren gefunden.", sagte Archer. ,,Tun Sie es."
,,Ähm, hab ich irgendwas Böses gemacht?", fragte der Junge auf einmal Leon und Fayt, die sich von ihm abgewandt hatten. Leon wollte gerade antworten, als Fayt schrie: ,,Großer Bruder, pass auf!" Ein Stein, von Elektrizität umgeben, raste in den Uhrturm, der zerstört wurde; Trümmer flogen durch die Gegend. Armstrong schmiss einen weiteren Stein hoch und schlug mit seinem Schlagring dagegen, so dass der Stein auf das Dach zuraste, von Blitzen umgeben. ,,Was haben Sie vor, Major?!?", schrie Leon aufgebracht. Armstrong schmiss noch einen Stein, und die darauf folgende Explosion ließ den Jungen schreiend zu Boden stürzen. Armstrong fing ihn auf, holte seine Silbertaschenuhr heraus, die an einer langen Kette hing, und umwickelte den nun bewusstlosen Jungen damit. Leon klatschte in die Hände und erschuf eine Treppe, die er hinunterrannte. ,,Major! Er hat keinerlei Erinnerungen!", schrie er. ,,Wir haben sogar die Polizei von ihm benachrichtigt!" ,,Er ist ein wichtiger Zeuge der zerstörerischen Aktivitäten in Central City.", erklärte Archer und hievte den Jungen auf seine Schultern. ,,Wir werden ihn im Südlichen Hauptquartier befragen." ,,Was reden sie da?!?", schrie Leon. ,,Vielleicht haben Sie dieses Zeichen hier ja schon irgendwo gesehen.", sagte Archer und hob den rechten Fuß des Jungen an. Ein rotes Tattoo befand sich auf der Fußsohle, ein Dreieck bestehend aus drei kleinen Dreiecken, umgeben von einem Höllenhund: Das Ouroboros-Zeichen, das alle Homunculi - somit auch Lust, Gluttony und Envy - trugen. Leon und Fayt erstarrten. ,,Er ist einer der Homunculi?", rief Fayt verdattert. Die Eidechse, die sich hinter dem Schornstein versteckt hatte, grinste boshaft. ,,Er wird uns zu den Leuten führen, die Labor 5 zerstört haben.", sagte Archer und ging, mit dem Jungen auf den Schultern, davon. Armstrong wollte ihm folgen. ,,Major!", rief Leon. ,,Leonard Elric, wir werden bald ein Protokoll mit deiner erneuten Aussage erstellen müssen.", sagte Armstrong und blieb stehen. ,,Bleib also zu Hause bei deiner Lehrerin." ,,Ich dachte, dass jegliche weitere Untersuchung vom Führer verboten worden wäre.", meinte Leon misstrauisch. Armstrong wandte sich erneut zum Gehen. ,,Vor langer Zeit...", begann Leon. ,,... bin ich von einem Fuchs gebissen worden." Er fasste sich an seinen linken Auto-Mail-Arm. ,,Genau hier. Und dieser Junge hat dieselbe Wunde an seiner linken Schulter. Und sein linkes Bein... es sieht absolut nicht so aus, als würde es ihm gehören." ,,Sein Arm und sein Bein gehören dir?", fragte Armstrong ungläubig und wandte sich wieder um. ,,Das ist absurd..." ,,Ich bin mir ja auch nicht sicher!", protestierte Leon. ,,Deswegen will ich es auch feststellen lassen." ,,Tu es nicht.", warnte Armstrong. ,,Wir können nicht einfach nichts tun!", rief Fayt und sprang vom Dach. ,,Genau aus diesem Grund sind wir all die Zeit umhergereist." ,,Wenn wir es untersuchen und... Nun, ich bin noch nicht einmal sicher, wie wir es untersuchen sollen.", sagte Armstrong. ,,Aber wenn wir herausfinden, dass dieser Arm und dieses Bein dir gehören... Was wirst du dann tun? Willst du sie ihm abreißen und für dich beanspruchen?" ,,Seien Sie nicht lächerlich!", rief Leon angewidert. ,,Dann ist es besser, wenn du es nicht weißt.", beendete Armstrong das Gespräch und ging nun endgültig davon.
,,Yoki... Yoki...", murmelte Sloth, die Sekretärin des Führers, in ihrem Büro nachdenklich, nachdem ihr ein Soldat von dem Anruf eines Mannes namens Yoki erzählt hatte. ,,Irgendwo habe ich diesen Namen schon einmal gehört." ,,Er behauptet, dass er einst die Aufsicht über eine Mine im Osten hatte.", erklärte der Soldat. ,,Oh, ich erinnere mich.", sagte Sloth nickend und nahm den Hörer ab.
,,Nein, ich sage wirklich die Wahrheit.", sprach Yoki, der die nächste Stadt erreicht hatte, in den Hörer des Telefons. ,,Ja, ja... Das ist richtig."
,,Wundervoll.", sagte Sloth lächelnd. ,,Wenn dies wirklich wahr ist, lasse ich den Führer von ihrer Hilfe im Fall Scar selbstverständlich benachrichtigen. Ihr Wunsch, ins Militär zurückkehren, könnte Folge geleistet werden."
,,Yahoo!", jubelte Yoki.
In Dublith stand die Eidechse ebenfalls in einer Telefonzelle und telefonierte. ,,Und er ist zum Südlichen Hauptquartier gebracht worden!", sprach er in den Hörer.
,,Sehr schön.", sprach ein Mann mit schwarzen stacheligen Haaren (der Mann, in einem Raum in Labor 5 versiegelt gewesen war und den Lust "Greed" genannt hatte), der, umringt von hübschen Frauen, die ihn von vorne bis hinten verwöhnten, auf einem sehr bequemen Ledersessel in einer Kneipe namens Devil´s Nest saß in den Hörer. ,,Sehr gut gemacht. Vergiss die beiden Brüder für den Moment. Behalte lieber den Jungen im Auge. Verstanden?" Er legte das Telefon auf und reichte das Telefon einer schlangengleichen Frau, die es für ihn wegbrachte. ,,Die Elric-Brüder sind genauso wie du sagtest.", sagte der Mann namens Greed zu einer ziemlich großen Person, die sich unter einem Umhang und einem übergroßen Hut versteckt hatte. ,,Ich verstehe... Ich bin mir sicher, dass sie dir nützlich sein werden.", sagte die Person, Maxwell Tucker, mit Flüsterstimme. ,,Ich hab gehört, dass Envy, Pride, und die anderen ebenfalls hinter den beiden her sind.", sagte Greed. ,,Deswegen dachte ich mir, es wäre interessant, wenn ich sie mir stattdessen unter den Nagel reiße." Er sah auf seine linke Hand, auf der ein rotes Tattoo - ein rotes Dreieck, bestehend aus drei kleineren Dreiecken, umgeben von einem Höllenund - abgebildet war: Er war also ein weiterer Homunculus. ,,Aber es sieht aus, als könnte ich mir etwas Besseres schnappen.", fuhr er grinsend fort. ,,Ein Homunculus, der genau wie ich Alchemie einsetzen kann, wie? Er muss unbedingt auf unsere Seite kommen, sonst wird es äußerst kompliziert werden." ,,Bitte, lass mich gehen.", bat ein Mann, der erstaunliche Ähnlichkeiten mit einem Hund aufwies, Greed. ,,Idiot!", stutzte Greed ihn zusammen und rollte mit den Augen. ,,Du kannst nicht einfach in diesen Ort einbrechen. Da du ein ehemaliger Soldat bist, solltest du das doch am Besten wissen." ,,Ich hab mal im Südlichen Hauptquartier gearbeitet.", sagte der Hochrotalchemist Kimbley vom Thresen her. ,,Mich dich nicht einfach so in unser Gespräch ein, Nationaler Alchemist.", fuhr die schlangenähnliche Frau ihn an. ,,Nein, nein. Vielleicht kann er die beiden ja wirklich dorthin bringen.", meinte Greed mit Blick zu Kimbley. ,,Aber wenn du uns hintergehst..." ,,Mach, was du willst.", sagte Kimbley und stand von seinem Sitzplatz auf. ,,Ich will nur mal endlich wieder was in die Luft fliegen sehen." Er sah zu einem kleinen Sack, der unscheinbar in der hinteren Ecke des Raumes lag.
Izumi stand in dem völlig verwüsteten Zimmer, aus dem der Junge geflüchtet war. ,,Was habt ihr ihm angetan!?!", fuhr sie Leon und Fayt an, die mit Izumis Mann und Winry ebenfalls im Raum waren. ,,Nichts.", antwortete Leon. ,,Sensei, warum regt Ihr Euch überhaupt so wegen ihm auf?", fragte Fayt. ,,Das Militär könnte seine Identität wirklich feststellen. Und er ist..." ,,Fayt.", unterbrach Leon ihn warnend. ,,... nicht menschlich.", setzte Fayt seinen Satz fort. Izumis Züge verhärteten sich, während Izumis Mann leicht zuckte und Winry verwirrt dreinschaute. ,,Ihr mögt mir vielleicht nicht glauben, Sensei, aber wir haben Homunculi, oder besser durch Menschenhand erschaffene Menschen, schon vorher getroffen. Sie alle hatten Kräfte, die normale Menschen nicht haben: Ein Mund, der sogar Metall auffressen kann... Finger, die alles durchbohren können... und ein Körper, der sich in alles verwandeln kann... Dieser Junge hat Alchemie benutzt, aber das ist, weil er ein Monster ist." Bei diesen Worten ging Izumi auf ihn zu und rempelte ihn unsanft zur Seite. ,,Weißt du überhaupt, warum ein Homunculus geboren wird?", fuhr sie ihn an. ,,Izumi...", begann Winry. ,,Dachtest du, mir wäre nicht aufgefallen... wer er ist?", schrie sie weiter, brach dann aber ab, da Blut in Mengen aus ihrem Mund zu Boden floss. ,,Sensei!", schrien Leon und Fayt erschrocken, als Izumi am Boden zusammenbrach. Winry schrie erschrocken auf. Izumis Mann hob sie hoch und trug sie schnell davon.
Er brachte sie in ein Krankenhaus und wich nicht von ihrer Seite.
Er brachte sie in ein Krankenhaus und wich nicht von ihrer Seite.
,,Sie ist schon so lange krank?", sagte Winry, die mit Leon und Fayt auf dem Flur warteten, traurig. ,,Ja...", antwortete Fayt und ließ den Kopf hängen. ,,Aber da sie so stark ist, vergessen wir es manchmal." ,,Was für eine Art Krankheit ist es denn?", fragte Winry. ,,Vielleicht kann sie in einem Krankenhaus in Central City geheilt werden..." ,,Leider würde das sehr schwer werden.", sagte der für Izumi zuständige Arzt, der aus Izumis Zimmer kam. ,,Warum?", fragte Winry. ,,Entschuldigen Sie, dass ich das sage, aber das Krankenhaus in Central City ist wesentlich besser als ein Krankenhaus auf dem Land." ,,Es muss eine unheilbare Krankheit sein.", meinte Leon deprimiert. ,,Was?", sagte Winry traurig.
Der Arzt brachte sie in einen Raum, wo sich ein Modell eines Menschen und seiner Organe befand. ,,Ihr inneren Organe fehlen von hier bis hier.", sagte der Arzt und zeigte mit einem Stock, dass die Organe, die sich unterhalb ihres Herzens bis zum Darm normalerweise bei jedem Menschen befanden, bei Izumi fehlten. ,,Fehlen?", wiederholte Winry verwirrt. ,,Es scheint fast so, als seien sie herausgeschnitten worden.", sagte der Arzt betrübt. ,,Und die verbleibenden Organe haben sich miteinander verzweigt, um ihre Funktionen fortsetzen zu können. Ich bin mir nicht sicher, warum sie immer noch am Leben ist..." ,,Großer Bruder... das muss bedeuten...", begann Fayt entsetzt. ,,Es ist... als wenn ihr die Organe weggenommen worden.", sagte Leon und ließ den Kopf hängen. ,,Das heißt, Sensei hat dasselbe wie wir getan...", sagte Fayt traurig. Eine Krankenschwester stürmte in den Raum. ,,Miss Izumi ist...!", begann sie atemlos.
Als sie in Izumis Zimmer ankamen, fanden sie nur ein leers Bett und ein offenes Fenster vor.
Bei Sonnenuntergang erreichten Izumi und ihr Mann das Südliche Hauptquartier des Militärs. ,,Danke, Liebling.", bedankte sich Izumi bei ihrem Mann, der sie stützte. ,,Aber jetzt geht es wieder." Izumis Mann schüttelte seinen Kopf. ,,Ich werde allein gehen.", sagte Izumi entschlossen. ,,Beim letzten Mal konnte ich nichts für dich tun.", sagte ihr Mann. ,,Deswegen..." ,,Bitte.", unterbrach Izumi ihn. ,,Ich möchte nicht, dass du siehst... was ich gleich tun werde." Sie ging zum Hauptquartier davon.
Bei Sonnenuntergang erreichten Izumi und ihr Mann das Südliche Hauptquartier des Militärs. ,,Danke, Liebling.", bedankte sich Izumi bei ihrem Mann, der sie stützte. ,,Aber jetzt geht es wieder." Izumis Mann schüttelte seinen Kopf. ,,Ich werde allein gehen.", sagte Izumi entschlossen. ,,Beim letzten Mal konnte ich nichts für dich tun.", sagte ihr Mann. ,,Deswegen..." ,,Bitte.", unterbrach Izumi ihn. ,,Ich möchte nicht, dass du siehst... was ich gleich tun werde." Sie ging zum Hauptquartier davon.
Wenige Minuten später kamen auch Leon und Fayt dort an und blieben bei Izumis Mann stehen, als es auf einmal ein Beben und einen lauten Knall gab, der vom Hauptquartier auszugehen schien. Die Stücke der Wände des Gebäudes wurden zu dornenartigen Gebilden, die sich in die Weite zogen, gefolgt von Explosionen und Beben. ,,Verdammt!", fluchte Leon und rannte mit Fayt weiter auf das Gebäude zu. ,,Sig!", rief Winry, die ebenfalls den Ort erreicht hatte, Izumis Mann namens Sig zu. ,,Ist Izumi dort drin?" Er antwortete nicht. ,,Warum sagen Sie nichts?", fragte Winry und sah zu Boden, den Tränen nahe. ,,Izumi, Leon, und Fayt... Warum?" ,,Ich weiss rein gar nichts...", seufzte Sig traurig. ,,Was?", fragte Winry verdutzt.
Izumi wanderte einen weiteren Korridor des Hauptquartiers entlang.
,,Sie hat sich immer und immer wieder entschuldigt.", begann Sig zu erzählen.
Izumi klatschte in die Hände und berührte eine Wand. Der Boden wellte sich auf und stieß die Soldaten, die ihr in den Weg gekommen waren, um. Weitere Soldaten, die sich von hinten auf sie stürzte, knockte sie mit mehrere gezielten Hieben aus.
,,Um ihr Leben zu retten, hatte ich den Entschluss gefasst, dass sie nicht noch einmal ein Baby auf die Welt bringen würde nach dem Tod unseres ersten Kindes. Aber sie... hat sich immer und immer wieder dafür entschuldigt, dass sie mir kein Kind mehr schenken konnte." ,,Ein Baby...", murmelte Winry. ,,Ich verstehe." Noch mehr Wandstücke wurden zu Dornen, die sich emporrankten. ,,Aber ich wusste nicht von ihrer Traurigkeit...", fuhr Sig fort.
Izumi betrat den Raum, in dem Archer, Armstrong und mehrere Wissenschaftler um den Jungen herum standen, der nackt an ein Bett gefesselt war.
,,Wusste nicht, wie hart sie die der Tod ihres ersten uns einzigen Kindes mitnahm... So hart, dass sie diese... schreckliche... verbotene Sache... getan hat." ,,Schreckliche verbotene Sache?", wiederholte Winry fragend. ,,Dasselbe, was Leon und Fayt getan haben.", antwortete Sig.
Der Junge schrie freudig, als er Izumi sah. Archer tat mehrere Schritte rückwärts.
,,Menschliche Mutation?", rief Winry erschrocken. ,,Sie hat versucht, ihr totes Baby wiederzubeleben?" ,,Sie hat es ganz allein getan.", sagte Sig und nickte.
Izumi klatschte in die Hände und berührte den Boden. Die Stellen, an denen Archer, Armstrong und die Wissenschaftler standen, brachen ein, so dass ein Stockwerk tiefer stürzten.
,,Ich weiss nicht, was sie sah, nachdem sie es getan hatte. Aber als sie zurückkam, haben mehrere Organe - auch ihre Gebärmutter - gefehlt."
Izumi klatschte ein weiteres Mal in die Hände und berührte das Bett. Die Fesseln lösten sich und der Junge sprang ihr in den Arm. Izumi drückte ihn fest an sich.
,,Sie sagte mir, dass sie nie wieder ein Kind zur Welt bringen kann... und hat sich erneut bei mir immer und immer wieder entschuldigt."
Kimbley und der Eidechsenmann standen direkt vor dem Hauptquartier. ,,Bitte fangen Sie an, Mr. verrückter Bomber.", bat die Eidechse ihn. Kimbley klatschte in die Hände, auf denen sich Mutations-Zirkel in der Form eines Sonne und eines Mondes befanden, und schritt auf die Wand vor ihnen zu. ,,Hmm... Mir fehlt aber ei wenig Sulfur.", sagte er, packte sich einen Soldaten, der, durch das Chaos, das Izumi verursacht hatte, aufgeschreckt, an ihnen vorbeilief, drückte ihn gegen die Wand und ließ ihn explodieren. Die ganze Wand riss ein. ,,Wahahahahahahahaha!!!", gackerte die Eidechse begeistert.
Die Explosion erschütterte das Hauptquartier, in dem längst die Alarmsirene läutete, heftigst und brachte Archer und Armstrong, die Izumi verfolgten, zum Stehen. ,,Was war das für eine Explosion?", rief Archer verwirrt. ,,Major, fangen Sie endlich diese Frau!" Doch Armstrong hörte nicht auf ihn, sondern verbeugte sich vor Führer King Bradley, der den Flur zu ihnen lang ging. ,,Meine Güte, meine Güte...", sagte King Bradley, wieder einmal die Ruhe in die Person, und lächelte amüsiert. ,,Hier geht es aber lebhaft zu."
Izumi schielte um eine Ecke und ging, nachdem sie sich versichert hatte, dass der Korridor leer war, mit dem Jungen in ihren Armen, dem sie Kleidung aus einem Raum besorgt hatte, weiter. ,,Sensei.", hörte sie Leon hinter sich sagen und blieb stehen. ,,Bitte lasst ihn gehen und verschwindet von hier." Izumi blieb einfach stehen. ,,Sensei, ich bin ein Militärhund!", sagte Leon. Archer, Armstrong und King Bradley kamen den Korridor entlang. ,,Warum ist der Führer hier im Süden?!?", rief Leon verwirrt. Izumi rannte in die andere Richtung davon, kam aber nicht weit, da eine Wand neben ihr explodierte und Kimbley und die Eidechse auf sie zuschritten. ,,Eidechsenkerl...", fauchte Leon. ,,Tut mir Leid, aber wir wollen den Jungen auch haben.", kicherte die Eidechse. Armstrong und Archer stürmten auf Izumi zu. ,,Sensei, der Major, und diese Typen...", sagte Leon. ,,Verdammt, sieht nach einem vierfachen Kampf aus." ,,Nein, fünffacher Kampf, Metalljunge.", murmelte Führer King Bradley kichernd.
Scar stand im Slum mit mehreren Ishbalern an einer Schlange an, um Abendessen zu bekommen. Ein sehr alter Mann mit dunkler Hautfarbe und roten Augen, der sich in zerrisenen Laken kleidete, schritt aus der Reihe davon. ,,Dieser Mann... War das ein Ishbaler?", fragte Scar den Anführer der Ishbaler, der vor ihm in der Reihe stand. ,,Komm ihm nicht zunahe.", warnte der Anführer ihn. ,,Was?", fragte Scar verwundert. ,,Hast du nicht das Tattoo auf seinem Gesicht gesehen?", sagte der Anführer. ,,Er ist ein Sünder. Er hat Gottes Lehren verraten und wurde für immer aus Ishbal verbannt."
,,Eine Gruppe von Ishbalern im Süden?", wiederholte Roy im Hauptquartier von Central City verdutzt und sah zu Führer King Bradley. ,,Wir glauben, dass sich Scar in dieser Gruppe befindet.", sagte King Bradley. ,,Sie wissen, was zu tun ist, richtig?" ,,Ja, Sir!", rief Roy und verbeugte sich vor ihm.
Er ging zurück in sein Büro, wo Hawkeye, Breda, Fury, Havoc und Farman bereits warteten. ,,Wir ziehen los.", sagte Roy zu ihnen. ,,Das westliche Slum in der Nähe von Kishua City... Scar versteckt sich dort. Wenn er ich frewillig ergibt, werden wir friedlich bleiben. Wenn er sich wehrt, werden wir ihn und alle anderen niedermachen."
Scar betrat das Zelt des verbannten Ishbalers und sah sich um. Die Wände des Zeltes waren über und über mit Tattoos und Mutations-Zirkel versehen. Er erstarrte, als er ein bestimmtes Tattoo an der Wand sah: Es war dasselbe Zeichen, das er auf seinem rechten Arm trug.
Vorschau Kapitel 31: Sünde: ,,Gib sie zurück. Sie gehören meinem großen Bruder! Wir sind nur dafür umhergereist!"
Vorschau Kapitel 31: Sünde: ,,Gib sie zurück. Sie gehören meinem großen Bruder! Wir sind nur dafür umhergereist!"
