Freitag, 31. August 2007

Tales of Alchemy Kapitel 13: Flamme vs. Metall

Dichter Regen prasselte über East City hernieder, als Leon und Fayt vor den hohen Stahltoren des Militärhauptquartiers der Stadt ankamen. ,,Da wären wir.", sagte Leon. ,,Ja, da wären wir.", stimmte Fayt zu. Leon seufzte tief. ,,Was ist los, großer Bruder?", fragte Fayt. ,,Es ist weder schlecht noch gut.", söhnte Leon. ,,Nur, dass wir uns jetzt wieder eine dieser langen Reden des Obersts anhören müssen." Er setzte ein zynisches Lächeln auf und sprach mit tiefer Stimme, mit der er Oberst Roy Mustang nachahmen wollte: ,,Die Reise nach Lior City, wo ein Hohepriester angeblich den Ring der Alchemisten haben soll, war ebenfalls eine nutzlose Zeitverschwendung, nicht wahr? Wieviel Militärgeld wollen Sie eigentlich noch für Ihre schwachsinnigen Touren quer über die Welt aus dem Fenster werfen, bis Sie endlich zufrieden sind? Oh du meine Güte, scheint, Leonard ist gar nicht hier..." Er tat so, als würde er etwas am Boden suchen. Dann jedoch verschwand das zynische Lächeln aus seinem gesicht und er tat plötzlich so, als würde er zu einem Riesen aufschauen. ,,Ich sage doch, ich bin hier!", rief er mit normaler Stimme. Erneut setzte er das zynische Lächeln auf und sprach mit der tiefen Stimme: ,,Tut mir Leid, tut mir Leid, ich habe Sie bei all den Akten auf meinem Schreibtisch gar nicht gesehen, Metal." Er lachte laut und ließ dann seinen Kopf hängen. ,,Aber nun ja, wir haben wohl keine andere Wahl.", meinte er. ,,Gehen wir rein, Fayt!" Erst jetzt stellte er fest, dass Fayt verschwunden war. ,,Fayt?", rief er verwundert. ,,Fayt?!?" Er erblickte Fayt, der halb in einer Seitengasse war, wo er sich zu Boden gekniet hatte. ,,Fayt, komm schon!", rief Leon ihm zu. ,,Tut mir Leid.", entschuldigte sich Fayt, stand schnell wieder auf und ging zu Leon zurück. ,,Was hast du denn da gemacht?", fragte Leon. ,,Ähähähähähä...", lachte Fayt und wollte gerade etwas sagen, als ein markerschütternder Schrei vom Hauptquartier her zu vernehmen war. ,,Was zum...?!?", stammelte Leon, der erschrocken in die Höhe gesprungen war.
,,Humankind cannot gain anything without first giving something in return.
To obtain, something of equal value must be lost.
That is Alchemy´s first law of Equivalent Trade.
Some people believe that it´s the one and only truth of the world." (Auszug: Buch der Alchemie)
Kreischend wich ein äußerst dicker Mann in Militärkleidung vor einem Etwas auf einen Schreibtisch zurück. ,,Was ist denn los, Breda?", fragte Havoc, der mit Relena Hawkeye und Farman ebenfalls anwesend war, den dicken Mann namens Breda verdutzt. ,,Ha-Havoc, seien Sie vorsichtig! Das da...", stammelte Breda ängstlich und deutete auf den Boden, wo ein kleiner Husky-Welpe lag und mit großen Kulleraugen schwanzwedelnd zu Breda aufsah. ,,Was ist das denn?", wunderte sich Hawkeye. ,,Ich glaube, das ist ein Hund.", meinte Farman. ,,Ein Fleischfresser. Der wissenschaftliche Name dieses Tieres ist..." ,,Das meine ich doch gar nicht, Lieutenant Farman.", unterbrach Hawkeye ihn. ,,Tut mir Leid, Lieutenant Hawkeye.", entschuldigte sich Farman. Ein Mann in Militärkleidung mit Hornbrille stürmte in den Raum, erblickte den Hund und nahm ihn in seine Arme. ,,Tut mir Leid, ich hab ihn heute Morgen auf der Straße gefunden.", erklärte der Mann den anderen. ,,Corporal Major Fury...", bibberte Breda vom Schreibtisch her. ,,Hmm... Sie wollen ihn also behalten, Fury?", fragte Havoc den Mann namens Fury. ,,Es wäre schön, wenn ich es könnte, aber wie Sie sich sicher bewusst sind, Sergeant Havoc, sind Hunde in den Militärschlafräumen nicht erlaubt.", erklärte Fury. ,,Aber das bedeutet nicht, dass Sie ihn hier im Büro halten können.", meinte Hawkeye. ,,Er hat gezittert im Regen, deswegen...", begann Fury traurig und sah dann zu den anderen. ,,Würde einer von Ihnen ihn aufnehmen?" ,,Ich wohne ebenfalls in einen der Militärschlafräume.", wandte Farman ein. ,,Kann ich nicht. Ich hasse Hunde.", schlotterte Breda. Fury seufzte enttäuscht. ,,Dann nehm ich ihn, ich mag nämlich Hunde.", sagte Havoc, nahm Fury den Hund aus den Armen und wollte das Büro verlassen. ,,Ich danke Ihnen, Sergeant!", bedankte sich Fury glücklich. ,,Ich hab gehört, dass sie sehr lecker sein sollen, geröstet.", meinte Havoc gedankenversunken. ,,In North City kauft man siezum Verzehr, besonders Labradore sollen ja sehr..." Resolut entriss Hawkeye ihm den Hund wieder und gab ihn zurück zu Fury. ,,Wir finden schon noch einen anderen Besitzer.", sagte sie schnaubend. ,,Ja.", sagte Fury und drückte den Hund erleichtert an sich. ,,Ich hab doch nur Spaß gemacht.", versicherte Havoc ihnen. Der Hund begann zu bellen und sah zur Tür, die im nächsten Moment geöffnet wurde; Leon und Fayt steckten ihre Köpfe ins Büro hinein. ,,Ähm... entschuldigen Sie die Störung...", begann Leon. ,,Leonard, Fayton, seid ihr gerade erst zurück?", fragte Hawkeye und lächelte den beiden fröhlich entgegen. Die beiden nickten. ,,Miau!", erklang es aus Fayts Innerem. Fayt erstarrte, und Leon sah ihn mit strengem Blick an. ,,Gerade war da...", begann Hawkeye und starrte Fayt an. ,,Du...", sagte Leon verärgert zu Fayt, packte ihn und befahl: ,,Mitkommen!" ,,Leonard, Ihr Bericht!", rief Hawkeye. ,,Ich werde sofort zum Oberst gehen.", versprach Leon ihr und zog Fayt mit sich auf den Flur. ,,Du kannst nicht einfach eine Katze von der Straße aufgabeln, wenn wir weder die Zeit noch das Wissen dafür haben.", stutzte Leon Fayt mit Blick auf die rot-getigerte Katze zurecht. ,,Aber sie hat gezittert da draußen im Regen...", rechtfertigte sich Fayt. ,,Wir können sie behalten, richtig?" ,,Nein!", sagte Leon sofort. ,,Bring sie dahin zurück, wo du sie gefunden hast!" Fayt sah zu Boden und zitterte, bevor er schließlich aufsprang, Leon gegen die Wand schlug und losrannte. ,,Du blöder großer Bruder! Unmensch!", heulte er los. ,,Renn nicht so! Die arme Katze!", rief Leon ihm hinterher, da die Katze in Fayts Rüstung hin und her geschleudert wurde. ,,Das weiss ich selbst! Das weiss ich selbst!!", jammerte Fayt im Laufen.
Als Nächstes betrat Leon Roy Mustangs Büro, doch dort war niemand. Also setzte er sich auf einen der Sessel vor dem Schreibtisch und wartete. Ziemlich unfair von mir..., dachte er seufzend und erinnerte sich, wie er damals versucht hatte, eine Katze mit Hause zu bringen, die seine Mutter jedoch sofort wieder vor die Tür gesetzt hatte. ,,Sieht aus, als würden Sie ihre Arbeit extravagant erledigen.", riss Roy, der das Büro betreten und sich hinter seine Schreibtisch gesetzt hatte, Leon aus seinen Gedanken. ,,Sie waren es doch, der uns die Informationen über den gefälschten Ring der Alchemisten in Lior City gegeben haben.", rechtfertigte sich Leon. ,,Aber niemand hat Ihnen befohlen, den Hohepriester zu stürzen.", stellte Roy richtig. Leon erinnerte sich, wie er die riesige Statue des Sonnengottes Leto damals zum Leben erweckt hatte und ihr befohlen hatte, die Statuen, die Cornero unter Kontrolle gebracht hatte, mit einem Fausthieb zu zerschlagen; Cornero hatte sich dabei beinahe in die Hose gemacht. ,,Tja, am Ende hat aber dafür das Hauptquartier von East City doch die Loorbeeren für die Stürzung des Hohepriesters eingesackt.", meinte Leon. Doch plötzlich machte er große Augen und sprang gereizt auf. ,,Hey, sagen Sie mir nicht, dass Sie das von Anfang an geplant hatten!?!", schrie er aufgebracht. ,,In Xenotime wurde die Villa eines gewissen Magwars zerstört, und ich habe gehört, er sei wie vom Erdboden verschwunden.", sagte Roy, um vom Thema abzulenken. ,,Hmm... Wo lag Xenotime noch mal?", schauspielerte Leon. ,,Könnten Sie mir also bitte auch noch einen Bericht über das Rote Wasser schreiben?", bat Roy ihn. Leon grummelte laut und erinnerte sich daran, wie Magwar versucht hatte, den Felsen, der in die Quelle gekracht war, aus der das Rote Wasser entsprungen war, zur Seite zu rollen und dabei von einem gigantischen herabfallenden Felsen zerschmettert worden war. ,,Und außerdem haben mich ein paar Fragen aus Aguroya erreicht.", fuhr Roy fort. Leon erinnerte sich zurück, wie er mit Psiren auf dem Wasser gekämpft hatte und sie schließlich mit einer Faust aus Stein eingefangen hatte. ,,Ist das Gesicht unter Psirens Maske wirlich so schön wie man sagt?", fragte Roy. ,,Was Sie mir also zu sagen versuchen ist, dass Sie genau über das Bescheid wissen, was wir getan haben, richtig?", fauchte Leon und wandte sein Gesicht von ihm ab. Roy seufzte und stand von seinem Stuhl auf. ,,Metal, wie wäre es, wenn Sie endlich zur Ruhe kommen würden und aufhören mit dieser sinnlosen Suche?", schlug er vor und wandte sich zum Fenster um, gegen das der Regen in Strömen prasselte. ,,Damit Sie mich von morgens bis abends herumkommandieren können?", entgegnete Leon spöttisch. ,,Fayt und ich haben ein Ziel." ,,Der Ring der Alchemisten, nicht?", sagte Roy. ,,Aber nun sind schon drei Jahre vergangen, und Sie haben ihn immer noch nicht gefunden." ,,Ich werde ihn finden, koste es, was es wolle.", sagte Leon entschlossen und wollte das Büro verlassen. Dann jedoch blieb er stehen, da ihm etwas eingefallen war. ,,Oberst, sagt Ihnen der Name Marcoh etwas?", fragte er Roy. ,,Er ist ein Arzt, der vor fünf Jahren in Xenotime war. Angeblich soll er ein Alchemist sein. Er war in der Lage, die Vergiftung, die das Rote Wasser verursachte, mit einer alchemistischen Reaktion zu heilen, was vor ihm kein anderer Alchemist geschafft hat. Das Militär sollte den Namen eines solch begabten Alchemisten eigentlich kennen." ,,Der Name sagt mir nichts, aber ich werde in den Unterlagen nachschauen.", sagte Roy, das Gesicht weiterhin zum Fenster gerichtet, sein Blick auf einmal merkwürdig glasig, so als wäre er tief in Gedanken versunken. Auf einmal wurde die Tür zum Büro geöffnet und Hawkeye trat ein. ,,Oberst!", rief sie angespannt. Mehrere Soldaten betraten ebenfalls das Büro, angeführt von einem sehr großen Mann mit Schnauzbart: Es war der Nationale Alchemist Basque Gran, der damals Maxwell Tuckers Forschungen unterstützt hatte. Unter den Soldaten, die den Raum betreten hatten, waren Meas Hughes, Leons und Roys Freund aus Central City, und ein Soldat mit Glatze, der einen blonden Schnauzbart trug und sogar noch größer als Gran war. Hughes sah zu Roy, ginste und zuckte mit dem Schultern. ,,Das ist ein überraschender Besuch, Brigadier General.", sagte Roy und verbeugte sich vor Gran. ,,Von diesem Moment an wird dieses Büro bis auf ungewisse Zeit das Zentralcenter des Militärs.", sagte Gran. ,,Das Zentralcenter des Militärs...?", wiederholte Roy verwundert. ,,Ahahahahaha!!!", lachte jemand belustigt, und im nächsten Moment betrat die oberste Instanz des Militärs, der Führer King Bradley, das Büro. ,,Sie sehen ja aus wie zehn Tage Regen, Mustang.", sagte Bradley belustigt. ,,Schön einatmen und ausatmen." Eine sehr hübsche Frau mit langen braunen Haaren folgte dem Führer, und Leons volle Aufmerksamkeit war sofort dieser Frau zugewandt. ,,Führer!", rief Roy überrascht. Niemand schenkte Leon irgendwelche Aufmerksamkeit, der nun mit großen Augen die Frau an der Seite Bradleys anstarrte. Diese langen braunen Haare kamen ihm so bekannt vor... Dieses Lächeln... Diese... goldenen Augen... so golden wie seine eigenen Augen... Mutter...?, dachte Leon verwirrt. Ja, diese Frau sah seiner Mutter zum Verwechseln ähnlich. Was geht hier vor? ,,Von nun an wird jeder Schritt des Hauptquartiers in Central City vom Führer überwacht werden.", erklärte Gran.
Vom Hof her, der im Zentrum des riesig großen Hauptquartiers lag, beobachteten Breda und Havoc in der Caféteria die Hunderten von Nationalen Alchemisten, die mit dem Führer nach East City gereist waren. ,,Sieh dir die Silbertaschenuhren an.", sagte Havoc und deutete auf die Taschenuhren, die jeder Nationale Alchemist an seiner Hose hängen hatte. ,,Das Symbol eines Nationalen Alchemisten: Die Silberuhr.", sagte Breda. ,,Alle dort drin sind also Nationale Alchemisten...hmm...", murmelte Havoc. Was machten so viele Nationale Alchemisten auf einem Haufen in East City?
,,Schau mal, schau mal, Elysea kann jetzt schon auf einem Dreirad fahren. Sie folgt mir darauf überall hin.", nervte Hughes derweil Leon in der Ceféteria und hielt ihm ein Bild von seiner dreijährigen Tochter auf einem Dreirad vor die Nase. ,,Oh, mein süsses Mädchen!" Er knutschte das Bild immer und immer wieder wie besessen ab. ,,Du hast dich echt nicht verändert, Major...", seufzte Leon kopfschüttelnd. ,,Und ich hab noch mehr Bilder. Willst du sie sehen?", fragte Hughes und griff in seine Tasche. ,,Äh... nein, nein.", stammelte Leon schnell. ,,Und wenn du schon kommst, hättest du mir doch vorher Bescheid sagen können. ,,Aber ich wollte Mustangs überraschtes Gesicht sehen!", kicherte Hughes. ,,Oh, und ich bin kein Major mehr, sondern Second Lieutenant. Ich hab ´ne Beförderung vom Führer höchstpersönlich erhalten." ,,Wärst du dann nicht in Central City besser aufgehoben?", fragte Leon. ,,Ich hatte keine andere Wahl als hierher zu kommen.", entgegnete Hughes. ,,Alle von der Untersuchungseinheit sind aus Central City geflohen und..." Er stoppte, erschrocken, weil er zu viel gesagt hatte. ,,Hä?", machte Leon verdutzt. ,,Ähm... äh... nicht so wichtig.", sagte Hughes schnell. ,,Wie geht es mit dieser einen Sache voran?" Er beugte sich zu Leon hinüber und flüsterte: ,,Wie läuft es mit dem Ring der Alchemisten?" ,,Ähm... Ich denke, wir kommen ihm näher.", antwortete Leon. ,,Im Moment suchen wir nach einem Mann namens Doktor Marcoh. Aber der Oberst will mir nichts über ihn erzählen." ,,Vielleicht weiss er ja wirklich nichts?", meinte Hughes. ,,Nein, er verheimlicht mir definitiv etwas...", grummelte Leon. ,,Hast du gerade "Marcoh" gesagt?", fragte Basque Gran, der einen Teil des Gespräches mitgehört hatte, und kam dazu. Der ganze Raum war sofort vollkommen ruhig. ,,Brigadier General?", fragte Hughes verdutzt. ,,Der Stahlblut...alchemist...", sagte Leon mit bitteren Erinnerungen an ihr letztes Zusammentreffen, als er versucht hatte, die Tatsache zu vertuschen, dass Maxwell Tucker seine eigene Tochter und seinen Hund in eine Chimära verwandelt hatte. ,,Wenn du Marcoh sagst... meinst du doch den Flüchtling Marcoh, oder?", fragte Gran. ,,Vor sechs Jahren, während dem Zivilkonflikt im Osten, wurden eine Menge Nationale Alchemisten zusammengerufen. Aber Marcoh, einer von ihnen, rannte davon vom Schlachtfeld, und seitdem ist es uns nicht möglich gewesen, seine Aufenthaltsort herauszufinden."
,,Flüchtling?", wiederholte Roy, nachdem Leon ihm in seinem neuen Büro, das er sich nun mit Hawkeye, Havoc, Breda, Farman und Fury teilen musste, von der Unterhaltung mit Gran erzählt hatte. ,,Davon weiss ich nichts."
Den Rest des Mittags verbrachte Leon damit, mit Fayt in der Bibliothek des Hauptquartiers nach Dokumenten über Marcoh zu suchen. ,,Doktor Marcoh... Doktor Marcoh...", murmelte Leon, während er in den Büchern herumblätterte und langsam immer ungeduldiger wurde. ,,Verdammt!", fluchte er schließlich und pfefferte eines der Bücher gegen die Wand. ,,Alle Aufzeichnungen über ihn sind verbrannt worden! Es reicht! Ich werde die Informationen schon vom Oberst bekommen, und wenn ich sie aus ihm herausprügeln muss!" ,,Ihn... verprügeln?", wiederholte Fayt leicht ängstlich. ,,Miau!", erklang es aus seiner Rüstung, und er erstarrte. ,,Du hast sie immer noch...", begann Leon gereizt. ,,Nein... ähm...", stammelte Fayt und wich vor ihm zurück. ,,Es ist nur so, dass es immer noch regnet, und..." ,,Yo!", rief Hughes, der die Bibliothek betrat und zu ihnen herüberkam. ,,Ich hab vorhin vergessen, dir etwas Wichtiges mitzuteilen." ,,Was ist!?!", fauchte Leon und warf ihm einen Blick zu, der töten konnte. ,,Ähm... also... es ist so...", begann Hughes und trat ein paar Schritte zurück. ,,Dier diesjährige Einschätzungstest wird nicht wie sonst in Central City abgehalten, sondern hier in East City." ,,Einschätzungstest?", wiederholte Leon. ,,Sie meinen den Test dafür, dass man weiterhin Nationaler Alchemist sein kann?", fragte Fayt. ,,Laut den Regeln...", begann Hughes. ,,Warten Sie, Sergeant Major...", unterbrach Leon ihn. ,,Es heißt "Second Lieutenant"!", fauchte Hughes. ,,Ich möchte dieses Jahr einen ganz bestimmten Test ablegen.", erklärte Leon. ,,Hä?", machte Hughes. Leon grinste boshaft.
,,Eine Kampfeinschätzung?", wiederholte Breda verdutzt in dem Büro, das er sich mit den anderen teilte. ,,So etwas gibt es?", fragte Farman und sah dabei zu, wie der kleine Welpe die Milch trank, die Fury ihm in eine kleine Schüssel gegossen hatte. ,,Die beiden zu testenden Nationalen Alchemisten kämpfen gegeneinander und das Duell selbst wird dann eingeschätzt.", erklärte Havoc. ,,Und Leonard selbst hat diesen Kamf gefordert...", murmelte Farman. ,,Hmm...", machte Hawkeye nur, versunken in dem Buch "Der Vorleser". ,,Und dann hat er auch noch verlangt, dass der Oberst sein Gegner is?", fragte Breda ungläubig. ,,Aber wenn Sie mit vollem Ernst kämpfen, frage ich mich schon, wer gewinnen wird.", meinte Havoc. ,,Der Oberst, oder?", fragte Fury. ,,Nun, Metal (nein, das ist kein Rechtschreibefehler! Das ist Englisch>.<) sollte nicht unterschätzt werden.", sagte Farman weise. ,,Aber wenn man die Gerüchte in Betracht zieht, dass der Oberst in den Zivilkonflikt im Osten beteiligt war...", sagte Havoc. ,,Warum hat sich Leonard nur für so etwas entschieden?", wunderte sich Fury, hob de Welpen hoch und wischte ihm die mit Milch verschmierte Schnauze ab. ,,Es scheint, er hat die Bedingung "Wenn ich gewinne, nimmt der Oberst die Katze bei sich auf." gestellt.", sagte Hawkeye. ,,Katze?", wiederholte Fury geschockt. ,,Das würde ja dann bedeuten, dass ich dem Oberst das Hündchen hier nicht geben kann." Roy trat ins Büro ein und erstarrte, als er den Welpen erblickte. Nach einigen Sekunden jedoch raste er blitzschnell auf Fury zu und blieb wenige Millimeter vor im stehen, auf ihn herab schauend. ,,J... Ja, Sir?", fragte Fury ängstlich. Roy antwortete nicht, sondern schnappte sich einfach den Husky und hielt ihn in die Höhe. ,,Ein Hund?", sagte er verwundert und begann auf einmal vor Freude zu strahlen. ,,Wie perfekt!" ,,Ist das Ihr Ernst?", fragte Fury. ,,Natürlich!", schrie Roy und rückte ihm mit seinem Gesicht bedrohlich nahe. ,,Ein Hund ist loyaler als alles andere! Absoluter Gehorsam für die Worte seines Herrn! Sie beschweren sich nicht, wenn man brutal mit ihnen umgeht, und sie brauchen auch keinen Lohn!" Er began wie irre zu kichern und schüttelte dabei den laut winselnden Welpen hin und her. ,,Mit anderen Worten: Ein perfekter Sklave für den Menschen!!! Das ist perfekt! Ich liebe Hunde!" Hawkeye schüttelte seufzend den Kopf. ,,Übrigens, Oberst, werden Sie Leons Herausforderung akzeptieren?", fragte Havoc. ,,Es ist unmöglich für mich, einem Kind wehzutun.", erklärte Roy. ,,Obwohl es eine Schande ist, dass ich meine Brillanz nicht bei so etwas wie einem Kampf zeigen kann."
,,Das hört sich interessant an.", sagte King Bradley, als Roy in sein Büro kam, das vor ein paar Stunden noch ihm gehört hatte, und ihm von Leons Herausforderung erzählt hatte, die er ablehnen wollte. ,,Ich werde die Kampfeinschätzung erlauben." ,,A... Aber...", begann Roy und schluckte schwer. ,,Es ist in Ordnung, den gesamten Hof zu benutzen.", sagte Hughes. ,,Dadurch brauchen wir keine Angst zu haben, die Stadt könne dabei zerstört werden." ,,Oder haben Sie etwa Angst?", fragte Gran hämisch. ,,Kämpfen Sie gegen den Metallalchemist.", befahl Bradley.
Genervt verließ Roy das Büro und betrat den Flur, wo Hawkeye und Havoc schon auf ihn warteten. ,,Ich werde jeder seiner Forderungen gehorsamst nachkommen, bis ich schließlich seinen Platz eingenommen und das gesamte Militär unter mir habe.", sagte er, während sie durch den Flur zurück zu ihrem Büro wanderten. ,,Ich glaube, Sie sollten aufhören, solch ambitiösen Wunschträume zu haben...", meinte Hawkeye zynich. ,,Warum wollen Sie denn überhaupt so sehr Führer werden, Oberst?", fragte Havoc neugierig. Roy blieb stehen und begann zu zittern; Havoc und Hawkeye sahen sich verdutzt an. ,,Was für eine dumme Frage.", sagte Roy. ,,Ab dem Tag, an dem ich Führer werde, werden alle Frauen im Militär mit sofortiger Wirkung Miniröcke tragen!!!" Hawkeye ließ hoffnungslos den Kopf hängen, während Havoc zu sabbern begann. ,,Oberst!!! Ich werde Ihnen bis an mein Lebensende folgen!!!", jauchzte er und warf sich Roy vor die Füße. ,,Sehr schön.", sagte Roy zufrieden. ,,Oberst!", hauchte Havoc fröhlich, während Hawkeye kopfschüttelnd weiterschritt.
Am Nachmittag, als sich der Regen endlich gelegt hatte, ging das gesammte im Hauptquartier von Central City versammelte Militär nach draußen in den Hof, wo ein großes rundes Gebiet im Zentrum des Hofes als Kampfring abgezäunt war, in dem auch ein riesiges Objekt stand, das mit einem Vorhag verdeckt war. ,,Ladies and Gentleman!!!", schrie Hughes, der den Moderator spielte, in ein Mikro. ,,Willkommen zu DEM Ereignis des Jahres in Central City. Aber vorher..." Er zog an einem Strick, und sogleich fiel der Vorhang von dem riesigen Objekt, das im Ring stand. ,,Das Bild des Jahres: Meine Tochter!!!", verkündete er stolz. Genervt schmissen die Soldaten Unmengen von Dingen wie Ziegelsteinen oder Tischen auf das Riesen-Bild, das Hughes´ Tochter zeigte, oder Hughes selbst. Schließlich kam das Bild ins Wanken und sauste hinab auf Hughes zu. ,,Elysea, nein! Böses Mädchen!! Böses Mädchen!!!", kreischte Hughes und wurde im nächsten Moment von dem Bild geplättet. Hawkeye seufzte tief und schüttelte mal wieder nur ihren Kopf.
Zehn Minuten später, nachdem Hughes unter dem Bild befreit worden war...
,,Nun denn, auf zum Hauptevent!", rief Hughes. ,,Obwoh der Kampf nur eine Runde geht, dürfen wir uns trotzdem auf einen spannenden freuen! In der rechten Ecke: Flammenalchemist, Roy Mustang!" Er deutete auf Roy, der unbeeindruckt in der rechten Ecke des Ringes stand; die Menge johlte. ,,Beeindruckend!", rief ein Soldat. ,,Gib mir meine Freundin zurück!", brüllte ein weiterer. ,,Ich will auch so ´n großes Gehalt haben wie der!", beschwerte sich ein dritter. ,,Und in der linken Ecke: Metallalchemist Leonard Elric!" Er deutete auf die linke Ecke des Rings. ,,Wo? Wo?", rief einer und sah sich verwirrt um. ,,Weiss einer, ob der Ansager Halluzinationen hat? Da ist niemand!", rief ein anderer. ,,Ist das da ein Grundschulkind?", wunderte sich wieder ein anderer. ,,ICH MACH EUCH GLEICH MEHR ALS NUR EINEN KOPF KÜRZER!!!!!!!!!", brüllte Leon und wollte auf die Zuschauer losgehen, wurde aber von Fayt zurückgehalten. ,,Temperamentvoll, nicht wahr?", sagte der Führer King Bradley zu der Frau, die wie Leons und Fayts Mutter aussah. ,,Ja, sehr sogar.", stimmte die Frau zu. ,,Dann reagier ich mich eben ab, indem ich das dauergrinsende Gesicht des Obersts bearbeitete.", grummelte Leon und knackte mit den Knöcheln, während Fayt wieder zurück in die Zuschauermenge kehrte. ,,Aber großer Bruder... wir stehen in der Schuld des Obersts.", meinte Fayt von der Zuschauermenge her. ,,Na und!?!", fauchte Leon. ,,Andauernd bedroht er uns damit, dass er unser Geheimnis preisgibt, wenn wir nicht nach seiner Pfeife tanzen!" ,,Und was ist jetzt dein Plan?", fragte Fayt. ,,Ihm kräftig eins auf die Omme zu geben!!!", brüllte Leon und wandte sich dann zu Roy um. ,,Mir ist der Einschätzungstest egal.", sagte er zu ihm. ,,Wenn ich den Kampf gewinne, bekomme ich die Informationen über Doktor Marcoh. Und Sie nehmen die Katze bei sich auf!" Roy lächelte nur. ,,Und nun...", rief Hughes in das Mikro und trat schlagartig die Flucht an. ,,...Kämpft!!!" Leon war so verdutzt über Hughes´ plötzlichen Rückzug, dass er zu spät reagierte. ,,Zu langsam!", rief Roy und schnippte mit seinem Fingern. Leon wurde von einer Explosion getroffen, die ihn von den Füßen riss. ,,Das war unfair!", brüllte Leon, und rannte im nächsten Moment kreischend quer durch den Ring, da Roy eine Explosion nach der anderen vom Stapel ließ. ,,Selbst wenn der Gegner unerwartet angreift, ein Soldat muss immer wachsam sein und den Kampf schnell beenden können.", belehrte Roy ihn. Noch mehr Explosionen folgten. ,,Flammen entstehen wie aus dem Nichts!", rie Fury mit großen Augen. ,,Ah, also sehen Sie die Alchemie des Obersts zum ersten Mal?", fragte Havoc und hielt seine Zigarette in einen der umherstobenden Funken, die von den Explosionen ausgingen, um sie anzuzünden. ,,Der Handschuh seiner rechten Hand ist aus einem feuerverursachenden Stoff gemacht. Je nachdem, wie stark man mit den Fingern schnippt, kann man kleine Lagerfeuer oder gewaltige Explosionen entfachen. Dies passiert dadurch, dass der Wasserstoff in der Luft für eine Art Knallgasreaktion genutzt wird." Immer noch rannte Leon quer durch den Ring, auf der Flucht vor den nicht enden wollenden Explosionen. Schließlich sprang er aus dem Ring, trampelte Fury platt und verschwand in der Menge. ,,Hmm...", machte Roy und sah sich gedankenversunken um in der Menge, in der Leon verschwunden war. ,,Es hat wohl doch so seine Vorteile, klein wie eine Maus zu sein. So kann man ganz leicht in der Menge untertauchen, wie?" Voller Zorn sprang Leon auf einen der Köpfe der Zuschauer und brüllte: ,,SAG NICHT "KLEIN" ZU MIR!!!" ,,Wenn man wütend wird, lässt die Konzentration nach. Man darf sich nicht so einfach provozieren lassen.", sagte Roy weise und schnippte mit den Fingern. Eine weitere Explosion beförderte Leon und mehrere der in der Nähe stehenden Zuschauer gen Himmel. Eine riesige Rauchwolke stieg auf und bedeckte das Kampffeld. ,,Ob ich diesmal wohl übertrieben habe?", wunderte sich Roy. Eine kleine Person zeichnete sich - durch den vielen Rauch - schemenhaft in der Nähe ab. ,,Da!", rief Roy und wollte in die Finger schnippen, stutzte jedoch, als er erkannte, dass dies nur eine Puppe war, die Leons Größe hatte. ,,Jetzt!", schrie Leon und sprang Roy von hinten an. Roy versuchte auszuweichen, doch Leon zerfetzte ihm mit seiner Metallhand, die er zu einem Dolch mutiert hatte, seinen Handschuh. ,,Verdammt!", rief Roy entsetzt. ,,Jetzt können Sie keine Explosionen mehr verursachen!", rief Leon triumphierend, klatschte in die Hände und berührte den Boden. ,,Ich gewinne!!!" Es schoss eine gigantische Kanone aus Stein aus dem Boden, auf dessen Spitze Leon, übers ganze Gesicht grinsend, thronte. ,,Tse...", machte Roy und holte seine linke Hand, die er die ganze Zeit über in der Hosentasche gehabt hatte, hervor: Ein weiterer Handschuh mit einem Mutations-Zirkel war darüber gestülpt!!! ,,Verdammter Mist!!!", kreischte Leon. Schnipp! machte es von Seiten Roys, und schon im nächsten Moment flog Leon erneut gen Himmel. Doch was in die Höhe steigt, muss irgendwann auch wieder hinabfallen, und genau so war es bei Leon, der zu Boden schlug und von Unmengen von Schutt - der durch den durch die unzähligen Explosionen zertrümmerten Erdboden entstanden war - begraben wurde. ,,Autsch...", stöhnte er und grub sich frei. ,,Ein Soldat kämpft immer weiter.", sagte Roy, der plötzlich direkt hinter im stand. ,,Den Gegner mit einem Trick hereinlegen zu wollen ist ebenfalls eine exzellente Kampfstrategie, Metal." ,,Nun bring es schon zu Ende!", fauchte Leon. ,,Das brauchen Sie mir nicht zweimal...", begann Roy und hob seine linke Hand, um mit den Fingern zu schnippen. Doch er stoppte entsetzt, als plötzlich Erinnerungen an früher - ausgelöst durch die Position, in der Leon am Boden saß - in ihm hochkamen... Erinnerungen an den Zivilkonflikt damals im Osten... Er sah einen kleinen Jungen, mit entsetzensstarren Augen zu ihm hochsehen, den Tod in Person von Roy direkt vor Augen. Als Roy wieder zu sich kam, stand Leon wieder, seinen Dolch an Roys Kehle gehalten. ,,Der Kampf ist zu Ende!", rief King Bradley und betrat mit Gran und der Frau, die wie Leons und Fayts Mutter aussah, den Kampfring - oder vielmehr, was davon übrig geblieben war. ,,Ein außergewöhnlicher Kampf.", sagte er lächelnd und klatschte begeistert. Gran rümpfte die Nase, während die Frau nur tief seufzte, so als wenn ihr alles in der Welt viel zu ermüdend wäre. ,,Es ist eine Ehre für mich, diese Worte aus Ihrem Mund zu hören.", sagte Roy und verbeugte sich vor Bradley. ,,Warten Sie, der Kmapf ist noch nicht...", protestierte Leon. ,,Ja, das stimmt schon...", gab Bradley zu. ,,Aber wenn wir weitermachen, werden die Aufräumarbeiten Jahrzehnte dauern. Er besah sich den Hof, ein einziges Schlachtfeld voller Schutt und ausgeknockten Zuschauern.
Bei Sonnenuntergang standen Hawekeye und Fayt am Rande des Hofes und beobachteten, wie Leon mit Alchemie, Roy mit einer Schaufel den Hof wieder begehbar zu machen versuchten. ,,Die beiden haben es verursacht, also müssen sie es auch alleine wieder beheben.", meinte Hawkeye.
Roy gähnte und setzte sich auf einen der vielen Steine, die aus dem Boden gebrochen waren. ,,Genau deswegen wollte ich nicht kämpfen.", grummelte er. ,,Oberst, warum hatten Sie im entscheidenden Moment gezögert?", fragte Leon. ,,Hä?", machte Roy ermattet und sah zu ihm hinüber. ,,Beim letzten Angriff... Sie hatten gezögert, und ich konnte Sie deswegen mit meinem Dolch bedrohen.", erklärte Leon. ,,Hmm...", machte Roy und sah gedankenverloren zu Boden. ,,Es ist eine alte Geschichte, die schon viele Jahre in der Vergangenheit zurück liegt, damals im Ishbal-Zivilkonflikt im Osten.", begann er zu erzählen. ,,Im Osten haben damals das Militär und die Bewohner Ishbals gegeneinander gekämpft, richtug?", fragte Leon. ,,Ich habe... eine Menge grauenhafter Dinge gesehen...", sagte Roy...
Es war vor vielen Jahren im Krieg gegen Ishbal gewesen. Roy hatte einen der Kindersoldaten in einem völlig zerfallenen Haus gestellt; der Junge war höchstens erst elf Jahre alt gewesen. Mit angstverzerrtem Blick und zittrigen Händen, die ein für ihn viel zu großes Gewehr hielten, hatte er vom Boden her zu Roy aufgesehen, der die Hand hochgehoben hatte, bereit, eine Explosion zu verursachen, jedoch ein ebenso angstverzerrtes Gesicht wie der Junge. Schließlich hatte der Junge laut geschrien und mit dem Gewehr auf Roy gezielt, zum Schuss bereit. Eine gewaltige Explosion hatte Sekunden später Ishbal erzittert...
,,Marcoh, der vom Schlachtfeld davonrannte, hat in meinen Augen das einzig Richtige getan.", seufzte Roy. ,,Selbst jetzt denke ich das noch." ,,Ist das der Grund, warum Sie nichts gesagt haben?", fragte Leon. ,,Aber es könnte doch sehr gut sein, wenn Sie sich mit ihm treffen... mit Marcoh...", sinnte Roy. ,,Er lebt?!?", rief Leon, die Erschöpfung vom Kampf auf einmal völlig vergessen. Roy nickte. ,,Oberst, ich hab immer noch nicht von Ihnen gehört, warum Sie bei unserem Kampf gezögert haben.", sagte Leon, schüttelte dann aber seinen Kopf. ,,Nein... Ist schon in Ordnung."
Wimmernd sahen Fury und der Husky-Welpe von Havoc, zu Breda, zu Farman, die alle nur den Kopf schüttelten. ,,Wenn es keine anderen Kandidaten für ihn gibt, werde ich ihn nehmen.", sagte Hawkeye auf einmal. ,,Ist das wirklich wahr?!?", fragte Fury glücklich. Plötzlich sprang der Welpe aus Furys Armen lief auf eine Wand zu, hob ein Bein und pinkelte gegen die Wand. ,,Hey, nur, weil du jetzt endlich einen Besitzer hast, darfst du doch nicht...", begann Fury. ,,Böse! Aus!", rief Hawkeye, zückte ihre Pistole und schoss auf den Husky. Die Schüsse verfehlten den nun geschockt dreinschauenden Welpen nur um Millimeter. ,,Meine Erziehung ist streng.", sagte Hawkeye, nahm den Welpen in ihre Arme und ging mit ihm zur Tür. ,,Komm mit, ich zeig dir, wo du machen darfst, Shadow.", sagte sie, und weg waren die beiden. ,,Sh... Shadow?!?", wiederholte Fury, immer noch geschock, dass Hakweye auf den süssen Welpen geschossen hatte.
Roy und Hughes saßen am Abend in einer Kneipe und genehmigten sich mehrere Drinks. ,,Nach Leons Bericht über Lior City...", murmelte Hughes. ,,Wusstest du, dass General Peacecrafts Gruppen in der Stadt sind?" ,,Hmm?", machte Roy verdutzt. ,,Angeblich soll in Lior City ein Zivilkrieg ausgebrochen sein.", erzählte Hughes. ,,Leon meinte doch, dass die Bewohner zur Vernunft kommen sollten, nun, da der betrügerische Hohepriesterverschwunden ist.", sagte Roy. ,,Nun, dem Hohepriester geht es aber anscheinend blendend, und er überredet die Bewohner Lior Citys dazu, Krieg gegen das Militär zu beginnen. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob der Hohepriester, gegen den Leon gekämpft hat, und der Hohepriester, der derzeitig die Bewohner befehligt, dieselbe Person sind. Villeicht sollten wir Leon noch einmal den Ort untersuchen lassen und..." ,,Er glaubt, er hätte eine Stadt gerettet.", sagte Roy und seufzte traurig. ,,Lassen wir ihn in dem Glauben. Eines Tages, wenn er soweit ist, wird er es selbst herausfinden."
Leon und Fayt standen vor einer Kirche. ,,Wir haben Informationen über Marcoh vom Oberst erhalten. Das hier können wir also nicht auch noch verlangen.", sagte Leon mit Blick auf die Katze, die sie in einem Korb vor die Kirche gelegt hatten. ,,Das geht gegen das Prinzip des Gleichwertigen Tausches." ,,Das ist wahr...", stimmte Fayt traurig zu. Leon klatschte in die Hände und berührte den Korb, der sich daraufhin in einen flauschig warmen Kinderwagen verwandelte; die Katze schnurrte und machte es sich darin bequem. ,,Tut mir Leid.", sagte Leon zu der Katze und ging mit Leon davon in Richtung des Dorfes, wo Marcoh laut Roys Aussage leben sollte.
,,Kannst du mir es nicht verraten?", fragte Roy in der Kneipe Hughes. ,,Das hier ist doch nicht einfach nur eine zeitliche Übernahme des Östlichen Hauptquartiers, richtig?" ,,Die Untersuchungseinheit und mehrere andere Einheiten sind hierhin geflüchtet und haben den Führer mitgenommen.", antwortete Hughes, sein Blick auf einmal sehr besorgt. ,,Allein in Central City sind fünf Nationale Alchemisten und deren Verwandte bereits ermordet worden."
Zur gleichen Zeit hielt ein Mann mit einer kreuzförmigen Narbe, der eine dunkle Sonnenbrille trug - selbst bei Nacht - , einen Soldaten am Kopf in die Höhe, ihn nach Informationen über den Aufenthaltsort der Nationalen Alchemisten trängend. Schließlich leuchtete das Tattoo auf dem rechten Arm des Mannes, und der Kopf des Soldaten zerplatzte, Blut in alle Richtungen spritzend. ,,East City...", murmelte er und nahm seine Brille ab: Seine Augen so rot wie das Blut, mit dem er besudelt war.
Vorschau Kapitel 14: Hand der Zerstörung: Ein Mörder streift in der Gegend herum, jeden Nationalen Alchemisten umbringend, der ihm in den Weg kommt. In wieweit muss Leon sich vor ihm fürchten?
Whenever you are in my sight, I can breath
That alone should satisfy me, but...
Since I am so petty, I keep making the same mistakes
How strong must I become so that no one will be hurt?
I believe in this love without a question and live
Embracing the wound that will never heal...
...The two keep walking...
...Because they cannot go back
Their hearts deep inside...
...Still hurt from the inerasable sin

Dienstag, 28. August 2007

Tales of Alchemy Kapitel 12: Rotes Wasser

Leon, Fayt, Fletcher und Fletchers Bruder standen wie gelähmt in dem Zimmer, an dessen Tür, die zum Flur führte, es nun heftigst klopfte. ,,Meister Leon!", rief eine der Wachen vom Flur her. ,,Stimmt etwas nicht?" ,,Es ist nichts!", rief der ältere Bruder. ,,Ich hab ihnen doch gesagt, sich nicht einzumischen...", murmelte er. ,,Heh. Sieht aus, als würde man euch nicht vertrauen.", spottete Leon. ,,Vielleicht fühlt ihr euch ja besser, wenn ihr einfach ihre wahre Identität preisgebt. Fletcher war zur Tür gestürmt und malte mit einem Stück Kreide einen Mutations-Zirkel an selbige. ,,Fletcher?", fragte der Ältere verwirrt. Fletcher berührte den Zirkel, und sogleich schoss ein Baum in die Höhe, der den Durchgang versperrte. ,,Lauft weg! Beeilt euch!", rief Fletcher den Elric-Brüdern zu. ,,Großer Bruder...", sagte Fayt unschlüssig zu Leon. ,,Wenn sie euch schnappen, werden auch mein großer Bruder und ich in Schwierigkeiten geraten.", erklärte Fletcher ängstlich. ,,Bitte! Wir werden bald alles klarstellen!" Jemand trat mit brutaler Gewalt gegen die Tür. ,,Fayt, los geht´s!", rief Leon, sprang mit Fayt aus einem der Fenster und rannte in den Wald davon. ,,Tut mir Leid, großer Bruder...", entschuldigte sich Fletcher bei seinem Bruder.
,,Humankind cannot gain anything without first giving something in return.
To obtain, something of equal value must be lost.
That is Alchemy´s first law of Equivalent Trade.
Some people believe that it´s the one and only truth of the world." (Auszug: Buch der Alchemie)
Der ältere Bruder beugte sich über Fletcher und heilte mit dem Roten Stein die Wunden, die das Rote Wasser bei Fletcher verursacht hatte. ,,Du hast mir doch versprochen, keine Alchemie zu benutzen.", stutzte er Fletcher zurecht. ,,Vater hat es nie gemocht, wenn du es getan hast." Die Tür wurde nun mit einem letzten ohrenbetäubenden Schlag aufgestoßen und mehrere schwer bewaffnete Wachen und Magwar betraten den Raum. ,,Das ist schrecklich...", sagte Magwar mit Blick auf den verwüsteten Raum. ,,Meister Magwar...", begrüßte der Ältere ihn nickend. ,,Oh, ihr zwei seid also in Ordnung.", sagte Magwar. ,,Und der Stein?" ,,Machen Sie sich keine Sorgen. Hier ist er.", sagte der Ältere und hielt den Stein hoch. Magwar atmete erleichtert auf und starrte begierig auf den Stein. ,,Wie schön und groß er doch geworden ist." Er nahm den Stein. ,,Aber wir haben nicht mehr genügend Zeit. Bitte benutzt "diese spezielle Methode" so bald wie möglich." ,,Wir... müssen diese Methode nicht benutzen, um den Stein zu...", begann der Ältere unsicher. ,,Hmm? Du willst mir nicht gehorchen?", entgegnete Magwar mit strengem Blick. ,,N... Nein, ich...", begann der Ältere. ,,Es gab einst einen Mann, der genauso dahergeredet hat.", erzählte Magwar und holte ein kelchartiges Objekt aus Glas hervor, das mit dem Roten Wasser gefüllt war. ,,Er war ein Verlierer der davonzulaufen versuchte." Er ließ den Roten Stein in den Kelch fallen, der sofort blutrot aufleuchtete. ,,D... Das ist...", stammelte der Ältere erschrocken. ,,Solange ich diese Kelch und den Roten Stein habe, kann ich Alchemie nutzen, selbst wenn ich kein Alchemist bin...", frohlockte Magwar und richtete den Kelch auf die beiden Brüder, die sofort mit Seilen gefesselt wurden und zu Boden fielen. ,,Meister Magwar!", rief der Ältere aufgebracht. ,,Wundervoll!", jubelte Magwar und streichelte liebevoll über den Kelch. Er wandte sich den beiden Brüdern zu, lächelte boshaft und sagte: ,,Die richtigen Elric-Brüder haben - im Gegensatz zu euch beiden - blonde Haare und goldene Augen. Ihr beiden seid Nash Tringhams Söhne."
Leon und Fayt kamen in Vercios Haus an und versuchten sich leise in ihr Zimmer zu schleichen. ,,Ich hab ziemlich viel Krach von der Villa her gehört.", sagte Vercio, der, auf einem Sessel sitzend, bereits auf sie gewartet hatte. ,,Ähähähähähä...", lachte Leon verlegen. ,,Wirklich?" ,,Ihr seid schon wieder dort gewesen, oder?", sagte Vercio und seufzte. ,,Ihr beide seid einfach unbelehrbar." Ersticktes Husten kam von einem der Zimmer her. ,,Hmm? Ist Elisa immer noch hier?", fragte Fayt verwundert. ,,Ja. Die Zitronenbäume sind kurz davor abzusterben, also wollte sie unbedingt hier bleiben.", erklärte Vercio. ,,Aber ihr Husten wird immer schlimmer. Ich hab sie gerade erst ins Bett gebracht."
,,Rotes Wasser?", wiederholte Vercio erschrocken, als Leon und Fayt ihm von dem erzählt hatten, was in der Villa geschehen war. ,,Sie haben versucht es zu kristallisieren, um einen Roten Stein herzustellen.", fuhr Leon fort und nippte an der Tasse Kakao, die Vercio ihm gemacht hatte. ,,Aber dann wiederum ist der Rote Stein lediglich eine Imitation verglichen mit dem Ring der Alchemisten." ,Was hat er bloß mit "Vaters Traum" gemeint?", wunderte sich Fayt. ,,Das muss einfach eine billige Ausrede gewesen sein.", meinte Leon schulterzuckend. ,,Diese beiden... Könnten sie Nashs Söhne sein?", fragte sich Vercio nachdenklich. ,,Nash?", wiederholte Leon fragend. ,,Meinen Sie Nash Tringham, der das Rote Wasser entdeckt hat?" ,,Er stammte aus dieser Stadt.", erzählte Vercio. ,,Er ging nach Central City, um Forschungen an dem Roten Stein zu betreiben. Aber eines Tages kam er zurück in diese Stadt..."
Es war an einem regnerischen Tag gewesen, als Nash Tringham durch die rutschigen Straßen Xenotime´s gewandert war. ,,Nash?", hatte plötzlich jemand gerufen. Er hatte sich umgewandt und Vercio erblickt, der zwei große Körbe voll Zitronen getragen hatte. ,,Du bist wieder da. Wie geht es dir?", hatte Vercio ihn gefragt. Nash hatte ein gezwungenes Lächeln aufgesetzt und geantwortet: ,,J... Ja..."
Die beiden Männer waren in ein Restaurant gegangen. ,,Diese Stadt geht den Bach runter...", hatte Vercio Nash erzählt. ,,Ich persönlich glaube, die Leute sollte aufhören, sich auf das Gold zu verlassen." Nash hatte nur zu Boden gesehen. ,,Wie laufen die Forschungen über das Rote Wasser?", hatte Vercio weiter gefragt. ,,Ich höre auf. Ich werde es nie wieder erforschen.", hatte Nash mit erstickter Stimme gesagt. ,,Und ich gehe auch nie wieder zurück nach Central City." ,,Was? Was ist dann mit deiner Familie?", hatte Vercio verwirrt gefragt. ,,Ich habe als Ehemann und Vater auf ganzer Linie versagt.", hatte Nash geantwortet, den Blick weiterhin zu Boden gerichtet...
,,Er hatte alles zurückgelassen...", schilderte Vercio weiter den beiden Elric-Brüdern. ,,Und er hat nie davon gesprochen, was in Central City passiert ist." Er seufzte. ,,Dann jedoch kam der Landbesitzer der Stadt, Magwar, und sprach mit ihm. Er gab die Forschungen am Roten Wasser bekannt."
Es war an einem schönen sonnigen Tag gewesen, als Vercio eine Werkstatt an sein Haus anbauen wollte. Dabei hatte er einen Streit zwischen Nash und Magwar mitbekommen. ,,Die Antwort ist dieselbe, egal, wie oft Sie mich fragen!", hatte Nash geschrien. ,,Dann wollen Sie diese Stadt im Stich lassen?", hatte Magwar aufgebracht gefragt. ,,Nur Ihr Rotes Wasser kann dieser Stadt jetzt noch zu Gold verhelfen! Wenn wir Gold haben, wird diese Stadt wieder aufblühen! Nash, nur Sie können diese Stadt retten. Bitte!" Nash hatte haltlos zu zittern begonnen...
,,Schließlich endete er in einen von Magwars Minen, wo er mit den Forschungen begann.", erzählte Vercio weiter. ,,Und die Stadt wurde wieder mit Gold gesegnet. Die Stadt erblühte erneut, und die Straßen waren erfüllt mit Handel. Das Leben kehrte zurück. Aber gleichzeitig breitete sich eine unbekannte Krankheit unaufhaltsam aus. Viele Babys, die gerade erst geboren waren, starben, da es keine Möglichkeit gab, die Krankheit zu heilen..." ,,Elisa ist von dieser Zeit, nicht wahr?", fragte Leon. Vercio nickte. ,,Nach einiger Zeit kam Marcoh, ein Alchemisten-Doktor, in diese Stadt.", fuhr er fort.
Marcoh war in das Haus von Elisas gekommen, wo er die gerade erst geborene, kleine Elisa untersucht hatte. ,,Hmm...", hatte er mit prüfendem Blick auf die von Atemnot und starkem Husten geplagte Elisa gemacht. ,,Die Ursache ist ein Gift, das in die Erde gezogen ist: Das Rote Wasser." Er hatte in seine Reisetasche gegriffen, etwas herausgeholt und es über Elisa gehalten. Das Objekt hatte zu leuchten begonnen...
,,Es hatte geleuchtet?!?", wiederholte Leon. ,,Ja.", antwortete Vercio. ,,Könnte das Licht eine alchemistische Reaktion gewesen sein?", wunderte sich Fayt. ,,Wie dem auch sei, es ist zu hundert Prozent sicher, dass Elisa nur dank dieser Behandlung gerettet wurde.", sagte Vercio. Sein Blick verhärtete. ,,Ich drängte Nash nach Antworten."
,,Antworte mir!", hatte Vercio zornig Nash angebrüllt, mit dem er in seinem Haus saß. ,,Wenn das so weitergeht, wird dieser Ort eine Stadt des Todes! Was hast du getan?!?" ,,Ich lag falsch...", hatte Nash mit kleinlauter Stimme gemurmelt. ,,Erneut... Es ist erneut geschehen... Ich werde allem ein Ende bereiten... Allem..." Er hatte das Haus verlassen...
,,Nash wurde nie wieder gesehen...", sagte Vercio. ,,Schließer wurde immer weniger und weniger Gold gefördert. Und der Wohlstand der Stadt verschwand erneut. Wenn diese beiden Nashs Söhne sind, kommen sie bestimmt nach ihrem Vater."
Leon und Fayt saßen noch lange Zeit draußen in Vercios Garten bei den Zitronenbäumen und starrten zu den Sternen hinauf. ,,Großer Bruder...", begann Fayt. ,,Was?", fragte Leon gedankenversunken. ,,Man kann halt nichts machen. Die beiden haben nur noch ihren Vater.", meinte Fayt. ,,Die beiden rechtfertigen die ganze Sache doch nur, indem sie ihren Vater als Ausrede benutzen.", grummelte Leon. ,,Das mag sein, aber wir tun dasselbe.", erwiderte Fayt. ,,Hmpf...", machte Leon nur. ,,Ich verstehe ihre Gefühle.", sagte Fayt.
Magwar hatte die beiden Tringham-Brüder in eine Zelle in den Kellergewölben der Villa bringen lassen, wo sie von zwei bewaffneten Männern bewacht wurden. ,,Wirklich, ihr hättet einfach auf mich hören sollen und "diese spezielle Methode" anwenden sollen.", meinte Magwar herablassend zu den beiden Brüdern. Fletcher, seine Hände, genau wie die seines Bruders, in ein Holzbrett mit zwei kleinen runden Löchern, durch die seine Hände passten, gefesselt, sah ängstlich zu seinem Bruder und fragte: ,,Großer Bruder, was für eine Methode?" ,,Es ist ganz simpel.", meinte Magwar und grinste boshaft. ,,Wir werden die Frauen, die gerade erst schwanger geworden sind, dazu bringen, das Rote Wasser zu trinken. Schließlich wird das Rote Wasser in die Plazenta fließen und sich kristallisieren." ,,Aber dann werden die Frau und das Kind doch...!", begann Fletcher entsetzt. ,,Stopp!", schrie der Ältere. ,,Dann entnehmen wir das kristallisierte Wasser der toten Frau und mutieren es in einen Stein.", fuhr Magwar gackernd fort. ,,Das ist eine einfache Methode, die auf jeden Fall funktionieren wird." Fletcher und sein Bruder erstarrten. ,,Ihr beiden seid unentschlossen, genau wie euer Vater.", sagte Magwar und wandte sich zum Gehen. ,,Warten Sie!", rief der Ältere. ,,Sagen Sie mir eines: Hat Vater dieser Methode angewandt?" ,,Im letzte Moment ist er aus der Sache ausgestiegen.", antwortete Magwar. ,,Er wäre heute immer noch am Leben, hätte er getan, was ich wollte." ,,Aber Sie... sagten, er sei an einer Krankheit gestorben!", brüllte der Ältere voller Zorn. ,,Tse...", machte Magwar nur und schritt davon. ,,Warten Sie!", brüllte der Ältere. ,,Warten Sie!"
Magwar kehrte, mit Mundschutz, in die Mine unterhalb seiner Villa zurück, in der das Rote Wasser entsprang. ,,Ich habe alles Nötige getan.", verkündete er Lust, die neben der Fontäne Roten Wassers auf einem Fels saß, stolz. ,,Jetzt müssen wir nur noch die Elric-Brüder benutzen und unsere Pläne in die Tat umsetzen." ,,Wird auch alles wie geplant verlaufen?", wunderte sich Lust. ,,Die beiden Elric-Brüder sind keine leichten Gegner." ,,Mit zwei Kindern fertig zu werden wird nicht schwer sein.", meinte Magwar spöttisch. ,,Haben Sie noch einwenig Geduld." ,,In Ordnung.", sagte Lust, ihre violetten Augen funkelnd. ,,Beeilen Sie sich." ,,Ja, Madam.", sagte Magwar, verbeugte sich vor ihr und verließ die Min wieder. ,,Dieser Ort wird bald in Trümmern liegen.", sagte Lust belustigt, ihre Augen katzenartige Schlitze.
Magwar empfing die beiden Elric-Brüder am nächsten Tag gegen Mittag in der Villa in dem Raum, den die beiden Tringham-Brüder zum Experimentieren mit dem Roten Wasser benutzt hatten, und wo überall Pflanzen mit roten, verdorrten Blättern standen. ,,Ich bin untröstlich über den Ärger, den diese beiden Betrüger Euch eingebracht haben.", entschuldigte sich Magwar bei den beiden. ,,Ich bin ebenfalls von ihnen getäuscht worden. Es fällt mir nicht leicht, Euch nach all diesen Ärgernissen darum zu beten... Aber ich halte Euch beide für erstklassige Alchemisten, und es gibt etwas, um dessen Hilfe ich Euch gerne bitten würde..." ,,Die Forschungen am Roten Wasser?", fragte Leon. ,,Oh! Ihr wisst bereits davon?", sagte Magwar zufrieden. ,,Das macht die Sache einfacher für mich." Er lächelte fröhlich. ,,Ich habe gehört, dass Ihr großes Interesse am Ring der Alchemisten habt." Er hielt den Roten Stein hoch, den Fletchers großer Bruder erst gestern gegen sie verwendet hatte. ,,Hmm?", machte Leon und tat so, als wenn er nicht wüsste, was Magwar ihm zeigte. ,,Seid Ihr daran interessiert?", fragte Magwar. ,,Dies hier entsteht, wenn man das Rote Wasser kristallisiert. Es ist wie ein Prototyp des Rings der Alchemisten." ,,Und was soll ich damit tun?", fragte Leon. ,,Ich will Xenotime retten.", erklärte Magwar. ,,Wenn wir die Goldader wieder fließen lassen, müssen die Menschen die Stadt nicht verlassen." ,,Ich verstehe.", sagte Leon. ,,Also, wo sind die beiden Betrüger?" ,,Ich habe sie unten in eine Zelle des Kellergewölbes sperren lassen.", antwortete Magwar. Leon klatschte in die Hände und berührte den Roten Stein, der zu winzigen blutroten Murmeln zerfiel, die über den Boden kullerten. ,,W-Warum habt Ihr das getan?!?", rief Magwar erschrocken. ,,Ich habe kein Interesse an einem unvollständigen Objekt.", erklärte Leon schulterzuckend. ,,Die Bestrafung der Betrüger kommt zuerst. Ich kann Lügnern nicht vergeben." ,,Oh! Bedeutet das, dass Ihr mir helfen werdet?", fragte Magwar erfreut. ,,Aber vor der Arbeit kommt erst mal das Vergnügen.", sagte Leon und setzte ein diabolisches Lächeln auf. ,,Ich habe schon lange niemanden gequält. Oh, es juckt mich schon in den Fingern nach einer Peitsche und Daumenschrauben." Er richtete seinen irren Blick auf Magwar, die Zähne bleckend. ,,Wollen Sie zuschauen?" ,,Äh... Ähm... N-Nein.", antwortete Magwar schnell und wich leicht ängstlich vor Leon zurück. ,,Ich g-glaube, ich m-muss dankbar ablehnen."
Fletcher sah schmollend das Holzbrett an, das es ihm völlig unmöglich machte, Alchemie anzuwenden, während sein großer Bruder trübselig den Kopf hängen ließ. ,,Großer Bruder?", fragte Fletcher schließlich, als plötzlich die Zellentür aufging und Leon und Fayt eintraten. ,,Hi!", begrüßte Fayt die beiden. ,,Fayt?", rief Fletcher verdutzt. ,,Ich hab gehört, Nash Tringham ist euer Vater.", sagte Leon. Die beiden Brüder sahen auf. ,,Was wolltet ihr mit dem Weiterführen seiner Forschungen erreichen?", fragte Leon. Der ältere Bruder knirschte mit den Zähnen und sagte: ,,Das... war Vaters Wasser. Es ist meine Pflicht seine Forschungen weiterzuführen." ,,Du bist wirklich dumm.", seufzte Leon und rollte mit den Augen. ,,Weißt du eigentlich, was die Bewohner dieser Stadt durchmachen aufgrund des Giftes im Roten Wasser?" Der Ältere sah zu Boden. ,,Euer Vater wusste davon.", sprach Leon weiter. ,,Deswegen hat er auch versucht die Forschungen zu stoppen. Ihr könnt nicht glücklich werden, wenn ihr versucht, euch auf das Rote Wasser oder den Ring der Alchemisten zu verlassen." Er klatschte in die Hände und tippte die Holzbretter an, die die beiden Brüder gefangen hielten, und die nun in mehrere Holzklötzchen zerbrachen, die zu Boden fielen. ,,Schreitet vorwärts. Tut nicht so etwas Dummes wie das hier erneut." Er wandte sich zur Zellentür. ,,Fayt, los geht´s!", rief er und rannte los. ,,Okay!", rief Fayt und folgte ihm.
Magwar war immer noch in dem Raum mit den vielen Reagenzgläsern und den verdorrten Pflanzen und lächelte zufrieden. ,,Alles verläuft blendend.", sagte er. ,,Wenn die Forschungen glatt verlaufen, können sie..." ,,Und wer sind diese "Sie", von denen Sie da sprechen?", fragte Leon, der mit Fayt in den Raum zurückgekehrt war. Magwar sah zu ihnen. ,,Es gibt da etwas, was mir aufgefallen ist.", sagte Leon, die Hände vor der Brust verschränkt. ,,Der Mann, der das Rote Wasser erforschte, Nash Tringham... Wohin ist er verschwunden?" ,,Nash?", wiederholte Magwar fragend. ,,Oh ja, Nash Tringham, ich erinnere mich. Ich habe ihn gefeuert, weil seine Forschungen nicht recht vorankamen." ,,Hmm... Sie sehen aber nicht nach Jemandem aus, der jemanden, der über alles Bescheid weiss, einfach so gehen lassen würde.", meinte Leon und lächelte. ,,Was wollt Ihr damit sagen?", fragte Magwar. ,,Ich helfe keinem Mörder,Magwar!", schrie Leon. ,,Du...!", schrie Magwar und zog einen Kelch, gefüllt mit Rotem Wasser, hervor. ,,Dann werde ich euch beide nicht am Leben lassen!" Er holte einen Roten Stein, viel kleiner als der Rote Stein von eben, hervor. ,,Es gibt mehr als genügend Alchemisten auf dieser Welt, die ich benutzen kann!" ,,Noch ein Stein?!?", rief Fayt erschrocken. ,,Es gab mehr als einen?!?", rief Leon verdutzt. ,,Hahahahahaha!!!", gackerte Magwar. ,,Dieser ist jedoch nicht so vollkommen wie der letzte!" Er ließ den Roten Stein in den Kelch fallen, dessen flüssiger Inhalt sofort blutrot leuchtete. Der Helch verformte sich und eine Pistole ragte aus ihm hervor. ,,Sterbt!", brüllte Magwar und schoss auf die beiden Elric-Brüder, die beide in verschiedene Richtungen rollten, um dem Schuss zu entgehen. ,,Ist das schon alles?", rief Leon. ,,Hahahahahaha!!!", lachte Magwar und holte eine ganze Ladung kleiner Roter Steine aus seiner Hosentasche hervor, die er in den Kelch kippte. ,,Was?!?", rief Leon entsetzt. ,,Ich behalte die Oberhand!", jauchzte Magwar, als auch schon Unmengen von Pistolen aus dem Kelch hervorragten. ,,Das kann doch nicht wahr sein!", schrie Leon und rannte mit Fayt durch den Raum. Die Pistolenkugeln rasten haarscharf an ihnen vorbei und ließen stattdessen Bücherregale zerbersten, Tische einbrechen und Reagenzgläser zerklirren, deren flüssig-glitschiger Inhalt sich über den Boden ergoss und das zu Boden gefallenen, durch Pistolenkugeln zerstörte Mobilar tränkte. Leon und Fayt versteckten sich hinter einer der vier Säulen, die diesen riesigen Raum stützten. Wie von Sinnen schoss Magwar auf die Säule, die bedrohlich kleiner wurde, da die Pistolenkugeln Säulenstücke zerbersten ließen. ,,Vergeblich! Vergeblich!", gackerte Magwar und kippte eine weitere Ladung kleiner Roter Steine in den Kelch nach. Er schoss weiter auf die Säule. ,,Es scheint, dass Prinzip des Gleichwertigen Tausches trifft bei ihm nicht zu!", wimmerte Leon schweißgebadet. ,,Verdammt!" Der Pistolenkugelnhagel stoppte erneut. ,,Ich habe noch mehr!", lachte Magwar und griff erneut in seine Hosentasche, um noch mehr Rote Steine in den Kelch zu werfen. Doch bevor er dazu kam, wurde er von Ranken umschlungen, die hn festhielten. ,,Was zum...?!?", kreischte er entsetzt und ließ den Kelch fallen. Er sah zum anderen Ende des Raumes, wo Fletcher mit seinem großen Bruder am Boden kniete und eine der vielen Pflanzen so mutiert hatte, dass sie Ranken geschlagen hatte, die Magwar nun fesselten. ,,Jetzt, Fayt!", rief Leon und stützte sich mit Fayt zusammen mit aller Gewalt gegen die arg in Mitleidenschaft gezogene Säule. Die Säule kam langsam ins Schwanken und krachte schließlich auf den panisch aufschreienden Magwar nieder. ,,Leon! Sieht wohl so aus, als hättest du meine Hilfe doch gebraucht!", rief Fletchers großer Bruder. ,,Wie bitte?!?", fauchte Leon. Der Ältere lächelte und sagte: ,,Ich werde aufhören, meinem Vater folgen zu wollen. Wir werden unseren eigenen Pfad finden." ,,Großer Bruder...", sagte Fletcher glücklich. ,,Grßer Bruder! Sieh doch!", rief Fayt erschrocken und deutete in die Richtung der umgefallenen Statue, unter der sich Treppen befanden, durch die Magwar entkommen war. ,,Eine Untergrundpassage?!?", rief Leon erschrocken. ,,Er ist entkommen!"
Die Elric- und Tringham-Brüder stürmten die Treppe hinab und den Minenstollen hinab, der unterhalb der Villa entlangführte. ,,Russel, sind wir in der Nähe?", fragte Leon, einen Mundschutz tragend, Fletchers großen Bruder namens Russel. ,,Wir sind fast da!", antwortete Russel, er und Fletcher ebenfalls einen Mundschutz tragend. ,,Es befindet sich eine Quelle am Ende der Mine, aus der das Rote Wasser entspringt!" Doch sie mussten stehenbleiben, da ihnen Wand aus massivem Stein den Weg versperrte. ,,Magwar... er hat den Weg blockiert.", fluchte Russel. ,,Ich werde ihn hier rausschleppen!", schrie Leon, klatschte in die Hände und berührte die Steinwand, die sofort in den Boden hinabfuhr und den Durchgang freigab. Magwar, der hinter einer Kanone stand, kam dahinter zum Vorschein. ,,Was?!?", schrie Leon mit großen Augen und lehnte sich schnell mit den anderen Dreien gegen die Minenwand, so dass sie die Kugel, die aus der Kanone auf sie zuschoss, verfehlte. ,,Ich werde diese Quelle niemals aushänden!", brüllte Magwar, während es im Hintergrund eine laute Explosion gab, da die Kanonenkugel gegen eine der Minenwände geknallt war. ,,Solange ich dieses Wasser habe, kann ich die Forschungen fortführen! Ich fürchte mich vor keinem Nationalen Alchemisten!" Er stutzte, als Leon sich vor die anderen stellte, genau so, dass ein weiterer Schuss mit der Kanone ihn treffen würde. ,,Leon...?", begann Russel verdutzt. ,,Sehr dumm von Ihnen, Magwar.", sagte Leon kopfschüttelnd. ,,Unterschätzen Sie nie die Nationalen Alchemisten!" Er klatschte in die Hände. ,,Stirb!", brüllte Magwar und feuerte noch eine Kugel ab. Leon berührte den Boden, und sofort schoss die Steinwand von eben wieder hinauf. Die Kanonenkugel prallte dagegen und verursachte eine weitere Explosion; die Steinwand fiel in sich zusammen, und Magwar, der von dem Rückstoß getroffen wurde, flog zu Boden. ,,Verstehen Sie jetzt?", fragte Leon und ging auf ihn zu. ,,Sie legen sich hier mit jemandem weit über Ihren Fähigkeiten an!" Die Mine, die unter den zwei Explosionen stark gelitten hatte, begann nun aufs Heftigste zu beben. ,,W-Was ist das?!?", stammelte Magwar beunruhigt. Große Felsbrocken krachten nieder in die Mine, und einer fiel mitten in die Quelle, aus der das Rote Wasser entsprang. ,,Leon! Das sieht nicht gut aus! Raus hier!", rief Russel. Magwar stürmte auf die Quelle zu und versuchte, den Felsbrocken, der in die Quelle gefallen war, zur Seite zu rollen. ,,Ich gebe diese Quelle nicht her!", schrie er verzweifelt. Ein gigantischer Felsen löste sich von der Decke und krachte auf ihn und die Quelle nieder; Rotes Wasser spritzte in alle Richtungen.
Leon, Fayt, Russel und Fletcher rannten den Stollen so schnell wie möglich zurück, hinter ihnen stetig Felsen hinabstürzend. Ein Rauschen war zu hören. ,,Das Wasser!", rief Russel entsetzt. ,,Das Rote Wasser wird aus der Mine schießen und die ganze Stadt überfluten!" Leon blieb stehen, klatschte in die Hände und berührte den Boden, so dass eine Steinwand hinaufschoss und dem Roten Wasser den Weg versperrte. ,,Das sollte es für eine Weile aufhalten.", meinte Leon und rannte mit den anderen weiter. ,,Ich hoffe nur, dass der Rest des Berges, in dem sich die Mine befindet, nicht auch noch zusammenstürzt...", sagte Russel besorgt.
Draußen vor der Villa angekommen, mussten sie mit Schrecken feststellen, dass der Berg arg in Mitleidenschaft gezogen worden war und dass das Rote Wasser durch alle dadurch entstanden Ritzen entrann und unaufhaltsam auf die Stadt zurauschte. ,,Verdammt!", fluchte Leon, klatschte in die Hände und berührte den Boden. Um den Wald herum, hinter dem sich die Stadt befand, schossen gigantische Steinmassive hinauf und bildeten einen Staudamm, der sich einmal um den Wald herum zog. Das Rote Wasser rann mit schneller Geschwindigkeit den Felshang hinab, kam aber am provisorisch errichteten Staudamm zum Stehen. ,,Und wenn wir jetzt noch den Fluss stoppen könnten...", sagte Leon mit Blick auf das Wasser, das unaufhaltsam aus dem Berg floss; bald würde der Staudamm überlaufen. Fletcher rannte auf einen der Bäume zu, malte einen Mutations-Zirkel auf diesen Baum und berührte ihn. Der Baum begann hellgrün zu leuchten, und mit ihm auch die anderen Bäume des Waldes. Langsam sank der Wasserstand des Roten Wassers nach und nach ab, während sich die Bäume, die das Wasser aufsogen allesamt blutrot verfärbten. ,,Die Bäume... absorbieren das Wasser?", rief Leon erstaunt.,,Großer Bruder, genauso etwas habe ich auch in dem Raum gesehen, in dem Russel und Fletcher mit dem Roten Wasser experimentiert haben!", rief Fayt und erinnerte sich zurück an die Pflanzen in de Rimmer, deren Blätter allesamt rot gefärbt und verdorrt gewesen waren. ,,Will er, dass die Bäume das Rote Wasser und damit auch das Gift aufnehmen?", fragte sich Leon. Russel ging zu Fletcher und legte ebenfalls seine Hände auf den Mutations-Zirkel auf, um die alchemistische Reaktion zu verstärken. ,,Großer Bruder?", fragte Fletcher, der ihm lächelnd zunickte. Die Bäume, die nun nur noch spärrlich Rotes Wasser absorbiert hatten, wurden durch die Verstärkung der alchemistischen Reaktion schlagartig größer und größer, und endlich verstand das Rote Wasser vollständig. ,,Sie haben es geschafft.", sagte Leon erleichtert. ,,Danke, und lebt wohl...", murmelte Fletcher, und im nächsten Moment zerfielen die Bäume in Milliarden von Pollen, die durch die Luft flogen, um irgendwo auf der Welt neue Wälder heranwachsen zu lassen. Der Staudamm sank wieder zurück in die Erde.
Am späten Nachmittag fuhr der nächste Zug nach East City im Bahnhof von Xenotime ein. Elisa, Fletcher und Russel waren zum Bahnhof gegangen, um sich von Leon und Fayt zu verabschieden. ,,Die hier sind von Herrn Vercio.", sagte Elisa und reichte Leon einen Korb voll Zitronen durchs Fenster in den Zug. ,,Dankeschön.", bedankte sich Fayt. ,,Passt auf euch auf, Onkel Leon und Onkel Fayt.", sagte Elisa vergnügt. ,,Besucht uns mal wieder." ,,Na klar.", antwortete Fayt. Leon wandte sich an Russel. ,,Bist du sicher, dass ihr in dieser Stadt zurecht kommt?", fragte er ihn. ,,Ich werd jegliche Strafe von den Einwohnern akzeptieren.", entgegnete Russel. ,,Meine Fähigkeiten werden sich noch als nützlich erweisen, wenn ich mit Herrn Vercio zusammenarbeite." Er sah ernst drein. ,,Leon... Wirst du weiter nach dem Ring der Alchemisten suchen?" ,,Ja.", antwortete Leon ohne zu zögern. ,,Soll ich... dir erklären, wie man das Rote Wasser kristallisiert?", fragte Russel. Leon stutzte. ,,Das soll keine Widergutmachen oder so etwas in der Art sein, aber ich denke, du solltest es wissen.", meinte Russel. ,,Das brauch ich nicht zu wissen.", sagte Leon. ,,Finden wir schon allein raus." ,,Leon, bitte komm uns wieder mal besuchen.", bat Fletcher ihn. ,,Wir werden aus dieser Stadt einen besseren Ort machen!" ,,Und wenn du dann wieder hier bist, hoffe ich, dass du ein bisschen größer geworden bist.", sagte Elisa vergnügt. ,,Was sagst du da?!? Das war aber nicht nett!", zickte Leon. Ein Pfiff gellte, und der Zug nach East City setzte sich in Bewegung. ,,Auf Wiedersehen!", rief Leon und winkte zusammen mit Fayt den Dreien zu, die ebenfalls winkten.
Als die Drei nur noch kleine schwarze Punkte sah, setzte sich Leon auf seinen Sitz zurück und erblickte erst jetzt einen Brief, der in dem Korb mit Zitronen versteckt war. ,,Ein Brief?", sagte er verdutzt, nahm den Brief und begann zu lesen. ,,Argh!", schrie er auf, als er zu Ende gelesen hatte. ,,Was steht drin?", fragte Fayt neugierig und wollte sich den Brief nehmen, doch Leon hielt ihn von ihm weg. ,,G-Gar nichts.", stammelte er. ,,Zeig ihn mir!", rief Fayt und stürzte sich auf ihn.
An Leon:
Du hast wirklich eine Menge für uns getan.
Danke.
Es tut mir Leid, dass ich mich über deine Größe lustig gemacht habe, weil ich doch
ein Jahr jünger und trotzdem viel größer als du bin.
Ich werde dich als Beispiel nehmen, um ein noch besserer großer Bruder für Fletcher
zu werden.
Schöne Fahrt nach East City.
Russel Tringam
,,Verdammt, er ist größer und denn noch ein Jahr jünger als ich?", grummelte Leon, nachdem auch Fayt den Brief gelesen hatte. ,,Obwohl, irgendwieist das auch schon wieder lustig." ,,Die beiden werden zurechtkommen, richtig?", fragte Fayt. ,,Ja, da bin ich mir sicher.", entgegnete Leon und sah zur untergehenden Sonne hinaus. ,,Bei den entschlossenen Gesichtern, die die beiden hatten..."
Vorschau Kapitel 13: Flamme vs. Metall: Der Kampf Flamme gegen Metall, Roy gegen Leon! Wer wird gewinnen?

Samstag, 25. August 2007

Tales of Alchemy Kapitel 11: Die zwei Brüder

Es war Sonnenuntergang, als die beiden Elric-Brüder die alte Stadt Xenotime erreichten. Die Stadt selbst lag auf einem Berg und war äußerst verfallen; der Schimmel hing bereits mehr als genügend an den Häuserwänden. ,,Und der Ring der Alchemisten soll sich wirklich in einer so abgelegenen und verfallenen Stadt wie dieser befinden?", meinte Fayt skeptisch, während sie durch die Stadt wanderten. ,,Ich kann nicht glauben, dass diese Stadt einst reich an Gold gewesen sein soll." ,,Desto mehr macht es Sinn für sie, den Ring der Alchemisten zu erforschen.", sagte Leon. ,,Was meinst du damit?", fragte Fayt. ,,Nun, da sie aus den Bergminen kein Gold mehr zutage fördern können, versuchen sie wahrscheinlich, mit dem Ring der Alchemisten Gold herzustellen.", erklärte Leon. ,,Dieser Ort hat einst eine Menge Gold produzierte, also würde niemand Gold, das von hier stammt, verdächtig finden." ,,Die Ideen, auf die die Erwachsenen kommen, machen mich wirklich krank.", seufzte Fayt. Es gab einen lauten Knall. ,,Elisa!", hörten sie aus der Nähe einer Bergmine einen Mann ängstlich rufen. ,,Wir brauchen Hilfe!"
Vor einer der Bergminen lag ein kleines weinendes Mädchen, unter einem umgefallenen Minenwagen eingeklemmt. Mehrere Bergarbeiter versuchten den Wagen beiseite zu hieven, hatten allerdings keinerlei Erfolg. ,,Verdammt, es bewegt sich kein Stückchen!", keuchte einer der Männer. ,,Papa...", weinte das Mädchen mit Blick auf den Mann, der ihr am nächsten war. ,,Keine Angst...", sagte ihr Vater und beugte sich zu ihr hinab, am ganzen Leib zitternd. ,,Ich hol dich da raus, Elisa." ,,Was ist los?", rief Leon, der mit Fayt dazukam. ,,Meine Tochter ist hierunter eingeklemmt!", rief Elisas Vater. Leon beugte sich hinab und erblickte die Kleine, die von Minute zu Minute ängstlicher und verzweifelter wurde. ,,Nur noch ein kleines bisschen.", sagte Leon lächelnd zu ihr, klatschte in die Hände und berührte den Minenwagen. Es gab einen Lichtblitz, und im nächsten Moment stand da, wo vorher ein Minenwagen gewesen war, ein Block aus Stahl, neben Elisa.

,,Humankind cannot gain anything without first giving something in return.
To obtain, something of equal value must be lost.
That is Alchemy´s first law of Equivalent Trade.
Some people believe that it´s the one and only truth of the world." (Auszug: Buch der Alchemie)

Elisas Vater brachte die beiden Alchemisten, die seine Tochter gerettet hatten, zu sich nach Hause, das gleichzeitig auch eine Gaststätte war, wo sich am Abend viele der Bewohner Xenotime´s versammelten. ,,Das ist wunderbar! Ich hatte gar nicht gewusst, dass wir Alchemisten in der Stadt haben!", sagte Elisas Vater vergnügt, während er den beiden Alchemisten zum Dank Essen auftischte. ,,Du hast uns wirklich geholfen!" ,,Dir auch vielen Dank, Metall-Papa!", bedankte sich die kleine Elisa bei Fayt. Fayt erstarrte, während Leon lauthals loslachte. ,,Nein,das ist nicht mein Vater. Das ist mein kleiner Bruder.", stellte er glucksend richtig. ,,Kleiner Bruder?", wiederholte Elisa verwundert. ,,Obwohl er größer ist als du?" Diesmal war es an Leon zu erstarren, während Fayt sich ins Fäustchen lachte. ,,Wie dem auch sei, ich bin froh, dass du nicht verletzt bist, Elisa.", sagte Fayt erleichtert. Die Tür wurde aufgestoßen und ein weiterer Mann mit schwarzem zerzaustem Haar stürmte ins Haus, einen Korb voll Zitronen tragend. ,,Elisa!", rief er in panischer Sorge. ,,Ist Elisa in Ordnung?", fragte er. ,,Herr Vercio!", begrüßte Elisa ihn fröhlich und wollte zu ihm gehen, doch ihr Vater hielt sie zurück. ,,Papa?", fragte sie verwundert. ,,Du...!", begann Elisas Vater zornig. ,,Wie kannst du es wagen, dieses Haus zu betreten! Du hast Elisa zum Arbeiten gezwungen!" Er sah zu seiner Tochter. ,,Hör mir zu, Elisa. Egal, was immer auch irgendwer sagt, du darfst Vercio nicht aushelfen!" Vercio sah zu Boden. ,,Nein!", protestierte Elisa aufgebracht. ,,Herr Vercio hat nichts Böses getan! Ich hab ihn darum gebeten, dass ich ihm helfen darf..." Sie brach ab, da sie ein heftiger Hustenanfall überkam. ,,Hier, trink das, Elisa.", sagte ihr Vater besorgt und reichte ihr ein Glas Wasser. ,,Hmm...", machte Leon mit kritischem Blick auf Elisa, die das Glas nur langsam leeren konnte, da sie immer wieder wegen des Hustens zu trinken aufhören musste. Vercio stellte den Korb voll Zitronen auf den Tisch und ging zur Haustür. ,,Es tut mir Leid.", sagte er und verließ die Gaststätte. Nachdem Elisa das Glas Wasser geleert hatte, ging sie auf die Zitronen zu und sagte traurig: ,,Herr Vercio hat gesagt, dass deine Zitronentorten die besten überhaupt gewesen seien, Papa. Und er hat auch gesagt, dass es eine Schande ist, dass kaum noch Farmen übrig sind." ,,Aber sobald der Ring der Alchemisten erst einmal vervollständigt ist, wird dieser Stadt wieder in Wohlstand schwelgen.", sagte einer der Minenarbeiter, die ebenfalls anwesend waren. ,,Und sobald dies der Fall ist, können wir auch wieder Früchte kaufen." ,,Der Ring der Alchemisten?", wiederholte Leon und sprang von seinem Stuhl auf. ,,Ja, ja.", sagte Elisas Vater nickend. ,,Ihr beide seid gekommen, um Meister Magwar bei seinen Forschungen zu helfen, richtig? Seine Forschungen zur Erschaffung des Rings der Alchemisten." ,,Was?", fragte Leon verdutzt. ,,Herr Alchemist, bitte helfen Sie uns, den Ring der Alchemisten zu erschaffen.", bat Elisas Vater. ,,Wir wollen diese Stadt, Xenotime, wieder in ihrem alten, goldigen Glanz erstrahlen lassen." ,,Bitte, Herr Alchemist!", flehte ein anderer. Die Anwesenden in der Gaststätte scharrten sich alle mit erwartungsvollen Blicken um Leon und Fayt herum. ,,Die Dinge scheinen hier ziemlich kompliziert zu sein, aber ich schätze, ich versuche zuerst einmal, diesen Magwar zu treffen.", sagte Leon und wich vor den vielen Menschen, die ihm zu nahe auf die Pelle rückten, zurück. ,,Übrigens, dürften wir eure Namen haben?", fragte Elisas Vater. ,,Unsere Namen?", wiederholte Leon. ,,Ich bin Leonard. Leonard Elric." ,,Und ich bin sein kleiner Bruder, Fayton.", stellte sich Fayt vor. ,,Fayton Elric." Die Leute sahen ihn mit großen Augen an. ,,Die Elric-Brüder?", sagte einer. ,,Der Nationale Alchemist?" ,,Ja!", antwortete Leon mit geschwellter Brust.
Zwei Sekunden später lagen Leon und Fayt draußen vor der Gaststätte auf dem Boden, beide hinausgeprügelt. ,,Wofür war das denn!?!", brüllte Leon zornig. ,,Klappe!", schrie Elisas Vater. ,,Die wahren Elric-Brüder sind schon seit längerem hier in der Stadt!" Er deutete auf eine Villa weit oben in den Bergen hinter einem Wald. ,,Kommt wieder, wenn ihr uns eure richtigen Namen sagen wollt!" Er knallte die Haustür zu.
In der Villa, oben auf der Spitze des Berges, standen in einem Raum der Villa zwei Teenager, nach ihrem Aussehen zu urteilen großer und kleiner Bruder, und experimentierten mit einer roten Flüssigkeit in Reagenzgläsern, beide einen Mundschutz tragend.


Später in der Nacht schlichen sich Leon und Fayt hinauf zur Villa. ,,Wer zum Teufel wagt es, meinen Namen zu benutzen!?!", grummelte er, während sie an der Villa entlang schlichen, die äußerst schwer bewacht wurde. ,,Großer Bruder, willst du dich da wirklich hineinschleichen?", fragte Fayt voll Unbehagen. ,,Natürlich!", fauchte Leon. ,,Ich werde mir diese beiden Betrüger schnappen und Informationen über den Ring der Alchemisten aus ihnen herausprügeln." Die beiden schlichen durch den Garten, vorbei an den bewaffneten Wachen. Schließlich, an der Hausmauer angekommen, klatschte er in die Hände.
Der Lichtblitz, der entstand, ließ die beiden Brüder, die immer noch in der Villa mit der roten Flüssigkeit und exotischen Pflanzen arbeiteten, hochschrecken. ,,Großer Bruder, war das...?", begann der Jüngere fragend. ,,Ein Mutations-Reaktion.", sagte der Ältere nickend.
Leon und Fayt krochen durch die Luke, die Leon mit seiner Mutation in der Hauswand erschaffen hatte, und fanden sich in der Bibliothek der Villa wieder, deren Bücher sie sogleich durchforsteten. ,,Sieh mal, das sind alles Daten, die den Ring der Alchemisten betreffen.", sagte Leon bei einem Buch, das er überflog. ,,Dann versuchen sie hier also wirklich, einen Ring der Alchemisten zu erschaffen?", fragte Fayt. ,,Darin besteht kein Zweifel.", antwortete Leon, in das Buch versunken. Die Tür zur Bibliothek wurde geöffnet und jemand sagte: ,,Das hier ist ein eingeschränktes Areal." Die beiden Elric-Brüder wirbelten herum und erblickten einen blonden Jungen und seinen kleinen Bruder, die die Bibliothek betreten hatten. ,,Seid ihr zwei die...?", begann Fayt. ,,Da seid ihr ja, ihr zwei Betrüger!", schrie Leon. ,,Also musst du der echte Leonard sein.", sagte der Ältere mit Blick auf Fayt. ,,Nein! Nein!", brüllte Leon, außer sich vor Zorn. ,,Ich bin der echte Leonard! Ich!" ,,Was? Du bist der ältere Bruder?", fragte der Jüngere, der sich hinter seinem großen Bruder versteckte, verdutzt. ,,Hast du ein Problem damit!?!", brüllte Leon. Zitternd versteckte sich der Jüngere wieder hinter seinem großen Bruder. ,,Reg dich doch nicht so auf.", sagte dieser. ,,Die Wachen werden dich noch erwischen." Leon hielt sich den Mund zu. ,,So... Der richtige kleine Bruder trägt eine Rüstung, wie?", sagte der Ältere und ging auf die Elric-Brüder zu. ,,Er sieht gar nicht wie ein Vierzehnjähriger aus." ,,Hat der Forschungen über uns angestellt?", sagte Fayt verwundert. Der Ältere blieb kurz vor Leon stehen. ,,Was? Willst du kämpfen?", fragte Leon. ,,Wenn ihr beide brav nach Hause geht, wird das nicht nötig sein.", entgegnete der Ältere gelassen. ,,Lasst uns noch eine Weile als euch ausgeben." ,,Und so fragst du mich nach einem Gefallen?", sagte Leon. ,,Verbeug dich vor mir und frag mich noch einmal." Der Ältere regte sich keinen Millimeter. ,,Sieh nicht so auf mich herab! Mach Platz!" ,,Ich schätze, es macht Sinn, dass du so drauf bist.", sagte der Ältere schulterzuckend. ,,Du bist schließlich schon fünfzehn und hast immer noch die Größe eines Zwölfjährigen." Leon holte wutentbrannt mit seiner Faust nach dem Gesicht des Älteren aus, doch er wich einfach so aus. Leon holte erneut aus; wieder wich der Ältere aus. ,,Grrrrr!", fauchte Leon und begann wie wild auf ihn einzudreschen, doch er wich jedem Schlag geschickt aus. Schließlich packte er Leons linke Faust. ,,Auto-Mail, wie?", sagte der Ältere. ,,Der echte Leonard hatte wohl so seine Probleme in der Vergangenheit, was?" ,,Und du scheinst auch nicht gerade ein leichtes Leben gehabt zu haben!", entgegnete Leon, holte mit seinem Auto-Mail-Fuß aus und traf den Älteren im Gesicht. Er wurde zurückgeworfen und landete kniend am Boden. ,,Weiter geht´s!", schrie Leon und stürmte auf ihn zu. Blitzschnell stand der Ältere wieder auf und verpasste Leon eine Schlag ins Gesicht, der ihn zurückwarf und gegen ein Bücherregal knallen ließ. ,,Zeig mir, was ein Nationaler Alchemist so drauf hat!", rief der Ältere belustigt. ,,Ich hoffe, du bereust es nicht später noch!", rief Leon, klatschte in die Hände und berührte den Boden. Lanzen schossen aus den Boden und auf den Älteren zu, der noch im letzten Moment in eine andere Bücherregalreihe sprang. ,,Ziemlich gut! Kein Mutations-Zirkel, wie?", rief er, stürmte hinter Leon hervor und berührte den Boden. Krallen aus Stahl schossen auf dem Boden. ,,Der Betrüger braucht auch keinen Mutations-Zirkel?!?", rief Fayt verdattert, als Leon ihn auch schon packte und mit ihm in eine andere Bücherregalreihe sprang, um den Krallen zu entkommen. ,,Hast du etwa einen Ring der Alchemisten?", rief Leon dem Älteren zu. ,,Hmm...", machte dieser nur und lächelte. ,,Was ist das für ein Krach?!?", ertönte auf einmal die Stimme einer Wache vom Flur her. ,,Dort drüben!"


Leon und Fayt saßen vor dem Eingang zu Xenotime, Leon ausgiebig vermöbelt von den Wachen, die zuhauf in die Bibliothek gestürmt waren. ,,Verdammt, mir tut alles weh.", fluchte Leon. ,,Dieser Betrüger ist ziemlich stark.", sagte Fayt. ,,Pah! Das war doch mit Sicherheit nur die Kraft des Ringes.", spottete Leon. ,,Dann ist der Ring der Alchemisten vervollständigt?", fragte Fayt. ,,Das werde ich noch herausfinden.", grummelte Leon. Fayt sah zum Vollmond hinauf. ,,Ich frage mich, wie die beiden Brüder heißen.", sagte er. ,,Die beiden müssen schließlich auch richtige Namen haben." Er sah wieder zu Leon. ,,Ob der ältere Bruder älter ist als du?" ,,Fang hier nicht mit Spekulationen aufgrund von Größe an!", fauchte Leon und verpasste ihm einen Hieb, der ihn umwarf.
Die beiden Betrüger-Brüder saßen wieder in dem Zimmer mit den Reagenzgläsern. ,,Großer Bruder, hören wir auf damit.", bat der Jüngere, durch den Mundschutz sprechend, seinen großen Bruder, während der die Pflanzen in dem Zimmer beobachtete, deren Blätter sich an den Rändern braun-gelblich verfärbten. ,,Was machen wir, wenn die beiden den Bewohnern der Stadt die Wahrheit erzählen?" ,,Es gibt keinen Grund zur Sorge.", sagte der Ältere, schüttelte die rote Flüssigkeit in einem Reagenzglas behutsam und schrieb etwas auf ein Blatt Papier nieder. ,,Keiner wird ihnen glauben. Beeilen wir uns, vervollständigen den Ring der Alchemisten und verschwinden aus dieser Stadt." ,,Ob es wirklich funktionieren wird?", wunderte sich der Jüngere. ,,Ich werde nicht zulassen, dass Magwar durch Vaters Forschungen berühmt wird.", entgegnete der Ältere. ,,Aber...", begann der Jüngere. ,,Mach dir keine Sorgen!", unterbrach der Ältere ihn. ,,Wenn es hart auf hart kommt, werde ich sicherstellen, dass wenigstens du entkommen kannst." Großer Bruder, du verstehst nicht..., dachte der Jüngere seufzend. Das wird... mich nicht glücklich machen...
Es war in der Nähe der Villa tief in einer dunklen Mine. Ein See aus rotem Wasser entsprang einer Fontäne und floss durch ein winziges Flussbett durch die Mine. Ein ziemlich pummeliger, mittelgroß gewachsener Mann mit Mundschutz stand vor der Fontäne und starrte das rote Wasser begierig an. ,,Ist es in Ordnung, einfach dort herumzustehen?", fragte jemand. Der Mann wirbelte herum und erblickte eine Frau mit rabenschwarzen Haaren, vollkommen in Schwarz gewandt und auf einem Felsen sitzend: Es war Lust, die Frau, die damals dem üblen Hohepriester Cornero den gefälschten Ring der Alchemisten angedreht hatte. ,,Sie sind also hier?", fragte der Mann. ,,Ich habe gehört, dass Fremde in die Stadt gekommen sind.", sagte Lust. ,,Ja, aber machen Sie sich keine Sorgen. Die Elric-Brüder haben sie verjagt.", entgegnete der Mann. ,,Da bin ich mir nicht sicher.", meinte Lust und schmunzelte. ,,Diese Kinder in Ihrer Villa könnten die eigentlichen Gauner sein." ,,Was?", fragte der Mann verdutzt. ,,Nun, da es so weit kommen musste, wird das Militär bald von den Forschungen hier erfahren.", sprach Lust weiter, erhob sich von dem Fels, auf dem sie gesessen hatte, und wandte sich zum Gehen. ,,Sie müssen bald das hier aufgeben, Magwar." ,,Bitte sagen Sie doch so was nicht! Lassen Sie mich noch ein wenig daran arbeiten!", flehte der Mann namens Magwar Lust an und warf sich vor ihr zu Boden. ,,Bitte geben Sie mir noch etwas Zeit! Ich schwöre, ich werde den Ring der Alchemisten vervollständigen!" ,,Dann beeilen Sie sich.", sagte Lust. ,,Benutzen Sie, was immer dazu nötig ist."
,,Deine Wange ist ganz schön angeschwollen.", meinte Fayt zu Leon, der seine rechte Wange, die einen besonders harten Schlag von einer Wache abbekommen hatte, gegen Fayts kühlen Metallkörper presste. ,,Das ist so kühl und so fühlt sich richtig gut an.", hauchte Leon zufrieden. Fayt kicherte belustigt. ,,Ich bin froh, dass mein Körper dir nützlich ist.", sagte er. Jemand kam aus der Stadt zu ihnen. Die beiden wandten sich um, eine der Wachen erwartend, und stutzten, als sie Vercio erblickten. ,,Sie sind doch derjenige, der vom Besitzer aus der Gaststätte vertrieben worden ist.", sagte Leon. ,,Wenn ihr keinen Ort zum übernachten habt, dann kommt mit.", sagte Vercio nur und ging wieder zurück.


Sein Haus lag am Rande der Stadt, ein wenig abgegrenzt von den anderen Häusern, um sein Haus herum jede Menge Zitronenbäume. ,,Danke. Sie haben uns gerettet.", bedankte sich Fayt bei ihm, als sie sich in die Küche setzten und Vercio sich an den Wasserhahn begab und kühles Wasser in einen Topf goss. ,,Ich kann Kinder doch nicht draußen schlafen lassen.", sagte er und stellte den Topf mitsamt eines Waschlappens auf den Tisch vor Leon hin, der sich damit die geschwollene Wange kühlen sollte. Er wandte sich zum Herd um. ,,Wollen Sie denn nicht unsere Namen wissen?", fragte Leon. ,,Ihr seid die Elric-Brüder, richtig?", sagte Vercio. ,,Dann glauben Sie uns?", fragte Fayt erleichtert. ,,Nein.", antwortete Vercio gleichmütig. ,,Aber ich glaube, dass man seine Gründe hat, wenn man sich als jemand anderes ausgibt. Ich bin schließlich nicht derjenige, der die Konsequenzen dafür tragen wird. Das seid ihr." ,,Sie scheinen nicht am Ring der Alchemisten interessiert zu sein.", meinte Leon. Vercio seufzte tief, dann sagte er: ,,Die Bewohner dieser Stadt können den Reichtum, denen ihnen einst das Gold brachte, einfach nicht vergessen... Deswegen handeln sie genauso, wie Magwar es will."


Der nächste Tag brach an. Leon wurde von einer übergut gelaunten Elisa geweckt, die lauthals rief: ,,Guten Morgen, Herr Vercio!" ,,Dein Papa wird böse werden, weil du mich schon wieder besuchst.", drang Vercios Stimme von der Küche her. ,,Ist schon in Ordnung.", kicherte Elisa. ,,Papa redet gerade mit mehreren Männern über die Goldmine. Er weiss nicht, dass ich hier bin." Leon, noch vollkommen verschlafen, und Fayt, der als Metallrüstung keinen Schlaf brauchte, kamen hinaus in den Flur. ,,Guten Morgen!", begrüßte Fayt die beiden anderen. ,,Ihr beide wart also hier?", fragte Elisa mit großen Augen und bemerkte Leons immer noch geschwollene Wange. ,,Oooh, das sieht schmerzhaft aus!", meinte sie. ,,Das ist die Strafe fürs Lügen." ,,Wir sind nicht diejenigen, die lügen.", fauchte Leon, seine Stimme ein wenig anders als sonst wegen der dicken Wange. ,,Diese Typen haben auf mich eingeschlagen, als wenn ich ein Kinderschänder wäre." ,,Also seid ihr die beiden, die sich in Magwars Villa geschlichen haben?", fragte Elisa. ,,Natürlich!", schrie Leon auf. ,,Wir können diese Betrüger nicht einfach tun und machen lassen, was sie wollen. Mit Hilfe des Rings der Alchemisten Gold herstellen zu wollen ist..." ,,Großer Bruder.", unterbrach Fayt ihn; Elisa sah traurig zu Boden. ,,Ich geh spazieren...", sagte Leon und verließ das Haus. ,,Großer Bruder!", rief Fayt ihm hinterher, doch er hörte nicht auf ihn. ,,Du da in der Rüstung!", rief Vercio von der Küche her. ,,Ja?", fragte Fayt. ,,Könntest du für mich zur Apotheke gehen?", bat Vercio ihn. ,,Ja.", sagte Fayt. ,,Ich möchte, dass du für mich Elisas Medizin holst...", erklärte Vercio. ,,Und du brauchst etwas, was die Schmerzen der Wange deines Bruders lindert."


Durch ein Fenster der Apotheke der Stadt beobachtete der Jüngere der beiden Betrüger-Brüder, wie Fayt, der die Blicke aller Patienten, fast alle ununterbrochen hustend, in der Apotheke, die gleichzeitig als Arztpraxis diente, auf sich zog, zur Theke ging, um die Medikamte zu kaufen. ,,Dieser Kerl in der Rüstung ist ein Betrüger.", zischelte eine Frau den anderen Patienten zu, wobei sie sich nicht darum scherte, dass sie so laut sprach, dass Fayt sie ganz genau hören konnte. ,,Wirklich? Ich hoffe, er verschwindet bald aus der Stadt.", erwiderte eine andere Frau empört. ,,Vielleicht waren sie es ja, die sich in Meister Magwars Villa geschlichen haben.", sagte die erste Frau. ,,Hey, du!", rief die alte Besitzerin der Apotheke, die mit einem Besen auf Fayt zustürmte. ,,Was willst du hier?" ,,I-Ich bin hier, um Medizin zu beso...", begann Fayt. ,,Wir haben hier keine Medizin für Lügner!", schrie die Alte und holte mit dem Besen nach Fayt aus, der kreischend aus der Apotheke rannte. ,,Oje... Jetzt kann ich keine Medizin besorgen.", seufzte er niedergeschlagen und wollte gerade davongehen, als der Jüngere der beiden Brüder zu ihm kam. ,,Ähm...", begann er schüchtern. ,,Du bist doch...", sagte Fayt verdutzt. ,,Ich besorg dir die Medizin.", bat der Jüngere an. ,,Was?", fragte Fayt verwundert. ,,Das ist... doch nur Gleichwertiger Tausch...", sagte der Jüngere. ,,...um wiedergutzumachen, dass wir gelogen haben."


,,Hier.", sagte der Jüngere, nachdem er die Apotheke verlassen hatte, und reichte Fayt die Medikamente. Die beiden setzten sich auf eine Parkbank in der Nähe. ,,Danke.", bedankte sich Fayt bei ihm. ,,Wir haben wohl beide Probleme mit unseren leichtsinnigen Brüdern, nicht wahr?" ,,Du bist nicht böse?", fragte der Jüngere. ,,Ihr habt eure Gründe, oder?", sagte Fayt. ,,Tut mir Leid.", sagte der Jüngere traurig. ,,Wir brauchten berühmte Namen, um uns an Magwars Forschungen beteilien zu können. Leonard Elric ist der einzige junge Nationale Alchemist." ,,Braucht ihr denn den Ring der Alchemisten so dringend?", fragte Fayt. ,,Mein Vater hat ihn sein Leben lang erforscht.", erklärte der Jüngere und ließ den Kopf hängen." ,,Euer Vater war also auch ein Alchemist?", fragte Fayt. ,,Ja.", antwortete der Jüngere. ,,Aber... eines Tages verschwand er ganz plötzlich und ohne Vorwarnung." Seine Hände begannen zu zittern. ,,Und nun zwingt sich mein großer Bruder dazu, seine Arbeit zu vollenden." Er begann zu weinen. ,,Bei meinem großen Bruder ist es genau andersherum.", sagte Fayt. Der Jüngere sah ihn verwundert an. ,,Mein großer Bruder hasst unseren Alchemie-Vater. Unser Vater war zu besessen von der Alchemie und hat unsere Mutter sehr traurig gemacht." Er sah zum Himmel hinauf. ,,Wir haben viele Menschen gesehen, die sehr wegen der Alchemie gelitten haben." Er sah wieder zm Jüngeren. ,,Wenn dein großer Bruder etwas Falsches tut, kannst nur du ihn aufhalten. Du darfst nicht zulassen, dass es eine andere Person tut, sonst wird dein großer Bruder noch dabei verletzt." ,,Hmm...", machte der Jüngere und sah zu Boden.
Die beiden wanderten eine Zeit lang die Stadt entlang, doch an dem Pfad zu Magwars Villa blieben sie stehen. ,,Das stört mich jetzt schon eine Weile...", begann Fayt, als er einen Mann an ihnen vorbeiging, der unter starkem Hustenreiz litt. ,,In dieser Stadt gibt es viele Menschen, die unter Husten leiden, oder?" Der Jüngere zuckte zusammen. ,,J... Ja...", stammelte er. ,,Ich frage mich, ob die Medizin auch helfen wird, den Husten zu stoppen.", wunderte sich Fayt. ,,Das ist...", begann der Jüngere, stoppte aber, als er seinen großen Bruder erblickte, der in der Ferne stand und auf ihn wartete. ,,Großer Bruder...", murmelte der Jüngere. ,,Tut mir Leid, ich muss los!", sagte er und rannte los. ,,Hey, du! Wie heißt du überhaupt?", rief Fayt ihm hinterher. ,,Fletcher!", rief der jüngere Bruder namens Fletcher ihm im Laufen zu. Fayt wollte gerade zu Vercios Haus zurückgehen, als ihm sein wutentbrannter großer Bruder entgegengerannt kam. ,,Großer Bruder?", rief er verwundert. ,,Was ist los?" ,,Ich hab den Betrüger gefunden. Den älteren Bruder...", erklärte Leon zornig. ,,Aber zwischendurch hab ich ihn aus den Augen verloren! Hast du ihn gesehen?" ,,Ähm... ja... aber er ist schon wieder weg.", antwortete Fayt. ,,Dieser Kerl stolziert hier rum und macht einen auf Lieb und Gut, indem er Pflüge und Reifen mit Alchemie mutiert.", grummelte Leon. ,,Aber das ist doch besser, als wenn er etwas Böses tut.", meinte Fayt. ,,Mir gefällt nicht, wie er es tut.", stellte Leon richtig. ,,Er ignoriert das Prinzip des Gleichwertigen Tausches." ,,Oh...", machte Fayt betrübt. ,,Fayt, wir schleichen uns heute Nacht wieder in die Villa.", sagte Leon entschlossen. ,,Was?", rief Fayt erschrocken. ,,Aber es ist doch erst ein Tag vergangen, seit wir uns das letzte Mal hineingeschlichen haben." ,,Genau deswegen. So schnell erwarten die uns nicht wieder.", entgegnete Leon.


Der ältere der beiden Brüder studierte die Teilchen des roten Wassers unter einem Mikroskop, jeder der beiden trug wieder einen Mundschutz. ,,Großer Bruder?", begann Fletcher zaghaft. ,,Ich möchte mit dir über etwas reden." Der Ältere war so sehr in seine Arbeit vertieft, dass er ihn nicht hörte. Fletcher ließ niedergeschlagen den Kopf hängen.


In der Nacht wurde Vercio vom Aufstampfen von Metall auf dem Boden aus dem Schlaf gerissen.


Diesmal schlichen sich Leon und Fayt an der Mauer entlang, die Magwars Villa umgab. ,,Heute benutzen wir die "Maulwurf-Strategie".", erklärte Leon. ,,"Maulwurf-Strategie"?", wiederholte Fayt verdutzt. Leon klatschte in die Hände und berührte den Boden, wo ein Loch entstand, das hinab ins Erdreich führte.


Eine halbe Stunde später voll Buddelarbeit - mit der Hilfe von Alchemie - blieb Leon plötzlich stehen. ,,So, jetzt müssten wir unterhalb der Villa sein.", meinte er. ,,Bist du dir sicher?", fragte Fayt. ,,Nun, irgendwo werden wir schon rauskommen.", sagte Leon schulterzuckend, klatschte in die Hände und berührte den Boden über ihnen, wo eine Falltür entstand, durch die sie stiegen. Sie kamen in einem Tunnel heraus, in dem sich ein Kanal entlangzog, durch den rotes Wasser floss; roter Dampf stieg daraus hervor. ,,Was ist das?", fragte Fayt mit Blick auf das rötliche Wasser. ,,Kann das...?", begann Leon mit großen Augen. ,,Kann das das Rote Wasser sein, aus dem der Rote Stein entsteht?" ,,Der Rote Stein?", wiederholte Fayt verwundert. ,,Ich hab mal ein Buch in Central City darüber gelesen...", erzählte Leon. ,,Er ist ein Gegenstand, der dem Ring der Alchemisten sehr ähnlich ist... Und es ist ein Stein, der durch Rotes Wasser erschaffen werden kann." ,,Also können sie den Ring der Alchemisten mit diesem Wasser erschaffen?", fragte Fayt. ,,Aber er wird nicht vollkommen genauso sein wie der richtige Ring der Alchemisten.", sagte Leon. ,,Ich hab gehört, dass irgend so ein Alchemist namens Nash-Irgendwas das Wasser und den Stein untersucht hat... aber die Forschungen sind nicht besonders gut verlau..." Er brach ab, von einem schlimmen Hustenanfall und Atemnot geplagt. ,,Großer Bruder?", fragte Fayt beunruhigt. ,,Mein Körper fühlt sich auf einmal so...", begann Leon keuchend und sackte zu Boden, bewusstlos. ,,Großer Bruder!", schrie Fayt ängstlich. ,,Hier lang!" erklang auf einmal Fletchers Stimme hinter Fayt. Er wirbelte herum und erblickte Fletcher mit Mundschutz, der eine Stahltür geöffnet hatte, die in einen der Räume von Magwars Villa führte. ,,Beeil dich!", rief Fletcher. Schnell warf sich Fayt seinen bewusstlosen Bruder über die Schulter und rannte in das Zimmer.


Als Leon wieder zu sich kam, erblickte er als erstes Fayt und Fletcher, die beide über ihn gebeugt waren. ,,Großer Bruder, bist du in Ordnung?", fragte Fayt besorgt. ,,Hä? Wo bin ich?", fragte Leon verwirrt, und als er Fletcher registrierte: ,,Warum bist du hier!?!" Fletcher zuckte zurück. ,,T... Tut mir Leid...", entschuldigte er sich und begann zu weinen. ,,Was? Warum weinst du jetzt auf einmal?", fragte Leon verdutzt. ,,Wenn du etwas weißt, Fletcher, dann sag es uns bitte.", bat Fayt Fletcher. ,,Dir gefällt das doch auch nicht, oder?" Fletcher sah eine Zeit lang unschlüssig drein, dann sagte er: ,,Das Rote Wasser ist für Menschen äußerst gefährlich. Aber wir brauchen es, um den Roten Stein zu erschaffen." ,,Ist das der Grund, warum so viele Menschen in der Stadt unter so starkem Husten leiden?", fragte Fayt. ,,Tut mir Leid...", entschuldigte sich Fletcher zitternd und versteckte sein verweintes Gesicht hinter seinen Händen. ,,Tut mir Leid..." ,,Meine Güte, das Zeug ist also gefährlich.", sagte Leon und stand auf. ,,Ich werde es uns vom Hals schaffen." ,,Das lasse ich aber nicht zu.", sagte Fletchers großer Bruder, der nun den Raum ebenfalls betreten hatte und einen roten Stein von Ping Pongball-Größe hochhielt. ,,Der Rote Stein ist bereits schon so groß.", sagte er. ,,Vater hat sich dafür selbst geopfert. Sein Tod wäre sinnlos, wenn seine Forschungen keinen Erfolg bringen würden." ,,Was soll den an diesem wertlosen Stein schon dra sein?", spottete Leon. Wütend griff der Ältere nach einer Leselampe neben ihm, die sich sofort mit einem grellen Lichtblitz in ein Schwert verwandelte. ,,Dieses Schwert ist doch auch nur ´ne Fälschung, richtig?", rief Leon, klatschte in die Hände und berührte seinen linken Auto-Mail-Arm. ,,Ich werde es zusammen mit deinem Stein zerbrechen!" Aus seinem Metallarm wurde schlagartig ein Dolch. ,,Auf geht´s!", brüllte er und stürmte auf den Älteren zu, der das Schwert schützend vor sich hielt; es bröckelte mehr und mehr. ,,Mein Dolch ist echt.", sagte Leon. ,,Verdammt!", fluchte der Ältere und trat Leon in den Magen, was ihn zurückwarf. Der Ältere berührte die Tür hinter sich, und sogleich schoss ein Wasserschlauch daraus hervor. ,,Was?!?", rief Leon verdattert. ,,Der Schlauch ist mit einem riesigen Tank voll Rotem Wasser verbunden.", erklärte der Ältere und lächelte hämisch. ,,Wenn du damit getränkt wirst, bist du erledigt. In Ohnmacht fallen ist nicht das einzige, was du dann tun wirst." ,,Zeig, was du drauf hast!", rief Leon und mutierte seinen Dolcharm in einen Schirm aus Metall, den er schützend vor sich hielt. Gleichzeitig drehte der Ältere den Schlauch auf und ließ das Rote Wasser auf Leon zu schießen. ,,Großer Bruder, sei doch nicht so leichtsinnig!", rief Fayt panisch. ,,Genau wie dein kleiner Bruder sagt: Geh nach Hause!!!", brüllte der Ältere. ,,Ich weigere mich!", rief Leon. ,,Ich werde nicht gegen einen Kerl verlieren, der blindlings seinem Vater folgt!" ,,Du...!", brüllte der Ältere und drehte den Wasserschlauch weiter auf, so dass der Strahl Roten Wassers noch stärker wurde. Langsam wurde Leon von dem Strahl zurückgedrängt, und rutschte schließlich aus dem vielen roten Wasser, das nun den Boden bedeckte aus. Es gab einen lauten Knall, und Leon schlug gegen die Zimmerwand, weggeschubst von Fletcher, der genau in die Pfütze aus Rotem Wasser fiel. Der Ältere stellte sofort den Schlauch ab, seine Augen vor Entsetzen geweitet, während sich Fletcher vor Schmerzen am Boden wälzte. ,,Fletcher!", rief Fayt und ob ihn schnell aus der Pfütze heraus. ,,Fletcher, reiß dich zusammen!" ,,Großer Bruder, Vater hat das Rote Wasser erforscht, um die Menschen glücklich zu machen, erinnerst du dich?", weinte Fletcher und sah mit vor Schmerzen zusammengekniffenen Augen zu seinem Bruder. Der ältere Bruder sah zu Boden. ,,Aber was wir tun, lässt die Menschen dieser Stadt nur leiden! Und du weißt das, großer Bruder! Wen interessiert schon Berümtheit? Vater... Vater wäre absolut nicht glücklich über das hier!" Der ältere Bruder erstarrte und sah zu Boden. Im selben Moment ertönte die Trillerpfeife einer Wache vom Flur her, was die vier im Raum Anwesenden erschrocken hochschrecken ließ.
Was nun?


Vorschau Kapitel 12: Rotes Wasser: Das Wasser, das Menschen krank macht... Auf wessen Rechnung geht es?
Wer steckt dahinter?