Fayt wartete immer noch beim Belüftungsschaft auf Leon. ,,YAHAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!", kreischte plötzlich jemand, der vom Dach des Labors sprang und mit einem Schlachtermesser nach ihm ausholte. Im letzten Moment sprang Fayt noch zur Seite, so dass die Person, ein Mann in einer Rüstung, der als Kopfschutz einen Schädel trug, statt seiner den Boden traf. ,,Das ist gut...", sagte die Person zufrieden. ,,Du hast eine beachtlich kurze Reaktionszeit für jemanden mit solch einem großen Körper. Das macht das Ganze interessanter. ,,Wer bist du?!?", fragte Fayt. ,,Ich schätze, wenn du mich so nett fragst, muss ich dir auch antworten.", meinte die Person. ,,Mein Name ist Nummer 66. Aber so heiße ich nur, wenn ich auf Jagd gehe." ,,Nummer 66...", wiederholte Fayt. ,,Ja.", sagte Nummer 66 nickend. ,,Ich habe auch einen richtigen Namen, aber wenn ich ihn dir sage, machst du dir nur in die Hose. Also werde ich ihn dir erst sagen, kurz bevor ich dich umbringe.
Der Kampf zwischen Leon und Nummer 48 tobte in dem kathedralengleichen Raum unerbittlich, und schließlich holte Nummer 48 frontal mit seinem Schwert nach Leon aus, doch Leon wirbelte zur Seite und verpasste ihm einen Tritt in die Magengegend. Ein hohles Geräusch erklang beim Aufprall der Fußes mit der Rüstung und Leon erschrak. Dieses Gefühl... Dieses Geräusch..., dachte er entsetzt. Erneut stürmten die beiden Kontrahenten aufeinander zu. Leon wich dem Schwerthieb aus, sprang in die Höhe und klappte den Helm von Nummer 48 zurück. ,,Böses Kind...", sagte Nummer 48 und wandte sich um. Leon erstarrte: Die Rüstung war leer, ein Siegel aus Blut in der Innenseite des Helms, das genauso wie das Siegel in Fayts Rüstung aussah. Er ist..., dachte Leon und schluckte schwer. Genauso wie Fayt... Die Seele eines Menschen, die an eine Rüstung gebunden ist!!!
,,Humankind cannot gain anything without first giving something in return.
To obtain, something of equal value must be lost.
That is Alchemy´s first law of equivalent Trade.
Some people believe that it´s the one and only truth of the world." (Auszug: Buch der Alchemie)
,,Genau wie ich mir dachte...", sagte Leon. ,,Da ist nichts drin in der Rüstung." ,,Ich bin überrascht, dass dir das aufgefallen ist.", sagte Nummer 48 verblüfft. ,,Ich kämpfe sehr oft gegen jemanden wie dich, deswegen war das nicht so schwer herauszufinden.", erklärte Leon. ,,Oh?", machte Nummer 48. ,,Also existiert eine Person wie ich in der Welt außerhalb des Labors?" ,,Mir wird schlecht.", sagte Leon. ,,Es gibt wirklich einen Idioten wie mich, der daran gedacht hat, die Seele eines Menschen an eine Rüstung zu binden." ,,Interessant.", sagte Nummer 4 und klappte seinen Helm wieder zu. ,,Erlaube mir, mich noch einmal vorzustellen: Die Nummer, dich trage, 48, ist meine Gefangenennummer. Für die Welt außerhalb des Labors bin ich bereits seit zwei Jahren tot." ,,Ein Gefangener?", fragte Leon. Das bedeutet, dass dieses Labor wirklich die Gefangenen aus dem Gefängnis hier in der Nähe benutzt hat!, dachte er zornig. ,,Als ich noch einen Körper aus Fleisch und Blut hatte, wurde ich "Der Schlitzer" genannt.", fuhr Nummer 48 fort. ,,Ich war ein Mörder, der die Menschen einst in Angst und Schrecken versetzte. Aber nun bin ich nur noch ein unsterblicher Wachhund, weil sie den Nutzen in meinen Fähigkeiten gesehen hatten." ,,Nein, du bist nicht unsterblich.", widersprach Leon. ,,Was?", fragte Nummer 48. ,,Das Siegel aus Blut!", rief Leon und deutete auf seinen Helm, auf dessen Innenseite sich das Siegel befand. ,,Dieses Siegel bindet deine Seele an diese Rüstung und hält sie am Leben. Wenn dieses Siegel zerstört wird, stirbst du." Nummer 48 begann amüsiert zu lachen, was Leon verdutzt dreinschauen ließ. ,,Es scheint, ich bin auf einen würdigen Gegner getroffen.", sagte Nummer 48. ,,Das wird ein interessanter Kampf." ,,Jetzt kenne ich deinen Schwachpunkt.", sagte Leon. ,,Du solltest aufgeben." ,,Interessiert mich nicht!", schrie Nummer 48. ,,Ich bin eine Art Person, die die Anspannung in einem Kampf liebt." Er hob sein Schwert. ,,Fangen wir an." Die beiden beäugten sich eine kurze Zeit in Kampfstellung, dann stürmte Nummer 48 plötzlich pfeilschnell los und holte mit dem Schwert nach Leon aus, der im letzten Moment einen Seitschritt machte, um auszuweichen. Nummer 48 zielte auf seinen Kopf, doch Leon blockte den Angriff mit seinem Auto-Mail und schob das Schwert zur Seite. Nummer 48 stieß ihn schnell mit der anderen Hand zur Seite, damit er nicht ausholen konnte, und begann erneut wie wild nach Leon auszuholen und ihn zurückzudrängen. Erneut wehrte Leon einen Schlag ab, der auf seinen Kopf gezielt war, reagierte blitzschnell und holte mit seinem Dolch aus. Nummer 48 sprang zur Seite, doch Leon, der dies vorausgesehen hatte, wirbelte herum und holte wieder nach ihm aus. Nun war es an Leon, seinen Kontrahenten mit Schlägen zurückzudrängen. Schließlich holte er frontal aus, doch Nummer 48 sprang zur Seite und holte nun selbst zum Schlag aus, den Leon, der wieder herumgewirbelt war, mit seinem Auto-Mail abwehrte. Er stieß das Schwert zur Seite und sprang zurück. Erneut ging von seinem Auto-Mail ein Geräusch aus, das gar nicht so gut klang. Was war das?, fragte er sich. Ich habe gerade irgendetwas Komisches in meiner Schulter gespürt... Er erschrak, als er sich daran erinnerte, was Winry damals zu ihm gesagt hatte. ,,Da dieser Auto-Mail leichter ist als der letzte, hält er auch nicht so viel aus.", hatte sie gesagt. ,,Also geh nicht s sorglos damit um." Im letzten Moment registrierte er, dass Nummer 48 schon wieder nach ihm ausholte, und duckte sich. Ich muss das hier schnell zu Ende bringen, sonst wird es ziemlich gefährlich, dachte er beunruhigt. Er stürmte vor und holte immer wieder nach Nummer 48 aus, der sich schließlich duckte und zum Gegenangriff ausholte, dem Leon gerade noch so entging, indem er einen Rückwärtssalto vollführte. Umso erschrockener war er, als er bemerkte, dass Nummer 48 ihn doch getroffen haben musste, da Blut auf einmal an seiner rechten Schulter hinabsickerte. Nummer 48 stürmte vor und schlug auf Leons Kopf ein, so dass Leon nun damit beschäftigt war, sich immer und immer wieder zu ducken. Er stolperte schließlich und fiel zu Boden. ,,Hab ich dich!", schrie Nummer 48 und holte erneut aus. Gerade noch rechtzeitig machte Leon einen Handstand, um seine Beine aus dem Einschlagsfeld des Schwertes zu bekommen und rollte sich nach hinten ab, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Doch er stolperte und landete wieder am Boden, lauthals nach Luft schnappend. ,,Du bist wie ein Affe, weißt du.", sagte Nummer 48. ,,Was hast du gesagt!?!", schrie Leon verärgert. Nummer 48 lachte. ,,Ich bin froh, dass mein neues Ziel so voller Energie ist.", sagte er zufrieden. ,,Aber mit dieser Schulterwunden und deiner Erschöpfung ist der Ausgang dieses Kampfes doch wohl offensichtlich. Wie du sehen kannst, spürt diese Rüstung hier keinerlei Erschöpfung. Gib auf. Mein Gefährte wird deinen Freund da draußen bereits längst getötet haben. Du brauchst also nicht auf Hilfe hoffen." ,,Hey, ist dein Gefährte stark?", fragte Leon. ,,Ja, obwohl er nicht so stark wie ich ist.", antwortete Nummer 48. Leon lachte vergnügt. ,,Was ist so lustig?", fragte Nummer 48. ,,Ich brauche mir keine Sorgen zu machen.", sagte Leon und stand wieder auf. ,,Ich hab gegen ihn gekämpft seit wir noch ganz klein waren, aber ich konnte ihn bisher nie in einem Kampf schlagen.
Erneut verpasste Fayt Nummer 66 einen Schlag gegen den Knochenhelm, der ihn zu Boden beförderte. ,,Dieser Kerl...", grummelte Nummer 66, stand auf und stürmte erneut mit erhobenem Schlachtermesser auf Fayt zu. ,,Bleib endlich stehen und lass dich aufschlitzen!" Fayt wich erneut seinem Angriff mit Leichtigkeit aus. ,,Du riesiger Freak!!!", brüllte Nummer 66 erzürnt und begann wie wild um sich zu schlagen, wobei Fayt jedem Schlag mühelos entging. ,,Ich werde dir unsägliche Schmerzen zuführen!", schrie Nummer 66. ,,Glaubst du wirklich, ich würde deinem Gelaber zuhören...?", entgegnete Fayt, stolperte aber im nächsten Moment über einen Stein und kam ins Schwanken. ,,Jetzt!!!", schrie Nummer 66 triumphierend und schoss mit seinem Schlachtermesser nach Fayt aus. ,,Du bist reif für die Schlachtbank!!!" Doch Fayt packte blitzschnell das Schlachtermesser und zerbrach es mit bloßen Händen. ,,W-Wa...?!?", stammelte Nummer 66, als er auch schon wieder einen Schlag ins Gesicht verpasst bekam und erneut zu Boden ging. Der Schädelhelm flog von der Rüstung zu Boden und Fayt erschrak: Niemand befand sich in der Rüstung. ,,Verdammt sollst du sein...", fluchte Nummer 66 und stand wieder auf. ,,Mein Kopf ist abgefallen." Er holte ein Ersatzmesser aus seinem Gürtel hervor und hob den Kopf vom Boden auf. ,,Dieser Körper...", begann Fayt ungläubig. ,,Ja...", unterbrach Nummer 66 ihn zustimmend. ,,Dank bestimmter Umstände ist dies aus meinem Körper geworden. Jetzt kann man überhaupt nicht feststellen, wer ich einst war..." ,,Was?", fragte Fayt. ,,Sag nicht, dass du es schon vergessen hast.", sagte Nummer 66 gekränkt. ,,Ich wurde damals zum Tode verurteilt, weil ihr mich gefasst hattet. Die Nummer 66 ist meine Gefangenennummer. Der Name, den mir die Menschen damals nach der Aufklärung des Falles gaben, und als ich noch aus Fleisch und Blut bestand, war der Serienmörder Barry the Butcher!" ,,Barry the Butcher?", wiederholte Fayt verdutzt und dachte stark nach. Und plötzlich erinnerte sich der Mann, der immer wieder Frauen in Central City umgebracht hatte und schließlich Winry und Leon entführt hatte, um sie in seinem Schlachterhaus umzubringen. ,,Du meinst diesen Barry von vor drei Jahren?!?", rief Fayt erstaunt. ,,Ja.", stimmte Nummer 66 - Barry - keckernd zu. ,,Nachdem ich verhaftet und zum Tode verurteilt worden war, kehrte ich aus den Tiefen der Hölle zurück, um Rache an euch beiden zu nehmen." Er gackerte laut und boshaft wie ein Irrer. ,,Wirklich?", fragte Fayt nur. ,,Ist das alles, was du zu sagen hast?!?", schrie Barry aufgebracht. ,,Ein Häftling, der eigentlich zum Tode verurteilt wurde, ist noch am Leben! Du solltest überraschter sein! Und wenn der Kopf abfällt und sich eine leere Rüstung von selbst bewegt, solltest du mehr so "Waaaaaah!", oder "Aaaaaaaah!", oder "Was ist denn mit deinem Körper los?!?", oder..." Fayt nahm seinen Kopf ab, was Barry schreien ließ: ,,Waaaaaah! Aaaaaaah! Was ist denn mit deinem Körper los?!?" ,,Das ist aber gemein. Du hast gerade meine Gefühle verletzt.", sagte Fayt beleidigt. ,,Oooh, du warst also auch ein Häftling.", sagte Barry. ,,Ich bin kein Krimineller!", protestierte Fayt energisch. ,,Aber nun, da ich dies weiss, ist alles in Ordnung.", sagte Barry vergnügt. ,,Ich kenne nun deinen Schwachpunkt. Wenn das Siegel aus Blut, das sich in deiner Rüstung befindet, zerstöre, stirbst du. Und nun mach dich bereit." ,,Das gilt aber auch für dich.", erinnerte Fayt ihn. Barry erstarrte. ,,Aber du weißt nicht, wo mein Siegel aus Blut ist!", kicherte er triumphierend. ,,Du weißt auch nicht, wo mein Siegel ist.", erinnerte Fayt ihn. Barry erstarrte erneut. ,,Du Klugscheißer! Ich werde dich in Stücke schneiden und dein Siegel schon noch finden!", brüllte Barry gereizt und stürmte ein weiteres Mal auf Fayt zu. ,,Mann, ist der durchgeknallt!", seufzte Fayt und ging in Angriffsstellung.
,,Durchsuchungen in Block B und C haben sich als negativ herausgestellt. Er sollte aber immer noch hier in der Nähe sein!", teilte einer der Soldaten Major Armstrong mit, der den Appartement-Block erreicht hatte. ,,Findet ihn!", befahl Armstrong den Soldaten. Er sah sich in der halb zerstörten Eingangshalle zum. ,,Dieser Scar ist wirklich furchtlos...", meinte er. ,,Wenn man bedenkt, dass er sich wirklich getraut hat, ein Militärgebäude anzugreifen..." ,,Aber warum ist Scar nur so besessen davon, Leonard zu jagen?", fragte sich Brosch. ,,Apropos... Wo sind die Elric-Brüder gerade?", fragte Armstrong. Ross sah zu Boden, während Brosch stammelte: ,,Was? Oh, ähm... Nun... Das ist so... ist nämlich so..." ,,Wie verdächtig!", rief Armstrong, richtete sich vor ihm zu voller Größe auf und ließ seine Muskeln spielen. Brosch wurde merklich kleiner. ,,Major Armstrong!", meldete sich Ross zu Wort und verbeugte sich vor Armstrong. ,,Könnten Sie bitte mit ihrer Autorität Hilfe vom Militär anfordern?" ,,Was meinen Sie damit?", frag Armstrong. ,,Die Elric-Brüder halten sich momentan in Labor 5 auf.", erklärte Ross. ,,Erzählen Sie mir bitte die ganze Geschichte.", befahl Armstrong.
Leon und Nummer 48 schlugen unerbitterlich mit ihren Waffen aufeinander ein, doch Nummer 48 kam deutlich öfter zur Offensive, während Leon fast nur defensiv agierte. Scließlich sprang Leon zur Seite und vollführte mehrere Rückwärtssaltos, um auf Abstand mit Nummer 48 zu gehen. Schweiß lief ihm in Strömen das Gesicht hinab, und er war vollkommen außer Atem. ,,Was ist los? Deine Bewegungen sind langsamer geworden.", bemerkte Nummer 48. ,,Ist das alles, was du draufhast, Zwerg?" ,,WEN NENNST DU HIER EINEN ZWERG, DAS ER KAUM ZU SEHEN UND KAUM ZU TREFFEN IST!?!", brüllte Leon zornig. ,,Heh!", lachte Nummer 48. ,,Du hast einen starken Kampfgeist. Aber wie lange wird das noch so bleiben?" Er stürmte wieder auf Leon los, der nur schützend seinen Auto-Mail vor sich halten konnte. Erneut erklang dieses beunruhigende Geräusch von seinem Auto-Mail her. Der Auto-Mail benimmt sich schon wieder so komisch..., dachte er besorgt. Nummer 48 nutzte Leons Unaufmerksamkeit, schlug Leons Metallarm zur Seite und holte unnachgiebig nach Leon aus, der rückwärts stolperte und schließlich zu Boden fiel. ,,Eine Lücke!", rief Nummer 48 und wollte Leon den Gnadenstoß geben. Doch Leon rollte sich zur Seite, bäumte sich auf, klatschte in die Hände und berührte den Boden. Langsam schoss ein Speer aus dem Boden. Jedoch stürzte sich Nummer 48 darauf und zerschnitt ihn, bevor er ganz aus dem Boden heraus war. ,,Sieht aus, als hättest du mich unterschätzt.", sagte Nummer 48. ,,Dachtest du, du könntest mit einem Speer gewinnen? Lächerlich. Du hast bis jetzt sehr gut gekämpft, aber nun hast du dein Limit erreicht." Er schritt langsam auf Leon zu, der schwankend wieder aufstand und in Kampfstellung ging. ,,Gib auf.", sagte Nummer 48. ,,Du hast keine Chance mehr zu gewinnen." ,,Das weiss ich nicht so recht.", sagte Leon und lächelte auf einmal. ,,Du hast vergessen, dass ich nicht allein bin." ,,Hmm?!?", machte Nummer 48 erschrocken. ,,Jetzt, Fayt!", schrie Leon. Nummer 48 wirbelte entsetzt herum und erblickte eine Rüstung, die direkt hinter ihm stand. Er zerschnitt sie, doch es stellte sich heraus, dass sie nur aus Pappe war: Leon hatte also gar nicht vorgehabt, einen Speer zu mutieren, er hatte heimlich eine Stoffpuppe erschaffen, die wie Fayt aussah. ,,Hah!!!", brüllte Leon und schnitt mit seinem Dolch den Kopf von der Rüstung. ,,Was für ein hinterhältiger Zug!", rief Nummer 48 im Fall. Die Rüstung fiel zu Boden, nun, da der Kopf, der, anders als bei Fayt und Barry, an ihr festgewachsen gewesen war, von ihr abgetrennt war, nun bewegungsunfähig. ,,Alles ist in einem Kampf um Leben oder Tod erlaubt.", meinte Leon. Leon klatschte in die Hände und berührte seine linke Dolchhand, die sich wieder in eine richtige Metallhand zurückverwandelte. ,,Was ist los?", fragte der Kopf von Nummer 48 ihn. ,,Mein Siegel ist noch nicht zerstört worden." Leon hob den Kopf hoch. ,,Wenn dein Siegel im Kopf angebracht ist, wird der Körper an sich nur ein Lumpen Metall, wenn man ihn abtrennt.", sagte Leon. ,,Es gibt keinen Grund mehr zu kämpfen. Aber was wichtiger ist: Ich möchte dich etwas fragen." ,,Über den Ring der Alchemisten?", fragte Nummer 48. Leon sah ihn verdutzt an. ,,Wenn du hierher gekommen bist, gibt es keinen anderen Grund.", erklärte Nummer 48 schlicht. ,,Das macht die Sache einfacher.", meinte Leon. ,,Erzähl mir alles, was du darüber weißt." ,,Das kann ich nicht.", antwortete Nummer 48. ,,Was?", sagte Leon verärgert. ,,Versuch hier nicht den Harten zu spielen, Loser. Willst du etwa, dass ich dein Siegel zerstöre?" Nummer 48 lachte belustigt. ,,Ich hab noch nicht verloren.", sagte er. Leon erstarrte, da er plötzlich den Rest der Rüstung hinter sich stehen spürte. Leon versuche auszuweichen, doch die Rüstung verpasste ihm eine tiefe Fleischwunde an der rechten Brusthälfte, die sofort stark zu bluten begann. Keuchend packte sich Leon an die Wunde und ließ den Kopf von Nummer 48 zu Boden fallen. ,,Das kann doch... nicht sein...", stöhnte Leon und sackte zu Boden. ,,Eine Rüstung bedeutet nicht gleichsam eine Seele.", sagte die Rüstung und deutete auf das Siegel aus Blut in ihrem Inneren. ,,Im Inneren des Körpers ist auch ein Siegel?", röchelte Leon. ,,Bist du in Ordnung, großer Bruder?", fragte die Rüstung den Kopf, Nummer 48. ,,Ja. Aber gerade so, kleiner Bruder.", antwortete Nummer 48. ,,Kleiner Bruder?", wiederholte Leon verdattert. ,,Ich vergaß, zu erwähnen, dass der Mörder namens "Der Schlitzer"...", begann Nummer 48. ,,...In Wirklichkeit zwei Brüder waren.", beendete die Rüstung den Satz. ,,Der Kopf und die Rüstung sind also verschiedene Personen, wie?", sagte Leon. ,,Sieht mir so aus, als wärt ihr es, die unfair gespielt haben..." ,,Nun, wer hat denn eben gesagt, dass alles in einem Kampf um Leben und Tod erlaubt ist?", meinte Nummer 48. ,,Gestatten: Nummer 49.", stellte sich die Rüstung vor. ,,Wie kannst du es wagen, meinen großen Bruder zu verletzen! Dafür wirst du bezahlen, Zwerg!" ,,NENN MICH NICHT "ZWERG"!!!", brüllte Leon. ,,Unterschätz mich ni..." Er klatschte in die Hände und wollte seinen Metallarm mutieren, doch Nummer 49 kam ihm zuvor und holte mit dem Schwert nach ihm aus. ,,Ich werde dir keine Zeit zum mutieren lassen!", schrie Nummer 49 und begann mit pfeilschnellen Hieben nach Leon aus, der mit Mühe und Not auswich, jedoch immer wieder leichte Schürfwunden zu. Immer mehr Blut lief an Leons Kleidung herab. Ich verliere zu viel Blut..., dachte er im Ausweichen besorgt. Mir wir immer schwindliger... Nummer 49 verschwamm immer wieder vor seinen Augen. ,,Hah!", schrie Nummer 49 und rammte ihm den Schwertknauf in den Magen. Leon spuckte Blut, torkelte und stieß gegen eine der Säulen des Raumes. Das ist schlecht..., dache er verzweifelt. Nummer 49 schritt langsam auf ihn zu. Werde ich hier sterben? Verdammt! Wenn ich hier sterbe... Die Umgebung verschwamm immer stärker vor seinen Augen. Wenn ich hier sterbe... ,,...Wer gibt Fayt dann seinen alten Körper zurück?!?", schrie Leon im selben Moment, als Nummer 49 mit dem Schwert nach ihm ausholte. Leon erinnerte sich auf einmal an Scar, seine Augen blutrot leuchtend, wie er sich mit seiner rechten Hand auf ihn gestürzt hatte, um ihn umzubringen. ,,Ich kann...", begann er schreiend und klatschte in die Hände. ,,Ich werde dir nicht die Zeit zum Mutieren geben!!!", brüllte Nummer 49, das Schwert nur wenige Millimeter von Leons Herz entfernt. Leon ließ sich fallen, so dass das Schwert ihn verfehlte, und berührte Nummer 49 mit seinen Händen. ,,Ich habe mich gerade an einen Kerl einnert, an den ich mich eigentlich nicht erinnern wollte.", sagte er. Es gab einen Lichtblitz, und Nummer 49 brach entzwei, die untere Körperhälfte - die Beine also - vollkommen zerfetzt. ,,Un... glaublich...", stammelte Nummer 48. ,,Er hat keine Mutation vollführt, sondern beim zweiten Schritt, der Zerstörung, einfach aufgehört..." Scheppernd fielen beide Rüstungshälften zu Boden, während sich Leon erleichtert seufzend zu Boden fallen ließ. ,,Sorry, aber ich kann noch nicht sterben.", sagte er mit schwacher Stimme. ,,Verdammt! Wie kannst du es wagen, kleines Gör!!!", brüllte die obere Hälfte der Rüstung, auf der sich das Blutsiegel von Nummer 49 befand, und schlug wütend mit den Fäusten um sich. ,,Igitt!", rief Leon erschrocken. ,,Verdammt! Ich bin noch nicht fertig mit dir!!!", zeterte Nummer 49 weiter. Schließlich ließ er beide Arme zu Boden fallen, seine Niederlage annehmend. ,,Verdammt... Großer Bruder...", jammerte er. ,,Ja. Es ist peinlich, aber wir haben verloren.", seufzte Nummer 48. Leon trat vorsichtig gegen den unteren Teil de Rüstung, an dem sich die Beine befanden. ,,Ihr werdet mir jetzt nicht erzählen, dass ihr drei Brüder wart, richtig?", fragte er. ,,Nein, waren wir nicht.", antworteten die beiden Brüder wie aus einem Munde. ,,Gut gemacht, Kind.", lobte Nummer 48 Leon. ,,Diesmal hast du wirklich gewonnen." ,,Dann erzähl mir diesmal alles, was du weißt.", verlangte Leon. ,,Das kann ich nicht.", entgegnete Nummer 48. ,,Und nun zerstöre uns." ,,Was?", fragte Leon verdutzt. ,,Nur der Tod erwartet die, die besiegt worden.", erklärte Nummer 49. ,,Das ist eine unserer Regeln." ,,Menschen umzubringen ist nicht so meine Sachen.", entgegnete Leon. ,,Tse... Was für eine optimistische Idee.", meinte Nummer 48 herablassend. ,,Sieh unsere Körper an... Glaubst du wirklich, man kann uns "Menschen" nennen? Ich befehle dir nicht, uns zu "töten". Ich befehle dir, uns zu "zerstören". Und jetzt beeil dich." ,,Wenn ich sagen würde, dass ihr beide nicht menschlich seid, würde das bedeuten, dass ich auch sagen würde, dass mein kleiner Bruder, Fayt, nicht menschlich ist." ,,Kleiner Bruder?", wiederholte Nummer 48.
Barry holte weiterhin wie von Sinnen nach Fayt aus und wurde zwischendurch immer wieder von Fayt zu Boden geschlagen. ,,Verdammt!", fluchte Barry, als er Mal wieder am Boden gelandet war. ,,Können wir jetzt bitte damit aufhören?", fragte Fayt leicht genervt. ,,Ich mache mir Sorgen um meinen großen Bruder." ,,Großer Bruder?", wiederholte Barry verdutzt. ,,Du meinst, dieser Zwergen-Alchemist ist ein großer Bruder?" ,,Er wird sauer, wenn du so über seine Größe herziehst.", belehrte Fayt ihn. ,,Ich sehe.", sagte Barry gackernd. ,,Was?", fragte Fayt verwundert. ,,Also ist dieser große Bruder von dir derjenige, der dich an diese Rüstung gebunden hat, richtig?", fragte Barry. ,,Ja.", antwortete Fayt. ,,Er hat mich unter Riskierung seines eigenen Lebens mutiert!" ,,Was für eine nette Geschichte!", lachte sich Barry schlapp. ,,Was ist so lustig?!?", fragte Fayt aufgebracht. ,,Entschuldigung...", gluckste Barry. ,,Brüderliche Liebe ist wunderschön, nicht wahr?" Er grinste boshafte. ,,Selbst wenn es nur eine gefälschte Liebe ist.", fügte er hinzu. ,,Gefälscht?", wiederholte Fayt verwirrt. ,,Ja, es ist eine gefälschte Liebe.", sagte Barry nickend. ,,Das ist nicht wahr!", schrie Fayt aufgebracht. ,,Mein großer Bruder liebt mich!" ,,Du bist wirklich vertrauensvoll.", seufzte Barry kopfschüttelnd. ,,Was ist, wenn du nur eine Fälschung bist, Junge?" Fayt erstarrte. ,,Was ist, wenn deine Persönlichkeit und deine Erinnerungen in diese Rüstung implantiert worden sind von diesem Zwergen-Alchemist, damit er einen gehorsamen kleinen Bruder hat?", meinte Barry hämisch. ,,Das kann nicht wahr sein... Ich bin ein Mensch mit dem Namen Fayton Elric!", schrie Fayt. Barry lachte erneut lauthals los. ,,Und wie kannst du das beweisen, wenn die Seele eine unsichere Sache ist, die man mit den Augen nicht sehen kann?", fragte er. ,,Dein "großer Bruder" und alle anderen... Sie könnten dich auch einfach nur reinlegen." ,,Das... Das kann nicht...", begann Fayt.
,,Mein kleiner Bruder ist menschlich.", sagte Leon zu Nummer 48 und 49. ,,Und ihr seid auch menschlich. Ich will nicht töten." Nummer 48 begann amüsiert und lauthals zu lachen. ,,Großer Bruder?", fragte Nummer 49 verwundert. ,,Interessant.", sagte Nummer 48. ,,Du bist wirklich interessant, Junge." Er brach wieder in Gelächter aus. ,,Seit wir uns erinnern können, haben wir zwei Brüder gestohle, zerstört, und getötet. Wir sind als "Dämonen" und "Teufel" beschimpft worden, und die Leute haben uns deswegen nur mit Verachtung bedacht. Und nun, da wir unsere Körper und unsere menschlichen Herzen weggeworfen haben, behandelst du uns wie Menschen. Interessant!" Erneut fing er laut zu lachen an.
,,Ich bin menschlich!", schrie Fayt Barry an. ,,Ich bin Fayton Elric!" ,,Gibt es einen Beweis dafür, dass so eine Person wirklich existiert hat?", fragte Barry skeptisch. ,,Wo ist dein Körper aus Fleisch und Blut?!?" ,,Das...", begann Fayt und Erinnerungen aus seiner Kindheit kehrten ihm ins Gedächtnis zurück. Waren sie allesamt nur eine Fälschung, erschaffen von Leon?!? ,,Das kannt nicht sein... All das war nur Fälschung? Das kann nicht wahr sein..." Er erstarrte, als er sich an das Gespräch in Rizenbul mit Leon zurück erinnerte, als sie dort waren, um Leons Auto-Mail reparieren zu lassen. ,,Hey, Fayt...", hatte Leon damals begonnen. ,,Ich... wollte dich jetzt eine ganze Zeit lang schon etwas fragen... aber ich hatte Angst davor, dich zu fragen." Was wollte mich mein großer Brude fragen?, dachte Fayt verwirrt. Etwas, vor das er Angst hatte, mich zu fragen... Was wollte er mich fragen?!? Großer Bruder!
Vorschau Kapitel 21: Der Wert eines Lebens: Egal, in welchem Körper, egal wie verunstaltet... Sie sind menschlich, richtig?
Vorschau Kapitel 21: Der Wert eines Lebens: Egal, in welchem Körper, egal wie verunstaltet... Sie sind menschlich, richtig?
