Warnung (!!!): Es sind nun alle Kapitel von "Tales of Alchemy" von mir durchgeplant. Es werden insgesamt 52 (kann noch variieren, wenn ich welche zusammenziehe) Kapitel sein. Wenn einem das zu viel ist, der sollte aufhören. Wem das letzte Kapitel zu schrecklich, brutal und traurig war, der sollte ebenfalls besser aufhören zu lesen, da es ab jetzt fast nur noch solche Kapitel geben wird. Ich will hier kein Märchen á la Disney erschaffen, bei dem alles schön und gut ist, sondern die Grausamkeit unserer heutigen Welt einfangen, und dazu gehört Tod, Gewalt, Blut und Angst. Also: Leser, du bist gewarnt!
Wütend klatschte Leon in die Hände und schlug gegen die mit den Überresten der Chimära beschmierte Wand, doch nichts geschah.
,,Wenn es je etwas gegeben hat, das man als "Akt des Teufels" bezeichnen kann, dann ist es wohl das hier.", sagte Hawkeye, die in einem Militärwagen in der Nähe der Gasse zusammen mit Roy saß. ,,Der Teufel, wie?", wiederholte Roy seufzend. ,,Wir Nationale Alchemisten sind die menschlichen Waffen des Militärs. Wenn es nötig ist, werden wir gerufen, und wenn wir den Befehl bekommen, müssen wir unsere Hände mit Blut beschmutzen. Was Tucker getan hat und die Position, in der wir uns gerade befinden, sind sich sehr ähnlich, wenn wir den Aspekt betrachten, wie sich beides auf das menschliche Leben auswirken." ,,Das ist... die Argumentation eines Erwachsenen.", sagte Hawkeye und sah hinaus zur Gasse, wo Leon immer noch versuchte, die Chimära mit Hilfe von Alchemie wiederzubeleben. ,,Aber diese beiden sind immer noch..." Roy stieg aus dem Wagen aus.
Inzwischen schlug Leon voller Wut auf die mit den blutigen Überresten der Chimära beschmierte Wand ein. ,,Großer Bruder, der Lieutenant Oberst ist hier...", sagte Fayt und tippte ihm auf die Schulter. Leon wandte sich um und erblickte Roy, der in die Gasse gekommen war und ihn nun ernst ansah. ,,Das ist vergebene Liebesmüh.", sagte er. Leon begann vor Zorn zu beben. ,,Es ist unmöglich, eine Lebensform wiederherzustellen, die bereits ihr Leben verloren hat, egal, was für ein guter Alchemist du bist.", sprach Roy unbeirrt weiter. ,,Wer soll denn davon glücklich werden, dass du eine defekte Chimära wiederbelebst? Es werden euch noch viel schlimmere Dinge auf dem Pfad wiederfahren, den ihr beide gewählt habt. Ihr müsst diese Dinge akzeptieren, selbst wenn ihr euch dazu zwingen müsst, und weiter voranschreiten." ,,Das hier akzeptieren!?!", brüllte Leon. Roy packte ihn und begann ihn heftig zu schütteln. ,,Wenn ich mich recht erinnere, hast du doch ein Ziel vor Augen, dass du erreichen willst, oder?", fuhr er Leon an. ,,Hast du da etwa Zeit, herumzustehen und rumzuflennen?"
Hughes erreichte mit seinem Auto ebenfalls den Tatort. ,,Mensch, man kann hier noch nicht mal in Ruhe mit seiner Tochter ein Bad genießen...", grummelte er, während er durch den Regen zur Gasse schritt.
Roy hörte ihn herannahen und sagte: ,,Der Rest liegt nun an der Untersuchungseinheit. Also, aus dem Weg." Leon stürmte davon, an Roy vorbei, und auch vorbei an Hughes, der ihm interessiert nachsah. ,,Mann, ist das eklig.", sagte Hughes mit Blick auf die mit den Überresten der Chimära beschmierte Wand. ,,Ist das ebenfalls das Werk des Serienmörders?", fragte ein Mann vom Militär. ,,Er ist nur hinter jungen Frauen her. Und dieses Wesen hier ist auch nicht in Stücke geschnitten worden wie die anderen Opfer.", verneinte Hughes. ,,Das hier sieht eher danach aus... als wenn es von innen heraus explodiert wäre."
Es war am nächsten Tag. Leon und Fayt saßen vor Tuckers Villa, und Leon ließ gedankenversunken den Klappverschluss seiner Taschenuhr immer wieder auf und zu schnappen. Endlich, eine halbe Stunde später, kam Havoc vorbei, auf den sie gewartet hatten, und betrat mit ihnen die Villa. ,,Seht euch nur eure Gesichter an.", sagte Havoc zu den beiden, die äußerst niedergeschlagen aussahen - selbst Fayt konnte man dies ansehen, obwohl er als Rüstung keinerlei Gesichtsausdrücke zustande bringen konnte. ,,Wir haben gerade ziemlich viel durchgemacht...", erklärte Leon mit müder Stimme. ,,Ich hatte zwar entschlossen, nicht mehr zu zögern, aber..." ,,Hmpf...", machte Havoc und stieg hinab in den Keller des Anwesens. ,,Also... wie lautet der Befehl?", fragte Leon. ,,Das hier.", sagte Havoc und stieß die Tür zu Tuckers Labor auf, in dem sich unzählige Bücher, Forschungsdokumente und allerlei seltsame Wesen in Käfigen befanden. ,,Ihr sollt die Daten hier nach Datum chronologisch ordnen, damit wir erfahren können, was Tucker hier all die Jahre erforscht hat." ,,Sie wollen also, dass ich Tuckers Forschungen übernehme?", fragte Leon. ,,Obwohl er den falschen Weg gewählt hat, waren Tuckers Forschungen doch von großem Wert fürs Militär.", erklärte Havoc. ,,Dann soll Tucker es doch tun!", schrie Leon. ,,Er... ist tot.", entgegnete Havoc. ,,Hä?!?", machte Leon verdutzt. ,,Seine Schuld war offensichtlich, also... entschieden die oberen Ränge ihn hinzurichten.", erklärte Havoc. ,,Die haben den Fall einfach so beendet!?!", brüllte Leon. ,,Wie können die einfach so...!?!" ,,``Sei loyal zum Militär´´: Das ist eine der wichtigsten Regeln eines Nationalen Alchemisten.", unterbrach Havoc ihn und ging davon.
Fayt machte sich darin, die Unterlagen Tuckers zu ordnen, während Leon den Kreaturen in den Käfigen Futter zuwarf. ,,Hey, großer Bruder...", sagte Fayt, der mehrere Unterlagen aufeinander stapelte, die er gerade im Schnellverfahren durchgelesen hatte. ,,Es scheint, als hätte Tucker auch Forschungen über den Ring der Alchemisten betrieben." ,,Ach wirklich? Wie toll.", sagte Leon uninteressiert und fütterte die Biester weiter. ,,Wie lange willst du eigentlich noch schmollen, großer Bruder?", fragte Fayt. ,,Der Ring der Alchemisten ist das ultimative Geheimnis der Alchemie. Er verstärkt die Techniken eines Alchemisten ins Unermessliche und umgeht das Prinzip des Gleichwertigen Tausches. Mit anderen Worten, wir wären in der Lage, Dinge zu tun, die wir sonst nie..." ,,Das Teil ist nur eine Legende!", unterbrach Leon ihn zornig und warf den Sack voll Futter gegen seinen Rüstung. ,,Das ist nur ein Märchen!" ,,Aber Tucker, ein Nationaler Alchemist, hat ihn erforscht, also...", begann Fayt erneut. ,,Mir sind seine Forschungen vollkommen egal!", brüllte Leon. ,,Fayt, hast du etwa schon vergessen, was er Nina angetan hat!?!" Er stürmte aus dem Raum davon.
,,Das kann ich nicht erlauben.", sagte Roy zwei Stunden später in seinem Büro zu Leon. ,,Warum?", fragte Leon aufgebracht. ,,Es ist sehr gut möglich, dass dieser Serienmörder das Nina angetan hat. Ich werde dabei helfen, ihn zu finden." ,,Was ist mit dem Befehl, den ich Ihnen gegeben habe?", fragte Roy. ,,Was ist mit der Analyse von Tuckers Forschungen?" ,,Das will ich nicht machen...", antwortete Leon kleinlaut. ,,Ich werde den Fall des Serienmörders untersuchen." ,,Dann lassen Sie das bitte hier.", sagte Roy und deutete auf Leons Silbertaschenuhr, die wie ein Schlüsselanhänger an Leons Hose hing. ,,Das hatte ich sowieso vor.", fauchte Leon, knallte die Taschenuhr auf den Schreibtisch und stürmte davon, nun nur noch ein Soldat, kein Nationaler Alchemist mehr.
Draußen vor dem Militärgebäude wartete Fayt auf ihn. ,,Großer Bruder?", fragte Fayt, als er Leon sah. Leon schritt an ihm vorbei. ,,Jetzt warte schon.", bat Fayt ihn und folgte ihm. ,,Du bist nicht der einzige, der wütend darüber ist, dass wir nichts für Nina tun konnten." Leon sagte nichts, sondern schritt nur weiter. ,,Wir sind Alchemisten. Es ist nicht unsere Aufgabe, den Angeklagten zu fangen. Unsere Aufgabe ist es, weitere Forschungen anzustellen, damit es nicht noch mehr Kindern so ergeht wie Nina..." Leon stürmte davon.
Weit genug vom Hauptquartier blieb er stehen, am ganzen Leib zitternd. Nachdem er sich wieder beruhigt hatte, wollte er weitergehen, rannte aber in einen ziemlich groß gewachsenen Mann mit Sonnenbrille. Leon sah zu ihm auf: Es war der Mann mit der Narbe, die sich über dessen gesamtes Gesicht zog. ,,Du bist doch...", begann der Mann. ,,Du bist der Typ von der Bibliothek...", sagte Leon und erinnerte sich, wie er damals den Ärmel des Mannes zerrissen hatte, als dieser versucht hatte, ohne Erlaubnis in die Bibliothek zu gelangen, und darunter der Arm zum Vorschein gekommen war, der über und über mit seinem Tattoo versehen war. ,,Da du in der Lage warst, in die Bibliothek zu gelangen, nehme ich an, dass du ein Nationaler Alchemist bist?", fragte der Mann mit der Narbe. ,,Zu der Zeit, ja...", antwortete Leon, die Hände in den Hosentaschen. ,,Aber nun bin ich keiner mehr." ,,Ist das so?", sagte der Mann. ,,Nun, das ist besser für deine Gesundheit." Er ging weiter. Das ist besser für deine Gesundheit..., dachte er und krempelte seinen rechten Ärmel hoch, unter dem der Arm mit dem Tattoo zum Vorschein kam. ...wenn du nichtvon diesem Arm vernichtet werden willst.
Ein Zug traf im Bahnhof Central City´s ein. Aus ihm heraus stieg ein hübsches Mädchen mit langen blonden Haaren, das einen ziemlich schweren Koffer bei sich trug. ,,Leon und Fayt werden ganz schön überrascht sein.", sagte das Mädchen, Winry Rockbell, Leons und Fayts beste Freundin, die damals Leons Auto-Mail hergestellt hatte, vergnügt. ,,Ich werde ihnen höchstpersönlich und vor Ort gratulieren."
Am Mittag traf sich Fayt mit Relena Hawkeye vor dem Hauptquartier des Militärs. ,,Danke, dass Sie kommen konnten, Lieutenant Hawkeye.", sagte Fayt dankbar. ,,Ist schon in Ordnung.", sagte Hawkeye abwehrend. ,,Aber ich weiss leider kaum etwas über den Ring der Alchemisten. Jedenfalls habe ich nichts davon gehört, dass er wirklich existiert. Ich dachte bisher immer, er wäre nur eine Legende." ,,Ach, wirklich?", sagte Fayt und ließ den Kopf leicht hängen. ,,Und ich glaube auch nicht, dass du dich an so etwas interessieren solltest.", meinte Hawkeye. ,,Warum?", fragte Fayt verdutzt. ,,Man sagt, dass denen, die nach dem Ring der Alchemisten suchen, schlimme Dinge wiederfahren.", erzählte Hawkeye, während der Mann mit der Augenklappe, der Leon damals geprüft hatte, heimlich hinter Fayt neugierig alles belauschte. ,,Oh? Du bist also am Ring der Alchemisten interessiert?", sagte er auf einmal, was Fayt und Hawkeye zusammenzucken ließ, und trat vor. Schnell salutierte Hawkeye vor ihm. ,,Wer ist das?", fragte Fayt sie. ,,Er... Er ist...", stammelte Hawkeye, doch der Mann mit der Augenklappe hob nur seine Hand, um sie zum Schweigen zu bringen, und wandte sich an Fayt. ,,Du möchtest dir also den Ring der Alchemisten aneignen?" ,,Ja.", antwortete Fayt. ,,Und aus welchem Grund?", fragte der Mann weiter. ,,Für Menschliche...", begann Fayt, brach dann aber ab, da er sich fast verplattert hätte - immerhin war Menschliche Mutation verboten. ,,Ich meine, ich möchte das zurückbekommen, was mein großer Bruder verloren hat.", sagte er schnell. ,,Oh, du bist also ein führsorglicher kleiner Bruder.", sagte der Mann vergnügt. Fayt rieb sich verlegen am Kopf. ,,Nun, ich weiss nichts Genaues über den Ring, aber es gibt viele, die an seine Existenz glauben. Und von Zeit zu Zeit kommt mir auch das Gerücht zu Ohren, dass es jemand geschafft hat, einen Ring der Alchemisten zu erschaffen. So etwas landet dann in den Akten des Militärs, die sich in der Cenral-Bibliothek befinden." ,,Wirklich?", fragte Fayt. ,,Aber nur Nationale Alchemisten haben Zutritt in diese Bibliothek.", sagte der Mann. Fayt ließ den Kopf hängen, dann sagte er aber: ,,Also könnte ein Nationaler Alchemist die Gerüchte bestätigen?" Er stürmte davon. ,,Führer, warum habt Ihr ihm davon erzählt?", fragte Hawkeye den Mann mit der Augenklappe, den Führer des Militärs. ,,Nun, es ist doch schön zu sehen, wie die Jugend ihre Träume verfolgt.", antwortete der Führer vergnügt. ,,Meinen Sie nicht, Lieutenant?"
Die Kantine des Militärhauptgebäudes war wie immer voll besetzt mit Soldaten, die ihre tägliche Mahlzeit zu sich nehmen wollten. Nur konnten sie dies diesmal nicht in der gewohnten Stille, die nur von leisen Tuscheleien unterbrochen wurde, genießen, denn Hughes hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mit einem Foto seiner kleinen Tochter Elysea herumzurennen und alle damit zu nerven. ,,Na, was meinst du? Ist sie nicht das süsseste Baby, das du je gesehen hast?", bedrängte er einen Soldaten, dem er das Foto seiner Tochter fast gegen die Nase drückte. ,,Äh... äh... sicher.", antwortete der Soldat, um Hughes loszuwerden. Ein paar Sitzreihen weiter studierte Leon die Akte des Falles des Serienmörders. ,,Na, wie findest du sie?", fragte Hughes auf einmal hinter ihm und hielt ihm das Foto von Elysea vors Gesicht. ,,Findest du nicht auch, dass sie genau wie ich aussieht? Oh Mann, fast jeder hier sagt das..." Genervt schlug Leon seine Hand zur Seite. ,,Nerv mich nicht, alter Mann.", fauchte er Hughes an, der sich nun neben sich setzte und Leons Essen beäugte. ,,Das ist aber nicht besonders nett.", meinte Hughes. ,,Ich zeige dir hier schließlich die Akte des Serienmörderfalles, die eigentlich keiner sehen darf." ,,Du schuldest mir schließlich noch was für den Vorfall im Zug und die Geburt deiner Tochter.", sagte Leon zu Hughes, den er nun duzen durfte. ,,Ach wirklich?", sagte Hughes mit gespielter Verwunderung. ,,Na ja, wie dem auch sei, wir stecken da ziemlich fest bei dem Fall. Es gibt keinerlei Zeugen, obwohl die Morde allesamt in der Stadt stattgefunden haben. Die Körper der Opfer sind alle in Stücke geschnitten worden, und die Morde sind alle ganz knapp hintereinander gewesen." ,,Vielleicht hat der Mörder sie ja woanders getötet und die Körper dann zu den Orten gebracht, wo sie gefunden wurden?", schlug Leon vor. ,,Wieviel Zeit liegt denn zwischen dem Todeszeitpunkt und dem Finden der Opfer?" Hughes schnappte sich ein Brot von Leons Essenstablett, welcher dieser sofort wegzog. ,,Die Autopsie konnte uns nicht die genaue Zeit sagen.", antwortete Hughes. ,,Aber das Militär untersucht zur Zeit alle Autos, die in die Stadt fahren..." Er wollte in das Brot beißen, doch Leon packte es schnell und legte es zurück aufs Tablett; Hughes schniefte vernehmlich. ,,Es muss doch irgendetwas geben, was wir übersehen...", murmelte Leon gedankenversunken. ,,Wie zum Beispiel ein Auto, in dem man Leichen verstecken kann..." ,,Oder es ist die Tat eines Alchemisten.", schlug Hughes vor. ,,Alchemisten sind keine Mörder!", schrie Leon. Hughes zuckte nur mit den Schultern. ,,Entschuldigen Sie, sind Sie Leon Elric?", fragte auf einmal ein Soldat, der zum Tisch kam. ,,J... Ja.", antwortete Leon. ,,Sie haben einen Besucher, der draußen vor dem Hauptquartier, auf Sie wartet.", sagte der Soldat. ,,Besucher?", wiederholte Leon verdutzt.
In der Küche, von der aus man die ganze Kantine sehen konnte, waren die Köche derweil schwer mit dem Abwaschen des Geschirrs beschäftigt, als eine Frau mit langen, gelockten braunen Haaren durch eine Hintertür hineinkam. ,,Und? Wie geht es Ihnen?", fragte die Frau gutgelaunt die Köche und stellte mehrere Tüten voll Fleisch auf einen Tisch. ,,Oh, danke für die neue Lieferung.", bedankte sich einer der Köche. ,,Nichts zu danken.", kicherte die Frau, während sie das Fleisch in einen Kühlschrank räumte. ,,Ich habe gehört, es gab wieder ein Examen für potenzielle Nationale Alchemisten?", fragte sie. ,,Ja.", antwortete derselbe Koch von eben. ,,Haben Sie auch gehört, dass diesmal ein Zwölfjähriger das Examen bestanden hat? Ich hab gehört, er hat so mit den Händen gemacht..." Er klatschte in die Hände. ,,... und hat dann etwas mutiert." ,,Ist das wirklich wahr?", fragte die Frau beeindruckt. ,,Oh, sehen Sie mal. Es ist der blonde Junge da.", sagte der Koch und deutete auf Leon, der zusammen mit dem Soldat die Kantine verließ. ,,Ach ja, übrigens, seien Sie bloß vorsichtig wegen diesem Mörder. Ich hab gehört, er soll nur hübsche Frauen umbringen." ,,Machen Sie sich vielleicht Sorgen um mich?", neckte die Frau ihn. ,,Und wie...", sagte der Koch, nun ganz rot im Gesicht. ,,Ich hoffe, sie fassen ihn bald.", seufzte die Frau. ,,Ja, ich auch.", stimmte der Koch zu. ,,Gibt es denn keine Vermutungen wegen diesem Kerl?", fragte die Frau.
Winry saß draußen gelangweilt auf den Treppen vor dem Hauptquartier. ,,Mann, wie lang will Leon mich denn noch warten lassen?", seufzte sie und spielte mit einer Schraube. Sie ließ ihren Blick schweifen und erblickte auf einmal ein grünes Auto, ein Kühlauto, in dem man Fleisch kühlen konnte. ,,Wow!", rief sie begeistert, sprang auf, rannte auf das Auto zu und besah es sichvon allen Seiten. ,,Eine Kühlmaschine!" Sie stürmte zum Hintereingang des Autos, der in den Kühlraum führte. ,,Central City hat wirklich die neuesten Autos. Wie cool. Ich will es auseinander nehmen." ,,Es auseinanderzunehmen würde mir aber ziemlich viel Ärger bereiten.", sagte plötzlich die Frau aus der Küche, die zum Auto gekommen war. ,,Oh, tut mir Leid!", rief Winry und sprang schnell zurück. ,,Ist das Ihr Auto?" ,,Ja.", antwortete die Frau und öffnete die Hintertür, aus der sogleich eisige Kälte driftete. ,,Mit diesem Auto bringen wir das Fleisch ganz frisch von Ort zu Ort." Sie warf die Beutel, mit denen sie das Fleisch in die Küche gebracht hatte, ins Auto und sah zu Winry, die mitgroßen Augen in den Laderaum schaute. ,,Ist etwas nicht in Ordnung?", fragte Winry, als sie den Blick der Frau bemerkte. ,,Möchtest du gerne mal rein und dich umsehen?", bot die Frau an. ,,Was? Darf ich?", rief Winry aufgeregt. ,,Danke!" Schnell sprang Winry in den Laderaum.
Leon und der Soldat erreichten die Treppen vor dem Hauptquartier, doch niemand war da. ,,Hä? Ich hab ihr doch gesagt, sie soll hier warten.", sagte der Soldat verdutzt. ,,Das ist seltsam." Leon sah zu dem schweren Koffer, von dem nicht weit entfernt die Schraube lag, mit der Winry gespielt hatte. ,,Herr Elric?", fragte der Soldat. Leon hob die Schraube auf und sah sich um. Wenige Meter weiter war eine Lache Eiswasser. Er sah erneut zur Schraube und stutzte. ,,Das ist doch...", murmelte er und hielt die Schraube an seine Metallfaust, die genau dieselben Schrauben hatte. ,,Winry?", sagte Leon verdutzt. Was will denn Winry hier?, wunderte er sich. Leon sah erneut zur Wasserlache und erkannte Reifenspuren am Boden. ,,Hat hier ein Auto geparkt?", fragte er den Soldat. ,,Ja, das Kühlauto, das immer Fleisch für die Kantine bringt, war eben hier.", antwortete der Soldat. ,,Kühlauto...", wiederholte Leon gedankenversunken. ,,In ihm kann man Körper verstecken..." Er erstarrte. ,,Könnte es sein...?" Er stürmte davon. ,,Herr Elric?", rief der Soldat ihm verwirrt hinterher, doch Leon rannte weiter.
Mehrere Blocks weiter erreichte er das Lagerhaus, in dem das Fleisch gelagert wurde, welches die Firma, der das Kühlauto gehörte, an die Kantine des Hauptquartiers lieferte. Ein Kühlauto parkte im Hinterhof. Er stieß die Tür auf und betrat die Lagerhalle, in dem die Kadaver von Schweinen und Rindern an Ketten von der Decke hingen: Ein Labyrinth aus toten Tieren. Leon sah sich um und erblickte eine Frau, die zusammengekauert in einer Ecke saß und wimmerte: Es war die Frau, die das Fleisch zur Kantine gebracht hatte. ,,Hey, sind Sie in Ordnung?", rief Leon besorgt, rannte zu ihr und kniete sich zu ihr hinab. Die Frau nickte, am ganzen Körper zitternd. ,,Sind Sie auch entführt worden?", fragte Leon. Wieder nickte die Frau. ,,Dort drüben... drüben ist no... noch ein Mädchen...", stammelte sie und deutete in die andere Ecke der Lagerhalle. ,,Okay.", sagte Leon, stand auf und wandte sich in die Richtung, in die die Frau gedeutet hatte. ,,Befreien wir diese Person und verschwinden von hier." Die Frau richtete sich auf, einen Knüppel in ihren Händen. Leon wandte sich wieder zu ihr. ,,Ich bringe Sie hier unbeschadet raus, also keine So..." Doch weiter kam er nicht, denn die Frau hatte ihm schon den Knüppel übe den Kopf gezogen.
Als Leon wieder zu sich kam, saß er, mit Eisenketten gefesselt, auf einem Holzstuhl und sah zu, wie die Frau, die ihn niedergeschlagen hatte, versuchte, etwas mit einer Kreissäge zu zerhackstückeln. Er wollte sich befreien, doch es gelang ihm nicht. ,,Schönen guten Morgen, kleiner Junge.", begrüßte die Frau ihm. ,,Du...!", schrie Leon, erstarrte aber, als er feststellte, dass ihm sein linker Metallarm fehlte. ,,Ich hab gehört, dass du Dinge ohne einen Mutations-Zirkel mutatieren kannst.", sagte die Frau, auf einmal mit einer für eine Frau erstaunlich tiefen Stimme und hob das Objekt hoch, das sie vergeblich zu zersägen versucht hatte: Es war Leons Metallarm, den sie ihm abgenommen hatte, während er bewusstlos gewesen war. ,,Deswegen habe ich ein paar Vorsichtsmaßnahmen getroffen." Sie lachte vergnügt und zog an ihrem Haar, was in Wirklichkeit nur eine Perücke war. Diese Person war keine Frau, sondern in Wirklichkeit ein Mann, der sich als Frau verkleidet hatte. ,,Erlaube mir, mich dir vorzustellen.", sagte der Mann. ,,Ich bin der Besitzer dieser Lagerhalle, Barry." ,,Ein Mann?!?", rief Leon erschrocken. ,,Dafür, dass du so weit gekommen bist, werde ich dir zur Belohnung etwas richtig Schönes zeigen.", sagte der Mann namens Barry. Er schob einen der an den Ketten hängenden Tierkadavern zur Seite. Mehrere Kadaver, deren Ketten miteinander verbunden waren, folgten, und schließlich kam Winry dahinter hervor, mit den Händen an eine der Eisenketten gebunden, ihr Mund mit einem Pflaster geknebelt. ,,Winry!", rief Leon; Winry weinte vor Angst. ,,Ich werde sie jetzt auf ganz kunstvolle Art auseinander nehmen.", sagte Barry und stellte sie auf einen Hocker. ,,Sieh schön dabei zu, Junge... Mr. Nationaler Alchemist." ,,Stopp! Warum tust du das?", schrie Leon. ,,Warum?", wiederholte Barry belustigt. ,,Ich weiss nicht... Vielleicht, weil es Spaß macht?" Er sah zu Winry, deren Augen sich vor Panik weiteten. ,,Meine Frau war die erste, die ich getötet habe.", erzählte Barry und ging zu dem Tisch, wo auch Leons Auto-Mail lag. ,,Wir hatten einen Streit wegen irgendeiner unbedeutenden Sache. Und ich hab´s dann einfach so mal aus Neugier gemacht." Er nahm ein Schlachtermesser vom Tisch und ging zu Winry zurück. ,,Aber da ich in der Lage war, sie so wunderschön künstlerisch in Stücke zu schneiden, fing ich an, Dinge noch bezaubernder zerhackstückeln zu wollen." Er war so in sein Selbstgespräch vertieft, dass er nicht bemerkte, wie Leon mit seiner rechten Hand in seine Hosentasche gegrabscht hatte, sich die Schraube geschnappt hatte, die Winry vor dem Hauptquartier verloren hatte, und damit eine Mutations-Zirkel in seine Eisenketten zu ritzen. ,,Und ich wollte, dass die Leute meine Kunstwerke zu Gesicht bekommen.", fuhr Barry schwärmerisch fort. ,,Ein Mensch kann einen anderen Menschen nur für solch einen bescheuerten Grund nicht umbringen!", schrie Leon, um Barry von Winry abzulenken, der er jetzt wieder gefährlich nahe war. Barry wandte sich zu ihm um, ein irrer Blick in seinen Augen, und sagte: ,,Und wie sie das können." Er schritt auf Leon zu, der entsetzt aufschrie. ,,Ein Mensch kann einen anderen Menschen aus jeglichem Grund töten.", sagte Barry. ,,Weg von mir!", schrie Leon; Barry blieb wenige Zentimeter vor ihm stehen. ,,Und wenn man in den Krieg zieht, kann man andere Menschen sogar noch leichter töten.", sagte Barry. ,,Was glaubst du wohl, warum das so ist?" ,,I-Ich weiss nicht...", entgegnete Leon änsgtlich. Barry versenkte das Fleischermesser in Leons rechter Schulter. Leon schrie vor Schmerzen auf, Winry vor Entsetzen. Blut rann Leons Schulter in Strömen hinab und tröpfelte zu Boden. ,,Es liegt in der Natur des Menschen, zu töten.", beantwortete Barry seine eigene Frage. ,,Auf dem Kampffeld habe ich einst einen Nationalen Alchemisten wie dich gesehen, der andere Menschen ganz einfach und ohne mit der Wimper zu zucken getötet hat. Einfach so... Splatsch!" ,,Nein...", röchelte Leon, schloss seine tränenerfüllten Augen und sah seine Mutter vor sich, wie sie damals am Boden zusammengebrochen war, als er mit Fayt vom Einkaufen zurückgekommen war, wie sie gestorben war und langsam die Hände ihrer Söhne losgelassen hatte, als das Licht in ihren Augen erlosch...sah das unförmige Ergebnis des Versuches, ihre Mutter wiederzubeleben, sah die Chimära, die sich aus Nina und Alexander zusammensetzte... sah die blutigen Umrisse selbiger Chimära in der dunklen Gasse... sah sein eigenes Leben zu Ende gehen... ,,NEIN!!!", brüllte er voller Verzweiflung, ließ die Schraube fallen und tippte mit seiner Hand den von ihn eingeritzten Mutations-zirkel an. Es gab einen Lichtblitz, der Barry zurückspringen ließ, und sogleich lösten sich die Ketten von Leon, fielen klirrend zu Boden und wurden zu einem Eisenpfahl. ,,Du kleiner...!", brüllte Barry zornig und holte mit dem Fleischermesser nach Leon aus. Dieser sprang schreiend zur Seite, sodass Barry ihn verfehlte und stattdessen den Holzstuhl zerstörte, auf dem Leon gesessen hatte. Leon, der nun am Boden lag, schnappte sich schnell den Eisenpfahl, doch Barry holte berei erneut aus. Schreiend hob Leon sein linkes Metallbein und wehrte den Schlag ab. ,,Was zum...?!?", stammelte Barry, der nicht wusste, dass das Bein aus Metall war, und schlug erneut auf das Bein ein. Leon trat ihn zur Seite, sprang auf und rannte davon. Dabei sah er nur hinter sich zu Barry und prallte gegen einen Tierkadaver. Barry stürzte nach vorne und holte erneut mit dem Messer aus, doch Leon sprang zur Seite, sodass Barry stattdessen den Kadaver zerteilte. Erneut stürzte Leon zu Boden, während Barry auf ihn zurschritt. Wimmernd kroch Leon auf den zwei Beinen und dem einen Arm nach hinten, bis er mit dem Rücken an die Wand der Lagerhalle stieß. Kreischend und in Panik holte er wie wild mit dem Esienpfahl aus und traf per Zufall Barrys linke Hand, die sofort zu bluten begann. Leon rappelte sich auf, rannte los und versteckte sich hinter de Tierkadavern. Leise schlich er sich zu Winry und langte mit seinem rechten Arm nach oben, um sie von ihren Ketten loszumachen. ,,Verdammt...", stöhnte Leon mit erstickter Stimme, da er Winry einfach nicht freibekam. Winry schrie laut auf, und im letzten Moment bemerkte er noch, dass Barry direkt hinter ihm stand und wieder mit dem Messer ausholte. Leon sprang zur Seite und stieß gegen den Tisch in der Nähe, von dem scheppernd der Auto-Mail fiel. Er sprintete nach vorne, packte sich den Metallarm und rannte erneut in das Labyrinth aus Kadavern, Barrys psychopathisches Lachen im Nacken. Er schrie erschrocken auf, als er über einen Kadaver stolperte, der am Boden lag. Er schlug mit dem Gesicht voran zu Boden und schmeckte warmes Blut. Stöhnend richtete er sich auf und setzte den Auto-Mail an seinem Körper an. Vor unsagbaren Schmerzen, die die Verbindung mit dem Auto-Mail verursachte, schrie Leon lauthals auf und gab sein Versteck preis. Der Kadaver, hinter dem Leon kniete, wurde zur Seite geschoben, und Barry trat dahinter hervor. Schreiend klatschte Leon in die Hände und berührte mit seiner rechten Hand den Auto-Mail, der sich in einen spitzen Dolch aus Metall verwandelte. Lachend schlug Barry mit dem Messer darauf ein.
Winry stolperte im selben Moment, fiel vom Hocker und stieß gegen einen der Tierkadaver, der gegen einen weiteren Kadaver stieß und eine Kettenreaktion versursachte.
Die Kettenreaktion hatte zur Ursache, dass Barry von einem der Kadaver getroffen wurde, zu Boden stürzte und Leon mitriss. Die beiden sahen sich kurz an, dann holte Barry wieder mit dem Messer aus, das Leon ihm jedoch mit seinem Dolcharm aus der Hand stieß. Mit vor Angst verzerrtem und mit Tränen beschmiertem Gesicht holte Leon mit seinem Dolcharm aus, direkt auf Barrys Herz zielend - ,,Nicht!", rief jemand und packte ihn an der Schulter. Kreischend wirbelte Leon herum und holte mit dem Dolch nach der Person hinter sich aus: Fayt. ,,Nur davon allein sterbe ich nicht.", sagte Fayt und fasste sich an die Stelle seines Metallkörpers, die Leon getroffen hatte. Mehrere Soldaten stürmten in die Lagerhalle und umzingelten mit gezogenen Pistolen Barry, der kichernd seine Hände in die Luft reckte. ,,F... Fayt...", stammelte Leon, die Tränen in Massen fließend. ,,Großer Bruder, tut es weh?", fragte Fayt mit Blick auf die vielen Wunden, die Leons Körper davongetragen hatte. ,,I-Ich dachte... Ich dachte er würde mich umbringen...", wimmerte Leon mit erstickter Stimme. ,,Ich dachte... ich würde... würde hier sterben...." Einer der Soldaten machte Winry von der Kette los. ,,Ich hatte solche Angst.", schluchzte Leon und sank zu Boden. ,,Solche Angst..."
,,Hughes war aufgefallen, dass das Kühlauto mehrere Male unbemerkt den Sicherheitskontrollen entgangen war.", erinnerte sich der vierzehnjährige Fayt der Gegenwart. ,,Wir waren gerade noch rechtzeitig eingetroffen. Weniger später sprach man von diesem Fall nur noch als den Fall Barry the Butcher... Und es wurde zum ersten gelösten Fall meines großen Bruders."
Leon, in eine Decke gehüllt, saß mit Fayt auf einer Treppe vor dem Eingang zur Lagerhalle, während Barry von den Soldaten abgeführt wurde. ,,Großer Bruder...", begann Fayt. ,,Den Ring der Alchemisten könnte es wirklich geben. Aber wenn du ihn finden willst, musst du wieder ein Nationaler Alchemist sein." Er fasste sich erneut an die Stelle, an der Leon ihn mit seinem Dolcharm getroffen hatte. ,,Ich habe keinen Körper, also kann ich nicht die Angst fühlen, die du fühltest, wenn du glaubtest, du würdest sterben... Das ist traurig... und hart. Ich möchte meinen eigenen Körper wiedererlangen... ein menschlicher Körper. Ich möchte den Ring der Alchemisten suchen... selbst wenn es etwas ist, das sich gegen den Fluss der Welt richtet und unmöglich zu finden ist..." ,,Ich hab es verstanden, als ich dachte, ich müsste sterben...", sagte Leon auf einmal. ,,Alles, was ich tun konnte, war schreien. Mein Verstand hatte ausgesetzt... Ich hab zu hoch von mir gedacht und gedacht, ich könnte jemanden retten. Wir haben bereits genug damit zu tun, unsere ursprünglichen Körper weiderzuerlangen. Und um das zu erreichen, ist es mir egal, ob mich die Menschen Militärköter oder einen Teufel nennen." Die Tränen traten ihm erneut ins Gesicht. ,,Aber... wir sind keine Teufel und auch keine Götter. Wir sind nur Menschen!" Weinend verbarg er sein Gesicht in seinen Händen. ,,Wir konnten noch nicht einmal Nina retten. Wir sind nur erbärmliche Menschen."
Am nächsten Tag in Roys Büro...
,,Eine Bedinungung?", fragte Roy Leon interessiert. ,,Ich werde jegliche Mission des Militärs annehmen.", sagte Leon. ,,Und im Gegenzug will ich, dass Sie mir alle Informationen über den Ring der Alchemisten zur Verfügung stellen, die Sie haben. Und wenn ich nicht auf einer Mission bin, erlauben Sie mir, dass ich mich dann auf die Suche nach dem Ring der Alchemisten mache." ,,Willst du, dass dein Verbrechen, eine Menschliche Mutation, an die Öffentlichkeit gerät?", fragte Roy. ,,Wenn das geschieht, wird dein kleiner Bruder in ein Labor geschickt werden, weil er ein Fall einer seltenen Mutation ist. Ich kann dir damit drohen, wenn du mir nicht gehorchst." Leon nickte. ,,Gut... in Ordnung.", sagte Roy und warf Leon die Silbertaschenuhr zu. ,,Aber ich will, dass Sie mir alles berichten, was Sie über den Ring der Alchemisten herausfinden." Er wühlte in seinem Schreibtisch herum und holte ein offizielles Schreiben hervor. ,,Der Führer hat Ihnen bereits einen Zweitnamen gegeben. Und dazu auch noch einen ziemlich ironischen, wie ich finde." Er reichte Leon das Schreiben, der laut las: ,,Bei meinem Amt als Führer, gebe Ich, King Bradley, Ihnen, Leon Elric, den Titel Metallalchemist." Er brach ab und sah zu Roy. ,,Metallalchemist?", wiederholte er verwundert. ,,Nationalen Alchemisten wird jeweils eine Silbertaschenuhr und ein Zweitname gegeben.", erklärte Roy. ,,Meiner ist beispielsweise Flammenalchemist. Und von heute an tragen Sie den Zweitnamen Metallalchemist." ,,Der Name gefällt mir.", sagte Leon. ,,Den nehme ich."
Winry schritt vergnügt durch die Einkaufsstraße Central City´s, Leon und Fayt dicht hinter ihr. ,,Und zur Feier des Tages wirst du mir was Schönes und Teures kaufen, Leon.", trällerte sie vergnügt. ,,Sollte das nicht eigentlich andersherum sein?", fragte Leon. ,,Ich hab dir schließlich deinen Arm gestern Abend repariert.", sagte Winry nur. ,,Großer Bruder, dieser Mörder hatte nichts mit Ninas Tod zu tun.", flüsterte Fayt Leon zu. ,,Ja, ich weiss.", entgegnete Leon. ,,Er hat ein Alibi für diese Nacht." ,,Wer hat Nina dann ermordet?", fragte sich Fayt. Leon seufzte tief.
Von einer dunklen Gasse aus sah der Mann mit der Narbe auf dem Gesicht zu, wie Winry, Leon und Fayt durch die Gassen schlenderten. Doch sein Hauptaugenmerk galt nicht den drei Kindern, sondern der Silbertaschenuhr, die wie ein Schlüsselanhänger an Leons Hose hing: Das Zeichen dafür, dass er ein Nationaler Alchemist war. Der Mann schob sich die Sonnenbrille zurecht und verschwand tiefer in die Dunkelheit der Gasse, sein rechter Arm rot leuchtend.
Vorschau Kapitel 9: Militärhund: Von Anfang an wussten Leon und Fayt, was es bedeutet, ein Nationaler Alchemist zu sein.Doch wie werden die beiden reagieren, wenn sie vom Hass erfahren, den viele Menschen auf das Militär haben...?
