Samstag, 27. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 51: Start ins Ungewisse

Fröhlich lächelnd sah Envy zu, wie Leon tot zu Boden sackte, eine Blutlache um ihn herum entstehend. ,,G... Großer Bruder...", stammelte Fayt voller Entsetzen. ,,Leo... nard...?", murmelte Rose, deren Blick langsam klarer wurde. ,,LEONAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Das Licht in Leons Augen erlosch vollkommen. Rose wollte zu Leon stürmen, doch Dante hielt sie mit der freien Hand, die nicht das Baby hielt, fest. ,,Das war viel zu einfach.", sagte Envy hämisch und stand vom Boden auf. ,,Menschen sind wirklich richtig erbärmlich." ,,Großer Bruder... nein...", keuchte Fayt hysterisch. ,,Du kannst nicht sterben... Ich sollte es doch..." ,,Er ist... tot?", fragte Wrath zitternd vom Boden her. ,,Stimmt genau.", trällerte Envy. ,,Er gibt schon mal das Tempo vor für alle anderen Menschen dieses Planeten, die bald folgen werden. Schon bald werden sie sich alle gegenseitig umgebracht haben, und nur noch Homunculi werden übrig bleiben!" Er lachte lauthals los. ,,Mein großer Bruder kann nicht sterben!", schrie Fayt panisch. ,,Das ist lächerlich! Das würde er nie zulassen! Das kann nicht sein!" ,,Nun, das ist nun einmal die Realität.", sagte Dante schulterzuckend und vergnügt. ,,All seine Anstrengungen haben ihm am Ende rein gar nichts gebracht. Man kann so viel zahlen, wie man will, es ist nie genug." Mit heraushängender Zunge und gierigen Blick stürmte Gluttony nun weiter auf Fayt zu.
Aufgrund der vielen Explosionen im Weinkeller, wurden die Frau des Führers und dessen Adoptivsohn zusammen mit Hawkeye, die Handschellen trug, in ein Auto verfrachtet, das in Richtung des Hauptquartiers fuhr, wie der Führer es befohlen hatte. Jedoch kam ihnen unterwegs ein anderes Auto entgegen, das mit voller Wucht in sie hineinfuhr. ,,Hey, sind Sie in Ordnung?", rief ein anderer Soldat aus dem Wagen, der folgte, besorgt. Archer stieg aus dem Geisterfahrerauto. ,,O-Oberst Archer?!?", stammelte der Soldat verwirrt. ,,Geben Sie mir Ihr Auto!", befahl Archer dem Soldat. ,,Wohin wollen Sie, Sir?", fragte der Soldat. ,,Zur Villa des Führers.", antwortete Archer, während sich Selim davonschlich. ,,Die Rebellen befinden sich doch dort, richtig?" ,,Das war nur ein falscher Alarm, Oberst.", sagte der Soldat. ,,Es hatte sich nur Lieutenant Hawkeye eingeschlichen." ,,Hawkeye?!?", wiederholte Archer und sah zu Hawkeye, die im demolierten Auto saß. ,,Sie haben Sie leben lassen?!?" Er zog seine Pistole und schoss auf sie. Schnell versteckte sie sich hinter einem Sitz und schnappte sich die Pistole des Soldaten, der neben ihr saß. Sie wollte auf ihn schießen, doch er erwischte sie an der Schulter mit einer Patrone. Er wollte erneut schießen, doch der Soldat neben ihn packte ihn. ,,Der Führer will, dass sie zum Hauptquartier gebracht und dort befragt wird, Sir!", sagte der Soldat. ,,Haben Sie überhaupt das Hauptquartier gesehen?!? Es ist vollkommen zerstört!", schrie Archer zornig. ,,Überall sind Rebellen! Wir haben keine Zeit für Befragungen!"
Keuchend stand Roy, über und über mit tiefen Schnittwunden versehen, im Weinkeller, der vollkommen in Brand steckte. Sein ganzer Körper spannte sich an, als Pride erneut aus dem Flammen auferstand, sein Körper, der gerade noch vollkommen verbrannt war, nun wieder ganz normal. ,,Haben Sie nun verstanden, dass es sinnlos ist, mich in Brand zu stecken oder explodieren zu lassen?", fragte Pride Roy, der gegen eine der Wände zurückwich. ,,Ich hatte bisher noch nie die Chance, meine Homunculi-Fähigkeit, mich regenerieren zu können, auszuprobieren. Deswegen habe ich es auch mehrmals zugelassen, dass Sie mich umbringen." Er stürmte vor und rammte sein Schwert in Roys linke Schulter, so dass er nun an der Wand festgenagelt war. Vor Schmerzen schrie Roy laut auf. ,,Sie sehnen sich wirklich sehr nach meiner Position, nicht wahr, Mustang?", fragte Pride lächelnd. ,,Ich hatte Ihre Ambitionen wirklich gemocht. Aber Sie hätten ein bisschen geduldiger sein müssen. Denn selbst wenn Sie mich irgendwie hätten vernichten können, hätte der Staat herausgefunden, was sie getan haben, und als Assassin hätten Sie nie mehr ins Militär zurückkehren können." ,,Ich habe das hier nicht aus Machtgier oder Gründen der Politik getan.", antwortete Roy keuchend. ,,Ich konnte mir selbst nicht mehr vergeben, dass ich solange blind gewesen war. Das war die einzige Möglichkeit, für die Tode der Freunde zu büßen, die ich nicht retten konnte!" ,,Nun, dann lassen Sie mich Ihnen dabei helfen.", sagte Pride grinsend. ,,Richten Sie Brigadier General Hughes meine besten Wünsche aus." Er begann sein Schwert langsam durch Roys linke Schulter zu ziehen, in Richtung des Herzens. Roy schrie so laut wie noch nie zuvor, während das Schwert seinem Herz näher und näher kam, das Ende nahe. ,,Was ist denn hier los?!?", rief Selim, der soeben den Keller betreten hatte, erschrocken. Pride stoppte und sah mit väterlichem Blick zu Selim hinüber. ,,Hallo, mein Sohn. Gute Neuigkeiten: Ich hab die Ratte gefangen.", sagte Pride zu ihm. Selim lächelte und ging zu Pride. ,,Es tut mir Leid, dass ich dir nicht gehorcht habe, Vater, aber ich musste einfach zurückkommen.", sagte Selim mit Blick auf eine Tasche, die er trug. ,,Ich hatte etwas in der Villa vergessen und ich wollte sichergehen, dass du in Ordnung bist." Fröhlich lächelnd beugte sich Pride zu Selim hinab und legte seine Hände auf dessen Schultern. ,,Und was jetzt?", fauchte Roy. ,,Sie sagten doch, dass alle Menschen törichte Wesen sind! Wie erklären Sie sich dann, dass Sie ihn lieben?!?" Doch er stutzte, als er erkannte, dass Prides Gesicht auf einmal schweißüberströmt war. ,,Vater, was ist los?", fragte Selim besorgt. ,,Du siehst aus, als wärst du verletzt! Was ist los?!?" ,,Was hast du getan, du Idiot!?!", schrie Pride ihn an. ,,Ich habe nur... Ich habe es aus deinem Tresor geholt.", erklärte Selim und holte etwas Rundes aus der Tasche hervor, das in Mullbinden eingewickelt war. ,,Du sagtest, dein Leben hängt davon ab, und ich wollte nicht, dass das Feuer es zerstört." Pride begann ihn zu würgen. ,,Vater...", keuchte Selim, der keine Luft mehr bekam. ,,Bitte... hör auf...!" Verzweifelt riss Roy an dem Schwert und schaffte es schließlich unter größten Schmerzen, es aus seinem Körper herauszuziehen. Pride packte den reglosen Selim und schmiss ihn in eine Ecke. Schnell rannte Roy zu ihm. ,,Ihr Menschen seid nichts weiter als törichte Wesen, ihr alle!", schrie Pride und wandte sich zu Roy um. ,,Selbst mein eigener Adoptivsohn! Nicht zu vergessen der Mann, der hier vor mir steht, und der der Sohn des Mannes ist, der ich eigentlich hätte werden sollen!" Roy erschrak kurz, dann stand er auf, das runde Etwas, das Selim mitgebracht hatte, in seinen Händen: Es war der Schädel des Menschens, der Pride eigentlich hätte werden sollen. ,,Ich weiss nicht, wie lange Sie gelebt haben, Führer...", sprach Roy, sein ganzer Körper vor lauter Anstrengung, aufrecht zu stehen, schwankend, und strich sich mit einem Finger über sein blutverschmiertes Gesicht. Mit diesem Finger malte er nun mit Hilfe des Blutes einen Mutations-Zirkel auf die Hand, die den Schädel hielt. ,,... oder wie oft Sie den Tod betrogen haben... aber nun nicht mehr." Er berührte den Zirkel, und sogleich leuchtete der Schädel auf, während Pride unter lautem Geschrei in Flammen aufging. ,,Das ist das Ende!"
Gierig fraß sich Gluttony Stück für Stück durch Fayts Körper durch. ,,Bitte, hör schon auf.", flehte Rose, als auf einmal ein lautes Klatschen zu hören war. ,,Dieses Geräusch! Was war das?", rief Dante verdutzt. ,,Gluttony!", rief Envy erschrocken mit Blick auf Gluttonys Unterkiefer, der sich aufzulösen begann. ,,Er hat Alchemie benutzt, mit dem Ring!" Langsam stand Fayt, unter Benutzung seiner ganzen Kraft auf, sein ganzer verbleibender Körper mit dem Tattoo verziert, das Scar so lange auf seinem rechten Arm getragen hatte. ,,Du dummer Junge!", rief Dante erzürnt mit Blick auf das Loch, das entstanden war, als Fayt Alchemie benutzt hatte. Sie drückte Rose ihr Baby in die Arme und schritt auf Fayt zu. ,,Schau dir nur an, was du angerichtet hast! Leg dich wieder hin, bevor du den Ring noch vollkommen verschwendest!" ,,Komm mir nicht zunahe!!!", fuhr Fayt sie an. Dante blieb erschrocken stehen. ,,Du kannst mich zu gar nichts zwingen, da du keine Alchemie einsetzen kannst!" Er schritt durch den Raum. ,,Und was, glaubst du, könntest du erreichen?", fragte Dante spöttisch. Fayt blieb vor dem toten Leon stehen. ,,Mein großer Bruder ist noch nicht sehr lange tot.", sagte er und legte eine Hand auf Leons Wange. ,,Er hat immer noch etwas Farbe in seinem Gesicht. Seine Seele ist wahrscheinlich immer noch am "Tor". Ich muss sie einfach wieder hierher zurückholen, genauso so, wie er es damals für mich getan hat." ,,Sei kein Narr! Du weißt, was passieren würde!", schrie Dante hysterisch. ,,Ja, das tue ich!", rief Fayt. ,,Eine Menge Menschen mussten sterben, damit dieser Ring der Alchemisten erschaffen werden konnte. Und ich wäre auch gestorben, wenn sie es nicht mit ihren Leben verhindert hätten. Und nun wird es Zeit, dass ich meinen eigenen Teil beitrage und meine eigene Entscheidung treffe." ,,Fayton...", begann Rose ängstlich. ,,Lebewohl, Rose.", verabschiedete sich Fayt von ihr. ,,NICHTS DAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!", brüllte Envy und sprang in die Höhe, um sich auf Fayt zu stürzen. ,,Das ist für dich, großer Bruder...", murmelte Fayt traurig, klatschte in die Hände und berührte Leon. Ein riesiges, grelles Licht entstand, und überall im Raum tauchten Mutations-Zirkel in Form vom Tattoo auf, das Fayts Körper zierte. ,,Ich vermisse dich jetzt schon...", schluchzte Fayt, während er, Envy und der tote Leon vom Licht verschluckt worden.
Keuchend stand Roy im Weinkeller und sah auf das Rote Wasser am Boden - Überbleibsel von Pride. Erneut berührte er den Mutations-Zirkel auf seiner Hand und brannte mit Hilfe des Schädels auch das Wasser nieder. Anschließend warf er den Schädel seines toten Vaters, den er nie kennengelernt hatte, in eines der Feuer, wo er zerschmolz. Roy sah zu Selim, der reglos am Boden lag.
Minuten später schritt er, mit dem bewusstlosen Selim in seinen Armen, durch die Einganstür der Villa und hinaus in den Hof. Er erschrak, als Archer vor ihm zum Stehen kam und, übers ganze Gesicht breit grinsend, mit einer Pistole auf ihn zielte.
Hawkeye stürmte die Auffahrt zur Villa hinauf und erblickte kurz darauf Archer in der Ferne. Sie schoss immer und immer wieder auf ihn, bis das Magazin ihrer Pistole verbraucht war. Archer wandte sich noch zu ihr um, dann fiel er tot zu Boden. Hawkeye rannte weiter und blieb, ihre Augen starr vor Entsetzen, erneut stehen, als sie Roy und Selim reglos vor der Türschwelle in einer Lache aus Blut liegen sah. Sie warf ihre Pistole zur Seite, stürmte auf Roy zu und kniete sich vor Roy nieder. ,,Brigadier General!", rief sie und begann ihn zu schütteln. ,,Brigadier General?" Keine Reaktion. ,,Verdammt, Roy Mustang, reden Sie mit mir!", fuhr Hawkeye ihn an. Immer noch keine Reaktion. Entsetzt und Tränen ihr Gesicht hinabrinnend sah sie zu Roy hinab, die Nacht erfüllt von ihrem Wehklagen.
Leon stand an einem äußerst hellen Ort, als plötzlich Fayt vor ihm auftauchte und gleich darauf wieder verschwand. ,,Fayt?", sagte er verdutzt, als im nächsten Moment Envy neben ihm auftauchte. ,,Wa... Was ist hier los?!?", rief Envy verwirrt. ,,Wo bin ich hier, du Wurm?!?" ,,Am "Tor".", antwortete Leon und deutete hinter ihn. Envy wirbelte herum und erblickte mit Entsetzen vor ihm das riesige "Tor". ,,Also... Was befindet sich auf der anderen Seite?", fragte Envy. ,,Ich weiss nicht.", antwortete Leon. ,,Für mich war es ein Ort namens London, wenn ich mich recht erinnere. Das hat mein alter Herr jedenfalls gesagt." ,,Alter Herr?!?", wiederholte Envy, sofort hellhörig. ,,Du meinst Hohenheim des Lichts?!? Willst du damit sagen, dass er immer noch am Leben ist?!?" ,,Ja.", antwortete Leon. Fröhlich grinsend schritt Envy auf das "Tor" zu und versuchte es zu öffnen. ,,Ich würde das nicht tun, wenn ich du wäre.", meinte Leon. ,,Du kannst nicht wissen, wohin es dich führen wird." ,,Von wegen!", rief Envy und öffnete die Türen allmählich. ,,Ich werde ihm genau sagen, wo es mich hinbringen soll!" Das "Tor" war nun vollkommen offen, und die Schattenkreaturen, die darin wohnten, sahen ihm neugierig entgegen. ,,Ich bin gekommen, um ihn zu töten! Bringt mich zu Hohenheim des Lichts!", befahl Envy den Kreaturen. Sofort streckten diese ihre Hände nach ihm aus und zogen ihn hinein in das goldene Licht. Er strahlte fröhlich über das ganze Gesicht, freudig, dass er endlich seinen Vater wiedersehen und umbringen durfte, doch diese Freude wich sofort, als er erkannte, dass die Schattenkreaturen, die sich an ihn geklammert hatten, versuchten, seinen Körper auseinanderzunehmen. ,,Hört auf damit!", blaffte Envy die Kreaturen an und schüttelte sie von sich ab. ,,Ihr tut gefälligst, was ich euch sage!" Er verwandelte sich zu Leon. ,,IHR BRINGT MICH JETZT SOFORT ZU HOHENHEIM!!!", brüllte er. ,,ZU DIESEM BASTARD!!!" Er verwandelte sich in sein wahres Ich. ,,ZU MEINEM VATER!!!" Als er bemerkte, dass er allein nicht durch den Strudel vorankam, verwandelte er sich in eine riesige Schlange und schlängelte sich durch das Licht entlang. Langsam schloss sich das "Tor" wieder. Tränen flossen Leons Gesicht hinab. ,,Fayt?", fragte er unsicher, als im nächsten Moment alles vor ihm verschwamm...


Als er wieder zu sich kam, blickte er in das Gesicht von Rose, die über ihn gebeugt war. ,,Leonard? Kannst du mich hören?", fragte Rose ihn behutsam. ,,Ja.", antwortete Leon mit tränenerstickter Stimme. ,,Aber warum weine ich?" Er fuhr sich mit seiner linken Hand übers Gesicht, um die Tränen wegzuwischen und erschrak, als er bemerkte, dass die Hand nicht aus Metall, sondern aus Fleisch und Blut war. Schnell setzte er sich auf und betastete sein linkes Bein und stellte fest, dass es ebenfalls aus Fleisch war. ,,Fayt hat Alchemie benutzt, um dich zurückzuholen, Leon.", erklärte Rose. ,,Der Ring der Alchemisten...", murmelte Leon und sah sich kurz im Ballsaal um, der bis auf Rose, den immer noch am Boden liegenden Wrath und ihm vollkommen leer war. ,,Er hat ihn benutzt, um meinen Körper und meine Seele vom "Tor" zurückzuholen. Aber... was ist dann mit ihm passiert?" Traurig sah Rose zu Boden. ,,Sag mir nicht... Sag mir nicht, dass er...", stammelte Leon, seine Augen vor Entsetzen geweitet, und sprang auf. ,,Fayt! Fayt!! FAYT!!!" Roses Baby schrie laut auf und brachte Leon zum Schweigen.

,,Dieses verdammte Kind!", fluchte Dante, die im Aufzug stand, der hoch zu Prides Büro fuhr, und besah sich ihren verfaulenden Körper unter dem Kleid, das sie trug. ,,Wie konnte er es nur wagen, den Ring einfach so zu verschwenden, während mein Körper in dieser schrecklichen Verfassung ist!?! Ich werde Pride nach unten schicken müssen, um diesen beiden Jungen eine Lektion zu erteilen!" Es gab ein Rumpeln und Dante wich schnell zurück in die Ecke des Aufzuges, als Gluttony, der sich durch den Boden gefressen hatte, seinen Kopf in den Aufzug steckte. ,,Verdammt, Gluttony, was tust du hier!?!", fuhr Dante ihn an. ,,Ich hab keine Zeit dafür!" Gluttony sah sie gierig an. ,,Du verstehst mich nicht, oder?", fragte Dante, ihr Gesicht schweißübersät und ihr Gesicht zum ersten Mal seit mehreren hundert Jahren vor Angst verzehrt, während Gluttony ihr näher und näher kam. ,,Halte bitte durch, Gluttony! Ich werde dir ganz schnell was zu fressen finden, in Ordnung?!?" Gluttony stürzte sich mit laut grummelndem Magen auf sie. Dante klatschte in die Hände.
Ein vollkommen leerer Aufzug, über und über mit Blut verschmiert, kam in Prides Büro an.


Gedankenversunken starrte der oberkörperfreie Leon, auf dessen Oberkörper Dutzende von Mutations-Zirkeln gezeichnet waren, und der auf einem Mutations-Zirkel stand, der die Form des Tattoos hatte, das Scar auf seinem rechten Arm gehabt hatte, zu Boden und erinnerte sich an das Gespräch mit Rose, das er vor wenigen Minuten gehabt hatte.

,,Du gehst jetzt besser.", hatte er zu Rose gesagt. ,,Ich hasse es, dich das fragen zu müssen, aber könntest du ihn auch mitnehmen?" Er hatte auf den am Boden liegenden Wrath gedeutet. ,,Was ist mit dir?", hatte Rose gefragt. ,,Ich werde diesen Ort zerstören, damit niemand erneut auf die Idee kommt, einen Ring der Alchemisten auf diese Art und Weise zu erschaffen.", hatte Leon geantwortet. ,,In Ordnung.", hatte Rose gesagt. ,,Ich bin mir sicher, was immer auch geschieht, du wirst deinen Weg zurück an die Oberfläche finden. Du hast jetzt schließlich zwei gesunde Beine."
Wenn das, was mein Vater über das "Tor" gesagt hat, wahr ist, sollte Fayts alter Körper und sein Bewusstsein immer noch dort sein..., dachte Leon. Und nun ist auch seine Seele dort. Vielleicht hat ein Leben ja keinen gleichwertigen Preis... Vielleicht kann man alles, was man hat, aufgeben und trotzdem nichts dafür bekommen... Aber dennoch... Selbst wenn ich nicht beweisen kann, dass es wahr ist, muss ich es dennoch versuchen... zu deinem Wohl... Fayt... Er klatschte in die Hände und berührte seinen Körper, der sogleich vom Licht, das die vielen Mutations-Zirkel produzierten, verschlungen wurde.


Liebe Winry,
Es war schön, wieder mal von dir etwas zu hören.
In Central City kehrt nun endlich Monate nach der Rebellion einigermaßen Normalität zurück.
Nach dem Tod des letzten Führers, King Bradley, hat die Regierung keine Zeit verloren und sofort die Führung übernommen, und das Militär hat ihnen die Kontrolle freiwillig gegeben. Damit kann endlich Demokratie in unserem Staat beginnen.
Aber das bedeutet noch lange nicht das Ende des Krieges.Mehrere Nachberländer kämpfen immer noch um Macht mit uns.
Es gibt aber auch gute Neuigkeiten: Die Regierung hat sich dazu entschlossen, die Gesetzesregelung, was die Ishbaler betrifft, vollkommen zu ändern und die Ishbaler endlich wieder als normale Menschen anzusehen. Sie wollen ihnen sogar dabei helfen, ihr altes Land neu aufzubauen. Das wird eine sehr schwierige Angelegenheit werden, ich weiss. Aber ich weiss auch, dass es Grund zur Hoffnung gibt.
Es wird immer noch etwas dauern, bis Brigadier General Roy Mustang zurück zur Arbeit kommen kann. Oberst Hawkeye lässt ihn absolut nicht mehr aus den Augen.^^
Ich brauche wohl nicht weiter zu schreiben, wie geschockt ich war, als ich von Fayt hörte. Als ihr ihn gefunden hattet, war er wirklich wieder ein zehnjähriger Junge, ohne Erinnerungen an irgendetwas, das sich in diesen vier Jahren ereignet hatte? Es ist, als wäre all das, was sie nach der Nacht, in der sie versucht hatten, ihre Mutter zurück ins Leben zu holen, nie passiert wäre... Sind vielleicht irgendwelche Erinnerungen zu ihm zurückgekehrt, seit er mir das letzte Mal geschrieben hat?
Und was ist mit Leon? Irgendwelche Neuigkeiten? Ich weiss, wie hart das für dich sein muss.
Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder einmal persönlich.
Scieszka


Grummelnd saß Roy in seinem Haus in seinem Bett, während Hawkeye ihm mit trübseligem Blick einen Apfel schälte. ,,Was soll dieser trübselige Blick?", fragte Roy sie. Sie sah zu ihm auf und zuckte, wie immer, kurz zusammen, als sie die Augenklappe sah, die er nun an seinem linken Auge trug. ,,Der Plan war perfekt. Sie haben ihren Part fehlerlos erfüllt.", seufzte Hawkeye. ,,Aber ich hätte früher da sein müssen, um Sie zu beschützen." ,,Nichts ist perfekt.", sagte Roy. ,,Die Welt ist nicht perfekt. Aber sie ist für uns da, tut, was sie kann." Er fuhr ihr sanft durchs Haar. ,,Das ist es, was sie so verdammt wunderschön macht." ,,Klapp halten und essen.", fauchte sie, ihr Gesicht vollkommen rot, und steckte ihm einen Apfel in den Mund.
Fröhlich lachend spielte der zehnjährige Fayt Elric mit Den am Fluss von Rizenbul, beobachtet von Winry und Rose, die ihren kleinen Sohn in ihren Armen hielt. ,,Sensei!", rief Fayt auf einmal und sah zu Izumi, die mit ihrem Mann Sig, Mason und Pinako ebenfalls ans Flussufer kam. Mason, Winry, Rose, Roses Baby und Den spielten am Fluss, während Izumi, Sig und Pinako in der Nähe saßen. ,,Ich kann das immer noch nicht wirklich glauben.", seufzte Pinako auf einmal. ,,Glauben Sie wirklich, dass Leon für immer von uns gegangen ist?" ,,Man kann nicht genau wissen, was Leonard geopfert hat, um dies hier geschehen zu lassen.", sagte Izumi mit Blick auf den spielenden Fayt. ,,Ein Leben zu geben, um ein anderes zu erschaffen, war noch nie genug. Es ist möglich, dass er auch Erfahrung als Opfer dargeboten hat: Die vier Jahre, die die beiden zusammen reisend verbracht haben, also, wurden zum Opfer, um Fayt so zurückzubekommen, wie er jetzt ist." ,,In letzter Zeit... hängt Fayt stundenlang mit seiner Nase in Alchemie-Büchern.", bemerkte Pinako, was Izumi leicht aufschreckte. ,,Es ist genauso wie früher. Ich glaube, dass gibt ihm Trost, erinnert ihn an Leon." Sie sah zu Boden. ,,Diesem Jungen namens Wrath geht es ebenfalls besser." Izumi erstarrte sichtlich. ,,Winry und ich haben ihm ein brandneues Auo-Mail-Modell verpasst. Sie hatte es eigentlich für Leon angefertigt." ,,Und wo ist er jetzt?", fragte Sig. ,,Er ist vor ein paar Tagen aus Rizenbul verschwunden.", antwortete Pinako. ,,Hört sich nach ihm an...", seufzte Izumi.


,,Du willst wirklich wieder trainieren?", fragte Winry beim Abendessen, bei dem alle im Haus der Rockbells zusammen saßen. ,,Ja.", sagte Fayt und sah zu Izumi. ,,Bei Ihnen, wenn ich darf. Darf ich, Sensei?" Izumi sah ihn unschlüssig an. ,,Bitte!", bat Fayt sie mit entschlossenem Blick. ,,Wir haben bei unserem ersten Aufenthalt so viel von Ihnen gelernt. Ich will mehr über Alchemie und das Prinzip des Gleichwertigen Tausches lernen. Ich möchte so viel lernen, dass ich eines Tages wieder mit meinem großen Bruder zusammen sein kann. Ich habe zwar keine Idee, wie ich das geschehen lassen soll. Aber wenn... wenn ich hart genug studiere, werde ich auf jeden Fall ein Weg finden, ihn zurückzubringen. Ich kann es nicht erklären... ich weiss es einfach." ,,Fayt...", begann Rose traurig. ,,Darf ich?", fragte Fayt Izumi. Sie ließ ihren Blick zu einem Foto schweifen, dass Leon und Fayt zeigte, kurz nachdem sie die Prüfung auf der Insel im Zentrum Dubliths bestanden hatten, dann sah sie wieder zu Fayts entschlossenem Blick. ,,Bei diesem Gesicht kann ich doch nicht "nein" sagen.", seufzte sie schließlich. Fayt strahlte glücklich.


Fayt, Izumi, Sig und Mason stiegen am Morgen in den nächsten Zug nach Dublith. ,,Fayt, ich möchte, dass du mir etwas versprichst...", sagte Winry, die mit Rose und Pinako am Bahnsteig stand. ,,Hmm?", machte Fayt fragend. ,,Ich werde auch studieren, damit ich die beste Mechanikerin der Welt werde, wie auch immer dir das auf deinem Weg helfen kann.", sagte Winry. ,,Also musst du mir im Gegenzug versprechen, dass du sicher zurück nach Hause kommst, damit ich dir helfen kann, in Ordnung?" ,,Deal.", sagte Fayt. ,,Ich finde einen Weg, meinen großen Bruder zurückzubringen, und dann werden wir Drei zusammen ein perfektes Team." Winry nickte lächelnd, während der Zug langsam anfuhr. Als er jedoch außer Sichtweite war, begann sie traurig zu weinen.


Mehrere vermummte Gestalten standen in einem abgedunkelten Raum, der nur von Kerzen erleuchtet wurde, über einem Pentagramm und murmelten lateinische Texte. ,,Brüder, lasst uns für heute aufhören.", sagte ein Mann mit kurzem Schnauzbart und schwarzen Haaren und warf seine Kaputze zurück. Die Männer verließen den Raum und wanderten durch einen Hof. ,,Ich möchte Ihnen danken, dass Sie so viel Zeit für uns haben, Professor Hohenheim.", dankte der Mann Hohenheim, der neben ihm ging und ebenfalls seine Kaputze zurückwarf. ,,Sie studieren also wirklich Magie?", fragte Hohenheim den Mann. ,,In der Mythologie gibt es eine Insel namens Thule.", sagte der Mann ,,Wir, die Thule-Gesellschaft, glauben, dass diese Insel der Ort ist, wo die Götter leben... Und wir suchen nach dem Pfad, der uns dorthin führen wird. Ich hoffe auch in der Zukunft auf Ihre Unterstützung." ,,Ich suche ebenfalls nach einem bestimmten Pfad, Professor Haushofer.", erklärte Hohenheim dem Mann namens Haushofer lächelnd.


Auf dem Weg nach Hause ging Hohenheim am Markt vorbei, um frische Äpfel zu kaufen. ,,15 Reichsmark für einen einzigen Apfel?!?", rief Hohenheim beim Blick auf den Preis erschrocken. ,,Das ist absurd, vollkommen lächerlich! Wie lang wird diese Inflation denn noch dauern?!?" Grummelnd bezahlte er die Äpfel und kehrte nach Hause zurück. Es war das Jahr 1921, und die Stadt, in der Hohenheim lebte hieß München.


Zu Hause angekommen, stutzte Hohenheim erst einmal. ,,Planst du einen Trip, Leonard?", fragte er Leon, der in seinem Zimmer saß und seinen Koffer packte. ,,Sieh dir das hier an.", sagte Leon und reichte Hohenheim einen ziemlich dicken Bericht. ,,Flüssige Treibstoffrakete? Von Robert Hutchins Goddard?", las Hohenheim verdutzt. ,,Nun, er ist Amerikaner, aber es gibt jemanden, der dieselben Forschungen in Transylvanien durchführt.", sagte Leon, während er weiter packte. ,,Du meinst nicht etwa Dracula, oder?", fragte Hohenheim belustigt. ,,Er nennt sich Oberth.", sagte Leon. ,,Scheint, als wenn er immer noch in der Uni wäre, um zu studieren, aber ich werde mich mit ihm treffen." ,,Und was willst du dann tun?", fragte Hohenheim neugierig. ,,Dieser Oberth träut davon, mit einer Rakete ins Weltall zu reisen.", erklärte Leon. ,,Vielleicht kann, ich wenn ich ins Weltall gelange, meiner Welt näher kommen." ,,Hast du denn nicht Einsteins Theorie gelesen?", fragte Hohenheim kopfschüttelnd. ,,Dieser Kerl ist irgendwie komisch.", meinte Leon. ,,Da du keine Alchemie benutzen kannst, wendest du dich eben der Mechanik zu, wie?", seufzte Hohenheim. ,,Meine Absicht war es, Fayt neu anzuordnen, an dem ich seine Seele und seinen Körper aneinander binde.", sagte Leon gedankenversunken. Aber... Als ich wieder zu mir kam, musste ich in diese Welt flüchten." ,,Um deinen Körper und dein Bewusstsein zu behalten, musstest du durch das "Tor" schreiten und hierher flüchten. Das war der einzige Ausweg für dich.", sagte Hohenheim. ,,Aber wieder einmale habe ich verloren, was Fayt mir zurückgegeben hatte.", seufzte Leon mit Blick auf seinen Auto-Mail-Arm und sein Auto-Mail-Bein. ,,Es kann eben nicht alles perfekt sein.", meinte Hohenheim. ,,Denn diese Welt ist nicht perfekt, genau wie unsere."
Leon verließ das Haus, blieb aber wenige Meter davon entfernt. ,,Ich... habe mein eigenes Leben dargeboten, um Fayt zu mutieren.", sagte er. ,,Und dennoch bin ich am Leben. ,,Habe ich am Ende etwas erhalten, ohne dafür etwas zu bezahlen? Oder ist Fayt immer noch..." ,,Ihr beide seid viel gereist.", unterbrach Hohenheim seinen Gedankengang. ,,Die Menschen, die ihr während dieser Zeit getroffen habt, die Dinge, die ihr gesehen habt, die Schmerzen, die harte Arbeit... All eure Erfahrungen... Ist nicht das dein Opfer gewesen?" Leon lächelte, nickte und schritt dann endgültig davon.


Der Zug, in dem Fayt, Izumi und Sig saßen, fuhr weiter in Richtung Dublith, während Fayt aus dem Fenster sah und die Landschaft betrachtete. Humankind cannot gain anything without first giving something in return..., dachte er. To obtain, something of equal value must be lost. That is Alchemy´s first law of Equivalet Trade. Some people believe that it´s the one and only thruth of the world... So steht es in den Büchern geschrieben... Aber die Welt ist nicht perfekt, und das Prinzip des Gleichwertigen Tausches ist unvollständig. Gleichwertiger Tausch gilt nicht für alles, was in der Welt geschieht, aber ich habe mich dazu entschieden, weiterhin an das Prinzip zu glauben, dass alle Dinge einen gewissen Preis haben... dass es ein Ende, einen Fluss, einen Zirkel gibt... dass der Schmerz, den wir durchlebt haben, eine Belohnung mit sich brachte, und das jeder, der entschossen ist, hart zu arbeiten, am Ende auch dafür belohnt wird, selbst wenn es nicht das ist, was man erwartet. Ich betrachte das Prinzip des Gleichwertigen Tausches nicht mehr länger als Gesetz der Welt. Ich betrachte es als Versprechen... zwischen meinem großen Bruder und mir... Ein Versprechen, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden...


No need to stop the flowing-out tears now
Lights should stream into you at the end of the sorrow
Stay... Stay... Stay... Stay...
Right, I cannot see you now
But hiding the distress
I can get stronger
I´m going to confirm this
No need to stop the flowing-out tears now
I´m not gonna forget the pain turning gradually into tenderness either
I´m gonna rebuild the things I´ve destroyed in haste
To walk like myself again
For you...

Freitag, 26. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 50: Der Tod

Riesige Ballons, an denen Gefährte hingen, schwebten durch die Luft, Zeppeline genannt, während Leon und sein Vater Hohenheim durch die nächtlichen Straßen dieser unbekannten Stadt hingen, überall an den Wänden Plakaten, die für eine gewisse Arbeiterpartei warb, auf dem ein Mann mit kurzem Schnauzbart und starrem Blick abgebildet war. Überall in den Straßen rannten ängstlich schreiende Menschen umher. ,,Wo bin ich hier?!? Was für eine Stadt ist das?!?", rief Leon verwirrt. ,,Hallo?", sagte plötzlich eine Stimme in seinem Kopf, und er blieb schwankend stehen, auf einmal ein Gefühl, als wolle sein Geist seinen Körper verlassen. ,,Wer bist du?", fragte die Stimme in seinem Kopf. Mit schweißgebatetem Gesicht sah Leon zu Hohenheim auf, der in der Nähe stehen geblieben war und besorgt zu ihm herüber schaute. Oh Gott..., dachte Leon entsetzt. Ich... Ich glaube... ich bin im Körper eines anderen!!!
Die Zeppeline warfen riesige, längliche Bomben ab, die Häuser in die Luft jagten, während die Einwohner der Stadt das Treiben ängstlich von einem Hügel aus beobachteten. ,,Da! Flugzeuge!", rief ein kleiner Junge und deutete auf seltsame Maschinen, die sich mit Propellern in der Luft hielten und auf die Zeppeline zuschossen. ,,Das ist unglaublich!", rief Leon, der mit Hohenheim ebenfalls auf dem Hügel stand, und sah zu den Fluggefährten auf. ,,Warum habe ich noch nie von diesen fliegenden Maschinen gehört?" ,,Es scheint, dass die Wissenschaft sich in dieser Welt anders entwickelt hat.", erklärte Hohenheim. ,,Physik und hochentwickelte Maschinen an Stelle von Alchemie... Hat mich, als ich hier ankam, auch ziemlich geschockt." ,,In dieser Welt?!?", fragte Leon verwirrt. ,,Ich dachte, du hättest es erkannt...", seufzte Hohenheim und wandte sich zu Leon um. ,,Siehst du, Leon... Dies hier ist die andere Seite des "Tors"." Leon erstarrte, während seine Erinnerung vollkommen zurückkehrte: Nachdem Roses Baby geschrien hatte und die Mutations-Zirkel aktiviert worden war, hatte er vor dem "Tor" gestanden, das sich geöffnet hatte. Die Schattenkreaturen hatten ihn hineingezogen und durch den goldenen Wirbel hindurch, in dem er Dutzende von unbekannten und seltsamen Dingen gesehen hatte, bevor er schließlich vom Himmel gefallen und auf einen Jungen zu gerauscht war, der genauso wie er ausgesehen hatte, nur ohne Zopf und mit normalen Armen und Beinen.

,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade in Alchemy,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."

Die Truppe, die sich Armstrong und den anderen angeschlossen hatte, wurde immer geringer. ,,Es scheint, dass es in Central City einen ziemlichen Aufruhr gibt.", sagte Farman, der an einem Funkgerät saß. ,,Nun, solange wir hier umzingelt sind und nicht weg können, brauchen wir uns darum noch nicht zu sorgen.", meinte Armstrong. ,,Es ist ja auch eigentlich egal, was genau passiert, solange Brigadier General Mustang am Ende gewinnt.", sagte Farman. ,,Aber die wichtigste Frage ist doch, was genau er erreichen will.", sagte Havoc. ,,Denn uns ist nicht erzählt worden. Nach allem, was wir wissen, handelt es sich hier um eine Revolution!" ,,Lieutenant Oberst!", rief Fury, der angerannt kam und schließlich mit der Nase voran am Boden landete. ,,Der Feind hat Verstärkung geholt." Armstrong stand auf, doch Havoc hielt ihn fest. ,,Warum überlassen Sie das nicht mir?", schlug Havoc ihm vor. ,,Ich habe meine Mustang-Imitation noch nicht perfektioniert."
Pride saß in seinem Arbeitszimmer und las ein Buch, während sein Adoptivsohn Selim auf dem Boden mit seiner neuen Eisenbahn spielte. Das glaubte Pride jedenfalls, denn als er zu Selim sah, stellte er fest, dass dieser nicht spielte, sondern seinen Adoptivvater die ganze Zeit beobachtete. ,,Hmm?", machte Pride fragend. Erschrocken, dass er erwischt wurde, begann Selim schnell zu spielen. ,,Stimmt etwas nicht?", fragte Pride. ,,Nicht wirklich.", antwortete Selim mit bedrückter Stimme. Pride schlug sein Buch zu, kniete sich zu Selim hinab und legte ihm eine Hand auf die Schulter. ,,Egal, was es auch ist, du weißt, dass du mit mir darüber reden kannst, Selim.", sagte Pride mit väterlicher Stimme. ,,Ich bin ziemlich gut darin, Geheimnisse für mich zu behalten. Also, wenn du etwas zu sagen hast, werde ich es niemandem verraten, nicht einmal Mama." ,,Mmm...", machte Selim kurz unentschlossen, dann ließ er schuldbewusst den Kopf hängen und sagte: ,,Es tut mir Leid, Vater..." ,,Hmm?", machte Pride fragend. ,,Nun, ich...", begann Selim zögernd. ,,Ich habe deinen geheimen Tresor gesehen."
Es war zu später Stunde gewesen, als Selim, der nicht hatte schlafen können, durch die Korridore gewandert war und vor dem Arbeitszimmer seines Adoptivvaters stehen geblieben war, da er Geräusche darin gehört hatte. Er hatte leicht die Tür geöffnet und beobachtet, wie Pride etwas aus einem Tresor, der hinter einem Bücherregal versteckt war, hervorgeholt hatte, es mit schweißgebadetem Gesicht betrachtet und schnell wieder weggeschlossen hatte...
Pride fuhr das Bücherregal zur Seite, hinter dem der Tresor zum Vorschein kam. ,,Ich wollte dich nicht heimlich beobachten, ehrlich.", sagte Selim ängstlich. ,,Ich bin mir sicher, dass du das nicht wolltest.", sagte Pride und kniete sich freundlich lächelnd neben ihn. ,,Ich hatte nur geplant, es dir erst zu zeigen, wenn du älter bist." ,,Also bis du nicht wütend?", fragte Selim zaghaft. ,,Ich könnte niemals auf meinen kleinen Selim wütend sein.", sagte Pride und legte Selim einen goldenen Schlüssel in die Hand. ,,Du verstehst doch, dass ich dir, indem ich dir diesen Schlüssel für den Tresor gebe, mit meinem Leben vertraue und deswegen möchte, dass du ihn auf jeden Fall beschützt?", sagte Pride. ,,Ja, Eure Exzellenz, der Führer!", rief Selim, salutierte und verstaute den Schlüssel, als im nächsten Moment seine Adoptivmutter in den Raum gestürmt kam. ,,Was ist los?", fragte Pride sie. ,,Da ist eine seltsame Frau an der Tür. Sie verlangt, dich sofort zu sehen.", erklärte sie ängstlich. Pride ging zur Eingangshalle und öffnete die Eingangstür, um ins Gesicht von Hawkeye zu schauen, die sich vor ihm verbeugte, hinter ihr Dutzende von Soldaten, die sie bewusstlos geschlagen hatte. ,,Lieutenant Hawkeye! Was für eine Überraschung!", rief Pride erheitert. ,,Vergeben Sie mir mein Eindringen hier in diese Villa, Führer, aber ich muss mit Ihnen reden.", sagte Hawkeye und trat ein.
Und während die restlichen Soldaten, die die Villa des Führers bewachten, zum Villaeingang stürmten, sprang Roy über die riesige Mauer, die die Villa umrandete, und schlich sich unbemerkt durch den Garten. Alles lief nach Plan.
Lauthals lachend schoss Archer im Hauptquartier von Central City alles und jeden nieder, der ihm in die Quere kam. Plötzlich fiel eine Granate vor ihm zu Boden, die im nächsten Moment explodierte. ,,Okay, gehen wir weiter.", sagte Ross, die die Granate geworfen hatte, zur verletzten Izumi und Brosch. ,,Wohin sollen wir denn gehen?", fragte Izumi keuchend. ,,Wir haben einen Treffpunkt ausgemacht, an dem sich die Soldaten, die auf unserer Seite sind, treffen sollen.", sagte Ross. ,,Wenn wir untergehen, tun wir es zusammen." Gefolgsleute von Archer starrten besorgt in die Rauchwolke - Überbleibsel der Explosion - als Archer auch schon dahinter hervortrat. ,,Was gibt es für Neuigkeiten?", fragte er einen der Soldaten. ,,Es gibt Ärger bei der Villa des Führers. Mehrere Wachleute sind niedergeschlagen worden.", erklärte einer der Soldaten. ,,Führer, machen Sie sich keine Sorgen, ich bin schon unterwegs...", sagte Archer, sein Gesicht blutüberströmt durch die Explosion, und schritt los.
,,Diese Welt ist durch und durch brutal, einfach nur tragisch.", sagte Hohenheim zu Leon, während er zum Himmel schaute, wo sich die Zeppeline und die Flugezuge immer noch bekriegten. ,,Während dieses Krieges sind bereits Millionen von Menschen mit hoch giftigen Gasen getötet worden. Aber das schrecklichste Instrument des Todes wird noch kommen... Du hast es im "Tor" gesehen, oder?" Mit Schrecken erinnerte sich Leon an das Bild einer pilzförmigen Rauchwolke, das er im goldenen Strom, durch den die Schattenkreaturen ihn gezogen hatten, gesehen hatte. ,,Die Leben derjenigen in dieser Welt, die sterben und sterben werden, werden zur Energie, die wir in unserer Welt für Alchemie brauchen.", erklärte Hohenheim. ,,Die Energie?!?", wiederholte Leon verwirrt. ,,Das macht für mich keinen Sinn! Was ist mit dem Prinzip..." ,,Dem Prinzip des Gleichwertigen Tausches?", unterbrach Hohenheim ihn. ,,Dies ist etwas, was du nicht verstehst: Es braucht mehr als gleichwertige Masse, um ein zerstörtes Radio zu reparieren. Die Energie, die benötigt wird, um es neu anzuordnen, muss auch irgendwoher kommen. Energie kann nicht geschaffen oder zerstört werden, nur neu genutzt werden." ,,Das ist also das Geheimnis?", fragte Leon bitter. ,,Die Leben derjenigen, die hier sterben, überqueren das "Tor" und werden zu Energie, die wir für unsere Mutationen brauchen? Ist es das, was du mir sagen willst?" ,,In uns allen existiert eine kleinere Version des "Tors", das du durchquert hast.", sagte Hohenheim. ,,Alchemisten haben die Fähigkeit, ihr "Tor" zu öffnen, Welten zu durchqueren und sich durch Tragödien in Welten wie dieser hier zu nähren. Es passiert jedes Mal, wenn man Mutations-Zirkel benutzt oder in die Hände klatscht." ,,Du hörst dich genauso an wie diese durchgeknallte Dante!", fuhr Leon dazwischen. ,,All der gleiche Quatsch von wegen, es gäbe kein Prinzip des Gleichwertigen Tausches." ,,Ich war mir nicht bewusst darüber, dass du sie kennst.", seufzte Hohenheim. ,,Ich weiss alles!", schrie Leon. ,,Ich weiss, dass ihr beide Liebhaber wart, weil ich den Liebesbrief gelesen habe! Ich weiss, dass ihr beide euch am Leben gehalten habt, indem ihr von einem Körper zum anderen gewechselt habt! Aber was ich nicht verstehe, ist, warum du, wenn du und dieses boshafte Miststück doch so perfekt wart, das Bedürfnis gespürt hast, meine Mutter zu heiraten!!! Hast du eine Art kranke Befriedigung darin verspürt, so zu tun, als wärst du ein normaler Mensch!?!" ,,Ich habe deine Mutter geliebt.", sagte Hohenheim. ,,Mit all meinem Herzen... Ich hatte nie zuvor wirklich geliebt, bis ich sie getroffen habe. Das musst du mir glauben." ,,Warum also?!?", schrie Leon weiter. ,,Warum hast du uns verlassen?!?" Hohenheim hob seine Hand hoch und zog den Hemdsärmel zurück, unter dem zu Leons Entsetzen vollkommen verrottete Haut zum Vorschein kam. ,,Ich konnte es einfach nicht zulassen, dass ihr mich so seht.", antwortete Hohenheim. ,,Der Gedanke war zu unerträglich für mich."
Dante, die hypnotisierte Rose mit ihrem Baby, Gluttony und Envy standen allesamt im goldenen Ballsaal in einem Kreis um Fayt versammelt, der auf einem hell leuchtenden Mutations-Zirkel lag. ,,Komm schon, Gluttony.", sagte Envy zum immer noch weinenden Gluttony. ,,Du bist nur einen Schritt davon entfernt, einen perfekten Ring der Alchemisten zu erschaffen. Also, hau dir die Wampe voll." ,,Lust! Wo ist meine Lust hin?", wimmerte Gluttony nur. ,,Wo ist sie?" ,,Mach voran, Spatzenhirn! Wir warten alle auf dich!", fuhr Envy ihn ungehalten an. ,,Und jetzt hör mir gut zu: Wenn du nicht deinen Fettarsch sofort zum Rüstungsjungen bewegst, zwinge ich ihn dir ein! Wir sind zu weit gekommen, als dass wir zulassen, dass du es uns versaust!!!" ,,Aber wo ist sie?", jammerte Gluttony und ließ den Kopf hängen. ,,Du armes Ding...", sagte Dante bemitleidend und kniete sich zu ihm hinab. ,,Es scheint, es gibt keine andere Möglichkeit." Blitzschnell steckte sie ihre Hand in Gluttonys Maul und zog seine Zunge heraus, auf dem sich das Ouroboros-Zeichen befand, das sie aktivierte. Gluttony sackte zusammen. ,,Gluttony?", fragte Envy zaghaft. Mit weit geöffnetem, sabberndem Maul sah Gluttony begierig zu ihm auf, jegliches Licht aus seinen Knopfaugen verschwunden. ,,Komm ihm lieber nicht zunahe.", warnte Dante Envy. ,,Das einzige, was nun noch von ihm übrig ist, ist sein Trieb zu fressen. Ohne sein Bewusstsein gibt es nichts Menschliches mehr, dass ihn ablenken könnte. Nun ist er vollkommene Völlerei (Gluttony auf Englisch^^)."
,,Ich wusste, Dante konnte den Ring der Alchemisten nicht erschaffen, jedenfalls nicht ohne meine Hilfe.", erzählte Hohenheim. ,,Ich dachte, wenn ich nur untertauche, würde sie mich nicht finden und schließlich zu Grunde gehen. Aber ich musste etwas tun, als sie sich euch beiden zugewandt hatte." ,,Und deswegen hat sie dich hinters "Tor" geschickt?", fragte Leon. ,,Nicht hinter das "Tor", sondern in das "Tor".", korrigierte Hohenheim ihn. ,,Sie trennte mein Bewusstsein, meinen Körper und meine Seele, in der Absicht, mich für immer dort drin gefangen zu halten. Aber trotz ihrer Bemühungen habe ich mich wieder neu angeordnet und bin hier gelandet." ,,Und dasselbe ist mit mir geschehen?", fragte Leon. ,,Nicht ganz.", antwortete Hohenheim. ,,Es scheint, dass diese Welt und unsere Welt sich ab der Entdeckung vom Alchemie voneinander trennen. Bei uns entwickelte sich die Alchemie weiter, während in dieser Welt die Physik die Oberhand gewann. Doch bis zu diesem Zeitpunkt verlief die Geschichte der beiden Welten vollkommen gleich. Vieles ist immer noch gleich. Zum Beispiel gibt es einen Jungen hier, der dir physisch vollkommen gleich ist. Es muss also auch einen Jungen geben, der wie Fayt aussieht." ,,Das macht Sinn.", sagte Leon. ,,Aber das erklärt nicht, wie ich in dem Körper dieses Jungen, der wie ich ist, gelandet bin." ,,Es ist sehr gut möglich, dass dein richtiger Körper immer noch irgendwo im "Tor" verweilt.", sagte Hohenheim. ,,Aber dein Bewusstsein und deine Seele haben das "Tor" ganz durchschritten und sind in dieser Welt gelandet und wurden wie Magneten vom Körper des Leonards dieser Welt angezogen." Zwei Soldaten stürmten herbei und salutierten vor Hohenheim. ,,Lieutenant Oberst Churchill will Sie umgehend sehen.", flüsterte einer der beiden Hohenheim ins Ohr. Er stieg mit den beiden Soldaten den Hügel hinab, wo bereits ein Auto wartete. ,,Hey, warte!", rief Leon, der ihn gerade noch einholte, bevor er ins Auto einstieg. ,,Du musst das "Tor" öffnen, das sich in dir befindet.", sagte Hohenheim. ,,Nur dann kannst du den Weg zurück nach Hause finden, Leonard." ,,Und du? Kommst du nicht mit?", fragte Leon. ,,Ich befürchte, dass wird nicht möglich sein.", antwortete Hohenheim und bedeutete den beiden Soldaten, schon ins Auto zu steigen. ,,Da mein Körper bereits das "Tor" durchschritten hat, bin ich nun ein Teil dieser Welt hier. Und weil Alchemie hier unmöglich scheint, sitze ich hier fest. Glücklicherweise ist es für dich noch nicht zu spät." ,,Es muss doch etwas geben, was wir tun können.", sagte Leon stur. ,,Ich weiss, es ist schwer für dich, das zu verstehen, aber ich glaube, es ist das Beste, wenn ich hier bleibe.", sagte Hohenheim. ,,Auf diese Weise kann ich die restlichen Jahre meines Lebens in dem Körper verbringen, den deine Mutter so geliebt hat." Er setzte sich ins Auto. ,,Du solltest wissen, dass ich äußerst erleichtert war, als ich herausfand, dass das Prinzip des Gleichwertigen Tausches nicht wahr ist. Man muss nicht immer einen Preis zahlen, um im Gegenzug etwas Wertvolles zu erhalten. Denn selbst wenn ich Tausende von Jahre lebte, könnte ich nie genug tun, um das Geschenk zu verdienen, das Trisha mir einst gab: Dich und Fayt." ,,Ich kann dir nicht zustimmen.", sagte Leon und ließ den Kopf hängen. ,,Ich weiss, dass ich, wenn ich mein Bestes gebe, dafür auch belohnt werde. Und ich glaube daran, dass das für uns alle gilt. Es spielt keine Rolle, wer man ist: Wenn man hart arbeitet, zahlt es sich auch aus. Ich weiss, dass das Prinzip des Gleichwertigen Tausches wahr ist." ,,Aber diese Welt...", begann Hohenheim. ,,Wenn es kindisch ist, daran zu glauben, dann soll es eben so sein.", unterbrach Leon ihn entschlossen. ,,Es ist mir lieber, als Kind betrachtet zu werden, als in einen tiefen Abgrund der Verzweiflung und Trauer zu stürzen. Ich dachte, ich müsste nicht an Dinge glauben, Vater. Aber ich lag falsch." Das Auto fuhr los, während Leon in die entgegengesetzte Richtung davonschritt. BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOM!!!!!!!! ,,Sieht aus, als wäre ein Zeppelin getroffen worden.", sagte einer der Soldaten, die mit Hohenheim im Auto saßen. Hohenheim sah aus dem Fenster und erschrak, als er sah, wie ein Zeppelin vom Himmel fiel und in der Nähe der Stelle niederkrachte, an der er sich eben noch mit Leon unterhalten hatte. Hohenheim sprang aus dem Auto und schaute mit ungläubigem Blick auf das Inferno, das sofort entstand, als der Zeppelin aufkrachte und in Flammen aufging. Und inmitten dieses Infernos lag Leon, unter Stahlteilen begraben, sein Magen von etwas Spitzem durchbohrt. Stöhnend nahm er seine letzte Kraft zusammen und klatschte in die Hände, als im nächsten Moment der Zeppelin vollkommen über ihm zusammenstürzte und ihn lebendig begrub, die Flammen ihn verschlingend.
Hawkeye stand, festgenommen von mehreren Soldaten, zusammen mit Pride, dessen Frau und Selim in der Eingangshalle. ,,Was ist mit Brigadier General Roy Mustang?", fragte Pride. ,,Soweit wir wissen, hat er eine Rebellion im Norden ausgelöst.", sagte einer der Soldaten. ,,Das war nur ein Ablenkungsmanöver.", mischte sich Hawkeye ein. ,,Er war die ganze Zeit hier und hat geplant, wie er Sie am besten stürzen kann." Lautes Klopfen war vom Keller her zu hören. Ängstlich nahm Prides Frau ihren Adoptivsohn in die Arme. Mehrere Soldaten wollten in den Keller gehen, doch Pride hob eine Hand, um sie zum Stehen zu bringen, und sagte: ,,Das ist wahrscheinlich nur eine Ratte. Kein Grund, gleich in Panik zu verfallen." Er nahm sein Schwert vom Ständer in der Nähe. ,,Ich werde trotzdem nachsehen gehen, nur um sicher zu sein. Sie bleiben hier bei meiner Familie." ,,Aber, Sir...", begann ein Soldat. ,,Im unwahrscheinlichen Fall, dass mir etwas geschieht, möchte ich, dass Sie die beiden unverzüglich zum Hauptquartier bringen.", unterbrach Pride ihn und stieg in den Keller hinab. Die Tür zum Weinkeller stand weit offen. ,,Hmm...", machte Pride und trat ein. Sofort schloss sich die Tür, und die zwei Hälften eines Mutations-Zirkels - eine Hälfte an der Wand, eine Hälfte an der Tür - vereinigten sich und versiegelten die Tür. ,,Warum nur bin ich nicht überrascht, dass Sie sich dazu entschieden haben, allein hier runterzukommen?", sagte Roy, der direkt hinter Pride stand. ,,Ihr Verhalten lässt mich zu der Annahme kommen, dass dies nicht das erste Mal ist, dass Sie mein Vertrauen verraten haben.", sagte Pride. ,,Sie haben wirklich Nerven, mir etwas über Verrat lehren zu wollen.", sagte Roy und trat vor. ,,Meinen Sie die Tatsache...", begann Pride, wandte sich zu Roy um und nahm seine Augenklappe ab, unter der sein Ultimatives Auge zum Vorschein kam. ,,... dass ich ein Homunculus bin?" ,,Ob Sie nun ein menschliches Wesen sind oder nicht, spielt für mich keine Rolle, Bradley.", sagte Roy. ,,Was ist dann das Problem?", fragte Pride. ,,Seit ich Führer geworden bin, habe ich nichts anderes getan, als diesen Staat zu verbessern, indem ich Kriege geschlagen und gewonnen habe, unsere Population von Unrat wie den Ishbalern befreit habe und unser Territorium vergrößert habe." ,,Ihnen ist der Staat doch vollkommen egal.", spottete Roy. ,,Alles, was Sie wollten, war der Ring der Alchemisten." Pride lächelte zufrieden. ,,Sie haben diese Kriege ausgelöst, weil Sie wussten, dass jemand, von Verzweiflung getrieben, Erlösung im Ring der Alchemisten sehen und versuchen würde, ihn zu erschaffen." ,,Menschen sind nichts weiter als törichte Wesen.", sagte Pride. ,,Töricht genug, um Sie von ihrem Leid und ihrer Verzweiflung profitieren zu lassen?!?", schrie Roy zornig. ,,Sie verstehen mich vollkommen falsch.", entgegnete Pride. ,,Um die menschliche Rasse davon abzuhalten, sich selbst zu ruinieren, habe ich mich eingemischt und den Ring der Alchemisten an mich genommen und damit seine Benutzung verhindert. Ich betrachte mich selbst als einen Schutzengel Gottes." ,,So etwas wie Gott gibt es nicht.", sagte Roy. ,,Das können wir nicht hundertprozentig wissen.", widersprach Pride. ,,Doch Teufel existieren auf jeden Fall: Es sind die Alchemisten, die sich mir in den Weg stellen!" Roy wollte mit den Fingern schnippen, um eine Explosion zu verursachen, doch Pride reagierte schneller und holte mit seinem Schwert aus. Gerade noch rechtzeitig konnte Roy ausweichen, so dass Pride stattdessen einen Teil der Wand zerstörte. ,,Wie dumm für Sie.", sagte Pride lächelnd. ,,Ein blitzschneller Schlag ändert den Fluss der Luftströmung und unterbricht damit ihre so geliebte Fähigkeit, mit einem Fingerschnippen eine Explosion zu entfachen. Sie können es nicht benutzen, solange die Luft konstant in Bewegung ist." Er holte erneut blitzschnell aus und schrammte Roys linken Arm, der sofort zu bluten begann. ,,Mein Ultimatives Auge kann die Luftströme sehen und sie ändern, bevor Sie sie nutzen können!", rief Pride und holte ein drittes Mal aus. ,,Selbst wenn Sie einen Treffer landen, können Sie es nicht richtig kontrollieren, da die Luft zu sehr schwankt!" Roy wich seinen Angriffen aus, bekam noch eine Schnittwunde verpasst, wartete genau, bis Pride einen seiner Hiebe beendet hatte, und schnippte dann schnell mit den Fingern. Die Hälfte des Weinkellers mitsamt der versiegelten Tür flog in die Luft, Wein nach allen Seiten spritzend und Rauch meterhoch aufziehend. Stöhnend rappelte sich Roy, den die unkontrollierte Explosion ebenfalls erwischt hatte, wieder auf, einer seiner Handschuhe zerstört, und erschrak, als er Pride inmitten des Feuer erblickte, der nicht einmal eine winzige Schramme hatte.
Sabbernd und mehr als hungrig schritt Gluttony auf den im Mutations-Zirkel liegenden Fayt zu. ,,Schon bald, Rose, wird dein Körper mir gehören.", sagte Dante mit zu tiefster Befriedigung zur hypnotisierten Rose. Sie sah wieder von ihr weg und erschrak. ,,Envy!", rief sie. Envy sah auf und sah gerade noch rechtzeitig Wrath, der auf Fayt zustürmte, und hielt ihn fest. ,,Lass nicht zu, dass er seine Alchemie benutzt.", warnte Dante Envy und nahm Roses Baby an sich. ,,Hör endlich auf, uns in die Quere zu kommen!", fuhr Envy Wrath an. ,,Bring sie zurück! Bring meine Mama zurück ins Leben, bitte!", schrie Wrath verzweifelt. Dante hob das Baby hoch, auf dem der auf den Bauch des Babys gezeichnete Mutations-Zirkel sofort zu leuchten begann. Und schon im nächsten Moment erschien das "Tor" vor Wrath und Envy, der schnell zur Seite wich. Das "Tor" öffnete sich, und die Hände der Schattenkreaturen packten Wrath, der sofort hysterisch zu schreien begann. ,,Was für ein ungezogenes Kind.", sagte Dante kopfschüttelnd, während die Schattenkreaturen ihre Hände nach dem linken Arm und dem linken Bein Wraths ausstreckten: Leons Glieder. ,,Einfach so hier reinzustürmen, als wenn sich alles nur um ihn dreht, sich nicht darum scherend, dass eine falsche Bewegung den Ring der Alchemisten aktivieren könnte, bevor er sein volles Potential erreicht hat." Und unter lautem Schmerzensschrei rissen die Schattenkreaturen das linke Bein und den linken Arm von Wrath ab und zogen die Glieder zurück ins "Tor", das sich sofort wieder schloss, Wrath am Boden wimmernd zurücklassend. ,,Er sollte mir dankbar sein, dass ich ihn so lange habe leben lassen.", meinte Dante vergnügt und wandte sich wieder Rose zu. ,,Meister!", schrie Envy mit panischer Stimme. ,,Das "Tor"! Es ist immer noch hier!" Er deutete auf das "Tor", das immer noch da war, und das sich erneut öffnete. Und heraus trat... ,,Leonard!", rief Envy, als Leon aus dem Tor schoss und zu Boden fiel. ,,Großer Bruder?!?", rief Fayt erschrocken. ,,Fayton?!?", stammelte Leon verwirrt, setzte sich auf und starrte auf seinen Auto-Mail-Arm. ,,Mein Auto-Mail... Ich bin also wirklich hier..." Er ließ den Kopf hängen. ,,Aber bedeutet das, dass der andere Leon sterben musste? Sein Leben im Gegenzug für meines?" ,,Ziemlich gute Leistung, Leonard.", sagte jemand in seiner Nähe. Leon sah auf und erblickte Marcoh. ,,Doktor Marcoh?", sagte Leon verdutzt. ,,Mir wurde nie gesagt, wohin sie gegangen sind." Es gab einen Lichtblitz, und da, wo gerade noch Marcoh gestanden hatte, stand nun ein grinsender Maes Hughes. ,,Natürlich weißt du es, Leon.", sagte Hughes, in Wirklichkeit Envy. ,,Schließlich warst du es doch, der den alten Doktor gefunden hat und ihm einfach zum Abschied noch mal Winke-Winke gemacht hat, bevor er mit der Sekretärin des Führers davongegangen war. Das war wirklich eine großartige Idee, mein Junge. Der arme Mann ist im Magen dieses Dings dort gelandet." Er deutete auf Gluttony, der immer noch unentwegt sabberte. ,,Er wäre nicht gestorben, hättest du ihn nicht gefunden." Leon sah Envy so zornig wie nur möglich an. ,,Natürlich warst du nicht nur für seine Tod verantwortlich, sondern für den von noch viel mehreren Menschen." Er warf mehrere Dolche nach Leon, denen er auswich. ,,Ich wäre immer noch bei meiner Frau und meiner Tochter, einem richtig süssen kleinen Mädchen, hätte ich dich nicht kennengelernt. Es muss wirklich schwer sein, gegen einen Freund zu kämpfen, den du schon einmal getötet hast!" Er zückte einen weiteren Dolch und stürmte damit auf Leon zu, der seinen Angriffen auswich, seinen Arm packte, ihn hinter seinen Rücken riss und mit der anderen begann, ihn zu würgen. ,,Ist das alles, was du kannst?!?", schrie Leon Envy an und verstärkte den Druck auf seine Kehle. ,,Lass mich los...!", röchelte Envy. ,,Impersonifikationen mit Schuldattacken?!?", schrie Leon weiter. ,,Verdammt sollst du sein...!", keuchte Envy. ,,Da muss dir schon was Besseres einfallen!", brüllte Leon. ,,Du bist immer noch ein Homunculus, selbst mit diesem Gesicht! Hast du schon vergessen, was ich mit deiner Freundin Sloth getan habe?!? Ich hab sie getötet, obwohl sie das Gesicht meiner eigenen Mutter trug!" ,,Wirklich?", fragte Envy. Es gab einen weiteren Lichtblitz und er hatte das Aussehen von Trisha Elric angenommen. ,,Das muss wirklich schlimm für dich gewesen sein, Leonard, Liebling.", sprach er mit Trishas Stimme. Leon stutzte kurz, und diesen Moment nutzte Envy, um ihm einen Tritt in den Magen zu verpassen und sich zu befreien. Er verwandelte sich wieder zurück. ,,So, bist also doch nicht so taff, wie du denkst, oder?", kicherte er hämisch. Wütend klatschte Leon in die Hände. ,,Ich würde es mir noch einmal überlegen, Alchemie einzusetzen, wenn ich du wäre.", sagte Dante. ,,Hmpf! Glaubst du wirklich, ich würde dir zuhören!?!", fuhr Leon sie an. ,,Mach doch und benutz Alchemie, wenn du willst.", sagte Envy und zuckte mit den Schultern. ,,Mir ist es doch egal, was mit deinem kleinen Bruder passiert." ,,Hä?!?", machte Leon verwirrt und sah zum am Boden auf dem Mutations-Zirkel liegenden Fayt. ,,Der Ring der Alchemisten ist bereits aktiviert worden.", erklärte Dante. ,,Wer weiss, was passieren könnte, wenn eine Mutation in seiner Nähe auftritt..." ,,Finden wir´s doch raus.", sagte Envy, schnellte hervor und verpasste Leon einen weiteren Tritt in den Magen. Leon holte nach Envys Gesicht aus, doch der duckte sich und verpasste seinerseits Leon einen Hieb ins Gesicht, gefolgt von einem Tritt in denselben Körperbereich, so dass Leon zu Boden knallte. ,,Dafür wirst du bezahlen!!!", brüllte Leon voller Zorn, sprang auf und holte mit der Faust nach Envy aus. ,,Schön weiter versuchen!", gackerte Envy, während er einem weiteren Schlag auswich und einen Rückwärtssalto vollführte um einem Tritt zu entkommen. ,,Ich bin weitaus stärker als du es je sein wirst!" Er landete behände am Boden, stutzte jedoch, als plötzlich jemand eines seiner Beine packte und es esiern festhielt. Er sah zu Boden und blickte in das wütende Gesicht von Wrath, der ihn mit seiner verbleibenden Hand festhielt. ,,Du...!", brüllte Envy und begann wie wild auf ihn einzutreten. Leon sprang Envy an, rammte ihn zu Boden, setzte sich auf ihn und verpasste ihm einen saftigen Hieb ins Gesicht. Envy nahm Trishas Gestalt an, setzte ein ängstliches Gesicht auf und schluchzte: ,,Bitte tu mir nicht weh, Leonard!" ,,Hör auf, mich verarschen zu wollen!", schrie Leon und verpasste Envy einen weiteren Hieb ins Gesicht. ,,Leonard, bitte hör auf damit!", flehte Envy als Marcoh. Ein weitere Hieb von Leon ins Gesicht. ,,Hilfe, Leon!", schrie Envy als Hughes verzweifelt. Noch ein Hieb ins Gesicht. ,,Gib schon auf, kleines Kind!", fuhr Envy als Roy Leon an. ,,Dir fehlt das gewisse Etwas, mich zu besiegen!" ,,Das ist wohl das beste Ziel, dass du dir hättest aussuchen können!", schrie Leon und schlug Envy mit Freude ins Gesicht. Mehr und mehr Schläge folgten. ,,Zeig mir, wie du wirklich aussiehst, anstatt dich wie ein Feigling zu verhalten, dessen einzige Stärke es ist, sich hinter den Gesichtern anderer Leute zu verstecken!", brüllte Leon dabei. ,,Willst du es wirklich sehen?", fragte Envy, boshaft grinsend. ,,Hör auf, mit mir spielen zu wollen!!!", schrie Leon und holte erneut nach Envy aus. ,,Du hast es so gewollt!", rief Envy und nahm zum allerersten Mal seit 400 Jahren seine wae Gestalt an. Leon erstarrte sofort. ,,Was ist los?", fragte Envy lächelnd. ,,Ich dachte, du wolltest meine wahre Gestalt sehen?" ,,D-Dein... Gesicht...", stammete Leon und sah hinab auf Envy, der fast genauso aussah wie Leon selbst. ,,Envy war der allererste Homunculus, erschaffen von Hohenheim, vor fast 400 Jahren.", erzählte Dante. ,,Er ist das Ergebnis der gescheiterten Menschlichen Mutation unseres Sohnes, der kurz nach der Geburt aufgrund einer Blutvergiftung gestorben war. Ich schätze, man kann sagen, dass Envy einst dein Halbbruder gewesen war." ,,Aber dann ließ er mich zurück und startete ein neues Leben mit seiner perfekten Ehefrau und den beiden Plagen.", fuhr Envy fort. ,,Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass es mir absolut nicht gefallen hatte, einfach so ersetzt zu werden." Sekunden später hatte er sich in Pride verwandelt, der Leon sein Schwert ins Herz gerammt hatte. Leon starrte blind drein, sein Blick unfokussiert, Blut nach allen Seiten spritzend, während Envy wieder die Teenagerform annahm, die er bevorzugte. Reglos sackte Leon zu Boden, während sich eien Blutlache bildete. ,,G... Großer Bruder...?", fragte Fayt unsicher. ,,Leo... nard?", keuchte Rose, deren Blick langsam klarer war. ,,LEONAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Das Licht verschwand langsam aus Leons Augen.

Tales of Alchemy Kapitel 49: Auf der anderen Seite

,,Willkommen zurück, Vater!", begrüßte der zehnjährige Selim Bradley seinen Adoptivvater King Bradley, als dieser die Eingangshalle der Villa betrat. ,,Hall, mein kleiner Selim.", begrüßte King Bradley - Pride - seinen Adoptivsohn und ließ sich vom einem Diener seinen Umhang und sein Schwert abnehmen. Selim sah leicht verlegen zu Boden und dann wieder hoffnungsvoll zu Pride auf, der ein in Geschenkpapier gewickeltes Paket von einem anderen Diener entgegennahm. ,,Hier.", sagte Pride und reichte seinem Sohn väterlich lächelnd das Paket. Selim sah fragend zu seiner Adoptivmutter, die in der Nähe stand und nickte. Fröhlich nahm Selim das Paket entgegen. ,,Und du darfst es auch gleich öffnen.", fügte Pride hinzu. ,,Ja!", sagte Selim, kniete sich zu Boden und begann das Paket zu öffnen, in dem sich eine wunderschöne Spielzeugeisenbahn befand. Selim strahlte übers ganze Gesicht. ,,Danke, Vater! Vielen, vielen Dank!", bedankte sich Selim bei seinem Adoptivvater. ,,Herzliche Glückwunsch zu deinem zehnten Geburtstag, Selim.", gratulierte Pride ihm mit einem ehrlichen, herzlichen Lächeln.
Fayt, der im Schlafsaal einer Villa gefangen war, wurde von Envy, der langsam ungeduldig wurde, zu Boden getreten. ,,Was ist das hier für ein Ort?", fragte Fayt, der mit durch Alchemie verstärkten Seilen gefesselt war. ,,Die Villa unseres Anführers.", antwortete Envy heiter und setzte sich aufs Bett. ,,Eures Anführers?", wiederholte Fayt fragend. ,,Derjenige, der euch nach dem Ring der Alchemisten hat suchen lassen?" ,,Nicht nur das.", sagte Envy. ,,Unser Anführer hat uns Homunculi gefunden, zusammengebracht, und großgezogen." ,,Diese Person betrügt euch Homunculi, die ihr euch danach sehnt, Menschen zu werden...", sagte Fayt. ,,Nur derjenige, der sich auch wirklich betrügen lässt, ist ein Narr.", sagte Envy grinsend. ,,Was soll das bedeuten?", fragte Fayt verwirrt. ,,Oh, ich weiss, dass unser Anführer den Ring der Alchemisten nur für sich selbst haben will.", erklärte Envy. ,,Sonst noch was? Wenn ich Menschen leiden sehen kann, reicht mir das." Fayt rappelte sich auf und vollführte eine Rammattacke in Envys Richtung. Dieser wich jedoch mit Leichtigkeit aus und packte ihn, bevor er zu Boden stürzt. ,,Hey, nicht so wild. Dein Körper ist ziemlich wichtig für uns, weißt du.", sagte Envy. ,,Übertreib´s nur nicht." Er stieß Fayt zu Boden und trat mit einem Fuß auf ihn. ,,Was meinst, wieviele Menschen Scar getötet hat, damit du zum Ring der Alchemisten werden konntest?", fragte Envy und kicherte boshaft. ,,Unter den Soldaten, die in Lior City eingefallen sind, sind 7000 mit einem Mal verschwunden gewesen. Und sie sind nicht tot. Sie befinden sich nun alle in dir. Oh ja, und vor langer Zeit wurden die, die im Ishbal-Krieg gestorben sind, ebenfalls in Scars rechte Hand versiegelt. Ist das nicht großartig?" Er gackerte vergnügt. ,,Was glaubst, wieviele Tausende von Leben wohl genau in dir sind, he? Verschwende sie nicht einfach so!" Er trat Fayts Kopf zur Seite und verließ lauthals lachend das Zimmer. ,,Ich... hätte sterben sollen.", sagte Fayt mit zittriger Stimme. ,,Damals..." Er erinnerte sich zurück, als er seinen Körper durch die fehlgeschlagene Menschliche Mutation verloren hatte. ,,... und damals..." Erinnerte sich, wie Lust damit gedroht hatte, sein Blutsiegel zu zerstören, wenn Leon nicht die Sträflinge in Labor 5 opferte. ,,... und damals..." Erinnerte sich, wie Kimbley mit einer alchemistischen Reaktion dafür gesorgt hatte, dass sein Körper langsam immer schwärzer und schwärzer wurde. ,,Und dennoch ist es nicht geschehen... Warum lebe ich immer noch...?... Großer Bruder... Vater..."

,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."

Russel saß ungeduldig mit Fletcher, der kurz vorm Einschlafen war, in einer heruntergekommenen Kirche in der Altstadt Central Citys. Plötzlich ging die Tür auf und Leon trat ein. ,,Leonard!", rief Fletcher erleichtert und sprang sofort auf. ,,Wo warst du so lange?", fragte Russel. ,,Tut mir Leid.", entschuldigte sich Leon. ,,Ist das der Ort?" ,,Ja, hier ist es.", antwortete Fletcher. ,,Zeigt es mir noch einmal.", bat Leon. Fletcher reichte ihm den Tagebucheintrag. ,,Vor mehreren Jahren kam Vater hierher nach Central City, um das Rote Wasser zu erforschen.", erklärte Russel, während Leon den Tagebucheintrag studierte. ,,Hier fand er einen Ort namens Labor 5. Er traf dort einen Alchemisten namens Marcoh. Dieser Mann erklärte ihm... dass lebendige Menschen nötig waren, um das Rote Wasser in den Ring der Alchemisten umzuwandeln. Er verriet unserem Vater auch den Aufenthaltsort des wahren Labors." Leon sah zum Altar der Kirche. ,,Labor 5 war als nichts weiter als der Eingang zu etwas Größerem.", sagte er und gab Fletcher den Tagebucheintrag zurück. ,,In Wirklichkeit gibt es noch eine größere Menschenforschungseinrichtung. In der Tat, dies muss der Ort sein, nach dem ich suche." Er schritt auf den Altar zu gefolgt von Russel und Fletcher. ,,Ich gehe allein.", sagte er zu den beiden. ,,Aber warum?", fragte Fletcher. ,,Fayt ist doch in Gefahr, oder?" ,,Ist in Ordnung. Er ist nur verloren gegangen.", log Leon. Er klatschte in die Hände und schuf mit Alchemie ein Loch im Altar, durch das er gehen wollte. ,,Leon...", begann Russel. ,,Hmm?", machte Leon fragend und blieb stehen. ,,Der Grund, warum wir dich diesen Tagebucheintrag haben sehen lassen, ist nicht der, dass wir euch den Ring der Alchemisten erschaffen lassen wollen.", sagte Russel. ,,Das weiss ich.", entgegnete Leon. ,,Ich werde den Ring der Alchemisten nicht erschaffen, versprochen." Er ging durch das Loch und schritt eine Treppe in endlose Tiefe hinab. ,,Komm nur wieder leben zurück!", rief Russel ihm nach.
Leon schritt tiefer und tiefer, bis er schließlich an einem See unter Central City herauskam, der in einen Wasserfall endete; Steinköpfe befanden sich überall im hüfthohen Wasser. Leon schritt durch einen Tunnel in der Nähe des Wasserfalls, stieg die Treppen hinunter, und erschrak, als er am Ende auf einem riesigen Hügel herauskam, von dem aus man auf eine riesige altertümliche Stadt blicken konnte, die unter Central City lag. Leon rief sich den Tagebucheintrag in Erinnerung:

Betritt man den Gang hinter dem Altar der Kirche und wandert die Treppen hinab,
kommt man an einem kristallklaren See hinaus.
Schreitet man dann einen Tunnel in der Nähe des Wasserfalls, in den der See endet, hinab,
findet man unter Central City eine weitere Stadt, Überbleibsel einer alten Religion.
Durch den Baustil dieser Stadt kann man schätzen,
dass sie mindestens 400 Jahre alt ist.
Es gibt eine Legende, dass einst dort, wo Central City gestanden hatte,
früher eine andere Stadt gestanden hatte,
die in einer einzigen Nacht verschwunden war.
Wurde die ganze Stadt, in der sich niemand befindet, gefangen genommen und hinabgezogen?

Leon erschrak, als ihm ein Gedanke kam. ,,Man hat also alle Bewohner diese Stadt als Opfer für den Ring der Alchemisten benutzt...", murmelte er zitternd. ,,Um den Rest der Welt zu täuschen und das Verschwinden der Bewohner zu verheimlichen... hat man die gesamte Stadt verschwinden lassen. Gibt es wirklich jemanden, der solch einen grausamen Plan durchführen könnte?" Er hielt kurz inne, dann schrie er: ,,Ist jemand hier?!?" Keine Antwort. ,,Ich weiss, dass du hier bist!", schrie Leon weiter. ,,Du wusstest von Anfang an Bescheid, nicht wahr!?! Zeig dich, Hohenheim des Lichts!!!"
Rose saß mit glasigem Blick in einem Raum der Villa auf einem bequemen Sessel. Gluttony, der unruhig hin und her schritt, beäugte sie hungrig. ,,Aus, Gluttony.", herrschte Dante ihn an und setzte sich neben Rose auf den Sessel. ,,Ihr Körper ist sehr wichtig für mich." Sie fuhr Rose übers Gesicht und ihre Brüste. ,,Wundervoll... Kein Wunder, dass sie Leons und Fayts Herz im Sturm erobert hatte. ,,Hey, was ist mit Lust passiert?", fragte Gluttony wimmernd und begann an einem Tisch zu rütteln. ,,Hmm... Das frage ich mich auch...", sagte Dante gedankenversunken. ,,Oh, stimmt ja, ich muss Rose und mir ja noch passende Kleider anziehen. Ich muss gut aussehen, wenn ich die beiden Brüder begrüße." Schniefend verließ Gluttony das Zimmer wieder. Envy klopfte an der Tür. ,,Es kommt jemand.", sagte er. ,,Du meine Güte. Das ging aber schnell.", sagte Dante vergnügt und verließ das Zimmer, um mit Envy in die Eingangshalle zu gehen, in die im selben Moment Wrath stürmte. ,,Wo ist er?!?", schrie er verzweifelt und klammerte sich an Envy fest. ,,Wrath?", fragte Dante verwundert. ,,Wo ist er?!? Wo ist der Ring der Alchemisten?!?", schrie Wrath Envy an. ,,Du bist wirklich nervig!", fauchte Envy. ,,Was hat das zu bedeuten?", fragte Dante. ,,Wo ist er?!? Wo?!?", schrie Wrath weiter. ,,Sollte er nicht Leonard beobachten?", fragte Dante, leicht verärgert. ,,Nun, so hab ich es ihm jedenfalls aufgetragen.", entgegnete Envy. ,,Bitte! Schnell, gib mir den Ring der Alchemisten!", flehte Wrath ihn an. ,,Wrath, wenn du nicht ein braves Kind bist, werde ich dich nicht in einen Menschen verwandeln.", ermahnte Dante ihn. ,,Ich habe keine Zeit!", schrie Wrath und wollte sie packen, doch Envy hielt ihn zurück. ,,Mama... Mama wird noch für immer verschwinden!" ,,Mama?", wiederholte Dante fragend. ,,Er redet von Sloth.", erklärte Envy und stieß Wrath zu Boden. ,,Sloth ist nicht deine Mutter, Wrath. Homunculi haben keine Mütter.", erklärte Dante Wrath. ,,Bring Mama zurück! Bitte!", flehte Wrath und versuchte erneut, sie zu packen. Wieder hielt Envy ihn zurück. ,,Sprich nicht so, als wenn du ein Mensch wärest.", herrschte Dante ihn an. ,,Mama... Mama...", schluchzte Wrath zitternd. ,,Envy!", sagte Dante in Befehlston. Envy stieß Wrath ein zweites Mal zu Boden, diesmal äußerst brutal. ,,Bitte!", flehte Wrath und rannte erneut auf Dante zu. Envy trat ihn gegen die Eingangstür. Wrath wollte mit seinem linken Arm Alchemie einsetzen, doch Envy trat mit aller Kraft auf den Arm, so dass Wrath vor Schmerzen aufschrie. ,,Was kannst du schon in deiner Verfassung tun?", spottete Envy mit Blick auf die eine Hälfte Wraths, die völlig verbrannt war, und begann auf Wrath einzutreten.
Archer schoss immer noch auf Izumi, die sich hinter einer Steinwand versteckte, die sie mit Alchemie erschaffen hatte. ,,Hahahahaha!!!", lachte Archer laut, während Soldaten den Raum stürmten. ,,Welche Kraft ich doch nun habe! Kein Wunder, dass Leonard Elric Auto-Mail trägt! Das ist äußerst spaßig!" ,,Und ein Bastard wie du ist wirklich Soldat?", rief Izumi verächtlich und schaute hinter der Steinwand hervor. ,,Ich nehme an, du weißt nicht von der wahren Identität des Führers?!?" ,,Es ist noch nicht zu spät. Werden Sie zu einer meiner Untergebenen.", bat Archer ihr an. ,,Hä?!?", machte Izumi. ,,Norden, Süden, Westen... Wir sind bereit, gegen sie alle in den Krieg zu ziehen.", sagte Archer. ,,Die Kontinente werden bald alle unter unserer Kontrolle sein." ,,Ich bin nicht interessiert.", sagte Izumi mit so viel Verachtung wie möglich in ihrer Stimme. ,,Dann... Sterben Sie eben!", rief Archer und stürmte mit einem Satz hinter die Wand. Izumi sprang zur Seite und klatschte in die Hände, während Archer mit seinem Arm, der gleichzeitig eine Kanone war, auf sie zielte. Izumi wollte eine Wand heraufbeschwören, spuckte aber in diesem Moment Blut und sackte zu Boden, die Kanonenschüsse sie gerade so verfehlend. Sie wollte sich wieder aufrappeln, doch ein Schuss traf ihre Schulter und riss sie zu Boden. ,,Ihre Schüler werden Ihnen bald folgen.", sagte Archer, der nun vor ihr stand und direkt auf ihren Kopf zielte. Mehrere Schüsse wurden auf ihn abgefeuert. Er sah auf und erblickte Ross und Brosch, die den Raum betreten hatten und auf ihn schossen. Wie können Sie es wagen, eine Vorgesetzten anzugreifen!?!", schrie Archer zornig. Noch mehr Soldaten stürmten in den Raum und schossen auf Archer und seine Gefolgsleute. ,,Bastarde!!!", brüllte Archer und rannte mit seinem Gefolge aus dem Raum. ,,Miss Izumi!", rief Ross besorgt und beugte sich zu der am Boden liegenden Izumi hinab. ,,Leon...", stöhnte Izumi, während sie von Brosch und Ross aus dem Raum getragen wurde. ,,Er wird sich wohl gerade an dem Ort befinden, der im Tagebucheintrag beschrieben ist.", vermutete Ross und setzte sie auf einer Couch ab. ,,Gl... Glauben Sie uns alle?", fragte Izumi mit Blick auf die Soldaten, die zu ihrer Hilfe gekommen waren und noch immer Archers Gefolgsleute beschossen. ,,Diese beiden Jungen werden doch als Verräter betrachtet." ,,Kindern zu glauben und sie beschützen: Das ist die Aufgabe eines Erwachsenen.", sagte Ross. ,,Dies hat ein Mann namens Hughes mir einst gesagt."
Leon wanderte weiter durch die Stadt, die unter Central City lag, als er plötzlich Opernmusik in der Ferne hörte, die vom Palast auf der anderen Seite der Stadt her kam.
Er schritt durch die Stadt und öffnete das Eingangstor des Palastes, seine Augen sich mächtig weitend, als er den gigantischen Ballsaal saß, vollkommen aus Gold bestehend, ob nun der Boden, die Wände oder die riesigen Kronleuchter an der Decke. Und in der Mitte des Ballsaales tanzte Rose wie in Trance zur Musik, die spielte. ,,Rose?", fragte Leon verwirrt. Rose blieb stehen und sah zu ihm hinüber. ,,Leon?", fragte sie, ihr Blick immer noch merkwürdig glasig, ihre Stimme äußerst monoton. ,,Du bist endlich gekommen." Rose packte ihn und begann mit ihm zu tanzen. ,,Rose, warum bist du hier?", fragte Leon sie. ,,Ich habe ewig auf dich gewartet.", sagte Rose. ,,So lange... Eine Ewigkeit... Leon... Ich..." ,,Rose?", fragte Leon mit etwas höherer Stimme, im Gesicht ganz rot, und stieß sie plötzlich von ihr weg. ,,Rose, hat man dich nicht reingelegt und hierher gebracht?", fragte er sie. ,,Was ist dies hier für ein Or..." Babygeschrei ließ ihn verstummen. Er wirbelte herum und erblickte Lyra und Roses Baby, die in einer Ecke des Ballsaales standen. ,,Mein Baby...", sagte Rose mit verwundertem Blick auf ihr Baby und schritt zu Lyra, die es ihr gab. ,,Mein Baby...", hauchte Rose, ihre Stimme immer noch äußerst monoton, und rieb ihr Gesicht gegen den Körper des Kleinen. ,,Du konntest noch nicht einmal einen kleinen Tanz mit ihr zu Ende bringen?", sagte Lyra herablassend zu Leon. ,,Wenn man bedenkt, wie lange sie auf dich gewartet hat, seit sie sich hier versteckt hat... Du bist verachtenswert." ,,Lyra, warum hast du Rose an diesen Ort gebracht?", fragte Leon Lyra. ,,Bevor Dante starb, erzählte sie mir von einem Ort, von dem nur alte Alchemisten wussten.", erklärte Lyra und stellte sich gegenüber Leon auf. ,,Dies hier erschien mir ein sicherer Ort." ,,Ich erinnere mich, dass du mir sagtest, dass Dante ermordet wurde, aber du bist dann einfach verschwunden und hast mir nie gesagt, wer es getan hat.", sagte Leon. ,,Dieser Homunculus namens Greed hat sie umgebracht. Ich könnte schwören, ich hätte es dir erzählt.", antwortete Lyra. ,,Du lügst mich an.", meinte Leon. ,,Tu ich das?", erwiderte Lyra. ,,Der Mutations-Zirkel, der sich in dem Zimmer befand, in dem Dante tot am Boden lag, war speziell so gemacht, dass er einem Homunculus die Kraft entzieht und ihn dazu zwingt, die unvollständigen Ringe der Alchemisten auszuwürgen, die ihm Unsterblichkeit geben.", erklärte Leon. ,,Und die Überreste des Menschen, der Greed einst gewesen war, die Schwachstelle eines Homunculus also, lagen ebenfalls in diesem Raum. Selbst wenn Greed es gewollt hätte, er hätte sie in diesem Zustand nicht angreifen können." ,,Das ist ja alles sehr interessant, aber ich habe ihre Leiche mit meinen eigenen Augen gesehen." ,,Das beweist nichts, außer dass der Körper, der dort in einem See aus Blut lag, nicht mehr länger seinen Zweck erfüllen konnte." ,,Was?", fragte Lyra belustigt. ,,Sagen wir, der Ring der Alchemisten könnte dazu benutzen, um von einem Körper zum anderen zu springen.", begann Leon zu erklären. ,,Das würde es einem Menschen ermöglichen Hunderte von Jahren zu leben. Ich vermute, Dante hat ihren Tod nur vorgetäuscht und hat sich eines jüngeren Körpers ermächtigt. Ein Körper wie deiner wäre äußerst passend." ,,Leonard, hör bitte auf damit! Das ist nicht wahr!", rief Lyra verzweifelt. Leon klatschte in die Hände und ließ einen Speer aus dem Boden her erscheinen, den er auf Lyra warf. Gerade noch rechtzeitig klatschte Lyra in ihre Hände und berührte den Speer, der zu Sägespähne zerfiel. ,,Das war äußerst knapp.", zischte Lyra schlangengleich. ,,Wann hast du das ``Tor´´ gesehen?", fragte Leon. ,,Das ist die einzige Möglichkeit, Dinge ohne Mutations-Zirkel zu mutieren! Und Lyra konnte das noch nie zuvor! Du hast soeben dein Geheimnis selbstpreisgegeben, Dante." ,,Wann hast du es herausgefunden, Sohn von Hohenheim?", fragte Lyra, die in Wirklichkeit Dante war, die mit Hilfe des Ringes der Alchemisten in Lyras Körper geschlüpft war. ,,Dann ist es also alles war.", sagte Leon, vor Zorn am ganzen Körper zitternd. ,,In der Tat. Jedes einzelne Wort.", entgegnete Dante. ,,Wie oft hast du also Körper gewechselt?", fragte Leon. ,,Nun, in vierhundert Jahren kann man schon mal den Überblick verlieren.", meinte Dante schulterzuckend. ,,Es ist auf jeden Fall weniger als zwanzig. Schließlich musste ich jedes Mal den Ring der Alchemisten dafür benutzen." ,,Und diese Stadt hier...", begann Leon. ,,Unzählige Leben für den Ring!" ,,Vergiss nicht den Zivilkrieg im Osten in Ishbal.", erinnerte Dante ihn. ,,Oder die unzähligen Soldaten in Lior City. Es war genauso. Aber ich bin nicht diejenige, die es hatte geschehen lassen." ,,Nein, es war Hohenheim des Lichts.", erzürnte sich Leon. ,,Du sagst es ja sooo formell. Warum nennst du ihn nicht einfach "Papi"?", schlug Dante vor. ,,Hat er ebenfalls so gelebt, Körper stehlend, Kriege erschaffend?", fragte Leon verachtend. ,,Und aus welchem Grund überhaupt!?!" ,,Weil wir es wert waren.", entgegnete Dante schlicht. ,,Was zum Teufel soll das bedeuten!?!", schrie Leon. ,,Für jeden Ring der Alchemisten habt ihr Tausende von Leben ruiniert, dann reißt ihr ihn an euch, damit ihr länger leben könnt! Glaubst du eigentlich, dass wäre gerechtfertigt!?!" ,,Die Menschen können mit dem Ring der Alchemisten nicht umgehen.", sagte Dante. ,,Richtig... Also hast du die Gnade, ihn ihnen wegzunehmen - die Anmut, jeden zu töten, der daran beteiligt ist, damit nur die Legende übrig bleibt.", sagte Leon mit vor Sarkasmus triefender Stimme. ,,Ich bin froh, dass du so gut verstehst.", sagte Dante. ,,Die Menschen werden von ihren Sünden beherrscht und kontrolliert, und der Ring der Alchemisten hat eine Macht, weitaus größer als jede Waffe, die je geschmiedet wurde. Was stört es da, dass ich Städte ausgelöscht habe? Die Menschen hätten dagegen schon längst die Welt ausgelöscht! Die verlorenen Leben waren nötige Opfer, um die Menschheit vor sich selbst zu schützen. Ich bin die Wächterin der Sünden. Ich muss weiterleben, um zu verhindern, dass ihr Menschen etwas Törichtes mit dem Ring der Alchemisten anstellt!" ,,Belüg dich nicht selbst! Du bist genauso nur ein Mensch wie wir!", schrie Leon. ,,Nicht mehr.", entgegnete Dante, als mit einem Knall die Tür hinter ihnen aufgerissen wurde. ,,Lust!!!", schrie Gluttony, der den Ballsaal betrat, und sah sich verstört um. ,,Lust! Wo bist du?!?" ,,Du brichst mir mein Herz, Leonard, so mit mir zu reden.", sagte Dante, unbeeindruckt von Gluttony, und ging zu Rose, die die ganze Zeit über nur unbeeindruckt in der Ecke gestanden hatte, vollkommen reaktionslos. ,,Ich hatte mich so darauf gefreut, in ihren Körper zu schlüpfen und vom Sohn Hohenheims geliebt zu werden." Sie fuhr Rose sanft übers Gesicht. ,,Also ist es diesmal Rose, he?", fragte Leon. ,,Ja.", antwortete Dante. ,,Ich muss doch die Erschaffung des neu erschaffenen Ringes der Alchemisten zelebrieren." ,,Was hast du mit Fayt gemacht!?!", brüllte Leon. Dante antwortete nicht. ,,Dante! Was hast du mit Lust gemacht!?!", schrie Gluttony auf einmal. ,,Warum fragst du nicht einfach ihn, Gluttony?", schlug Dante vor und deutete auf Leon. ,,Wo ist meine Lust!?!", schrie Gluttony und verbiss sich in Leons Auto-Mail-Arm, den er schützend vor sich hielt. ,,Wo ist Lust?!?" ,,E-Es tut mir Leid...", entschuldigte sich Leon bei ihm. ,,Sie ist tot..." ,,Lust... ist tot?", wiederholte Gluttony geschockt, immer noch in Leons Metallarm verbissen. ,,...Ist tot?" ,,Ja.", antwortete Leon. ,,Wrath hat sie umgebracht. Sie starb, als sie versucht hat, mir zu helfen." Gluttony ließ Leons Auto-Mail los und fiel wimmernd zu Boden. ,,Gluttony, hör auf damit.", befahl Dante ihm. ,,Ich kann nicht...", wimmerte Gluttony und stand schwankend wieder auf. ,,Du hast keine Gefühle.", sagte Dante zu ihm. ,,Lust...", schluchzte Gluttony und stampfte zur anderen Seite des Saals davon. ,,Fangen wir an!", schrie Leon, klatschte in die Hände und stürmte auf Dante zu. Diese klatschte ebenfalls in die Hände und ließ einen Schlange aus Marmor aus dem Boden schießen, die mit geöffnetem Maul auf Leon zuschoss. Leon berührte seine Metallhand, die zu einem Dolch wurde, sprang in die Höhe und landete auf dem Kopf der Schlange, rannte über den restlichen Körper und sprang erneut, mit dem Dolch nach Dante ausholend, die gerade noch rechtzeitig auswich, so dass Leon stattdessen die obere Hälfte ihres Kleides zerschnitt. Ein völlig verfaulter Oberkörper kam darunter zum Vorschein. ,,Ich wusste es!", rief Leon. ,,Deine Seele kann die Körper, in die sie schlüpft, nicht mehr länger aufrecht erhalten. Du hast zu oft Körper gewechselt. Das ist Gleichwertiger Tausch: Jedes Mal, wenn du die Körper wechselst, verlierst du auch einen Teil deiner selbst." ,,Gleichwertigkeiten?", sagte Dante verachtend und machte ihr Kleid mit Hilfe von Alchemie wieder ganz. ,,Sag mir nicht, du glaubst immer noch an diese naive Theorie!" ,,Das ist keine Theorie, es ist die Regel der Alchemie - nein, der gesamten Welt.", entgegnete Leon. ,,Um etwas zu erhalten, muss etwas von gleichem Wert geopfert werden. Ohne das zu wissen, hättest du nie so weit kommen können." ,,Eine wunderschöne Geschichte, die erzählt wird, um die Unterdrückten zu trösten und Kinder zum Lernen zu bringen.", sagte Dante. ,,Die Wahrheit ist, dass das Prinzip des Gleichwertigen Tausches eine Lüge ist." ,,Unmöglich!", protestierte Leon. ,,Um etwas zu erhalten, muss etwas von gleichem Wert geopfert werden.", zitierte Dante seufzend. ,,Das würde doch bedeuten, dass wenn man etwas opfert, erhält man immer etwas desselben Wertes, nicht wahr?" ,,Genau.", sagte Leon. ,,Deswegen arbeiten die Menschen auch so hart bei allem, was sie tun, denn es zahlt sich aus." ,,Falsch.", widersprach Dante. ,,Die Menschen arbeiten, weil sie glauben, es würde sich auszahlen, aber gleichwertige Anstrengung bedeutet nicht immer gleichwertiger Gewinn." ,,Was zum Beispiel?", fragte Leon unsicher. ,,Denke nur einmal an das Examen, das man ablegen muss, um ein Nationaler Alchemist zu werden, und das du mit Auszeichnung bestanden hast.", sagte Dante. ,,Wieviele andere haben an diesem Tag daran teilgenommen, verbrachten Monate, Jahre zur Vorbereitung darauf, manche davon viel härter als du arbeitend? Und doch warst du der einzige, der bestand. Wo blieb ihre Belohnung? War es ihre Schuld, dass ihnen dein natürliches Talent fehlte?" ,,Ich...", begann Leon. ,,Und was ist mit dem Leben eines Menschen, das doch eigentlich denselben Wert haben sollte wie jedes andere Menschenleben?", fragte Dante weiter und klatschte in die Hände. Die Schlange aus Marmor schoss auf Rose zu, packte das Baby und schoss damit in die Höhe; das Baby begann laut zu weinen. Leon erstarrte. ,,Wenn ich auch nur noch einmal mit meinen Händen klatsche, wird dieses Baby nicht überleben.", sagte Dante gleichgültig. ,,Hör auf!", schrie Leon. ,,Und wenn ich klatsche und das Baby stirbt, wo ist dann die Balance der Welt darin?", fuhr Dante unbeirrt fort. ,,Bedeutet das, dass das Baby nur geboren wurde, um zu sterben? Es tut alles, was ein Neugeborenes tun kann, um zu überleben: Atmen, um Hilfe schreien. Aber was bekommt es im Gegenzug? Man kann sagen es gibt eine Balance, eine Logik, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht, aber die Wahrheit ist weitaus weniger so durchdacht. Egal, wie hart du auch arbeitest, wenn du stirbst, bist du tot. Einige verbringen ihr ganzes Leben, sich an die Spitze zu kämpfen und sterben dennoch in Armut, während andere in Wohlstand geboren werden, ohne jemals auch nur ansatzweise gearbeitet haben. Es ist eine grausame und gelegentliche Welt, und doch ist sie auch so wunderschön." ,,Das ist genug, Dante!!!", brüllte Leon verzweifelt und klatschte in die Hände, was die Schlange verschwinden ließ. Das Baby schoss schreiend in die Tiefe, doch Leon fing es auf und reichte es Rose. ,,Mein Baby...", sagte Rose nur mit monotoner Stimme und nahm es in ihre Arme zurück. ,,Gleichwertiger Tausch ist ein Mythos, eine von Menschenhand erschafftes Gesetz, um einer Welt Sinn zu geben, die keinen hat.", sagte Dante. ,,Kannst du das jetzt akzeptieren oder brauchst du ein weiteres Beispiel?" ,,Wag es nicht, ein Kind für deine Demonstrationen zu benutzen!", schrie Leon zornig. ,,Dein Vater sagte das ebenfalls.", sagte Dante seufzend und klatschte in die Hände. Und während das Baby laut schrie, entstand auf dem Tüchlein, in das es eingewickelt war, ein grell leuchtender Mutations-Zirkel. Es gab einen Knall und Leon stand vor dem riesigen ``Tor´´. Er blinzelte kurz und stand dann in einem kleinen verfallenen Raum. ,,Hallo?", rief er. ,,Wo bin ich?" Er erblickte ein Foto an der Wand, das ein riesiges weißes Haus zeigte. Argh, mein Kopf fühlt sich an, als wäre jemand drüber gefahren..., dachte er und stöhnte vernehmlich. Er wollte sich mit seiner linken Auto-Mail-Hand an den Kopf packen, doch anstatt kühles Metall am Kopf zu spüren, spürte er warmes Fleisch. ,,Was?!?", stammelte er und besah sich seinen linken Arm: Der Arm eines Menschen! Verstört sah er sich im Zimmer um und erblickte in einem Spiegel einen Jungen, der genauso wie er aus sah, nur mit kurzen, stacheligen Haaren, kein Zopf. ,,'kay... das ist seltsam...", murmelte er, als im nächsten Moment gröhlendes Sirenengeheul losbrach. ,,Sirenen?!?", sagte er verdutzt. Die Tür zum Zimmer wurde aufgestoßen und Hohenheim stürmte ins Zimmer. ,,Leonard, schnell! Es ist ein Luftangriff!", rief Hohenheim. ,,Wir müssen flüchten!" Draußen auf der Straße liefen die Menschen schreiend davon, der Himmel war blutrot gefärbt, seltsame Lichter schienen zum Himmel hinauf: Es war mitten in der Nacht. ,,Komm schon!", rief Hohenheim und wollte Leon mit sich ziehen, doch der riss seine Hand von ihm weg und sah sich verwirrt um. ,,Warte!", rief er. ,,Was zum Teufel geht hier vor, alter Mann?!? Was ist das für ein Ort?!? Wo sind wir?!?" ,,War... Wa...?!?", stammelte Hohenheim und sah ihn verdattert an. ,,Leonard, du hörst dich nicht wie du selbst an." ,,Komisch, ich fühle mich auch nicht wie ich selbst an.", meinte Leon. ,,Und was ist das für eine Stadt?!? Was ist mit meinem Körper geschehen?!? Hat Dante das getan?!?" Hohenheim packte ihn am Gesicht und zog ihn zu sich heran. ,,``Mutieren´´´.... Sagt dir dieses Wort etwas?", fragte war. ,,Natürlich tut es das!", fauchte Leon und stieß Hohenheim von sich weg. ,,Aber wie bist du hierher gekommen?", fragte Hohenheim verwirrt. ,,Gute Frage!", schrie Leon. Es gab mehrere Explosionen, die Häuser in die Luft jagten. ,,Wir reden später!", rief Hohenheim, packte Leon an der Hand und zog ihn mit sich. Noch mehr Häuser explodierten. ,,Was greift da an?!?", fragte Leon im Rennen. ,,Zeppeline!", antwortete Hohenheim nur. ,,Zep - was?!?", stammelte Leon verdattert. Noch eine Explosion, diesmal äußerst nahe. Leon wirbelte herum und erstarrte, als er ein riesiges Objekt am Himmel erblickte: Eine Art Luftballon, an dem ein Gefährt zu hängen schien. So etwas hatte er noch nie zuvor gesehen. Wo war er nur gelandet?!?


Vorschau Kapitel 50: Der Tod: ,,LEONAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Tales of Alchemy Kapitel 48: Letzte Vorbereitungen

Ungeduldig stand die Armee an der Grenze zu Briggs, dem Land im Norden. ,,Wie lange sollen wir hier eigentlich noch sinnlos rumstehen und nichts tun?", grummelte einer der Soldaten. ,,Dachte, wir wären hier, um zu kämpfen." ,,Was weiss ich, Mann...", seufzte ein anderer Soldat und sah zu einem großen Zelt in der Nähe.
Im Zelt selbst befanden sich Roy, Hawkeye, Breda, Farman und Armstrong. ,,Es gibt natürlich Dutzende von Soldaten, die uns anzweifeln und nicht gehorchen werden.", sagte Armstrong zu Roy. ,,Eine gut verstreute Kampfformation einzunehmen wird uns helfen, die Toten so gering wie möglich zu halten." Roy nickte nur, das Gesicht zu Boden. Armstrong verbeugte sich und schritt aus dem Zelt. Breda und Farman sahen belustigt zu Roy, der leicht zitterte.
,,Für den Moment werden wir nach Central City zurückkehren.", verkündete Armstrong den Obersts, die mit in den Norden gekommen waren. Die Männer sahen verwirrt auf. ,,Wir werden die Kontrolle über das Hauptquartier dort übernehmen, indem wir die Truppen benutzen, die uns zur Verfügung stehen. ,,Sie planen einen Aufstand?!?", rief ein Oberst mit Hornbrille entsetzt. ,,Sie wollen sich dem Führer widersetzen?!?", schrie ein anderer wütend. ,,Ja, ich werde mich dem Führer widersetzen, denn ich habe einen sehr triftigen Grund für diese Entscheidung!", rief Armstrong und schlug mit seinen Fäusten auf einen Tisch, der sofort zusammenbrach. ,,Wir werden nicht nur das Hauptquartier übernehmen, sondern die ganze Stadt! Der Führer hat uns betrogen, indem er uns Jahre lang in einen sinnlosen Krieg nach dem anderen geschickt hat, sich nicht darum kümmernd, was sein Volk denkt!" ,,Aber wir können doch nicht einfach so ohne Beweise...", begann ein Oberst, der noch recht jung war. ,,Beweise?", wiederholte Armstrong fragend und riss sich sein Hemd vom Leib. ,,Ihre Beweise sind genau hier!", rief er und schmiss sich mit seinem nackten Oberkörper in Pose. ,,Sehen Sie sich diesen Körper an, makellos gestählt für unseren wundervollen Staat!" Er presste seine Armmuskeln gegen den entsetzten jungen Oberst. ,,Fühlen Sie die Stärke der Loyalität! Fühlen Sie es! Wenn Sie mir nicht glauben wollen, werde ich sie dazu bringen, mir zu glauben! FÜHLEN SIE SCHON!!!" Der Oberst brach in stumme Tränen aus.

,,The Ring of Alchemists:
Those who possess it are no longer bound by the laws of Equivalent Trade,
may gain without sacrifice,
create without equal exchange.
We searched for it... and found it."

,,Mama?", fragte Wrath ängstlich Sloth, die durchsichtige Form angenommen hatte. ,,Ich habe eine Reaktion ausgelöst, die anfängt, ihren flüssigen Körper in Ethanol umzuwandeln.", erklärte Leon. ,,Sie wird verdampfen, sich in Luft auflösen..." ,,Ah!", schrie Wrath vor Schmerzen, als Sloths Körper die Hälfte von Wraths Körper, die mit ihr vereinigt war, zu verbrennen begann. Schnell löste Wrath die Vereinigung und wich zurück. Leon sah eine Weile zu Sloth, die ihn mit entsetztem Gesichtsausdruck ansah, dann sah er traurig zu Boden. ,,Das hat du gut gemacht, Liebling.", sagte Sloth auf einmal mit schwacher Stimme. Erschrocken sah Leon zu Sloth auf, das Ouroboros-Zeichen - das Zeichen eines Homunculus - auf einmal von ihrer Brust verschwunden. Sloh lächelte ihn fröhlich an und sagte: ,,Räumt hinter euch auf und passt auf euch auf, meine beiden Jungs." Fayt ging mit zittrigen Schritten auf Sloth zu und blieb neben Leon stehen, der immer noch fassungslos Sloth ansah. Lust hatte Recht gehabt: Am Ende hatte Sloth sich doch noch erinnert und war zu ihrer Mutter Trisha geworden. Wrath begann haltlos zu zittern. Trisha streckte eine Hand nach Leon aus, der ebenfalls eine hob. Doch kurz bevor sie sich berührten, hatte sich Trisha ganz aufgelöst. Leon starrte den Punkt an, wo Trisha gerade eben noch gestanden hatte; ein weiteres Mal hatten sie ihre Mutter verloren. Leon ließ seine Hand wieder sinken, während Wrath sich zu Boden schmiss und haltlos zu weinen begann. ,,Leonard! Fayton!", rief jemand. Die beiden Brüder wirbelten herum und erblickten Winry, die am Eingang zum hinteren Teil der Fabrik stand. ,,Winry, bist du das?", fragte Leon verdutzt. ,,Was machst du hier? Ist irgendetwas passiert?", fragte Fayt besorgt. Lächelnd schüttelte Winry ihren Kopf und sagte: ,,Ich hab mir Sorgen gemacht, also bin ich hierher gekommen." Sie lächelte vergnügt. ,,Ihr habt sie endlich geschlagen!" ,,Du bist nicht Winry Rockbell.", sagte Leon, während Fayt mit erhobener Faust auf Winry zustürmte. ,,Fayton, du bist es, in den ich schon seit langem unsterblich verliebt bin!", rief Winry. ,,Wa...?!?", stammelte Fayt verdattert und blieb stehen. Blitzschnell sprang Winry vor und schnappte sich Fayts Arme, so dass er sich nicht mehr wehren kann. Leon ging in Kampfstellung. ,,Nun, das war ja leichter als ich dachte.", sagte Winry mit hämischem Grinsen. ,,Du hast keine Chance gegen mich. Ich bin der Ring der Alchemisten!", rief Fayt aufgebracht. ,,Ja, hab ich jedenfalls so gehört.", sagte Winry, und im nächsten Moment stand an eben jenem Punkt Envy, der sich nur als Winry ausgegeben hatte. ,,Warum testen wir dich nicht ein wenig? Nun, da du zum Ring geworden bist, lass uns da doch mal schauen, wieviel dein süsses, kleines Blutsiegel aushalten kann!" Er schoss mit seiner Faust durch das Loch in Fayts Rüstung und schlug gegen das Blutsiegel, das sofort aufblitzte, beschützt durch die Macht des Ringes der Alchemisten. Fayt sank vor Schmerzen zu Boden. ,,Lass meinen Bruder in Ruhe, du Bastard!!!", brüllte Leon. ,,Ich weiss, wie sehr du es liebst, den Beschützer zu spielen, aber du brauchst nicht gleich so rumzuschreien.", sagte Envy. ,,Ich bringe ihn nur zu meinem Meister." ,,Dein Meister?", wiederholte Fayt erschrocken. ,,Das muss derjenige sein, von dem Lust gesprochen hat! Sie sagt, dass dieser Meister euch nur benutzt, um an den Ring der Alchemisten zu kommen ohne sich die Hände dreckig zu machen, sich nicht um euch Homunculi scherend!", rief Leon. ,,Wen interessiert das schon!", kicherte Envy. ,,Und du solltest nicht so unpersönlich von unserem Anführer reden. Ihr beide kennt euch nämlich." Leon sah ihn kurz verwirrt an, dann erschrak er. ,,Euer Anführer wusste von Anfang an vom Homunculus unserer Mutter.", sagte er zornig. ,,Er hat sie gesucht und ihr Rote Steine gefüttert, damit sie leben konnte. Das kann doch nur..." ,,Wag es ja nicht, den Gedanken weiter auszuführen, großer Bruder!", schrie Fayt erbost. ,,Unser Vater würde so etwas nie tun! Nie!" ,,Wir haben genug geredet.", sagte Envy und hievte Fayt auf seine Schultern. Leon wollte auf ihn losstürmen, doch Wrath war schneller, sprang vor und klammerte sich an Envys Beinen fest. ,,Hey, ich bin auf deiner Seite, erinnerst du dich noch!?!", fuhr Envy ihn an. ,,Du sollst diesen Gartenzwerg da drüben nerven!" ,,Aber Fayt kann doch jetzt jeden Wunsch in Erfüllung gehen lassen, oder?", fragte Wrath wimmernd. ,,Sorry, Kiddo, aber dieses Spielzeug ist nicht für dich zum Spielen.", entgegnete Envy. ,,Er könnte Mama zurück ins Leben bringen.", weinte Wrath. ,,Du musst es mich versuchen lassen. Du musst!" ,,Halt die Luft an!", fauchte Envy und trat ihn genervt zur Seite und schritt mit Fayt davon. Leon wollte ihm folgen, doch Wrath hielt ihn fest. ,,Das ist alles nur deine Schuld.", sagte Wrath und stand wieder auf. ,,Es ist deine Schuld, dass Mama nicht mehr da ist!" Er holte nach Leon aus, der zur Seite sprang. ,,Hör schon auf!", rief Leon. ,,Mama! Mama! Mama! Mama! Mama!", schrie Wrath während immer und immer wieder nach Leon ausholte. ,,Sie war auch deine Mama, und du hast sie umgebracht!" Bei diesen Worten erstarrte Leon, so dass Wrath einen Treffer landete, der ihn zu Boden beförderte. Wrath sprang auf ihn und begann ihn zu würgen. ,,Hör auf!", schrie jemand. Wrath wirbelte herum und erblickte Izumi, die in der Nähe stand. ,,Das hat nichts... mit dir zu tun!", schrie Wrath sie an. ,,Wenn es jemanden gibt, den du töten willst, sollte ich es sein, mein Kind.", sagte Izumi traurig. ,,Nein, du bist nicht meine Mama!", schrie Wrath und ließ von Leon ab. ,,Du bedeutest mir rein gar nichts!!!" Er stürmte auf Izumi zu. ,,Sensei!", rief Leon warnend. Doch Wrath rannte nur an ihr vorbei, sprang aus einem Fenster und flüchtete in den Wald in der Nähe. Leon versuchte wieder aufzustehen, krachte aber sofort wieder zu Boden, da sein Auto-Mail-Bein anscheinend bei den Kämpfen beschädigt worden war. ,,Bist du in Ordnung?", fragte Izumi und beugte sich zu ihm hinab. ,,Er... hat geweint... Und ich kann nicht einmal eine einzige Träne vergießen...", sagte Leon. ,,Das arme Kind hat wie ein Baby geweint, als wenn... als wenn er geweint hätte, weil ich es nicht konnte." ,,Genug davon. Suchen wir Fayt", sagte Izumi, legte Leons Hand um ihre Schultern und half ihm auf. ,,Ich kann aufgrund meiner Krankheit nicht viel tun, um dir zu helfen, aber ich werde mein Bestes geben. Wohin sollen wir gehen?"
Es war in einem Bücherladen in Central City. ,,Großer Bruder, wir müssen bald gehen.", sagte Fletcher Tringham zu seinem großen Bruder Russel Tringham, der sich ein Buch über Alchemie nach dem anderen nahm (wer sich nicht mehr an die beiden erinnert, kehrt bitte kurz mach zu Kapitel 11 und 12 zurück, wo die beiden Brüder, die sich damals als Leon und Fayt ausgegeben haben, vorkommen^^). ,,Nun warte doch mal! Hier sind total viele Alchemie-Bücher, die ich noch nie zuvor gesehen habe!", sagte Russel begeistert. ,,Genau wie man es von Central City erwarten kann!" ,,Ich möchte Leon und Fayt so schnell wie möglich wiedersehen...", sagte Fletcher vergnügt.
An der Kasse erlebte Russel dann einen Schock, da er nicht genügend Geld hatte, um all die Bücher zu bezahlen. ,,Haben Sie nicht genug Geld?", fragte der Kassierer ihn. ,,Ähm...", stammelte Russel. Das ist nicht gut, dachte er gleichzeitig. Wenn ich die jetzt kaufe, habe ich später nicht genug Geld für eine Übernachtung... Aber wenn ich es jetzt nicht tue, wann denn dann? ,,Ich möchte einen Kredit aufnehmen.", sagte er. ,,Das ist nicht möglich.", sagte der Kassierer. ,,Dies hier ist eine Bücherei für Alchemie-Bücher der höheren Art. Nur Nationale Alchemisten können bei uns einen Kredit aufnehmen. Und Sie würden diese Bücher eh nicht verstehen." Er wollte die Bücher gerade an sich nehmen, als Russel sagte: ,,Aber ich bin doch ein Nationaler Alchemist." ,,Oh?", machte der Kassierer.
Sekunden später sah Fletcher, der draußen vor dem Bücherladen stand, Dutzende von Polizeiautos anrasen. Die Polizisten stürmten allesamt in den Laden und nahmen Russel fest. ,,Haben wir dich endlich, Leonard Elric!", rief ein Polizist zufrieden. ,,Er ist es hundertprozentig!", rief der Kassierer. ,,Er hat sich selbst als der Metallalchemist vorgestellt!" ,,Bitte, warten Sie! Das war doch nur ein Witz!", rief Russel ängstlich. ,,In Wirklichkeit heiße ich..." ,,Das können Sie alles im Hauptquartier erklären.", unterbrach ihn ein Polizist. ,,Großer Bruder, was ist...?!?", begann Fletcher, der in den Laden gekommen war, entsetzt. ,,Lauf weg, Fletcher!", rief Russel. ,,Und da hätten wir den anderen Elric-Bruder!", rief ein Polizist und nahm Fletcher gefangen.
Sekunden später landeten die beiden gefesselt in einem Polizeiwagen. ,,Was ist denn passiert, großer Bruder?", fragte Fletcher. ,,Central City ist ein wirklich angsteinflößender Ort...", wimmerte Russel.
Leon und Izumi starrten in der Fabrik auf den Mutations-Zirkel, den Leon mit Lusts Hilfe angefertig hatte. ,,Lust...", sagte Leon mit traurigem Blick auf das Medaillon, das im Zirkel lag. ,,Hast du einen der Homunculi in diesem Zirkel versiegelt?", fragte Izumi ihn. ,,Diesen Homunculus habe ich nicht nicht versiegelt.", erklärte Leon. ,,Das muss das Werk von..." ,,Ist egal.", unterbrach Izumi ihn. ,,Das bedeutet, dass noch vier von ihnen übrig sind: Das Kind... der, der alles isst... derjenige, der sich alles und jeden verwandeln kann... und der Führer." ,,Und derjenige, der sie alle kontrolliert.", fügte Leon hinzu. Schritte waren zu hören. ,,Wer ist da?!?", rief Izumi und wirbelte herum. Tucker war erneut mit der seelenlosen Nina aus dem Keller gekommen. ,,Sieh mal, Nina, da hinten ist dein Freund Leon.", sagte Tucker und schob das Gesicht von Nina in Leons Richtung. ,,Leon, dein Freund. Sag "Hallo", Liebing. Sei doch nicht schüchtern." Er nahm seine Hand von ihrem Kopf, der sofort hinunter sackte. ,,Obwohl er den Ring hatte, konnte er ihre Seele nicht zurückbringen.", sagte Leon traurig. ,,Warum spielst du nicht im Hof?", schlug Tucker Nina vor. ,,Ich wette, Alexander ist einsam. Das erinnert mich an etwas: Wo ist dieser Hund überhaupt? Wohin ist Alexander verschwunden? Was für ein Wachhund, he?" Er schritt mit Nina davon. ,,Ist das wirklich für dich in Ordnung?", fragte Izumi Leon, der auf mehrere Pistolen auf eine Fließband zuschritt. ,,Diese seelenlose Puppe ist die Verkörperung seiner Sünden.", sagte Leon, während er die Pistolen an sein Auto-Mail-Bein mutierte, um es zu reparieren. ,,Genauso wie Sloth meine Sünde repräsentierte... Und Wrath Ihre." ,,Du bist wirklich erwachsen geworden, Leonard.", sagte Izumi lächelnd. ,,Ich bin erwachsen geworden?", wiederholte Leon. ,,Ich dachte, ich wäre erwachsen geworden, als ich ein Nationaler Alchemist geworden bin, aber ich schätze, ich hatte noch einen langen Weg vor mir." ,,Was tun wir also jetzt?", fragte Izumi. ,,Nun, so wie ich das sehe, gibt es im Moment nur einen Homunculus, von dem wir wissen, wo er sich aufhält.", meinte Leon. ,,Ich schätze, du redest von Führer King Bradley?", fragte Izumi. Leon nickte.


Die Soldaten an der Grenze zum Norden hatten begonnen, sich gegenseitig zu beschießen. ,,Wir sind vollkommen umzingelt.", sagte Armstrong, der sich mit Roy, Hawkeye, Breda und Farman in einem Schützengraben versteckte. ,,Die Anzahl an Soldaten, die sich uns angeschlossen hat, ist viel kleiner als die der Soldaten, die dem Führer dienen." ,,Da kann man wohl nichts machen.", seufzte Farman. ,,De Autorität des Führers ist nun mal absolut. Und wir haben so gut wie keine Beweise gegen ihn." ,,Die Plan des neuen Brigadier Generals war diesmal ziemlich lückenhaft.", meinte Breda. ,,Nein, ganz und gar nicht.", widersprach Armstrong. ,,Mustangs Plan war es, die meisten Truppen Central Citys hierher zu locken, um sich genügend Zeit lassen zu können mit der eigentlichen Mission." ,,Lieutenant Oberst Armstrong, ist das auch wirklich in Ordnung?!?", fragte Roy besorgt und riss sich seine Mütze und seine Perücke herunter: Es war nicht Roy, der dort saß, sondern Lieutenant Havoc, der sich als Roy verkleidet hatte. ,,Ich bin doch nur ein Lieutenant, und dennoch muss ich mich verhalten wie..." ,,Halten Sie durch. Ich stehe doch hinter Ihnen.", sagte Armstrong und nahm Havoc und Hawkeye in seine Arme. ,,Übrigens, diese Frisur steht Ihnen ganz ausgezeichnet, Fury.", sagte Armstrong zu Hawkeye, der im nächsten Moment ebenfalls eine Perücke zu Boden fiel. Nicht Hawkeye stand dort, sondern Fury, der sich als Hawkeye verkleidet hatte.
Roy, als Havoc verkleidet, stand im Krankenzimmer Havoc und zog sich ein Hemd an, als es an der Tür klopfte und eine der Krankenschwestern eintrat. ,,Oh, Sie dürfen noch nicht aufstehen, Lieutenant Havoc!", rief die Krankenschwester vorwurfsvoll. Roy wandte sich zu ihr um und nahm seine Perücke ab. ,,Kann ich darauf hoffen, dass Sie das nicht weitererzählen?", fragte er die Krankenschwester, die sofort einen verträumten Blick bekommen hatte, als sie erkannte, wer er wirklich war. ,,Ja. Sie haben bestimmt Ihre Gründe, richtig?", säuselte die Krankenschwester. Hawkeye, die sich als Fury verkleidet hatte, hielt ihr eine Pistole an den Kopf. ,,Dies ist eine Mission von nationaler Bedeutung. Mischen Sie sich nicht ein, egal, was kommen mag.", sagte sie zur Krankenschwester. Roy und Hawkeye verließen das Zimmer und wanderten durch den Flur. ,,Warum sind Sie auf einmal so schlecht drauf?", fragte Roy Hawkeye, die einen wütenden Blick aufgesetzt hatte. ,,Bin ich nicht.", entgegnete sie stur. Roy seufzte tief, dann sagte er ernst: ,,Es scheint, als wenn Havoc und die anderen ihre Rolle gut gespielt haben." ,,Ja.", sagte Hawkeye zustimmend.
General Peacecraft schickte noch mehr Soldatentruppen von Central City nach Norden. ,,Beeilung! Beeilung!", fuhr er die in die Wagen steigenden Soldaten an. ,,Die gesamte Armee muss Mustangs Truppe unbedingt einholen!"


General Peacecraft und Pride saßen in Prides Büro. ,,Wirklich beeindruckend, dass sie so schnell eine ganze Einheit formen konnten...", lobte Pride General Peacecraft. ,,Das ist nur Ihren Befehlen zu verdanken!", entgegnete General Peacecraft stolz. ,,Ich kann immer noch nicht glauben, dass Sie so gut vohersehen konnten, dass Armstrong und Mustang eine Rebellion starten würden, wenn wir ihnen genügend Soldaten zur Verfügung stellen. Damit sind sie nicht besser als Basque Gran. Das muss doch eine sehr schlimme Entdeckung für Sie gewesen sein." ,,Ich musste ihn zum Brigadier General befördern, um es so aussehen zu lassen, als würde ich ihm vertrauen.", erklärte Pride. ,,Das muss Ihnen allen doch sehr missfallen haben." ,,Überhaupt nicht! In ein oder zwei Tagen wird eine neue Ära anbrechen!", sagte General Peacecraft vergnügt und verließ das Büro. Pride ging zum Telefon und wählte eine Nummer. ,,Ist es Zeit für mich, zurückzukommen?", fragte er. ,,Oh, zwei Jungen, die behaupten, sie seien die Elric-Brüder, sind heute morgen verhaftet worden? Ich verstehe. Töten Sie sie."
Russel und Fletcher saßen im Gefängnistrakt unterhalb des Hauptquartiers von Central City. ,,Warum hast du dich als Leonard Elric ausgegeben?", fragte Fletcher seinen großen Bruder. ,,Ging nicht anders!", verteidigte sich Russel. ,,Ich hatte nicht genug Geld und da hab ich einfach..." ,,Und dabei wollte ich ihnen doch Vaters Tagebucheintrag geben...", seufzte Fletcher und holte einen alten Zettel aus seiner Hosentasche hervor. Schritte waren zu hören. ,,Versteckt es!", zischelte Russel Fletcher zu, der den Zettel sofort wieder versteckte. Die Schritte kamen näher und näher.


Am späten Nachmittag trafen sich Roy und ein Architekt in einer Baar. ,,Danke für die harte Arbeit.", bedankte sich Roy bei dem Architekt. ,,Wenn es um seine Exzellenz, den Führer, geht, bin ich immer schnell.", lachte der Architekt vergnügt. ,,Also ist der Aufbau des Hauses des Führers wirklich so wie hier auf der Blaupause?", fragte Roy mit Blick auf die Blaupause, die auf dem Thresen ausgebreitet war. ,,Ja. Ich habe noch nie Fehler gemacht.", antwortete der Architekt. ,,Aber das ist schon wirklich eine komische Anordnung. Normalerweise sind Weinkeller eher..." ,,Ich verstehe es selbst nicht wirklich, aber dies sind die Anweisungen, die mir die Sekretärin des Führers gegeben hat.", sagte Roy und faltete die Blaupause zusammen. ,,Da heute ihr freier Tag ist, erledige ich dies für sie stattdessen." Er legte ihm ein riesiges Bündel Geldscheine hin. ,,Da Sie so schnell arbeiten mussten, wurde noch ein wenig Extrageld beigelegt." ,,Oh, ist das so?", sagte der Architekt mit gierigem Blick auf das viele Geld. ,,Das Militär ist wirklich großzügig!"
Roy verließ die Baar wieder und wechselte von seiner Militäruniform in normale Kleidung. ,,Es läuft alles, wie geplant.", sagte er zu einer Person, die in der Nähe stand und Zeitung las. ,,Ich kann noch nichts garantieren, aber es scheint, als sei heute unsere einzige Chance." Die Person, Hawkeye, sagte nichts. ,,Was ist los?", fragte Roy. ,,Es wird das Gerücht verbreitet, dass die Elric-Brüder heute morgen festgenommen worden sind.", las Hawkeye aus der Zeitung fort. ,,Hmm...", machte Roy nachdenklich und sah zu Boden.
Die Sirene läutete schrill und laut im Hauptquartier von Central City, während Leon und Izumi den geschätzt hundertsten Soldat niederschlugen. ,,Du hättest dich auch vorher informieren können, ob der Führer hier ist oder nicht!", fuhr Izumi gereizt Leon an. ,,Da kann ich doch nichts für!", keifte Leon zurück. ,,Woher sollte ich denn wissen, dass er aufgrund des Geburtstags seines Adoptivsohnes früher nach Hause gehen würde?!?" Noch mehr bewaffnete Soldaten rückten nach. ,,Genug mit den Ausreden!", rief Izumi und klatschte in die Hände. ,,Weiter geht´s!", rief Leon und klatschte ebenfalls in die Hände. Hände aus Stein schossen aus dem Boden und schlugen die Soldaten nieder. Leon und Izumi rannten schnell weiter, stoppten aber im nächsten Moment, als plötzlich eine Tür aufging, aus der ein Baumstamm schoss, der sie packte und in einen Raum zog, dessen Tür sich sofort schloss und mit einem Lichtblitz verpuffte. ,,Autsch...", stöhnte Leon auf, während Ross und Brosch sie aus dem Griff des Stammes befreiten. ,,Seid ihr in Ordnung?", fragte Brosch besorgt. Leon erblickte Fletcher und Russel, die den Baumstamm mit Alchemie erschaffen hatten. ,,Ihr?!?", rief Leon verdattert. ,,Die Betrüger?!?" ,,Ich bin Russel Tringham!", fauchte Russel beleidigt. ,,Man hat sie mit dir und Fayt verwechselt und sie arrestiert.", erklärte Ross. ,,Dabei ist es doch so offensichtlich, dass ich nicht Leon bin.", seufzte Russel. ,,Das fängt schon bei seiner kleinen Größe an." ,,WAS HAST DU GESAGT!?!", brüllte Leon. ,,Ui, bist du sogar noch kleiner geworden in der Zwischenzeit?", fragte Russel hämisch. ,,Grrrrr!", fauchte Leon und hob drohend seine Faust. ,,Nein, nein, mein großer Bruder meint es nicht so!", mischte sich Fletcher schnell ein und stellte sich zwischen Leon und Russel. ,,Der Führer hat angeordnet, dass sie umgebracht werden.", erklärte Brosch Izumi, während sich Leon und Russel weiter kabbelten. ,,Als wir in den Keller hinabgestiegen waren und uns ihre Version der Dinge angehört haben, entschlossen wir, dass dies zu extrem war.", fuhr Ross fort. ,,Das bedeutet also, dass Sie durch den Aufruhr, den Leon und ich verursacht haben, mit den beiden Jungen fliehen konnten?", fragte Izumi. ,,Findet sie!", hörten sie jemanden vom Flur her brüllen. ,,Schade, dass wir nicht miteinander reden können. Aber wir müssen sofort weiter.", seufzte Leon. ,,Wohin?", fragte Ross beunruhigt. ,,Zum Haus des Führers.", antwortete Izumi. Ross und Brosch erschraken. ,,Er muss sich dort befinden.", meinte Leon. ,,Ähm... nimm bitte das hier mit.", sagte Fletcher und reichte ihm einen alten Zettel. ,,Das ist ein Tagebucheintrag von Vater.", erklärte Russel. ,,Er hat es geschrieben, während er hier in Central City war." Leon las den Tagebucheintrag und erschrak sofort. ,,Sensei!", rief er. Izumi las es ebenfalls, wobei ihre Augen mit jeder neuen Zeile größer wurden. ,,Das ist...", begann sie, als im nächsten Moment eine Wand des Raumes explodierte. Ross stellte sich mit Brosch schützend vor Izumi, Leon, Fletcher und Russel, ihre Waffen gezückt, als ein Mann, die eine Hälfte menschlich, die andere aus Auto-Mails bestehend, den Raum betrat. ,,Sie sind...!", rief Ross erschrocken mit Blick auf den Mann. ,,Frank... Archer...", stammelte Leon. ,,Leonard Elric und die Frau, die ich im Südlichen Hauptquartier entkommen ließ?", sagte Archer mit mechanischer Stimme verwundert. Eine Kanone schoss aus seinem Mund, mit der er auf Izumi und Leon schoss, die zur Seite sprangen. ,,Ich werde mich um ihn kümmern.", sagte Izumi zu Leon. ,,Geh zu dem Ort, der im Tagebucheintrag erwähnt wird!" ,,Aber...", begann Leon. ,,Lass mich einmal als deine Meisterin handeln.", unterbrach Izumi ihn. ,,Geh!" ,,Ihr beiden verschwindet ebenfalls!", rief Ross den beiden Tringham-Brüdern zu und stellte sich mit Brosch schützend vor sie. Die Fünf rannten davon, nur noch Izumi und Archer im Raum.
Roy und Hawkeye, die mit einem Auto vor dem Hauptquartier angekommen waren, sahen mehrere Lichtblitze aus einem der Räume kommen. ,,Sieht aus, als bräuchten die Elric-Brüder Ihre Hilfe nicht, Brigadier General.", sagte Hawkeye vergnügt zu Roy. ,,Hmm... Vielleicht haben sie sich ja extra festnehmen lassen...", mutmaßte Roy. ,,Weiter geht´s.", sagte Hawkeye und fuhr gerade mit dem Wagen an, als Leon über eine Mauer sprang und vor dem Auto landete. ,,Tut mir Leid, aber ich muss dieses Auto ne...", begann Leon, stutzte aber, als er Roy und Hawkeye im Auto erkannte. ,,Metalla...?!?", begann Roy verdattert. ,,Oberst?", rief Leon verstutzt. ,,Sagen Sie nicht, Sie sind hier, um mich einzufangen!"


Roy und Hawkeye fuhren mit Leon in Richtung der Altstadt Central Citys. ,,Und wohin wollen Sie jetzt gehen, Briadier General?", fragte Leon Roy. ,,Zum Wag-Viertel.", antwortete Roy. ,,Dort liegt die Villa des Führers.", erklärte Hawkeye. ,,Und was wollen Sie vom Führer?", fragte Leon. Roy sah todernst drein. ,,Ich glaube, ich brauche nicht weiter zu fragen.", sagte Leon und schaute nun selbst ernst drein. ,,Aber dieser Ort wird äußerst stark bewacht sein." ,,Lieutenant Oberst Armstrong zettelt genau in diesem Moment eine Rebellion im Norden an.", erklärte Roy. ,,Sie erwarten nicht, dass ich sie hier in Central City angreifen werde. ,,Wollten Sie nicht heroische Taten im Krieg vollbringen und Führer werden?", fragte Leon. ,,Du hast versucht deine Ziele zu erreichen, obwohl du dafür zu einem Militärhund werden musstest.", sagte Hawkeye. ,,Aber..." ,,Lieutenant Hawkeye.", unterbrach Roy sie mahnend. ,,Seine Träume wahr werden lassen, indem man alles Böse in sich aufnimmt: Ich dachte, dies wäre das Richtige.", sagte er. ,,Selbst wenn Sie jetzt mit dem Führer kämpfen, werden Sie später nicht die Gerechtigkeit auf Ihrer Seite haben.", sagte Leon. ,,Wenn Sie ihn umbringen, werden Sie es nie an die Spitze schaffen. Die Menschen werden das nicht akzeptieren." ,,Selbst wenn das so ist, ich kann diesem Mann einfach nicht vergeben.", sagte Roy. ,,Sie wollen Rache für Brigadier General Hughes, richtig?", fragte Leon. ,,Ja.", antwortete Roy. ,,Er muss über alles, was im Militär geschehen ist, Bescheid gewusst haben." ,,Sie wollen also alles, was Sie bis jetzt erreicht haben, dafür wegwerfen?", fragte Leon. ,,Es ist nicht so, als wenn ich es wollte.", entgegnete Roy. ,,Für deinen Bruder hast du aufgehört, als Militärhund zu arbeiten. Und du hast alles Übel in dir ausgespiehen, indem du wie ein Erwachsener gehandelt hast. Wir beide versuchen, wie kleine Kinder, nach unseren Gefühlen zu leben." Er machte eine kurze Pause, dann fragte er: ,,Kommst du mit mir?" ,,Bevor ich ein Soldat geworden bin, dachte ich, dass Kriege nur Menschen mit einbeziehen würden, die ich nicht kenne, in Orten, an denen wir nie waren...", seufzte Leon. ,,In Kurzform: Ich dachte, sie würden nichts mit uns zu tun haben. Aber die ganze Zeit über gab es jemanden, der die Menschen zu Kriegen getrieben hat, um den Ring der Alchemisten zu erschaffen. Und deswegen werden sich immer und immer wieder Kriege ereignen, solange die Menschen sich nach dem Ring der Alchemisten sehnen. Und diese Sehnsucht nach dem Ring befindet sich in jedem Mensch. Die Homunculi nähren diese Sehnsucht, obwohl sie doch nur die Ergebnisse von gescheiterten Menschlichen Mutationen sind. Sie sind nicht mehr als Dinge, die durch unsere Gefühle und unsere Intelligenz erschaffen worden sind. Dies bedeutet dann, dass alle Kriege uns betreffen." ,,Aber dies ist eine viel zu große Bürde.", sagte Roy. ,,Die Dinge, die wir tun können, sind immer nur die, die sich auch gerade in Reichweite befinden." ,,Ich werde die Person, die die Homunculi kontrolliert, finden und vernichten. Danach werde ich den Ring der Alchemisten zerstören, damit sich niemand mehr an ihn erinnern wird.", sagte Leon. ,,Damit er aus den Erinnerungen der Menschen verschwindet." ,,Ihn zerstören?", wiederholte Hawkeye fragend. ,,Der Ring der Alchemisten? Also ist er wirklich erschaffen worden?", fragte Roy. ,,Aber könnte es sein, dass..." ,,Sie haben den Stein nicht erschaffen. Es waren unsere Gefühle, die es taten.", korrigierte Leon ihn. ,,Aber es wahr doch euer Traum, durch den Ring der Alchemisten alles zurückzuerhalten, was ihr verloren habt, richtig?", fragte Hawkeye. ,,Selbst wenn wir unseren Traum verwirklichen, werden wir dadurch nichts erreichen.", sagte Leon. ,,Gibt es etwas Wichtigeres als eure Träume?", fragte Roy. ,,Solche Dinge wird es immer geben.", antwortete Leon. ,,Dinge, die wichtiger sind als man selbst, als seine Träume."
Leon und Roy stiegen in der Nähe der Altstadt aus und sahen sich an. Roy wollte erst vor Leon salutieren, dann hielt er ihm jedoch eine Hand hin. Leon streckte ebenfalls eine Hand aus, jedoch nur, um Roys Hand zur Seite zu schlagen. Er grinste, während Roy zurückgrinste. ,,Lebewohl.", sagte Roy zu ihm. ,,Lebewohl.", sagte Leon ebenfalls und rannte davon, während Roy zurück ins Auto stieg, das zum Wag-Viertel weiter fuhr.


Vorschau Kapitel 49: Auf der anderen Seite: 2. September 1916: Ein Teufel in Form von 14 Einheiten bedeckt den Himmel Londons...