Mittwoch, 27. Juni 2007

Tales of Alchemy Kapitel 4: Liebe

Am Tag als wir aufbrachen, brannten wir das Haus nieder, und all unser Hab und Gut mit, denn manche Erinnerungen sollte man einfach so schnell wie möglich vergessen..., erinnerte sich der Fayt der Gegenwart.
Die beiden Elric-Brüder fuhren mit einem Zug, der am Bahnhof ihres Dorfes gehalten hatte, die Sonne stetig immer mehr untergehend. ,,Fayt, das ist doch in Ordnung für dich, richtig?", fragte Leon seinen kleinen Bruder. ,,Hmm?", machte Fayt. ,,Ich meine, alles zurückzulassen.", meinte Fayt. ,,Du hast doch keinerlei Bedauern, oder?" ,,Wir können nicht mehr umkehren.", entgegnete Fayt. ,,Und erinner dich: Ich bin derjenige, der darauf bestanden hat, mit dir zu kommen. Und außerdem, wir beide wissen, dass du unser Zuhause mehr vermissen wirst als ich." ,,Pah! Von wegen!", lachte Leon vergnügt. ,,Ich bin hier der Große, der bald Nationaler Alchemist wird! Du wirst bald heulen, dass du nach Hause willst!" ,,Ich werde auch ein Nationaler Alchemist!", stellte Fayt leicht beleidigt richtig. ,,Und sobald ich einer geworden bin, werde ich mich darum kümmern, dass du deinen ursprünglichen Körper wiederbekommst." ,,Ich hab dir doch bereits gesagt, Fayt, das ist nicht deine Sorge.", sagte Leon. ,,Du kümmerst dich einfach um deinen Körper." Fayt sah aus dem Fenster. ,,Ich frage mich, wie man ein Nationaler Alchemist wird.", wunderte er sich. ,,Glaubst du, wir müssen uns einem Test unterziehen?" Leon sah zu Boden und erinnerte sich zurück an die Nacht, als Lieutnant Oberst Roy Mustang ins Dorf kam.
,,Wenn er immer noch lebt, selbst nachdem er eine Menschliche Mutation vollführt hat, dann steht seiner Vater auf meiner Prioritätsliste an erster Stelle.", hatte Roy Mustang damals gesagt.
,,Was immer es auch kostet, ich bin mir sicher, dass Mustang uns dabei helfen wird.", sagte Leon und lachte dann laut. ,,Was mache ich mir eigentlich Sorgen? Mit meinem Talent wird das doch wie ein Spaziergang im Park!" Er stutzte, als er Fayt zu Boden sehen sah. ,,Was?", fragte er. ,,Denkst du an Winry?" Fayt nickte seufzend.
Und während der Zu weiter mit den beiden Jungen davonfuhr, standen Winry und ihre Großmutter vor den Trümmern des Hauses eben jener beiden Jungen. ,,Da können wir nichts machen.", sagte Winrys Großmutter. ,,Diese beiden sturen Jungen haben sich entschieden. Aber sie werden bald ihren Fehler erkennen und nach Hause zurückkehren." ,,Ich hoffe es...", weinte Winry. ,,Ich hoffe es wirklich..."


Es war bereits später Abend, als der Zug in einem Bahnhof einfuhr, und sich Fayt und der lauthals gähnende Leon auf eine Bank setzten, wo sie auf den nächsten Zug warteten. ,,Großer Bruder, weißt du, um welche Uhrzeit der nächste Zug fährt?", fragte Fayt. ,,Ja, nicht vor morgen früh.", antwortete Leon verschlafen und schloss seine Augen. ,,Genehmigen wir uns ein wenig Schlaf." Genau in diesem Moment hob ein spitzer Schrei an. ,,Meine Tasche! Er hat meine Handtasche gestohlen!", schrie eine verzweifelte Frau. ,,Die Pause ist wohl vorbei!", meinte Leon, der den Handtaschendieb schon gesichtet hatte, und sprang auf. ,,Das ist ja fast zu einfach!", lachte sich der Dieb schlapp, stoppte aber leicht verdutzt, als er Leon und Fayt erblickte, die sich ihm in den Weg gestellt hatten. ,,Ab ins Bett mit euch, wie alle kleinen braven Kinder!", rief er und zog einen Revolver. Doch dann stutzte er, als er bemerkte, dass er auf einem mit Runen verzierten Zirkel stand. Fayt schlug mit beiden Metallhänden zu Boden, und sogleich war d Dieb in einem Metallkäfig gefangen. ,,Ich glaube, du bist derjenige, der zu früh aufgestanden ist.", meinte Leon, schnappte sich den Revolver und warf ihn Fayt zu, der ihn mit einem seiner gewaltigen Metallfüße zerstampfte. Der Dieb sank stöhnend zu Boden. ,,Sehr gut gemacht.", sagte auf einmal jemand hinter ihnen. Sie wirbelten herum und erblickten einen älteren Polizisten, der auf sie zukam. ,,Na, das war ja mal was anderes.", sagte der Polizist fröhlich. ,,Dieser Trick war doch Alchemie, oder?" ,,Äh... ja.", antwortete Fayt. ,,Hmm... Zu denken, dass Kinder in eurem Alter schon so fähige Alchemisten sind.", sagte der Polizist beeindruckt. ,,In diesem Landteil ist der einzige Alchemist, den ich kenne, der alte Majhal." ,,Majhal, he?", wiederholte Leon. ,,Jap.", antwortete der Polizist. ,,Man sagt, er vollbringe große Dinge mit seiner Alchemie für andere Leute, so wie ihr zwei Jungs. Er wird von allen respektiert." ,,Wo können wir ihn finden?", fragte Leon. ,,Oh, er lebt in dem nächsten Dorf östlich von hier.", antwortete der Polizist. ,,Aber ich glaub nicht, dass ihr da im Moment wirklich hin wollt. Ich hab gehört, dort ist es in letzter Zeit richtig gefährlich geworden. Man sagt, die Toten stehen dort aus ihren Gräbern auf und schicken die Dorfbewohner ins Grab."


Eine Kutsche fuhr vom Bahnhof aus durch die Nacht ins östliche Dorf. In der Kutsche saßen Leon und Fayt. ,,Warum willst du unbedingt diesen Majhal treffen, großer Bruder?", fragte Fayt. ,,Dieser Name...", entgegnete Leon. ,,Derselbe Name war auf fast allen dieser alten Briefe..." ,,Du meinst, Vaters Briefe im Arbeitszimmer?", fragte Fayt. ,,Ja.", antwortete Leon. ,,Und wenn ich mich richtig erinnere, schrieb er immer und immer wieder über Menschliche Mutation. Ich denke, wenn es derselbe Majhal ist, dann könnte es doch nicht schaden, ihm einen Besuch abzustatten. ,,Ja.", stimmte Fayt nickend zu. ,,Ich hab so ein Gefühl, dass das richtig lustig wird." ,,Was ist los? Du siehst so fröhlich aus.", meinte Leon. ,,Nun... wir haben eben diesen Dieb aufgehalten, und alle waren so nett zu uns.", erklärte Fayt zögerlich. ,,Ich schätze, es macht mich eben glücklich, dass Alchemie die Kraft hat, das Leben anderer Menschen ein wenig zu verbessern." Leon seufzte tief.


Eine Stunde später hielt die Kutsche einen Kilometer vor dem Dorf; weiter wollte der Kutscher aus Angst vor den Gerüchten nicht. Während dem Weg zum Dorf musst Fayt Leons Koffer tragen, da Leon auf einmal heftige Rückenschmerzen hatte. ,,Bist du in Ordnung, großer Bruder?", fragte Fayt leicht besorgt. ,,Ja, natürlich.", antwortete Leon mit vor Sarkasmus triefender Stimme. ,,Ich liebe es, in einer Kutsche herumgeschleudert zu werden und auf etwas von der Festigkeit von Granit zu sitzen. Hat das dich eigentlich überhaupt nicht gestört?" ,,Ähm... nein.", antwortete Fayt wahrheitsgemäß. Leon seufzte tief und bog nach links ab. ,,Sieh dir das mal an!", sagte er. Sie standen nun auf einen Hügel und schauten auf das östliche Dorf hinab, in dem überall Fackeln brannten. ,,Da schmeißt wohl jemand 'ne Party!", sagte Leon vergnügt. ,,Mit Fackeln und allem drum und dran! Aber die haben vergessen, uns einzuladen!" Im nächsten Moment gab es einen lauten Knall, gefolgt von einem grellen Lichtblitz am Himmel, was zur Folge hatte, dass Leon und Fayt schreiend in die Höhe sprangen. ,,Der ist ein bisschen zu nahe beim Dorf gelandet!", rief jemand und rannte zum Hügel. ,,Hey! Ihr habt hier nichts verloren!", rief der Jemand Leon und Fayt zu. Es war ein... Junge (?), der eine braune Mütze trug; mehrere andere Jungen kamen ebenfalls auf den Hügel. ,,Ihr hättet jetzt tot sein können!", schrie der Junge weiter, während Leon sich mit angstverzerrtem Gesicht zu ihm umdrehte. ,,Wir waren gerade dabei, das Feuerwerk fürs Fe..." ,,Ja, das haben wir bereits gemerkt!", fauchte Leon. ,,Das Feuerwerk ist fürs Fest. Ich habe die Aufsicht darüber.", sagte der Junge und stutzte dann. ,,Hey, ihr Typen kommt nicht von hier, oder?", fragte er. Im nächsten Moment ging einer der Jungen auf Fayt zu und stieß ihm einen Stock in den Rücken. ,,Was ist das für ein hässliches Teil?", wunderte er sich dabei. ,,Ist das so 'ne Art gigantischer Roboter von der Zukunft?" Genervt zerschlug Leon den Stock. ,,Hör auf damit!", fuhr er den Jungen an. ,,Zeigt ihnen mal, wie wir Fremde begrüßen.", sagte der Junge mit der Mütze zu den anderen Jungen, die sofort mit Stöcken auf Leon und Fayt zustürmten. Leon rannte ebenfalls los, stolperte aber über einen Stein und flog zu Boden, gefolgt von Fayt, der über ihn stolperte und ihn plättete.
,,Mein... Rücken...", stöhnte Leon fünf Minuten später, als er, nach Strich und Faden vermöbelt, am Boden lag, Fayt immer noch auf ihm. ,,Heh! Denen haben wir 'ne Lektion erteilt!", lachte der Junge mit der Mütze. ,,Was ist hier los?", rief plötzlich ein älterer Mann, der einen Umhang trug und dazugekommen war. Der Junge mit der Mütze sah den Mann herablassend an, der nun auf eine der Fackeln zuschritt, die während der Kabbelei zu Bruch gegangen war. Er legte seine Hand auf die Fackel, die kurz darauf wieder wie neu aussah. ,,Sie... müssen Majhal sein.", sagte Leon vom Boden her zu dem Mann.


Eine halbe Stunde später saßen Leon und Fayt im Haus des Mannes namens Majhal, der nur Augen für Fayt hatte. ,,Solch ausgezeichnete Arbeit.", sagte er lobend. ,,Das ist wirklich eine beeindruckende Seelenverbindung." ,,Er hat es tatsächlich bemerkt, großer Bruder.", sagte Fayt beeindruckt zu Leon. ,,Ich habe nicht weniger von den Söhnen Hohenheims erwartet.", sagte Majhal lächelnd. ,,Anscheinend habt ihr sein großes Talent geerbt." ,,Tse...", machte Leon nur. ,,Nun denn, sagt mir, was ich für euch beide tun kann?", sagte Majhal. ,,Ihr seid doch sicherlich wegen etwas Bestimmtem hier, und ich kann die Söhne eines sehr guten Freundes von mir doch nicht enttäuschen." ,,Ich hab die Briefe gelesen, die sie meinem Vater geschickt haben.", sagte Leon und schob die Tasse Tee zur Seite, die Majhal ihm Minuten vorher auf den Tisch gestellt hatte. ,,Ich möchte alles hören, was Sie über Menschliche Mutation wissen." Majhal sah ihn eine Zeit lang an, dann sagte er: ,,Ich hoffe, du bist dir bewusst, dass Menschliche Mutation strengstens verboten ist?" ,,Ja, das weiss ich.", entgegnete Leon. ,,Aber es ist mir egal! Ich werde meinem Bruder seinen ursprünglichen Körper wiedergeben!" ,,Ich schätze, du hast bereits gesehen, was passiert, wenn man mit diesem Bereich der Alchemie spielt.", sagte Majhal. ,,Ich weiss, wie es sich anfühlt, jemanden zu verlieren, aber dieser Bereich - Menschliches zu erschaffen - sollte lieber Gott überlassen bleiben." ,,Okay, wenn Sie das meinen, warum waren Sie dann früher von diesem Thema so besessen?", fragte Leon. Majhal erschrak kurz, dann entgegnete er: ,,Jugendlicher Optimismus, oder besser, jugendliche Torheit." Es klopfte an der Haustür. Majhal öffnete die Tür und blickte in das faltige Gesicht einer Frau mit braunen Haaren, die langsam in Grau übergingen; die Frau war in einem Umhang gewandet und trug einen Picknickkorb bei sich. ,,Hallo, Majhal.", begrüßte die Frau ihn. ,,Ich habe ein wenig zu viel Marmelade gemacht und dachte, Sie würden gerne etwas davon haben wollen." ,,Natürlich.", sagte Majhal und nahm die Marmelade entgegen. ,,Sie sind zu nett, Carmen." ,,Ach, das ist doch nichts.", sagte die alte Frau namens Carmen, kicherte verlegen und starrte ihn dann an. ,,Ist noch etwas?", fragte Majhal. ,,Nein, t-tut mir Leid, entschuldigen Sie mich.", sagte Carmen. ,,In Ordnung. Passen Sie auf sich auf.", sagte Majhal und schloss die Tür wieder. Mit traurigem, zu Boden gerichtetem Blick schritt Carmen davon.


Eine Stunde später servierte Majhal seinen Gästen Abendessen, auf das sich der ausgehungerte Leon sogleich stürzte. ,,Nun, was ist das für ein Fest, von dem wir gehört haben?", fragte Fayt, der nichts vom Essen zu sich nahm, da Metallstatuen so etwas nicht brauchen. ,,Oh, ja, das Requiem-Fest.", sagte Majhal. ,,Die Geister der Toten werden jährlich durch die Feuerwerke in den Himmel gesendet, wo sie hin gehören." ,,Und was ist mit all diesen Gerüchten von wegen Geister würden zurück ins Leben kehren und als Zombies alles niederschlachten, was ihnen in die Quere kommt?", fragte Leon schmatzend. ,,Hat das irgendetwas damit zu tun?" Majhal lachte vergnügt und sagte dann: ,,Gerüchte eines sich nach Touristen sehnenden Dorfes." Es klopfte an der Tür. ,,Du meine Güte, ich scheine ja ziemlich beliebt zu sein.", sagte Majhal lächelnd, ging zur Tür und öffnete sie. Erschrocken starrten sich Leon und der Junge mit der Mütze von vorhin entgegen. ,,Du kleines Gör!", schrie Leon sofort zornig. ,,Nun, hast du nichts zu Majhal zu sagen?", fragte der Vater des Jungen, der ebenfalls anwesend war, streng zu seinem Sohn. ,,Ich sehe nicht, warum ich mich entschuldigen sollte!", fauchte der Junge. ,,Es ist deren Schuld, dass die als Jungs so schwach sind!" ,,Was!?!", brüllte Leon los und wollte sich auf den Jungen stürzen, doch Fayt hielt ihn schnell fest. ,,Oh, Clara, ich weiss, dass der Tod deiner Schwester dich sehr mitgenommen hat, aber du warst einst ein so süsses und nettes kleines Mädchen.", sagte Majhal zu dem Jung... Moment mal?!? Clara?!? Keines süsses und nettes MÄDCHEN?!? ,,Was würde deine kleine Schwester von dir denken, wenn sie jetzt sehen würde, zu was du geworden bist?" ,,Halten Sie den Mund!", schrie der Jung... das Mädchen namens Clara. ,,Sie wissen überhaupt nicht, wie es sich anfühlt! Keiner weiss das! Meine Schwester ist nicht einfach nur gestorben, sie wurde... sie wurde umgebracht! Von diesem toten Mädchen wurde sie umgebracht!" Weinend stürmte sie aus dem Haus und hinaus in die Nacht. ,,Clara, nein! Warte!", rief ihr Vater ihr hinterher, doch sie hörte nicht auf ihn. ,,Hey! Komm zurück!", schrie Leon und rannte ihr mit Fayt hinterher. Clara stürmte den Hügel in der Nähe des Dorfes hinauf, an Fahrt gewinnend, und stolperte schließlich über denselben Stein wie Leon zuvor. Sie schlug zu Boden und stürzte den Hügel hinab auf einen reißenden Fluss zu. ,,Verdammt!", fluchte Leon, schnappte sich einen Ast vom Boden, zeichnete so schnell wie möglich einen Mutations-Zirkel, und legte beide Hände auf. Es entstand ein Blitz im Zirkel, der auf den Fluss zu schoss und ihn zu Eis gefrieren ließ, auf das Clara knallte. Leon atmete erleichtert auf. ,,Ihr seid Alchemisten?!?", sagte Clara verdutzt, während sie wieder aufstand. ,,Und... ihr habt mich gerettet?!?"
,,Es ist jetzt schon fast sechs Monate her, seit meine Schwester gestorben ist.", begann Clara wenig später zu erzählen, als sie, Leon und Fayt sich auf die Wiese beim Hügel gesetzt hatten. ,,Wir hatten keine Ahnung, wie oder warum. Die Dorfbewohner haben sie gefunden; sie lag auf dem Boden und hat so ausgesehen, als würde sie einfach nur schlafen. Aber sie hat nicht einfach nur geschlafen. Und dann, in der Nacht ihrer Beerdigung..."
Es war kurz vor Sonnenuntergang gewesen. Clara, damals noch mit langen Haaren und femininem Aussehen, und ihr Vater hatten beide weinend am Grab Claras Schwester gestanden, als Claras Vater plötzlich zusammengezuckt war, da er eine Gestalt am Waldrand in der Nähe der Gräber gesehen hatte, die mit ausdruckslosem Gesicht zu ihnen hinüber geschaut hatte, ihr braunes Haar im Wind so seicht dahinwehend, als wäre es so leicht wie die Wolken am Himmel; ihre Haut war aschfaal gewesen. ,,Ca... Carin?!?", hatte Claras Vater verdattert gesagt, als die Frau im nächsten Moment einfach verschwunden war.
,,Mein Vater hat mir erzählt, dass sie eine Frau war, die vor langer Zeit hier im Dorf gelebt hat, bevor sie gestorben ist.", sprach Clara weiter. ,,Versteht ihr? Es war nicht schwer für mich, eins und eins zusammenzuzählen: Die tote Frau kam vom Jenseits zurück und tötete meine Schwester. Und nicht nur sie, viele andere sind seitdem gestorben. Es ist alles wegen ihr." Sie stand auf. ,,Aber wenn ihr Typen wirklich Alchemisten seid, könnt ihr mir dabei helfen, ihren Tod zu rächen. Ich habe Majhal bereits um Hilfe gebeten, aber weigert sich, sich daran zu beteiligen. Was sagt ihr?" Leon sah sie an, dann sagte er: ,,Ich verstehe, warum Majhal es ablehnt." Er stand auf. ,,Das Ganze hört sich für mich nur nach einer Geistergeschichte an. Und außerdem, ich glaube nicht an Rache als Motivation." ,,Das heißt, ihr wollte nicht...?", begann Clara traurig, schrie dann jedoch: ,,Ihr seid nichts als ein Paar feige Hühner! Ihr seid lausige Alchemisten!" Leon beachtete sie nicht. ,,Nur ein Gartenzwerg und eine wandelne Mülltonne!" ,,GARTENZWERG!?!", wiederholte Leon voller Zorn. ,,Wandelnde Mülltonne...", wiederholte Fayt schniefend. ,,NIEMAND NENNT MICH EINEN GARTENZWERG UND KOMMT UNVERLETZT DAVON, NICHT EINMAL EIN KLEINES MÄDCHEN!!!", brüllte Leon und stampfte wütend von einem Bein aufs andere. ,,Oh, ich hab ja sooolche Angst vor einem rumjammernden Gartenzwerg!", spottete Clara. ,,Halt gefälligst die Klappe und schau dich selbst an!!!", keifte Leon weiter. ,,Wenn du ein Mädchen bist, wie alle sagen, warum siehst du dann wie ein Zeitungsjunge aus!" ,,Das geht dich gar nichts an!", brüllte Clara zurück und stürmte davon. Leon sah ihr, am ganzen Körper vor Zorn zitternd nach, sein Pferdeschwanz wie der Schwanz einer Katze wütend aufstehend, während Fayt nur weiter schniefte.


,,Carin?", sagte Majhal am nächsten Morgen verdutzt, als Leon und Fayt ihm von Carin erzählten. ,,Ah, ja, ich erinnere mich an sie. Sie war eine Flouristin, und die exquisite Schönheit ihrer Blumen wurde nur noch von ihrer eigenen Schönheit übertroffen. Ich kann es nicht glauben, dass es nun schon zwanzig Jahre her ist. Sie hatte es gerade geschafft, die extrem seltene blaue Rose heranzuzüchten. Oh, das Lächeln dieser Frau damals war einfach nur..." Er schluckte. ,,Aber dann... auf ihrem Weg, die famosen blauen Rosen in eine Stadt zu fahren, brach ein Rad des Wagens, und sie stürzte eine Klippe hinab..." ,,Aber man sagt, dass dieselbe Carin die Dorfbewohner nun terrorisiert.", sagte Leon. ,,Absolut unmöglich.", widersprach Majhal. ,,Wir beide wissen, dass die Toten nicht einfach so ins Leben zurückkehren, und selbst wenn es so wäre - wenn du Carin kennen würdest, wüsstest du, dass sie es nie übers Herz bringen könnte, jemanden umzubringen, ob sie nun tot ist oder nicht." ,,Hmm...", machte Leon nur.
,,Also, was glaubst du, großer Bruder?", fragte Fayt Leon, nachdem Majhal das Haus verlassen hatte, und die beiden nun im Wohnzimmer saßen. ,,Nun, ich glaube weder an Geister, Zombies oder lebende Toten.", sagte Leon. ,,Aber wenn es jemandem gelingen würde, eine Menschliche Mutation zu vollbringen... Der einzige, der dazu in der Lage wäre, ist Majhal, der..." Doch er brach ab, als er ein seltsames, jedoch sehr leises Geräusch hörte, wie der Schrei einer sterbenden Frau. Er schritt durch eine Tür, die in den Keller Majhals Haus führte, und von wo aus er den Schrei meinte gehört zu haben. ,,Was war das...?", wunderte sich Leon. ,,Hast du das auch gehört oder drehe ich jetzt durch?", fragte er Fayt. ,,Was meinst du?", fragte Fayt verwundert. Fayt legte die Stirn in Falten.


Sonnenuntergang nahte. Clara und ihre Bande hatten sich in einem Restaurant versammelt. ,,Also werden wir das wirklich machen?", fragte einer der Jungen unsicher. ,,Ja.", sagte Clara entschlossen. ,,Wir werden diesen Carin-Zombie allein fangen. Schließlich macht das ja kein anderer für uns." Der Junge seufzte. ,,Hast du was daran auszusetzen?", fauchte Clara. ,,Wenn das so weitergeht, werden noch mehr Menschen getötet, und das nächste Mal könntest es du sein!" ,,Ja, aber was ist, wenn sie versucht uns...", begann der Junge, stoppte aber, als die alte Frau namens Carmen, die gestern Abend Majhal besucht hatte und nun ebenfalls im Restaurant war, ihre Tasse Tee fallen ließ, die am Boden zerbrach. ,,Kommen Sie schon, Lady, wollen Sie mich ruinieren!?!", fuhr der Besitzer des Restaurants sie an. ,,Es tut mir Leid, es war ein Versehen.", entschuldigte sich Carmen. ,,Wir werden es heute Nacht machen, verstanden?", sagte Clara, während der Restaurantbesitzer weiterhin anfuhr.


In der Nacht stapften Leon, bewaffnet mit einer Laterne, und Fayt durch den Friedhof des Dorfes.Während Fayt nur durch den Friedhog schlich, schlenderte Leon sorglos durch die Gräberreihen hindurch. ,,Großer Bruder, warte!", kreischte Fayt schließlich, als Leon zu weit von ihm entfernt war. ,,Was ist denn mit dir los?", fragte Leon belustigt. ,,Hast du etwa Angst?" ,,Natürlich nicht!", sagte Fayt sofort energisch. ,,Es gibt doch hier nicht wirklich Zombies, oder?" ,,Sei doch nicht so ein Angsthase, Fayt!", schnaubte Leon. ,,Wenn Carin hier wirklich herumschleicht, dann nur dank Menschlicher Mutation. Nur aus diese Grund sind wir hier. Wir..." Doch der nächste Satz wurde von einem Schrei unterbrochen, den Leon losließ, als er und sein Bruder in eine Fallgrue stürzten. ,,Es hat geklappt! Wir haben sie!", rief ein Junge aus Claras Bande und stürmte mit den anderen und Clara zur Fallgrube. ,,Hä?!?", machte Clara verdattert, als sie Fayt erkannte, der von Fayt erneut geplättet wurde. ,,Verdammt! Mein Rücken! Schon wieder!", wimmerte Leon. ,,Falscher Alarm...", seufzte Clara, stutzte dann aber, als eines ihrer Bandenmitglieder erschrocken aufschrie. ,,Was ist?", fragte sie. ,,D-Da drüben!", schrie der Junge und deutete auf eine Gestalt, so weiß wie Kreide und durchsichtig, von einem Umhang verborgen und über dem Boden schwebend. Clara erschrak. Die Kaputze des Umhanges flog zurück und gab den Blick frei auf ein sogar noch weißeres Gesicht und braunes Haar, das umherwirbelte, obwohl kein Wind war. Die Frau, Carin, sah zu den Kindern hinüber und lächelte böse. Die Jungen rannten kreischend davon, während Clara stehen blieb, vor Angst gelähmt. ,,Sie... Sie hat mir meine Schwester genommen...", stammelte Clara und wachte aus ihrer Trance auf. Leon und Fayt, die aus der Fallgrube kletterten, sahen, wie Clara auf Carin zustürmte. ,,Warte! Clara!", rief Leon ihr erschrocken nach. Eine Gestalt kam hinter den Gräbern hervor gehuscht und stellte sich vor Clara auf, eine Laterne in Richtung Clara halten: Majhal hatte soeben den Friedhof betreten. Ein Armband, das Majhal um seine rechte Hand trug, begann zu leuchten, und sogleich schoss eine Wand aus Flammen auf Carin zu und brannte sie nieder. Leon vernahm einen Schrei, wie der schrei einer sterbenden Frau, der von Carin auszugehen schien. ,,Schon wieder dieses Geräusch...", murmelte Leon. ,,Majhal ist eben nur ein zweitklassiger Alchemist...", sagte eine Frau vergnügt, die hinter einem Baum aus alles beobachtete. Ihr ganzer Körper war von ihrem Umhang verdeckt, und sie hatte schwarzes Haar, trug schwarzen Lippenstift, und ihr Gesicht war so weiß wie der Tod: Es war Lust, die damals schon im Vorfall mit Conero in der Gegenwart erschienen war. ,,Enttäuschend..." Sie ging davon, jedoch nicht unbemerkt von Leon und Fayt, die ihr kurz nachsahen.


Das Feuerwerk startete, und die Bewohner des Dorfes stießen auf Majhal an, den gefeierten Helden, der den bösen Zombie Carin vernichtet hatte und nun mit Alkohol verwöhnt wurde.
Während Majhals Abwesenheit schlich sich Leon in den Keller Majhals Hauses, gefolgt von Fayt, der sichtlich verwirrt wirkte, da Leon die Wände im Kellergang systematisch abklopfte. ,,Was machst du da, Leon?", fragte Fayt neugierig. ,,Ich lag richtig darin, dass sie kein Zombie war, aber sie war auch keine Mutation.", sagte Leon gedankenversunken. ,,Dieses Geräusch, das sie gemacht hat - es ist dasselbe Geräusch gewesen, das ich hier drin gehört hab." Eine Kerze leuchtete im dunklen Gang auf und ließ Leon und Fayt herumwirbeln und in das faltige Gesicht Carmens blicken. ,,Majhal wird äußerst wütend sein, wenn er euch hier findet.", sagte sie zu den beiden Jungen. ,,Er mag es nicht, wenn die Leute in seinem Haus herumschnüffeln." ,,Ach ja? Und wie würden sie dann das, was Sie hier tun, nennen?", entgegnete Leon frech. Die Frau hielt ihre Kerze in Leon Richtung, und sogleich wurde Leon schwindlig. Er knallte gegen eine Wand, die sofort nachgab und zur Seite schwang. ,,Großer Bruder!", rief Fayt erschrocken und ging in den Raum, in den Leon gestürzt war. Keuchend rappelte sich Leon wieder auf und erstarrte, als er mehrere Puppen in dem Raum erblickte, allesamt braunes Haar tragend und kreidebleich, allesamt boshaft grinsend. ,,Was... Was ist das hier?!?", rief er erschrocken. Er sackte wieder zusammen. ,,Großer Bruder!", rief Fayt ängstlich und wandte sich dann zu Carmen um, neben der nun Majhal stand, der sein Armband auf Fayt gerichtet hatte. Es gab einen Lauten Knall und auch Fayt war bewusstlos.


Als Leon wieder zu sich kam, saß er mit Fayt gefesselt in einem anderen Raum in Majhals Haus. ,,Hey, bist du in Ordnung, großer Bruder?", fragte Fayt. ,,Endlich, er ist aufgewacht.", sagte Majhal zufrieden, der mit Carmen an der Tür des Raumes stand. ,,Es scheint mir, du bist da über etwas gestolpert, dass du wirklich nicht hättest sehen sollen, Leon." ,,Oh, Sie meinen, die sogenannten Zombies!?!", fauchte Leon. ,,Ja, ich hab ihre Spielzeuge gesehen!" ,,Spielzeuge?", wiederholte Majhal belustigt. ,,Ihr Köper dient für Seelenverbindungen.", erklärte er. ,,Ich habe viele Puppen meiner Geliebten erstellt, in die ich die Seelen eines jeden Mädchens dieses Dorfes gebunden habe, die ich bekommen konnte. Indem ich dies tat, habe ich lebende Versionen meiner gefallenen Liebe erschaffen." ,,Es schockiert mich, dass dieser Plan auch wirklich funktioniert hat.", sagte Leon. ,,Es ist wahr, dass Seelen dazu neigen, Schreine abzulehnen, die der Natur des Menschen nicht ähneln, und schließlich durchdrehen.", seufzte Majhal. ,,Einige meiner Puppen entkamen schließlich und brachten die Bewohner des Dorfes um. Ein tragischer Nebeneffekt." ,,Sie durchgeknallter Irrer! Wissen Sie überhaupt, was Sie getan haben!?!", brüllte Leon zornig. ,,Warum zum Teufel haben Sie das getan!?!" ,,Aus demselben Grund, weil jeder Mann bisher etwas Visionäres getan hat.", antwortete Majhal. ,,Carin war die einzige Frau, die ich je liebte. Selbst nach Jahren wollten meine Narben einfach nicht heilen. Ich schwor, ich würde sie zurückholen, dabei das einzige Talent benutzend, das ich besaß: Alchemie. Doch als meine Versuche an der Menschlichen Mutation fehlschlugen, kam mir die Idee, dass ich wenigstens etwas erschaffen konnte, das Ähnlichkeit mit ihrer Schönheit hat. Ich habe es aus Liebe getan." ,,Also zogen Sie den Körper der Seele vor.", sagte Leon verachtend. ,,Halt den Mund!", schrie Majhal. ,,Du bist nur ein Kind! Was weißt du schon über die Liebe!?!" Er grinste, während Carmen ihren Kopf hängen ließ. ,,Aber du weißt etwas über Alchemie.", sprach Majhal weiter. ,,Und nun wirst du mir mit einer Seelenverbindung wie der helfen, mit der du deinen Bruder gerettet hast." ,,Ja, selbstverständlich! Träumen Sie weiter!", schrie Leon. ,,Das passt.", sagte Majhal mit gekräuselten Lippen. ,,Du bist genauso stur, wenn nicht sogar noch mehr, wie dein Vater." Die Tür hinter Majhal und Carmen ging langsam auf und eine erschrockene Clara stand dahinter. ,,I... Ich wollte... Ihnen nur für... für vorhin danken...", stammelte Clara, die alles mit angehört hatte. ,,Du törichtes Mädchen...", sagte Majhal grinsend. ,,Lauf, Clara!", schrie Leon, doch Majhal hatte Clara schon mit einem gezielten Hieb bewusstlos geschlagen. ,,Das geht nun zu weit! Ich kann meine Augen nicht mehr davor verschließen!", rief Carmen auf einmal und versuchte Majhal aufzuhalten. ,,Dann verschwinde, alte Fettel!", schrie Majhal, stieß sie zu Boden, packte sich die bewusstlose Clara und rannte aus dem Raum. ,,Tu was, Fayt!", schrie Leon. ,,Okay...", sagte Fayt, begann sich zu konzentrieren und sprengte schließlich die Ketten, die ihn und Leon festhielten. ,,Hey, sind Sie in Ordnung?", fragte Leon und lief zu der am Boden liegenden Carmen zu, deren Kaputze nun ganz zurückgefallen war und etwas blau Schimmerndes in ihren Haaren zu erkennen gab. Leon erschrak. ,,Blaue... Blaue Rose...", murmelte er entsetzensstarr.
Majhal stand in der Mitte des Raumes mit den Puppen, Clara im Zentrum eines Mutations-Zirkels an einen Stuhl gefesselt. ,,Oh, meine Carin, bald sehe ich dich wieder..." frohlockte Majhal, während der Mutatins-Zirkel zu leuchten begann. ,,Nein! Lassen Sie mich gehen!", schrie Clara verzweifelt. ,,Sie haben Sie gehört! Lassen Sie sie gehen, Majhal!", befahl Leon, der im selben Moment mit Fayt und Carmen das Zimmer betrat. ,,Nichts von dem, was Sie zu glauben zu wissen, ist die Wahrheit! Und was Sie die ganze Zeit gesucht haben, war direkt vor Ihrer Nase!" ,,Was soll dieser Unsinn?", fragte Majhal ungestüm. ,,Ich versuche ihnen gerade zu erklären, dass Carin nie gestorben ist!", schrie Leon. ,,An jenem Tag, als sie die Klippe hinabstürzte, verletzte sie sich am Kopf, verlor ihre Erinnerungen und begann ein neues Leben! Zwanzig Jahre später jedoch kehrten ihre Erinnerungen zurück, und, sich an ihre einzige Lieber wieder erinnernd, kam sie sofort zu Ihnen zurück! Aber Sie waren so von ihrem Wahn geblendet, um sie wiederzuerkennen!" Er riss den Umhang von Carmen, und darunter hervor kam eine alte, in die Jahre gekommene Version der vielen Puppen Carins, die diesen Raum zierten, eine blaue Rose in ihren Haaren. Majhal erschrak. ,,Ja, Majhal.", sprach Carmen, deren wahrer Name Carin war. ,,Das kann nicht sein...!", schrie Majhal entsetzt. ,,Willst du mir damit sagen dass diese verhutzelte alte Frau Carin ist?!? Carin war eine Frau von unvergleichlicher Schönheit und Perfektion, genauso wie eine Rose..." ,,Genauso wieeine Rose.", stimmte Leon zu. ,,Blumen verwelken, Majhal. Aber egal, was für ein herzloses Monste Sie auch geworden sind, Carins Gefühle waren vom Verwelken nie betroffen." ,,Ruhe, Junge!", schrie Majhal. ,,Sag noch ein weiteres Wort, und... ICH WERDE DICH UMBRINGEN!!!" Er packte sich eine Mörtel von seinem Arbeitstisch und ließ ihn mit Hilfe von Alchemie zu einem Schwert werden, mit dem er schreiend auf Leon zustürmte. Fayt sprang vor, wehrte Majhals Angriff ab und stieß ihn zurück. Erneut stürmte Majhal los. Leon packte sich die Rose in Carins Haaren, warf sie auf den Boden zu dem von ihm eiligst gezeichneten Mutations-Zirkel und schlug mit seinen Händen auf die Zeichnung. Die Rose verwandelte sich in einen blauen Stab, den Leon nach Majhals Hand warf, die das Schwert hielt. Das Schwert schoss ihm aus die Hand, in die Höhe, kam zurück und durchstieß ihm ds Herz. Blutspuckend sank Majhal zu Boden, unter den Augen der entsetzten Carin, die weinend zu Boden sackte. ,,Majhal... Majhal...", wimmerte sie verzweifelt. ,,Du... bist nicht... meine Carin...", röchelte Majhal mit Blick auf sie. Dann sah er zu den Puppen und lächelte glücklich. ,,Carin... ich komme zu dir..." Und die Augen auf die Puppen gerichtet, starb er schließlich. Carin ließ einen lauten Schrei der Verzweiflung los, der in dem unzähligen Knallern der Feuerwerke unterging, deren Funken sich über das Dorf ergossen.


Am nächsten Tag saßen Leon und Fayt an einer Wartestelle nahe des Dorfes, um mit der nächsten Kutsche zu fahren. Fayt saß die ganze Zeit nur gedankenverloren herum. ,,Schön, dich deprimiert und wiedr normal zu sehen.", sagte Leon, um Fayt aufzumuntern. Fayt seufzte nur. ,,Tut mir Leid.", sagte er. ,,Ich habe gerade nur daran gedacht, welche Macht Alchemie doch hat, Menschen auch blind zu machen." ,,Ja, schätze, das hat sie.", stimmte Leon zu, als die Kutsche auch schon kam. Sie wollten gerade einsteigen, als jemand rief: ,,Hey!" Sie wandten sich um und erblickten ein Mädchen mit langen Haaren, das zur Kutsche gerannt kam. ,,Tut mir Leid wegen dem ganzen Zeugs, was ich getan und gesagt habe.", entschuldigte sich das Mädchen. ,,Ihr zwei seid wirklich Alchemisten." ,,Äh, ja sind wir. Aber wer bist du?", entgegnete Leon. ,,Nenn mich verrückt, Leon, aber ich glaube, das ist Clara.", sagte Fayt. ,,Hmh...", sagte Clara und nickte. Die beiden Elric-Brüder sahen sich mit großen, ungläubigen Augen an. ,,Werdet ihr Jungs auch mal erwachen!?!", brüllte Clara verärgert. Schnell sprangen Leon und Fayt in die Kutsche, um ihren Zorn zu entkommen. Doch schon zwei Sekunden später öffnete Leon in der Fahrt die Tür der Kutsche wieder, grinste verschmitzt und rief: ,,Du bist defintiv hübscher, wenn du dich nicht wie ein Zeitungsjunge kleidest!" Schnell schloss er die Tür wieder. Clara schmollte kurze Zeit, dann winkte sie den beiden jedoch fröhlich nach.


Vorschau Kapitel 5: Entführung: Ein Mann mit einem mechanischen Arm... Er meint, Leon und er seien sich ähnlich...sind sie es wirklich?

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