,,Eine Mission für mich?", sagte Leon verdutzt, als er in Roys Büro ankam, in dem auch Hawkeye anwesend war. ,,Ja.", sagte Roy nickend. ,,Nun, da Sie ein Nationaler Alchemist sind, werden Sie dazu gezwungen, Missionen auszuführen. Bereiten Sie sich lieber gut vor, bevor Sie aufbrechen." Er wandte sich an Hawkeye. ,,Wenn ich bitten dürfte, Lieutenant Hawkeye..." ,,Ja!", sagte sie und reichte Leon eine Ordner voll Blätter. ,,Hier sind die Unterlagen und die Befehle für die Mission.", erklärte sie. ,,Metallachemist Leon Elric...", las Leon laut vor. ,,Hiermit gebe ich Ihnen den Befehl, die Kohleminen in Youswell zu inspizieren." Er sah zu Roy. ,,Und das ist eine Aufgabe für einen Nationalen Alchemist?", fragte er. ,,Die Mission schließt auch die Inspizierung der Kohle ein, die zutage gefördert wird.", sagte Hawkeye. ,,Da Sie ein Alchemist sind, haben Sie doch Kenntnisse über die Zusammensetzung der Erze, richtig?" Leon sah wieder zu Roy, der sein Kinn auf seine Hände gestützt hatte, die er wiederum auf seinen Schreibtisch stützte. ,,Dies ist Ihre erste Mission, deswegen habe ich Ihnen extra zum Anfang eine leichte Aufgabe gegeben. Aber dennoch sollten Sie die Aufgabe nicht unterschätzen."
,,Humankind cannot gain anything without first giving something in return.
To obtain, something of equal value must be lost.
That is Alchemy´s first law of Equivalent Trade.
Some people believe that it´s the one and only truth of the world." (Auszug: Buch der Alchemie)
Der Zug nach Youswell fuhr durch allerlei ländliche Gebiete Richtung Osten, die untergehende Sonne im Nacken.
Der Zug selbst war vollkommen leer, bis auf Leon und Fayt. ,,Es fühlt sich an, als hätten wir alle Plätze für uns gemietet.", meinte Fayt mit Blick auf all die leeren Sitze. ,,Mit dem Zug zu reisen ist wirklich schön. Wir müssen nur sitzen und..." ,,Fayt...", unterbrach Leon ihn. ,,Hmm?", machte Fayt. ,,Das hier ist ein Auftrag für mich, einen Militärhund.", erklärte Leon. ,,Du musstest nicht mitkommen." ,,Sagst du das immer noch?", seufzte Fayt leicht genervt. ,,Ich werde immer bei dir sein, großer Bruder..." Er dachte zurück an den Abschied von Winry am Bahnhof...,,Ihr werdet doch irgendwann zurück nach Hause nach Rizenbool kommen, richtig?", hatte Winry sie gefragt. ,,Nein, ich nicht.", hatte Leon schlicht geantwortet. ,,Leon...", hatte Winry kleinlaut begonnen. ,,Winry, wir haben kein Zuhause mehr, zu dem wir zurückkehren können.", hatte Fayt ihr erklärt. Winry hatte zu Boden gesehen.
,,Ja, in Ordnung.", sagte Leon schließlich und riss Fayt damit aus seinen Gedanken. ,,Großer Bruder, ich kann Youswell sehen!", rief Fayt auf einmal und deutete aus dem Fenster auf die Minenstadt in der Ferne. ,,Ja, das muss Youswell, die Stadt am östlichen Ende des Landes, sein...", stimmte Leon zu.
Der Zug traf in der Abenddämmerung in der Stadt ein. Die Stadt selbst war äußerst alt, die Häuser allesamt nur aus Holz, und kein Mensch lief auf den staubigen Straßen herum. ,,Ich dachte, dass es in Minen lebhafter zuginge.", sagte Leon, während sie in Richtung der Mine wanderten. Ein paar Arbeiter saßen in der Nähe der Mine herum, allesamt äußerst müde erscheinend. ,,Sehen die aber alle müde aus.", meinte Fayt. ,,Und irgendetwas Interessantes gibt es hier auch nicht zu sehen.", seufzte Leon. ,,Leon, inspizieren wir diesen Ort und gehen nehmen dann schnell den nächsten Zug nach Hau..." BONG!!! Ein Brett, das ein neunjähriger Junge trug, traf Leon am Hinterkopf und beförderte ihn zu Boden. ,,Oh, das tut mir Leid.", entschuldigte sich der Junge, der Leon nicht gesehen hatte. ,,Autsch...", grummelte Leon und rieb sich am Hinterkopf. ,,Seid ihr beiden Touristen?", fragte der Junge und rückte Leon schlagartig auf die Pelle. ,,Woher kommt ihr? Wo wollt ihr übernachten?" ,,Wer zum Teufel bist du?", fragte Leon genervt den Jungen. ,,Papa! Wir haben einen Gast!", rief der Junge, Leons Frage nicht beachtend. ,,Was hast du gesagt?", rief ein ziemlich muskulöser Mann, der aus der Mine kam. ,,Einen Gast! Wir haben eine Geldquelle hier!", rief der Junge. ,,Geldquelle?!?", wiederholten Leon und Fayt verdattert. ,,Willkommen!", rief der Mann und setzte sein bestes Lächeln auf. ,,Ich bin Halling, der Besitzer der Gaststätte hier in der Nähe."
Es wurde Abend. ,,Tut mir Leid, dass es hier so staubig ist.", entschuldigte sich Halling bei den Elric-Brüdern, die in seine Gaststätte gekommen waren, in der es äußerst lebhaft zuging, da Dutzende von Männern anwesend waren, die sich mit allen möglichen alkoholischen Getränken die Kante gaben. ,,Wir Minenarbeiter verdienen nicht so besonders viel, also muss ich auch diese Gaststätte dazu betreiben." ,,Zwei Gäste für diese Nacht, richtig?", sagte Hallings Frau, die an der Theke stand, zu den beiden Brüdern. ,,Wieviel wird es kosten?", fragte Fayt. ,,Eine Übernachtung ist hier ziemlich teuer.", sagte Halling. ,,Keine Sorge. Ich hab ´ne Menge Geld, auch wenn ich nicht danach aussehe.", sagte Leon. ,,Zweihunderttausend Gald.", sagte Halling. ,,Was zum...?!?", schrie Leon auf. ,,Zweihunderttausend Gald?!? Hören Sie auf mit den Witzen! So viel bezahl ich doch nicht nur für eine Übernachtung in einer Gaststätte!" ,,Wir sind die beste Gaststätte in ganz Youswell.", erklärte Halling mit geschwellter Brust. ,,Und eine Übernachtung in den anderen Gaststätten kostet genauso viel.", fügte sein Sohn hinzu. ,,Ihr seid unsere ersten Gäste nach sehr, sehr langer Zeit; da müssen wir doch einfach so viel Geld wie möglich aus euch heraus melken.", sagte Halling mit diabolischem Lächeln. Leon und Fayt erstarrten vor Entsetzen. Ein Blick ins Portemonnaie und Leon wusste, dass er nicht genug Geld hatte. ,,Nicht mal annähernd genug...", stöhnte er. ,,Das kommt daher, dass wir das meiste für Winrys Souvenirs ausgegeben haben.", sagte Fayt. ,,Gut, dann muss ich eben..."
Minuten später stand Leon über einer zerstörten Hacke gebeugt, klatschte in die Hände und berührte damit eben jenes Werkzeug, das von einem Lichtblitz umgeben wurde und sofort wieder ganz war. ,,Wieder vollkommen in Ordnung!", rief ein Mann begeistert. ,,Die sieht ja wie brandneu aus!", rief ein anderer. ,,Gibt es noch irgendwas, was ich wieder reparieren kann?", fragte Leon. ,,Könntest du das hier bitte für mich reparieren?", fragte Hallings Frau und stelle eine zerbrochene Vase auf den Tisch. ,,Die ist mir sehr viel wert, aber sie ist leider zerbrochen." ,,Was, du hast sie immer noch nicht weggeworfen?", fragte Halling belustigt. ,,Nun, du kaufst mir selten solch schöne Sachen, also...", begann seine Frau. ,,In Ordnung, überlassen Sie das nur mir.", sagte Leon, klatschte in die Hände und berührte die Vase, die daraufhin wieder ganz war. ,,Wie schön!", rief Hallings Frau und nahm die Vase wie ihren Erstgeborenen in die Arme. ,,Wie interessant. Unser Gast ist also ein Alchemist.", sagte Halling kichernd. ,,Ich hab dieses Zeugs auch mal studiert, hab dann aber aufgehört, da ich einfach nicht das Talent dafür hatte." ,,Hey, warum bist du eigentlich nach Youswell gekommen?", fragte Hallings Sohn. ,,Hier gibt es doch nichts Interessantes zu sehen." ,,Mir wurde es aufgetragen, hierhin zu kommen.",erklärte Leon. ,,Ich soll die Mine hier inspizieren." Die in der Gaststätte Anwesenden verstummten sofort und sahen ihn alle an. ,,Inspizieren?", wiederholte Halling mit misstrauischem Blick. ,,Gehörst du zum Militär?" ,,Nun, ich bin ein Nationaler Alchemist.", antwortete Leon.
Die Tür flog auf, und Leon hinterher, gefolgt von seine Koffer, der ihn am Kopf traf. ,,Das hat weh getan! Warum habt ihr das gemacht!?!", brüllte Leon wütend. ,,Wir haben weder Essen noch einen Ort zur Übernachtung für einen Militärhund!", rief Halling erbost und wandte sich zu Fayt um. ,,Bist du auch ein Soldat?!?", fuhr er ihn an. ,,Ähm... nein...", antwortete Fayt, was der Wahrheit entsprach. ,,Er hat nichts mit mir zu tun!", rief Leon von draußen her. ,,Ich bin ihm erst heute im Zug begegnet." ,,Schön denn.", sagte Halling mit Blick auf Leon. ,,Sollen dich die Hunde hier draußen auffressen." Er knallte die Tür wieder zu. ,,Ihr scheint ihn ja richtig zu hassen.", sagte Fayt zu Hallings Sohn. ,,Natürlich!", grummelte dieser. ,,Jeder hasst Soldaten! Dieser Typ namens Yoki, der auch vom Militär ist und diesen Ort hier kontrolliert, ist ein geldsüchtiges Schwein, richtig ekelhaft!" ,,Yoki?", wiederholte Fayt verdutzt. ,,Und jetzt ist hier auch noch ein Nationaler Alchemist eingetroffen.", fügte Halling gereizt hinzu und knallte Fayt ein Tablett voll Essen vor die Nase. ,,Alchemisten handeln zum Wohle des Volkes. Alchemisten sind altruistisch und stolz. Das ist es, was ich gelernt habe." Seine Züge verhärteten sich noch mehr. ,,Ich kann niemandem vergeben, der seine Seele ans Militär verkauft, um dadurch gewisse Privilegien zu erlangen."
Es war spät nachts, und Leons Magen knurrte ununterbrochen. ,,Mann, bin ich hungrig...", stöhnte er laut auf. Er griff in seine Tasche und holte den kleinen Behälter hervor, den Winry ihm am Morgen geschenkt hatte, und in dem sich Öl befand, von dem er etwas auf seinen Auto-Mail-Arm träufelte. ,,Winry sollte sich lieber mal mehr Sorgen um Menschen als um Maschinen machen.", sagte er kopfschüttelnd. ,,Sie macht sich Sorgen um dich, großer Bruder.", sagte Fayt, der auf einmal neben ihm stand. ,,Ich hab dir heimlich was zu essen mitgebracht." Er legte Leon das Tablett mit dem Essen in den Schoß. ,,Fayt...", begann Leon. ,,Ich kann es doch eh nicht essen.", sagte Fayt. Leon begann mit Heißhunger zu essen. ,,Soldaten sind wirklich sehr verhasst.", seufzte Fayt. ,,Nun, ich war darauf vorbereitet.", entgegnete Leon schmatzend. ,,Vielleicht sollte ich mir auch eine holen...", meinte Fayt. Leon sah ihn leicht verwirrt an. ,,Ich meine, die Qualifikation eines Nationalen Alchemisten.", erklärte Fayt. ,,Nein, wirst du nicht.", widersprach Leon. ,,Es reicht, wenn ich mir das antue. Und außerdem, die Leute hier haben jegliches Recht, sauer auf mich zu sein: Ich bin jetzt schließlich ein Militärhund." ,,Großer Bruder...", begann Fayt mitleidig. ,,Aus dem Weg!", hörten sie plötzlich ein Mädchen von Hallings Gaststätte rufen.
In der Gaststätte selbst waren nun mehrere Militärleute, angeführt von einem kleinen Mann mit rattenartigem Gesicht, wobei die Ähnlichkeit mit einer Ratte sogar noch von seinem Schnurrbart unterstrichen wurden, die an Schnurrbarthaare erinnerten; an seiner Seite stand ein Mädchen in Leons Alter mit rabenschwarzen Haaren; sie war äußerst hübsch. ,,Sie haben wie immer eine äußerst dreckige Gaststätte, Halling.", sagte der Rattenmann und hielt sich ein Taschentuch vor den Mund, als hätte er Angst, er könnte sich noch eine Krankheit von all dem Staub holen. ,,Sieh doch mal einer an, wen wir hier haben... Willkommen in meiner dreckigen Gaststätte, Lieutenant Yoki.", begrüßte Halling den Rattenmann namens Yoki mit tiefstem Hass in der Stimme. ,,Kein Grund für so freundliche Begrüßungen.", sagte Yoki mit abtuender Handbewegung. ,,Sie hinken hinterher mit Ihren Steuern. Und das trifft nicht nur bei Ihnen zu, sondern allen Einwohnern dieser verrotteten Stadt." ,,Es tut mir Leid, aber wir verdienen nun mal nicht besonders viel.", entgegnete Halling. ,,Das liegt nur daran, dass Sie alle hier nicht hart genug arbeiten.", wandte das Mädchen an Yokis Seite vehement ein. ,,Was hast du gesagt!?!", schrie ein Mann und ballte seine Hände zu Fäusten. ,,Ihr seid es doch, die unsere Löhne gesenkt haben!", schrie ein anderer. ,,Und dann habt ihr auch noch die Steuern erhöht!" ,,Lieutenant Yoki wurde von Central City hierher geschickt, um sich um diese Minenstadt zu kümmern.", erklärte das Mädchen. ,,Klappe!", schrie der Mann von eben. ,,Alles, was ihr bis jetzt getan habt, ist Profit aus dem Geld zu schlagen, das wir so hart erarbeitet haben! Und das Geld benutzt ihr zur Bestechung, um Promotionen zu erhalten!" ,,Nun, warum tut ihr dann nicht dasselbe und bestechen mich?", schlug Yoki belustigt vor. ,,Ihr seid schließlich nicht auf dieser Welt, nur um zu faulenzen." ,,Du Bastard! Heute bekommst du deine Abreibung!", schrie der Mann und stürmte auf Yoki zu, der panisch aufkreischte. Doch das Mädchen mit den rabenschwarzen Haaren trat schützend vor ihn und griff das Amulett, das um ihren Hals hing. Die Runen, die darin eingeritzt waren, begannen zu leuchten, ein kleiner Sturm entstand im Raum, und sogleich schoss ein roter Energieball aus dem Amulett, der den Mann zu Boden schlug.
Leon und Fayt, die das ganze Treiben von draußen her beobachten hatten, erschraken.
,,Sehr schöne Arbeit Lyra.", lobte Yoki das Mädchen namens Lyra. ,,Es stimmt also, dass diese Gaststätte der Versammlungsort für potenzielle Rebellen ist. Damit bleibt mir wohl keine andere Wahl als diese Gaststätte zu schließen." ,,Was?!?", rief Halling entsetzt. ,,Hau endlich ab!", schrie Hallings Sohn und warf Yoki einen nassen Waschlappen ins Gesicht. ,,Widerliches Gör!", schrie einer der Militärleute und schlug den kleinen Jungen zu Boden. ,,Kyle!", rief Hallings Frau ängstlich. ,,Statuieren wir ein Exampel für die anderen Maden hier. Bestraft ihn.", befahl Yoki den Soldaten. Ein Soldat trat vor und hob sein Schwert. ,,Aufhören!", schrie Halling und stürmte nach vorne, um seinen Sohn zu beschützen. Doch Leon, der in die Gaststätte gestürmt war, war schneller und wehrte den Schwerthieb mit seiner linken Metallhand ab. ,,W... Wer bist du?!?",stammete Yoki perplex. ,,Ich hatte gehört, dass Sie kommen würden, Lieutenant, also bin ich hierher gekommen, um Sie zu begrüßen.", sagte Leon und hielt seine Silbertaschenuhr - das Zeichen eines Nationalen Alchemisten - hoch. ,,Das... Das ist...!", rief Yoki erschrocken. ,,Wer ist dieses Gör, Lieutenant?", fragte der Soldat mit dem Schwert. ,,Du Idiot! Du weißt noch nicht einmal, was ein Nationaler Alchemist ist!?!", blaffte ihn Yoki an. ,,Das ist eine Organisation, die unter dem Befehl des Führers selbst steht!" ,,Was?!?", rief der Soldat entsetzt. Lyra macht große Augen. ,,Bitte entschuldigt die ungehobelten Manieren meines Untergebenen.", schleimte sich Yoki schnell bei Leon ein und schmiss sich ihm vor die Füße. ,,Meine Name ist Yoki. Ich überwache diese Stadt." Er stand auf und lächelte. ,,Also, was bringt Euch hierher in dieses Ka... in dieses bescheidene Dörfchen?" ,,Ich bin nur hier, um das Dorf und die Mine hier zu inspizieren.", erklärte Leon. ,,Inspizierung?", wiederholte Yoki fragend. ,,Wenn Ihr mich nur vorher angerufen hättet, ich hätte sofort jemanden losgeschickt, um Euch abzuholen!" Sein Grinsen wurde noch breiter. ,,Ihr müsst müde sein! Kommt schon, fahren wir zu meiner Villa." Yoki führte Leon aus der Gaststätte hinaus, dicht gefolgt von Lyra und den anderen Soldaten. ,,Verdammte Militärhunde!", rief Halling ihnen zornig hinterher.
General Peacecraft, den Leon damals im Zug nach Central City gerettet hatte, trat in Roys Büro ein, in dem Roy und Hawkeye gerade Feierabend machen wollten. ,,Gratulation, Lieutenant Oberst Mustang.", gratulierte General Peacecraft ihm. ,,Es scheint, dass Sie bald vom ``Lieutenant Oberst´´ zum ``Oberst´´ aufsteigen werden. Und Miss Hawkeye wird vom ``Lieutenant´´ zum ``First Lieutenant´´ befördert." ,,Ich fühle mich geehrt, General Peacecraft.", bedankte sich Hawkeye. ,,Da Ihre Autorität sich nun vergrößert hat, würden Sie da gerne ins Östliche Hauptquartier versetzt werden und dort befehligen?" ,,Oh, eine Degradierung, wie ich sehe.", entgegnete Roy. ,,Ich schätze, wenn eine Person wie ich hier in Central City bleibt..." ,,Wovon reden Sie nur?", unterbrach General Peacecraft ihn belustigt. ,,Das ist keine Degradierung, es ist eine Promotion, Oberst Mustang. Aber soweit ich weiss, sind dort viele schlechte Menschen. Passen Sie also gut auf sich auf."
,,Welch Ehre, einen Nationalen Alchemisten in meinem bescheidenen Häuschen zu haben.", schwärmte Yoki im Esszimmer seiner kilometerlangen Villa, die gleich sechs Stockwerke hatte. Lyra, die sich nun eine Schürze umgebunden hatte, servierte ihnen das Essen. ,,Oh ja. Da wir einen äußerst talentierten Alchemisten hier haben..." Er wandte sich an Lyra, die gerade Tee eingoss. ,,Lyra, zeig ihm doch bitte deine Alchemie." ,,Ja.", sagte Lyra. ,,Nein, ich hab´s bereits gesehen.", mischte sich Leon ein. ,,Sie hat die sie umgebende Luft mit Amulett liquifiziert und dessen Stärke reduziert... Dann hat sie die liquifizierte Luft innerhalb von Sekunden vaporisiert, um einen Energieball - eine Schockwelle - zu erschaffen. Das Licht wurde dabei durch die unglaubliche Hitze der adiabatischen Kompression." ,,Und das habt Ihr alles mit nur einem Blick herausgefunden?", fragte Yoki erstaunt. ,,Ich würde auch gerne an dem Examen für Nationale Alchemisten teilnehmen und wie Ihr werden, Meister Leon.", himmelte Lyra ihn an. ,,Wie ich?", wiederholte Leon verdutzt. ,,Ja.", antwortete Lyra. ,,Es ist mein Traum, eine Alchemistin zu werden, die dem Staat dient." ,,So, nun esst bitte.", sagte Yoki. ,,Ich weiss jedoch nicht, ob dieses ländliche Essen Eurem Geschmacksnerven munden wird." Leon besah sich das Essen, alles Französische Küche. ,,Sie essen ja ziemlich gute Sachen hier, obwohl es dieser Stadt hier doch so schlecht geht.", bemerkte er. ,,Oh, Ihr macht mich ja ganz verlegen.", kicherte Yoki. ,,Die Steuereinnahmen gehen in letzter Zeit nicht sehr gut voran, also haben wir derzeitig ein paar Problemchen. Und das Schlimmste sind die vielen gewalttätigen Einwohner dieser Stadt, wie Ihr ja bereits gesehen habt." ,,Also vernachlässigen sie ihre Pflichten, um ihre Steuern zu zahlen, verlangen jedoch, Rechte zu haben?", fragte Leon. ,,Oh, Meister Leon, Ihr versteht wirklich schnell.", sagte Yoki. ,,Die Argumentation dieser Welt kann ganz leicht mit den Grundlagen der Alchemie erklärt werden: Gleichwertiger Tausch...", erklärte Leon. ,,Rechte existieren aufgrund von Pflichten. Richtig?" ,,Ich verstehe. Wie wundervoll!", hauchte Yoki. ,,Werdet Ihr also das hier annehmen, weil es Teil der Argumentation der Welt ist? Ryla, wenn ich bitten dürfte..." Ryla legte einen Sack voll Gald vor Leon hin. ,,Das ist nur eine Gabe meiner Dankbarkeit. Nehmt nehmt diese Gabe an.", bat Yoki. ,,Nennt man das nicht Bestechung?", fragte Leon. ,,Nein, nein, nein, so darf man es nicht sehen.", widersprach Yoki mit süsslichem Lächeln. ,,Es ist Gleichwertiger Tausch. Bitte schreibt etwas Nettes über mich in Euren Inspektionsbericht." Leon sah ihn kurz an, dann sagte er: ,,Ich werde darüber nachdenken." ,,Wie ich es erwartet habe, Meister Leon, Ihr versteht sehr gut.", sagte Yoki zufrieden. ,Die Bewohner dieser Stadt werden sich bald wieder beruhigt haben, also habt Geduld."
Viel, viel später in der Nacht...
,,Ob es Leon gut geht, so ganz allein?", fragte sich Fayt in seinem Zimmer. Es gab einen Knall von der Schenke der Gaststätte her. Verwundert ging er aus seinem Zimmer, wanderte durch den Flur und spinkste durch die Tür in die Schenke. Ein starker Sturm war plötzlich in dem Raum ausgebrochen, der Stühle und Tische durch die Luft schleuderte. ,,Was ist denn hier los?", fragte Kyle, Hallings Sohn, der schlaftruken durch den Flur wanderte. Leon wirbelte herum zu ihm. Lyra, die im Zentrum der Schenke stand und den Sturm mit ihrem Amulett entfacht hatte, feuerte eine gigantische Energiekugel ab.
BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOM!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Die öhrenbetäubende Explosion ließ Leon aus seinem Bett hochfahren. Er rannte zum Fenster des Zimmers und sah, wie züngelnde Flammen vom Dorf her aufstiegen.
,,Kyle! Kyle!", brüllte Halling, der vor seiner völlig zerstörten, halb zusammengefallenen Gaststätte stand und nach seinem Sohn rief, der noch immer in der Gaststätte war. Er wollte in die Gaststätte rennen, doch mehrere Männer hielten ihn fest. ,,Lasst mich los! Kyle ist immer noch da drin!", brüllte Halling und wehrte sich mit Leibeskräften. ,,Bleib hier, es ist zu gefährlich!", rief einer der Männer, die ihn festhielten. ,,Wir wissen nicht, wann es einstürzt!" ,,Lasst mich los! Lasst mich los!", bellte Halling. WUMMMMM!!! Die Gaststätte fiel mit einem lauten KRACH in sich zusammen. ,,Kyle!", schrie Halling voller Verzweiflung und stürmte auf die Trümmer zu. ,,Kyle! Kyle!" Er kniete sich nieder und schmiss den Schutt zur Seite, mit zitternden Fingern nach seinem Sohn grabend. ,,Kyle! Wo bist du? Kyle! Kyle!" ,,Papa...", erklang plötzlich eine erstickte Stimme, als im nächsten Moment Fayt unter den Trümmern hervor stieß, Kyle in seinen Armen. ,,Papa...", weinte Kyle.
Als es Morgen wurde, standen Halling und seine Frau, die weinend die Vase, die nun wieder zerbrochen war, in Händen, vor den Überresten ihrer Existenz. ,,Waren sie es?", fragte Leon, der mit Fayt in der Nähe stand, seinen kleinen Bruder. ,,Ja...", antwortete Fayt betrübt. ,,Hey, du bist doch ein begabter Alchemist, oder?", fragte Kyle, der dazukam, Leon. ,,Dann mutier bitte für uns etwas zu Gold. Bitte hilf meinem Papa... und dieser Stadt!" ,,Nein.", sagte Leon schlicht. ,,Komm schon! Du verlierst doch nichts damit!", bettelte Kyle. ,,Die Grundlage der Alchemie ist Gleichwertiger Tausch.", erklärte Leon. ,,Ich habe weder die Aufgabe noch di Verpflichtung dieser Stadt hier zu helfen." ,,Willst du etwa auch Bestechungsgeld!?!", schrie Kyle ihn an und packte ihn am Kragen; Leon blieb unbeeindruckt stehen. ,,Und du schimpfst dich selbst Alchemist!?!" ,,Alchemisten handeln zum Wohle des Volkes, wie?", sagte Leon nur seufzend und stieß Kyles Hände von sich weg. ,,Etwas in Gold zu mutieren ist ein Kapitalverbrechen.", erklärte er. ,,Wenn man mich dabei erwischt, wird mir meine Qualifikation als Nationaler Alchemist abgenommen, und ich lande im Gefängnis." ,,Dann mach es irgendwie so, dass du nicht gefangen wirst...", begann Kyle stur. ,,Selbst wenn ich Gold für euch mache, wird es euch doch sowieso sofort wieder durch die Steuern abgenommen.", unterbrach Leon ihn. Kyle ließ den Kopf hängen. ,,Wenn ihr so viele Probleme habt, warum verlasst ihr dann nicht einfach diese Stadt und sucht euch einen neuen Job?" ,,Kind... du magst das zwar nicht verstehen, aber dies hier ist unsere Heimat... und unser Sarg.", sagte Halling mit bitterer Stimme. ,,Heimat und Sarg, wie?", wiederholte Leon seufzend und lächelte. Er ging in Richtung Mine davon. ,,Großer Bruder!, rief Fayt und rannte ihm hinterher. ,,Fayt, wir haben unser Haus damals eigenhändig niedergebrannt. Wir haben keinen Ort, an den wir zurückkehren können, und ich glaube, das ist gut so.", sagte Leon im Gehen. ,,Aber diejenigen, die einen Ort haben, zu dem sie zurückkehren können, sollten diesen auch hüten." Er sprang auf einen Wagen mit mehreren Tonnen Kohle. ,,Fayt, behalt das, was du hier siehst, besser für dich." Er schmiss das Gald, was Yoki ihm als Bestechungsgeld gegeben hatte, auf die Kohle, klatschte in die Hände und berührte die Kohle und das Gald. Es gab einen Lichtblitz, und sogleich begann die Kohle golden zu leuchten.
,,Ihr wollt die Kohlemine kaufen?!?", rief Yoki verdattert, als Leon in seine Villa zurückkehrte. ,,Ja, ich will alles, von der Mine selbst bis zu den Handelswegen.", erklärte Leon fröhlich lächelnd. ,,Oder kann ich das nicht haben?" ,,S... Selbst wenn mich ein Nationaler Alchemist darum bittet, darf ich nicht...", begann Yoki. ,,Wirklich? Wie schade.", sagte Leon enttäuscht und öffnete die Tür hinter sich, die zum Garten führte, der nun vollgestopft mit riesigen Goldbarren war. ,,Dabei habe ich das Geld dafür schon mitgebracht." Yoki klappte der Mund weit auf. ,,Das ist... Das ist...", stammelte er und trat nach draußen. ,,Das ist alles Gold?" ,,Nachdem ich die Mine hier gründlich inspiziert hatte, fand ich heraus, dass sich in der Mine Elemente befinden, die für die Alchemie sehr wichtig sind.", erklärte Leon. ,,Also möchte ich sie natürlich haben." Er sah Yoki an. ,,Ist das nicht genug?" ,,Nicht doch!", rief Yoki, schwer schluckend. ,,Aber ich habe ein wenig Angst davor, eine Mine, die ich überwachen soll, so einfach zu verkaufen und daraus Profit zu schlagen..." ,,Machen Sie sich keine Sorgen! Schreiben Sie einfach auf die Verkaufspapiere, dass sie mir den Besitz über die Mine umsonst gegeben haben.", schlug Leon vor. ,,Dann wird das ganze Gold hier Ihnen gehören, Lieutenant Yoki." Yoki wandte sich wieder sabbernd zu dem Gold um.
,,Warum nicht!?!", brüllte Kyle. Es war erneut Abend, und die Bewohner Youswells hatten sich im Bürgerhaus versammelt. ,,Warum darf ich nicht!?!" ,,Das brauch ich dir wohl nicht zu sagen.", entgegnete sein Vater ruhig. ,,Ich werde dir nicht erlauben, die Villa anzugreifen." ,,Aber sie haben unsere Gaststätte zerstört!", protestierte Kyle hitzig. ,,Es war nur eine Gaststätte.", sagte Halling. ,,Reg dich nicht so auf." Im selben Moment ging die Tür auf und Leon und Fayt traten ein. ,,Hallo, alle zusammen!", begrüßte Leon sie vergnügt. ,,Warum so trübselige Gesichter?" ,,Was willst du denn hier!?!, fuhr Kyle ihn an. ,,Na, na, na, spricht man so etwa mit dem Manager dieses Ortes?", entgegnete Leon kichernd. ,,Manager?!?", wiederholte ein Mann verdattert. ,,Was redest du da?!?" ,,Hier steht´s.", sagte Leon und hielt ihm die Papiere Youswells vor die Nase. ,,Das ist das Zertifikat, das mich zum Manager der Stadt und der Mine macht, wodurch ich über alles hier bestimmen darf." ,,Was?!?", rief Halling perplex. ,,Dies alles gehört im Moment mir.", verkündete Leon stolz. Die Bewohner sahen ihn alle mit großen Augen. ,,Nun, aber ich muss bald wieder nach Central City zurück.", fuhr Leon mit gespielter Ratlosigkeit fort. ,,Dieses Zertifikat wird da nur überschüssiges Gewicht in meinem Koffer sein. Was soll ich damit nur tun?" ,,Versucht gerade, es uns zu verkaufen?", fragte Halling misstrauisch. ,,Das wird nicht billig.", sagte Leon mit diabolischem Lächeln. ,,Wenn man etwas bekommen will, muss man etwas desselben Wertes hergeben. Dieses Zertifikat besteht aus äußerst teurem Pergament... und ist mit goldener Tinte beschrieben worden. Ja, wirklich teuer... Oh, und der Schlüssel der Stadt, den ich auch noch dazu bekommen habe, ist aus Gold... hmm, hmm... ja, sehr teuer... Ich schätze, zusammen kostet das dann wohl zweihunderttausend Gald." ,,Zweihunderttausend Gald für dieses Zertifikat?!?", rief Halling ungläubig. ,,Zweihunderttausend?!?", wiederholten mehrere mit sogar noch größeren Augen als vorhin. ,,Nur so wenig?!?" ,,Oh, jetzt fällt´s mir wieder ein: Eine Übernachtung in Ihrer Gaststätte kostet doch genau zweihunderttauend Gald, nicht wahr, Halling?", sagte Leon, verschmitzt lächelnd. ,,Wie wäre es, wenn ich Ihnen das Zertifikat gebe, und Sie lassen mich dafür in ihrer Gaststätte übernachten?" ,,Gleichwertiger Tausch, wie?", sagte Halling vergnügt. ,,Aber unsere Gaststätte ist doch...", begann Kyle. ,,Ach? Und was ist dann das da?", fragte Leon scheinheilig und deutete nach draußen. Wo vorhin noch die Überreste von Hallings Gaststätte gestanden hatten, stand nun die wiederaufgebaute Gaststätte. ,,Unsere Gaststätte!", rief Hallings Frau und stürmte mit den anderen Bewohnern nach draußen. ,,Ich... Ich kann es nicht glauben...", stammelte Halling. ,,Das wird dann wohl genug für eine Übernachtung sein, oder?", fragte Leon und reichte Halling das Zertifikat. ,,Ja, natürlich.", antwortete Halling. Quietschend hielt die Limousine Yokis vor der Gaststätte, und Yoki, Lyra und mehrere andere Soldate stiegen aus. Leon setzte ein boshaftes Lächeln auf. ,,Meister Leon!", kreischte Yoki verzweifelt. ,,Was hat das zu bedeuten?!? Die Goldbarren, die Ihr mir gegeben habt, haben sich alle in Kohle verwandelt!" ,,Goldbarren? Wovon reden Sie da nur?", fragte Leon scheinheilig. ,,Bitte spielt nicht den Dummen!", flennte Yoki. ,,Wir haben die Goldbarren gegen das Zertifikat getauscht!" ,,Hä? Aber auf dem Zertifikat steht doch, dass ich den Besitz umsonst bekommen habe.", wunderte sich Leon, das boshafte Lächeln immer noch aufgesetzt. ,,Das ist Betrug!", kreischte Yoki. ,,Betrug? Wie unhöflich von ihnen.", sagte Leon und spielte die beleidigte Leberwurst. ,,Das hier war eine vollkommen legale Transaktion." ,,Diese Transaktion ist ungültig!", schrie Yoki und wandte sich um. ,,Lyra!", schrie er. Ein Energieball formte sich in Lyras Amulett und schoss auf Leon zu, der im letzten Moment zur Seite sprang. ,,Alchemisten handeln zum Wohle des Volkes!", rief er ihr zu. ,,Alchemie für seine eigenen Zwecke zu nutzen ist nicht sehr beeindruckend." ,,Du bist ein Nationaler Alchemist, richtig?", sagte Lyra, während sich erneut ein Sturm in der nähe ihres Amulettes bildete. ,,Warum handelst du dann gegen den Willen des Militärs?" Ein weiterer Energieball schoss auf Leon zu, der seine linke Hand schützend vor sich hielt. Der Handschuh, mit dem Leon seinen Auto-Mail verbarg, wurde zerfetzt. Lyra erschrak, als sie Leons Auto-Mail-Arm sah. ,,Ich habe meine Seele nie ans Militär verkauft.", antwortete Leon auf ihre Frage. Erneut fasste sich Lyra ans Amulett und ließ einen Sturm entstehen. Leon stürmte auf sie zu, klatschte in die Hände und berührte seinen linken Arm, der sich in einen Dolch aus Metall verwandelte. ,,Hier kommt deine Strafe!", rief Lyra und wollte den Energieball auf ihn abfeuern, doch bevor dazu kam, vollführte Leon einen Hechtsprung und zerschnitt das Amulett in zwei Teile. Lyra stürzte, besiegt, zu Boden. ,,Wie kannst du es wagen!?!", kreischte Yoki und wandte sich zu seinen Soldaten um. ,,Holt das Zertifikat zurück und..." Doch er stoppte entsetzt, als er bemerkte, dass seine Soldaten von den Einwohnern bereits umzingelt waren. ,,Es ist keine gute Idee, sich gewaltsam anderer Leute Eigentum unter den Nagel reißen zu wollen.", sagte Halling, der auf einmal hinter ihm stand und mit den Knöcheln knackte. Yoki wimmerte laut.
Yokis Hilfe- und Schmerzensschreie waren in der ganzen Stadt zu hören.
In der Gaststätte folgte eine riesige Party, in der alle unbedingt mit Leon und Fayt anstoßen wollten. ,,Liebling, meinst du nicht auch, dass diese Gaststätte sogar noch besser ist als die vorherige?", fragte Hallings Frau ihren Mann. ,,Ja, er hat beeindruckende Arbeit geleistet.", sagte Halling mit Blick auf Leon. ,,Leon Elric, der Metallalchemist..."
,,Hier ist der Report von Leon Elric.", sagte Hawkeye zwei Tage später in Roys Büro und reichte Roy Leons Report. ,,Dankeschön.", bedankte sich Roy bei ihr und versteckte schnell sein Playboy-Heftchen in der Schublade. Sie schüttelte ungläubig ihren Kopf. ,,Es scheint, dass sie zusammen mit dem Hauptquartier von East City die Youswell-Kohlemine überwachen werden.", sagte sie. ,,Ist das so?", sagte Roy und schmunzelte. ,,Das heißt, in der Gegen müsste es jetzt ein wenig ruhiger werden. Wie schön. Dann haben wir nicht mehr so viel haben, wenn wir dorthin versetzt werden." ,,Sie haben das also von Anfang an geplant?", fragte Hawkeye mit großen Augen. ,,Wer weiss...", entgegnete Roy geheimnisvoll und setzte auf einmal einen verträumten Blick auf. ,,Viel wichtiger ist doch die Frage, ob die Frauen im Osten genauso schön sind wie hier." Hawkeye seufzte genervt. ,,Ach ja, die Namen der beiden Brüder scheinen sich jetzt äußerst schnell im Osten zu verbreiten.", fiel ihr ein. ,,Man kennt sie als Militärhunde, die sich auf die Seite des Volkes schlagen."
Drei Jahre später...
Leon, 15 Jahre, und Fayt, 14 Jahre, fuhren mit einem Taxi durch die Wüste in Richtung Lior-City, wo ein Hohepriester namens Cornero angeblich Wunder vollbrachte und die Toten ins Reich der Lebenden zurückbrachte. Roy, der dabei den Ring der Alchemisten vermutet hatte, hatte den beiden Brüdern den Tipp gegeben, sich dort umzusehen. ,,Leon Elric?", wiederholte der Taxi-Fahrer, den Leon gefragt hatte, ob er jemanden namens ``Leon Elric´´ kenne. ,,Ja, von dem hab ich gehört." ,,Und, was für eine Art Typ ist der denn?", fragte Leon, während Fayt ungläubig den Kopf schüttelte. ,,Laut den Gerüchten ist er ein Nationaler Achemist - ein Militärhund also - , aber er schlägt sich auf die Seite von uns normalen Bürgern." ,,Mann, der muss ja richtig großartig sein.", lachte Leon; Fayt seufzte tief. ,,Aber er soll auch so winzig wie ´n Gartenzwerg sein.", fügte der Taxi-Fahrer hinzu. ,,WEN NENNST DU HIER ´NEN GARTENZWERG VON BONSAI-GRÖßE!?!?!?!?!?!", brüllte Leon und sprang den Fahrer an, um ihn zu verprügeln. Das Taxi kam ins Schleudern, knallte gegen einen Felsen und erlitt einen Totalschaden. Der Fahrer flüchtete kreischend aus dem Taxi und stürmte davon. ,,Warte! Warte! Warte! Warte!! Warte!!!", brüllte Leon und stürmte hinter ihm her. ,,Großer Bruder, nicht so schnell!", rief Fayt, der hinter ihm her rannte, besorgt. ,,Du wirst nicht mehr genug Kraft haben, um es nach Lior City zu schaffen, wenn du so weiterrennst!"
Dass Leon dann schließlich völlig erschöpft in Lior City ankam, das wissen wir bereits. Dass der Ring, den Cornero benutzte, nur eine Fälschung war, wissen wir auch. Doch wer waren bloß diese zwei Personen, die Cornero den falschen Ring gegeben hatten und die sich selbst ``Lust´´(die Wollust) und ``Gluttony´´ (die Völlerei) nannten, und was hatten sie vor?
Vorschau Kapitel 10: Die Diebin: Eine Diebin, die zum Wohl anderer stiehlt? Kann das sein?
