Achtung Fehlermeldung: Im ersten und zweiten Kapitel taucht eine Person mit dem Namen "Blatney" auf. Dieser Name ist falsch! Er muss "Gluttony" heißen. Sorry!^^
Es war in einem dunklen Raum voll alten Statuen, geschlagen aus Metall, und staubigen Holztischen mit Reagenzgläsern voll seltsamen Gebräuen in erdenklichen Farben, in der Mitte des Raumes zwei kleine Jungen, beide blond, von denen der eine älter als der andere aussah, jedoch von kleinerer Größe war. Der ältere der beiden Jungen zeichnete mit einem Stück Kreide seltsame Linien auf den Boden. ,,Ich bin fertig.", sagte er zu dem Jüngeren, seinem Bruder,der auf das Pentagramm sah, dass sein älterer Bruder gezeichnet und mit unzähligen Runen verziert hatte. ,,Fayt?", sagte der Ältere fragend. ,,Okay...",sagte der Jüngere namens Fayt und nickte, jedoch mit unsicherem Blick. ,,Mach dir keine Sorgen.", sagte sein älterer Bruder und wendete seinen Blick auf das Pentagramt, in dessen Zentrum Dutzende von verschiedenen, wie Amonium oder Salz, lagen. ,,Es ist perfekt."
Außerhalb des ländlichen Häuschens, in dem die beiden Jungen sich in einem Raum befanden, begannen es zu regnen und zu donnern.
,,Tun wir's.", sägte der Ältere. ,,Okay...", sagte Fayt erneut und nickte wieder. Die beiden knieten nieder und stützten jeweils ihre Hände auf den Rand des Pentagrams, das sogleich golden zu leuchten begann. Blitze schlugen in das Pentagram ein, in dessen Zentrum eine Art golden leuchtender Wirbelsturm entstand, der sich wenige Sekunden später auf den ganzen Zirkel ausbreitete und auch die beiden Jungen verschlang. Während Fayt beeindruckt dreinschaute, lachte sein Bruder euphorisch.
Das, was die beiden Jungen da taten, nannte man "Alchemie". Alchemie ist eine Wissenschaft, bei der der Anwender die Struktur einer Materie versteht, sie zerschlägt und wiederaufbaut. Wenn man diese Wissenschaft richtig anwendet, kann man selbst die schlichtesten Sachen in Gold verwandeln. Jedoch gibt es gewisse Regeln in der Alchemie. Die wichtigste ist, dass man nur etwas von einer gewissen Masse aus etwas mit derselben Masse erschaffen kann. Dies ist Das Prinzip des gleichwertigen Tausches. Nach dem Prinzip des gleichwertigen Tausches kann man nur etwas herstellen, wenn man etwas von gleichem Wert darbietet. Dies ist eine der wichtigsten Lektionen, die ein jeder Alchemist, Menschen, die die Kunst der Alchemie ausüben, lernen muss: Man kann nichts ohne Opfer erlangen. Eine wichtige Lektion, die auch diese beiden Jungen lernen würden...
Der goldene Wirbelsturm hatte sich schlagartig in einen Sturm aus Lila verwandelt, in dem schwarze Blitze hin und her schossen. Das Lachen des älteren Bruders erlosch sofort und er sah sich verwirrt um.
Und im nächsten Moment war im ganzen Dorf, in dem das Haus lag, lautes Geschrei von eben jenem Haus her zu hören.
,,Was? Was ist passiert?", rief ein kleines Mädchen, ungefähr im selben Alter wie der Ältere der beiden Brüder, und rannte erschrocken aus ihrem Haus, ihre Großmutter dicht auf ihren Fersen.
Dichter Rauch war in dem Zimmer des kleinen Häuschens aufgezogen, in dem sich der Sturm nun gelegt hatte, jedoch ein paar schwarze Blitze noch hier und da zuckten. ,,Fayt...", stöhnte der ältere Bruder vom Boden her, und als er keine Antwort bekam: ,,Fayt!" Er sah sich in dem Rauch konzentriert um und erkannte schemenhaft einen reglosen Körper wenige Zentimeter neben ihm. ,,FAYT!!!", schrie der ältere Bruder panisch auf. Tränen rannen ihm das Gesicht hinunter. ,,Verdammt...", fluchte er. ,,Das kann doch nicht sein! So sollte das nicht laufen... VERDAMMT!!!" Lauthals schreiend sah er zu seinen Beinen und stellte fest, dass nur noch eins da war; da, wo eigentlich sein linkes Bein hätte sein müssen, war nur noch ein Stummel, aus dem Blut in Strömen rann. Er sah hinauf zu seinem Armen und stellte fest, dass dort, wo sein linker Arm sein müsste, ebenfalls nur ein Stummel war, aus dem wie bei dem anderen Stummel das Blut nur so dahinfloss. ,,Mama...", keuchte der Junge und sah zum Zentrum des Pentagrams, in dem der Rauch am stärksten war. Eine kreidebleiche Hand reckte sich daraus hervor. Der Junge sah hoffnungsvoll auf, erstarrte aber im nächsten Moment, als er ein Gebilde aus Nervensträngen, Muskeln, Tentakeln und einem schlagenden Herz sah, das mit der Hand verbunden war. Das Gesicht eines Wesens schoss aus dem Herz und sah den Jungen mit violett leuchtenden Augen an.
Zum zweiten Mal in diesem Abend durchzog das kleine Dorf ein markerschütternder Entsetzensschrei.
Fün Jahre später...
Ein Teenager von fünfzehn Jahren und blonden Haaren, die in einem Pferdeschwanz endeten, taumelte keuchend durch eine endlos erscheinende Wüste, seine Zunge schon in den Kniekehlen hängend. ,,Ich hab Hunger...", stöhnte er, als sein Magen zu grummeln begann, und ließ sich resignierend in den Wüstensand fallen. ,,Wenn es wenigstens etwas Gras gäbe, könnte ich es in einen Laib Brot verwandeln und essen...", röchelte er und schloss seine Augen. Doch im nächsten Moment sprang er auf und sah sich verdutzt um. ,,Fayt? Fayt?", rief er verdutzt. ,,Wo bist du? Fayt? Fayt!" ,,Hier unten!", antwortete eine erstickt klingende Stimme, gefolgt von einer Metallhand, die aus dem Sand schoss und das rechte Bein des Fünfzehnjährigen packte, der lauthals zu kreischen begann. ,,Hilf mir, großer Bruder!", flehte die erstickte Stimme. ,,Bist du schon wieder versunken?", fragte der fünzehnjährige Junge genervt.
Eine halbe Stunde später hatte der Junge eine riesige Statue aus Metall aus dem Wüstensand freigebuddelt. Hechelnd kniete er am Boden und fuhr die Statue an: ,,Wenn du das noch einmal machst, lass ich dich zurück!" ,,Aber...", begann die Statue. ,,Kein "aber"!", brüllte der Junge und trat gegen die Statue, aus dessen Bauch sogleich eine ganze Wagenladung Sand schoss, die den Jungen unter sich begrub. ,,Fayt...", grummelte der Junge zornig. Die Statue namens Fayt zog schnell den Rücktritt an, als der Junge im nächsten Moment aus dem Sandberg, unter dem er begraben war, schoss und hinter der Statue her rannte. ,,Warte gefälligst, Fayt!", brüllte der Junge. ,,Nein, ich werde ganz bestimmt nicht warten!", kreischte Fayt ängstlich. ,,Stopp!", brüllte der Junge. ,,Nein, ich werde auch nicht stoppen!", kreischte Fayt. ,,Hör auf deinen großen Bruder und tu gefälligst eins von beiden!", schrie der Junge. ,,Ich kann mich aber nicht entscheiden!", kreischte Fayt weiter und beschleunigte sogar noch.
Gar nicht so viel später erreichten die beiden eine sehr wohlhabend aussehende Stadt, die voller Steinstatuen von gigantischer Größe war. Der Junge sah nun sogar noch fertiger mit der Welt aus - wenn das denn überhaupt sein konnte. ,,Bist du in Ordnung, großer Bruder?", fragte Fayt besorgt, der als Statue aus Metall so etwas wie Erschöpfung, Durst oder Hunger nicht kannte. ,,Das ist alles nur deine Schuld, weil du nicht angehalten hast!", fauchte der Junge. ,,Ich bezweifle, dass irgendwe in so einer Situation anhalten würde, selbst wenn man es ihnen sagt.", erwiderte Fayt. ,,Ist das so? Wie schön...", sagte der Junge uninteressiert und jammerte dann: ,,Mann, bin ich durstig..." Und als wäre sein Jammern erhört worden, hörte er plötzlich in der Nähe ein Rauschen. Er sah mit großen Augen auf und erblickte einen Springbrunnen voll erfrischendem Nass. ,,Wasser!", rief der Junge und begann vor Freude zu heulen. ,,Das ist Wasser!", schrie er und stürmte auf den Springbrunnen zu, seine Erschöpfung vollkommen vergessen. ,,Nicht, großer Bruder!", rief Fayt, doch sein Bruder hörte nicht auf ihn. ,,Wasser! Wasser! Wasser! Wasser!! Wasser!!!", jauchzte der Junge aus lauter Kehle und setzte zum Sprung in den Springbrunnen an - nur um sich noch rechtzeitig festzuhalten, um nicht reinzufallen, denn die Flüssigkeit war nicht Wasser, so viel stand fest. Er begann wieder zu heulen, diesmal aber aus Traurigkeit. ,,Das hab ich also vorhin gerochen...", schniefte er. ,,Großer Bruder?", fragte Fayt unsicher, der dazugekommen war, und sah verdutzt auf die Flüssigkeit im Springbrunnen, die blutrot war. ,,Blut?", rief Fayt entsetzt. ,,Nein, Rotwein.", korrigierte sein Bruder ihn. ,,Hey!", schrie plötzlich ein Verkäufer von einem der Stände in der Nähe des Springbrunnens und packte Fayts Bruder am Pferdeschwanz. ,,Kinder dürfen hiervon nicht trinken!", belehrte er Fayts Bruder.
,,Ahahahahaha! Sorry! Sorry!", entschuldigte sich der Verkäufer zehn Minuten später an seinem Stand bei den beiden und reichte Fayts Bruder ein Glas Limonade. ,,Reisende wie ihr beide konnten natürlich nicht wissen, dass aus dem Springbrunnen Wein herauskommt. ,,Lior City muss eine ziemlich wohlhabende Stadt sein, wenn sie sich eine Quelle aus Wein leisten kann.", sagte Fayts Bruder, während er mit Hilfe eines Strohhalmes die Limonade schlürfte. ,,Ja.", stimmte der Verkäufer fröhlich zu. ,,Und das alles dank..." Doch er brach ab. ,,Oh, hätte ich fast vergessen..." Er drückte auf einen Knopf an de Decke, und sogleich schaltete sich ein Radio ein, das auf dem dach des Standes befestigt war. Fayt und sein großer Bruder schauten sich um und stellten verwundert fest, dass auch die anderen Ladenbesitzer ihre Radios einschalteten. Und nicht nur die: Einfach jeder Einwohner der Stadt hockte auf einmal vor einem der Geräte. ,,An die Kinder Gottes dieser Erde...", ertönte die Stimme eines anscheinend älteren Mannes aus allen Radios auf einmal, was dazu führte, dass die Stimme durch alle Straßen hallte. ,,Betet und ihr werdet gerettet werden.", sprach der Mann weiter. Und schlagartig begannen die Bewohner der Stadt zu beten. ,,Der Sonnengott Leto lässt sein Licht auf euch nieder scheinen." Fayt bemerkte, dass all die Statuen in der Stadt ein Zepter hielten, das wie eine Sonne aussah; sie sollten wahrscheinlich diesen Sonnengott darstellen. ,,Was soll das?", fragte Fayts Bruder verwundert. ,,Eine religiöse Radiosendung?" ,,Ihr beide seid schon ziemlich komisch.", sagte der Verkäufer zu ihm und Fayt. ,,Als die Verkörperung Letos, und Euer Vater...", sprach der alte Mann im Radio weiter. ,,Seid ihr Typen Straßenkünstler oder so was in der Art?", fragte der Verkäufer weiter. Fayts Bruder verschluckte sich an seiner Limonade bei diesen Worten. ,,Hey, Mann, woher haben Sie denn die Idee!?!", blaffte er den Verkäufer an. ,,Wenn ihr keine Künstler seid, warum seid ihr dann hier?", fragte der Verkäufer. ,,Wir suchen nach etwas...", begann Fayts Bruder zu erklären, brach dann aber ab und fragte: ,,Also, woru geht's denn in dieser Radiosendung?" ,,Der Mann, der da spricht, heißt Conero.", sagte der Veräufer. ,,Und wer ist das?", fragte Fayts Bruder. ,,Ihr kennt die Verkörperung des Sonnengottes Leto nicht?!?", kreischte der Verkäufer perplex. ,,Deswegen hab ich doch gefragt...", sagte Fayts Bruder genervt. ,,Conero kann Wunder geschehen lassen.", sagte ein Mann, der ebenfalls am Stand saß und bereits sein fünftes Bier kippte. ,,Es ist ihm zu verdanken, dass diese Stadt, einst vollkommen heruntergekommen, nun so wohlhabend ist.", sagte ein anderer Mann am Stand. ,,Er ist wirklich eine erstaunliche Person.", sagte ein anderer Mann, der mit noch mehr Menschen dazu kam, die sich an den Lobeshymnen für diesen Conero beteiligen wollten. ,,Ja, was er vollbringt, sind wirklich Wunder.", stimmte ein anderer Mann zu. ,,Ich bin nicht an Religion interessiert.", grummelte Fayts Bruder, dem das Gebrabbel der Männer nun langsam auf die Nerven ging. ,,Gehen wir, Fayt.", sagte er zu seinem Bruder. ,,Okay...", sagte dieser, stand auf - und krachte, dank seiner Größe, gegen das Dach des Standes, was das Radio zu Boden krachen und zerscheppern ließ. ,,Ähm...", machte Fayt, peinlich berührt. ,,Was soll denn das!?!", fauchte der Verkäufer. ,,Musst du dich denn auch in so ein bescheuertes Kostüm zwängen!?!" ,,Tut uns echt Leid.", entschuldigte sich Fayts Bruder. ,,Keine Sorge, wir reparieren das." ,,Reparieren?", wiederholte der Verkäufer verdutzt. ,,Tut mir wirklich Leid.", entschuldigte sich auch Fayt und wandte sich an seinen Bruder. ,,Ich mach das schon, großer Bruder." ,,In Ordnung.", sagte dieser. Verdutzt sahen die Männer und der Verkäufer zu, wie Fayt sich niederbückte und einen Zirkel zeichnete, den er mit Runen verzierte, das kaputte Radio im Zentrum. ,,Was soll'n das?", fragte der Verkäufer Fayts Bruder. ,,Das ist ein Mutations-Zirkel.", erklärte dieser. ,,Fertig.", sagte Fayt unde hielt beide Hände über den Zirkel. Es gab einen Blitzschlag in eben jenem Zirkel und dichter Rauch zog auf. ,Meine Liebe, die Liebe der Verkörperung des Sonnengottes Leto...", ertönte es im nächsten Moment aus dem reparierten Radio, das wenige Sekunden zuvor vollkommen zerstört gewesen war. ,,Das war erstaunlich!", rief der Verkäufer beeindruckt und mit großen Augen. ,,Du kannst also auch Wunder geschehen lassen?!?" ,,Was soll das denn heißen?", fragte Fayts Bruder lachend. ,,Wir sind Alchemisten.", erklärte Fayt und reichte dem immer noch recht perplex dreinschauenden Verkäufer das wie nagelneu aussehende Radio. ,,Der Name "Elric-Brüder" müsste eigentlich ziemlich bekannt sein.", sagte Fayts Bruder. ,,Alchemisten?", wiederholte einer der Männer. ,,Also war es kein Wunder.", sagte ein anderer. ,,Ich weiss gar nichts von Alchemisten hier in der Gegend.", sagte ein dritter. ,,Der Metallalchemist, Leon Elric.", sagte auf einmal eine Frau, die vollkommen von ihrem Gewand, das sie trug, verdeckt war, und ebenfalls bei dem Stand saß. ,,Du bist um East City herum ziemlich berühmt.", sagte die Frau und sah zu Fayts Bruder namens Leon Elric. Leon konnte nun ihr Gesicht sehen: Ihr Gesicht war vollkommen kreidebleich; sie hatte schwarze Haare, graue Augen, und ihre Lippen waren mit pechschwarzem Lippenstift versehen. ,,Du bist als genialer Alchemist bekannt." ,,Beeindruckend!", riefen die Männer und der Verkäufer und scharrten sich sogleich um Fayt herum. ,,Ich verstehe, du wirst "Metallalchemist" genannt, weil du dieses Zeugs da trägst.", sagte ein Mann zu ihm. ,,Du bist also berühmt?", fragte ein anderer aufgeregt. ,,Ähm...Ich doch nicht...", begann Fayt abwehrend. ,,Was?", sagten die anderen verdutzt und wandten sich dann langsam zu Leon um. ,,Du meinst, der kleine da drüben?", fragte ein Mann Fayt. ,,WEN NENNT IHR HIER KLEIN!?!", brüllte Leon vor Wut, packte sich zwei der Männer und warf sie wie Speere nach den anderen Männern, die es allesamt zu Boden warf. ,,Hier geht's aber heute lebhaft zu.", sagte ein Mädchen, das soeben den Stand erreicht hatte, belustigt. ,,Oh, hallo, Rose.", begrüßte der Verkäufer das Mädchen namens Rose. Rose lächelte ihm fröhlich zu. ,,Oh? Euch beide kenne ich aber noch gar nicht.", sagte sie zu Leon, der gerade versuchte, einen der Männer zu strangulieren, und Fayt, der darum bemüht war, eben dies zu verhindern. ,,Ich bin Fayt Elric.", stellte sich Fayt vor. ,,Ich bin Metallalchemist und Fayts großer Bruder, Leonard Elric.", stellte sich Leon vor und verpasste dem Mann einen Tritt in den Hintern, anstatt ihn zu strangulieren. ,,Was?!? Du bist der große Bruder?", sagte Rose verdutzt und sah vom ziemlich kleinen Leon zum riesigen Fayt. Leon sah aus, als wenn er gleich explodieren würde. ,,Na, Na...", versuchte ihn Fayt zu beruhigen. ,,Rose, kaufst du gerade die Gaben?", fragte der Verkäufer Rose und sah zu der Einkaufstüte in ihren Händen. ,,Ja. Und ich bin sogar schon fertig.", antwortete sie. ,,Kannst du dann diese beiden hier zur Kirche von Leto führen?", bat der Verkäufer sie. ,,Sie scheinen nach etwas zu suchen, vielleicht kann Gott ihnen ja helfen." ,,Nein, wir wollen nur...", begann Fayt abwehrend. ,,Natürlich.", sagte Rose fröhlich. ,,Wir haben auch genügend Betten für eine Übernachtung, also bleibt doch über Nacht hier." ,,Aber...", begann Fayt erneut. ,,Wirklich?", rief Leon, von der Aufsicht auf ein warmes, gemütliches Bett sichtlich begeistert. ,,Dann nehmen wir ihr Angebot doch an, Fayt." ,,Ähm... okay...", sagte Fayt resignierend. Die beiden folgten Rose. ,,Rose ist jetzt viel offener.", sagte einer der Männer zum Verkäufer. ,,Ja.", stimmte dieser zu. ,,Und das haben wir alles dem Hohepriester zu verdanken. Das war schließlich eine ziemlich große Tragödie..." Die Frau, die von ihrem Umhang vollkommen verhüllt wurde, verschwand vom Stand, zufrieden lächelnd.
Leon und Fayt folgten mit ein wenig Abstand Rose durch die unzähligen Gassen zu der Kirche, die sich in der Ferne vor ihnen bis in den Himmel zu erstrecken schien. ,,Fayt, sind wir dieser Frau am Stand nicht schon einmal begegnet?", fragte Leon seinen Bruder. ,,Hmm...", machte Fayt und versuchte sich zu erinnern. ,,Ja, stimmt..." ,,Ist schon in Ordnung.", sagte Rose auf einmal. Die beiden sahen sie verwundert an. ,,Ihr werdet bestimmt bald finden, wonach ihr sucht.", meinte Rose und lächelte fröhlich. ,,Und..." ,,Und?", fragte Leon. ,,Du wirst bestimmt größer werden, wenn du dafür betest.", sagte Rose. ,,Was hast du gerade gesagt!?!", brüllte Leon und setzte zur Verfolgung auf Rose an, die lachend davonrannte.
,,Betet und euer Wunsch wird wahr werden.", sprach der Hohepriester Conero in seinem Studierzimmer in der Kirche von Leto in ein Gerät, das seine Rede auf die Radios der Stadt übertrug. ,,Mögen all meine Kinder in dem Licht des Erwürdigen gebadet werden, heute und auch morgen." Er schaltete das Gerät aus und sah zu den zwei Bediensteten, die vor wenigen Minuten im Zimmer erschienen waren. ,,Danke für Eure harte Arbeit, Hohepriester.", bedankte sich der erste, als auch schon die Tür aufging und Rose das Zimmer betrat. ,,Oh, Rose.", sagte Conero mit väterlicher Stimme zu ihr. ,,Ist es in Ordnung, wenn ich zwei Reisenden hier in der Kirche Unterkunft gewähre?", fragte Rose. Conero nickte und sagte: ,,Du scheinst Gott wirklich jeden Tag zu dienen." ,,Ja.", sagte Rose zustimmend. ,,Ich lebe, um Leto zu dienen, damit..." Doch sie brach ab und sah zu Boden. Conero legte seine Hände auf ihre Schultern und sagte: ,,Gott sieht deine guten Taten. Aber es braucht noch etwas Zeit, bis das von dir gewünschte Wunder geschehen kann." ,,Ja...", sagte Rose traurig.
Langsam ging die Sonne unter und tauchte die Stadt in blutrotes Licht. Leon und Fayt sahen von dem Fenster ihres Zimmers, in dem sie übernachten würden, hinab zu dem Friedhof, der hinter der Kirche lag, und wo Rose vor einem Grab niederkniete und betete. ,,Ich hab mir sagen lassen, dass dies das Grab von Roses Verlobtem ist.", sagte Fayt. ,,Sie hat keine Eltern, und hat ihren Verlobten durch einen Unfall verloren... Also hat Rose Beistand beim Priester Conero gesucht, und diesen in Form von dessen Lehren gefunden." ,,Nun, die Toten können nun einmal nicht zurückkehren.", sagte Leon seufzend. ,,Ich habe einst gehört, dass sie zurückkehren könnten.", sagte Fayt. Leon sah bitter zu ihm auf. ,,Denjenigen, die leben, ist eine unzerstörbare Seele gewährt.", sagte Fayt. ,,Denjenigen, die sterben, ist Wiedergeburt gewährt. Der Beweis dafür ist durch Gottes Wunder gegeben." ,,Mann, das hört sich ja so was von nach gelogen an.", spottete Leon, der bittere Gesichtsausdruck immer noch da, und sah wieder hinaus zum Friedhof, wo nun auch Conero war, um Rose zu trösten.
Es war am nächsten Morgen. Der Hohepriester Conero stand auf dem Versammlungsplatz der Stadt auf einem riesigen Podium, umringt von den Bürgern der Stadt, und hielt ein Glas Wasser hoch, das in nächstem Moment zu einem Glas Wein wurde. Die Bürger schrien begeistert auf. Conero legte seine Hand auf einen Holzscheitel, der sich sogleich in eine Statue des Sonnengottes Leto verwandelte. Erneut leuchtete der Ring, den er trug, dabei kurzzeitig auf. ,,Was denkst du?", fragte Leon Fayt, mit dem er etwas abseits von der Menge stand. ,,Es ist ziemlich offensichtlich, dass die Mutationen durch Alchemie herbeigeführt sind.", sagte Fayt. ,,Ja, aber die Regeln...", sagte Leon nachdenklich. ,,Oh, hey, ihr beiden!", rief jemand und riss Leon damit aus seinen Gedanken. Die beiden Brüder wandten sich um und erlickten Rose, die fröhlich lächelnd zu ihnen kam. ,,Wie gefallen euch Meister Coneros Wunder?", fragte sie die beiden. ,,Das ist defintiv Alchemie.", antwortete Leon. ,,Conero ist nur ein Betrüger." Rose sah ihn aufgebracht an. ,,Wir sind uns aber noch nicht wirklich sicher.", sagte Fayt schnell, um einen Streit zu verhindern. ,,Und außerdem ignoriert er auch ein paar Regeln.", fügte Leon unbeirrt hinzu. ,,Regeln?", wiederholte Rose fragend. ,,Alchemie kann nicht etwas erschaffen, wenn man nichts dafür darbietet.", erklärte Leon. ,,Es ist eine wissenschaftliche Technik, welche bei den Regeln der Natur bleibt." ,,Man kann nur etwas mit gewisser Masse aus derselben Masse erschaffen. Als ich das neue Radio gestern erschaffen habe, musste ich dafür das zerbrochene Radio von derselben Masse benutzen. Ich hätte kein größeres Radio als das zerbrochene Radio erschaffen können, oder Papier, oder einen Baum." ,,Um etwas herzustellen, muss man etwas darbieten, das denselben Wert an.", sagte Leon und sah auf die Steinstatue des Gott Leto, den Conero aus einem kleinen Holzscheitel erschaffen hat. ,,Dieser alte Mann ignoriert die Regel." ,,Und deswegen ist es auch ein Wunder!", rief Rose stur. Sie sahen hinauf zum Podium, wo ein kleines Mädchen Conero ihren toten Nymphensittich hinhielt. Conero legte seine Hände auf den Vogel, der Ring an seinem Finger leuchtete kurz, und im nächsten Moment flog der Vogel hinauf in die Lüfte. Das Publikum johlte. Leon lächelte zufrieden. ,,Hab ich dich...", sagte er so leise, dass ihn niemand anderes hören konnte. ,,Kannst du auch so ein Wunder mit deiner Alchemie geschehen lassen?", fragte Rose ihn herausfordernd. ,,Kain wird..."
,,Die Elric-Brüder?", wiederholte Conero am Abend in seinem Arbeitszimmer. ,,Ich habe gehört, dass der ältere Bruder den Titel eines Nationalen Alchemisten bereits mit zwölf Jahren erhalten hat.", sagte der Bedienstete, der im Raum war. ,,Er ist auch unter dem Namen "Metallalchemist" bekannt.", fügte Conero hinzu. ,,Was?!? Dieses Kind?!?", rief der Bedienstete verdattert. ,,Er ist ein Hund des Militärs.", sprach Conero weiter. ,,Das Militär hat seine Augen auf diese Stadt des Wohlstandes gerichtet, und will sich einmischen. Ich muss die Bewohner meiner Stadt beschützen." Er sah zu dem Bediensteten. ,,Clay..." ,,Ich stehe zu Diensten.", sagte der Bedienstete namens Clay. ,,Danke, dass du mir davon erzählt hast.", sagte Conero zu einer Frau, die ebenfalls im Raum war, jedoch vollkommen von ihrem Umhang verhüllt wurde. ,,Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Mann hier es allein schaffen wird.", sagte die Frau mit geringschätzigem Blick auf Clay. ,,Ich habe noch einen anderen Plan, nur für den Fall.", sagte Conero.
Rose war in dem Raum der Kirche, der für Messdienste benutzt wurde, und tauschte die alten Kerzen, die kaum noch Wachs hatten, durch neue aus. ,,Wenn du Gott folgst ohne Fragen zu stellen...", sagte plötzlich jemand; sie erkannte sofort, dass es Leon war, der sprach. ,,...werden dann die Toten ins Leben zurückkehren?", beendete Leon seine Frage. ,,Ja.", stimmte Rose vergnügt zu und wandte sich zu Leon um, der es sich in einer der vielen Sitzbänke bequem gemacht hatte. Leon seufzte tief bei ihrer Antwort, griff in seine Jacke, holte ein Notizbuch hervor und begann zu lesen: ,,Wasser: 35 Liter. Carbon: 20 kg. Ammonium: 4 Liter. Klebstoff: 1,5 kg. Phosphor: 800 g. Salz: 250 g. Niter: 100 g. Sulfat: 80 g. Fluorit: 7,5 g. Silicon: 3g." Er klappte das Notizbuch zu. ,,Und dann wären da noch um die fünfzehn andere Zutaten." ,,Wofür ist diese Liste?", fragte Rose. ,,Das sind die Zutaten, die man braucht, um den Körper eines Erwachsenen zu erschaffen.", erklärte Leon. ,,Die jetzige Wissenschaft weiss bereits die Zutaten dafür, aber bisher gab es noch keinen Fall, in dem ein menschlicher Körper künstlich erschaffen werden konnte. Forscher suchen nun schon über hundert Jahre nach dem, was noch fehlt. Ich glaube, dass ihre harte Arbeit bemerkenswert ist, nicht so wie beten und warten." Rose sah zu Boden. ,,Und ganz nebenbei bemerkt...", sprach Leon weiter. ,,Diese ganzen Zutaten kann man sich in jedem Laden besorgen, und das für das Taschengeld eines Kleinkindes. Menschen sind ja so billig." ,,Menschen sind keine Dinge!", schrie Rose zornig. ,,Das ist Blasphemie!" ,,Alchemisten sind Wissenschaftler. Deswegen glauben sie auch nicht an so schwammige Dinge woe Gott.", sagte Leon, stand auf und ging zu Rose, die vor einer gigantischen Statue Letos stand. ,,Ist es nicht ironisch, dass Menschen wie wir Gott am nächsten sind?" ,,Du bist nicht Gott.", stellte Rose angewidert richtig. ,,Noch ist es die Sonne.", fügte Leon verächtlich hinzu. ,,Es ist nur ein Mischmasch von gewaltig hoher Temperatur. Du verbrennst, wenn du der Sonne zu nahe kommst." Rose begann vor Wut zu zittern Oh-Oh, mein großer Bruder macht Rose richtig sauer..., dachte Fayt, der in einer Ecke verborgen stand und den beiden zusah. Plötzlich hielt ihm jemand etwas gegen den Metallkopf. ,,Keine Sorge. Dein älterer Bruder wird dir bald folgen.", sagte Clay, der sich von hinten an Fayt herangeschlichen hatte und ihm eine Pistole an den Kopf hielt. Er drückte ab,und sogleich schoss Fayts Kopf durch die Halle und landete vor Roses Füßen. ,,Clay, was tun sie da?!?", rief Rose erschrocken mit Blick auf Clay und dem Rest von Fayts Metallkörper, der zu Boden gekracht war. ,,Diese Menschen sind Feinde Gottes!", schrie Clay und zielte mit der Pistole auf Leon. ,,Dies hier ist Gottes Wille!" ,,Sie haben mich echt überrascht.", erklang plötzlich Fayts Stimme. Erschrocken wirbelte Clay herum und sah Fayts Körper, der auf einmal wieder stand. Schnell schnappte sich Leon den am Boden liegenden Kopf von Fayt und warf ihn Clay gegen den Hinterkopf. Er war sofort bewusstlos. ,,Mein Kopf!", rief Fayt erschrocken und fing ihn auf. ,,Strike!", jubelte Leon, sprang jedoch in die Höhe, als er Roses spitzen Aufschrei hörte. ,,Was ist das?!?", schrie sie mit Blick auf Fayt. ,,Sein Kopf..." ,,Da gibt es nicht viel zu erklären.", sagte Leon belustigt. ,,Niemand ist in der Statue...", sagte Rose mit plötzlich erstickter Stimme. ,,Das ist die Strafe dafür, dass wir in ein gebiet vorgedrungen sind, in dem kein Mensch etwas zu suchen hat.", sagte Fayt und setzte sich den Kopf wieder auf. ,,Mein Bruder und ich sind bestraft worden." Leon sah bitter zu Boden. ,,NEIN!!!", schrie Rose und stürmte davon. ,,Rose! Warte!", rief Leon und rannte ihr mit Fayt hinterher. Es ist wahr..., dachte Rose ängstlich, während sie tiefer und tiefer in die Katakomben unterhalb der Kirche rannte. Genau wie Clay sagte... Dies sind die Feinde Gottes!
,,Dieser Ort gefällt mir gar nicht...", sagte Leon zu Fayt, als sie einen riesig großen Raum betraten, der nur spärrlich beleuchtet war, und sah zu der Bühne an der oberen Hälfte der Wand auf der anderen Seite des Raumes auf, wo Rose stand. ,,Rose!", rief Leon zu ihr hinauf. ,,Danke, dass du sie hierher gebracht hast, Rose.", sagte der Hohepriester Conero, der nun ebenfalls die Bühne betreten hatte. ,,Nationaler Alchemist, was?", sagte er lächelnd. ,,Ich wusste, ihr würdet eines Tages hierher kommen." ,,Weil Sie Ihre Gläubigen verarschen?", fragte Leon lächelnd. ,,Oder..." Er setzte ein boshaftes Lächeln auf. ,,...Oder weil Sie den Ring der Alchemisten besitzen?" ,,Sprichst du hiervon?", fragte Conero und hielt seine linke Hand mit dem Ring hoch. ,,Es gibt nur einen Weg, eine Mutation durchzuführen und die Regel des gleichwertigen Tausches zu umgehen, und dabei auch noch keinen Mutations-Zirkel zeichnen zu müssen.", sagte Leon. ,,Korrekt.", stimmte Conero zu. ,,Man erzählt sich, dass er nur in Legenden existiert...Der Ring der Alchemisten!" ,,Danach habe ich gesucht...", sagte Leon und sah auf einmal wie ein Wolf aus, der seine Beute in die Ecle gedrängt hatte. ,,Ich werde es einfach freiheraus sagen: Her mit dem Ring! Dann werde ich den Bewohnern diese Stadt auch nichts sagen!" ,,Du willst ihn also von mir haben?", sagte Conero belustigt. ,,Aber wenn ich meine Wunder verliere, was wird dann aus dieser Stadt?" Er wandte sich an Rose. ,,Was meinst du, Rose?" ,,Rose, er ist nur ein drittklassiger Schwindler...!", schrie Leon. ,,Ich habe diese Stadt wiederbelebt, nachdem ein Bürgerkrieg sie niedergemacht hatte.", unterbrach Conero ihn. ,,Ich habe Wasser erschaffen, dieses zu Wein gemacht, Häuser geschaffen, und den Menschen sogar Geld gegeben. Ich bin die Verkörperung Gottes! Willst du den Menschen dieser Stadt etwa Gott wegnehmen? Ist der Befehl des Militärs so endgültig?" ,,Mich interessieren die Befehle des Militärs nicht.", engegnete Leon schulterzuckend. ,,Was?", fragte Conero verdutzt. ,,Ich...Wir brauchen diesen Ring!", schrie Leon. ,,Warum?!?", schrie Rose verzweifelt. ,,Ihr wollt ihn immer noch, selbst wenn es bedeutet, dass ihr uns unsere Hoffnung nehmt?!?" ,,Rose, wir wollen nur...", begann Fayt. ,,Das bringt nichts.", unterbrach Leon ihn. Rose begann zu weinen. ,,Nun denn, werfen wir einen Blick auf die Macht des Rings der Alchemisten, nicht wahr?", rief Conero. Der Ring blitztete auf, der Boden verformte sich und wurde zu Sand, der Fayt unter sich begrub, während Leon rechtzeitig hochsprang, um demselben Schicksal zu entkommen. ,,Fayt!", rief er besorgt. ,,Ahahahahahaha!!!", gackerte Conero. ,,Diese Statue war ja nicht besonders stark, was? Und du kannst auf diesem Sand keinen Mutations-Zirkel erschaffen, Junge!" Leon warf ihm einen hasserfüllten Blick zu, während Conero heimlich einen Schalter hinter ihm betätigte. Eine Wand fuhr hoch und gab ein Ungetier frei, welches wie ein Löwe aussah, aber doch keiner war. ,,Du hast Tier mit Hilfe des Steines der Alchemisten verändert.", sagte Leon. ,,Korrekt!", rief Conero. ,,Dies ist eine Chimära!" Die Chimära brüllte laut und stürmte auf Leon zu. ,,Sieht 'n bisschen zu stark aus, um es mit bloßen Händen zu vernichten...", seufzte Leon und stützte seine Hände auf dem Boden ab. Es gab einen Lichtblitz, und sogleich hielt er einen Speer in seinen Händen. ,,Was?!? Er hat eine Mutation ohne Mutations-Zirkel geschaffen?!?", rief Conero perplex. Die Chimära setzte zum Sprung auf Leon an, doch er schlug sie mit dem Speer gegen eine Wand. ,,Grrrrr!", fauchte Conero, griff in seine Tasche, holte einen Wellensittich hervor und schmiss ihn in die Luft. ,,Schnapp ihn dir!", schrie er. Der Ring der Alchemisten leuchtete erneut, und sogleich wurde aus dem kleinen Vogel ein riesiger Gargoyle, ein Vogel aus Stein, der auf Leon zuschoss. Leon stach mit dem Speer zu, doch der Gargoyle wich aus und zerbrach den Speer mit seinen Krallen. Leon wollte zur Seite springen, doch der Gargoyle packte sein linkes Bein und begann es zu zerquetschen. Rose schrie entsetzt auf. ,,Na, wie gefällt dir das?", schrie Conero hämisch. ,,Find ich gar nicht toll.", meinte Leon nur, lächelte und befreite sein Bein, das vollkommen unverletzt zu sein schien, aus den Krallen. ,,Du entkommst mir nicht!", schrie Leon und schlug mit seiner linken Faust gegen den Gargoyle, der zu Decke geworfen wurde und dort in seine Einzelteile zerbröselte. Conero schaute entsetzt drein. Leon lachte triumphierend, doch das Lachen verging ihm, als sich die Chimära erneut auf ihn stürzte und in seinen linken Arm biss. ,,Gut so!", rief Conero zufrieden, erschrak aber, als er sah, dass Leon nur dastand und unbeeindruckt zusah, wie die Chimära versuchte, seinen Arm abzureißen. ,,Was ist los, Katzenbastard?", fragte Leon das Monster. ,,Schmeckt es etwa nicht?" Er hob das Biest an, schmiss es ihn die Luft und trat es mit seinem linken Fuß bewusstlos.
,,Das ist das Kind, Blatny!", sagte eine Frau, verhüllt von ihrem Umhang, zu einem äußerst ekelhaft aussehenden und sabbernden Mann, der mit ihr hoch oben auf einer Säule verborgen in der Dunkelheit dem Kampf zusah.
Die Chimära krchte zu Boden und stand nicht wieder auf. ,,Das... Das kann nicht sein...", stammelte Conero mit entsetzensstarren Augen. ,,Sein Bein konnte nicht von den Klauen zerquetscht werden... und sein Arm könnte nicht von den Fangzähnen abgerissen werden?" Er erschrak. ,,Bist du etwa...?" ,,Ja, so ist es.", sagte Leon und packte seinen Reiseumhang. ,,Rose, sieh gut hin.", sagte er. ,,Dies ist der Körper eines Narren, der versucht hat, eine menschliche Mutation zu vollführen, der versucht hat, in Gottes Territorium vorzudringen: Der Körper eines Sünders!" Er warf dedn Reiseumhang zur Seite und zerriss die Seite seine Hose, wo sein linkes Bein war. Sein linker Arm war ein Arm aus Metall, und so war es auch mit seinem linken Bein. ,,Maschinen-Arme und -Beine?", rief Rose mit erstickter Stimme. ,,Ein Auto-Mail?" ,,Ihr habt versucht, eine menschliche Mutation zu vollführen?", rief Conero spöttisch. ,,Ihr habt das größte Taboo der Alchemisten missachtet! Dein Körper wurde auf die andere Seite mitgerissen!" Rose stutzte. ,,Du verbrennst, wenn du der Sonne zu nahe kommst.", hatte Leon zu ihr gesagt. ,,Deswegen trägt er also den Titel "Metallalchemist".", spottete Conero.
